Was der Autor Steven Blush hier auf über 300 Seiten niederschreibt, sollte definitiv in keiner Hardcore/Punk-Sammlung fehlen. Die Hochphase des amerikanischen Hardcore Punk, die sich zwischen 1980 bis 1886 abspielte, wird aus den Augen des damaligen Konzertveranstalters, College-Radio-DJs und Indie-Label-Besitzers detailliert zusammgengetragen und, den Umständen entsprechend, glaubwürdig kommentiert.
Das Buch besteht aus vier großen Unterkapiteln, das umfangreichste, zweite Kapitel, behandelt die einzelnen lokalen Szenen wie L.A. (+ Orange County), San Francisco, Washington D.C., Boston, New York, Texas und den mittleren Westen. Hier durchleuchtet der Autor insbesonders die Geschichten der einzeln „Szenegrößen“, wie die der Misfits, Black Flag, Bad Brains oder der Dead Kennedys, was mich besonders freut. Man bekommt ausserdem die Chance, sein Wissen über die Philosophie des Hardcores, die Einstellung der damaligen Kids und weiteren, nicht wegzudenken Themen, wie z.B. „D.I.Y.“ aufzufrischen. Eine kleine Geschichtsstunde also. Selbstverständlich kommen auch unzählige Beteiligte von damals zu Wort und berichten aus längst vergangenen, aber dennoch legendären Tagen. Sehr lobenswert, weil mit viel Mühe zusammengsammelt: die umfangreiche Diskographie am Ende des Buches. Ein weiters Schmankerl bieten die zahlreichen Abbildungen rarer Photos, Plakate und Flyer aus der guten alten Zeit, das alles klassisch in schwarz/weiss gehalten. Wer Henry Rollins in jungen Jahren mit Vollbart, oder Glenn Danzig mal ohne Bierbauch und Lederkluft sehen möchte, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen! „American Hardcore – A Tribal History“ – Feral House, ISBN 0-922915-71-7
Der diesjährige Alkohol-Award geht an Lemmy von Motörhead für die souveräne Antwort auf die Frage nach seinem letzten Kater in einem Interview im SZ Magazin:
Endlich, die Ausgabe #4 des „Little Gigantor – Ultraviolent Fanzine about Comics and Ass-Kick-Music!“ ist draussen! Mit an Bord ist ein langes Interview mit den Monsters sowie weitere mit Comic-Zeichner Erik Kirek, der Leistungsgruppe Maulich, Aphasie und irgendwelchen Deppen vom Shredder Mag. Dazu wie immer massig Platten- und Konzert-Reviews, Infos über Comics, lustige Reportagen (z.B. über das Schwein „Attitude“) persönlicher Kram der Autoren und ein grosses Edmund Stoiber-Gedenkposter im Mittelteil. Was will man mehr? 1 Euro und Du bist dabei! Kontakt: boandlkramerbooking@web.de
Die erste Ausgabe des ALZ (Arbeitsprojekt Leben Z) gibts im handlichen A5-Format für schlappe 0,5 Euro. Die jungen Schreiberlinge aus München kümmern sich hier in Interviews um Tagtraum, Kein Signal und Angelika Express. Angereichert wird das ganze mit einigen Konzert- sowie Plattenreviews, politischen Beiträgen und lustigen persönlichen Erlebnissen, wie z.B. das Bierturnier. Zusätzlich bekommt der Käufer ein Bombensammelbild im Mittelteil, wobei mir das bekannt vorkommt, so ein Sammelbild in Fanzines…nun gut, wir hoffen das es nicht bei dieser Ausgabe bleibt, weiter so! Kontakt: chris-schroeder@t-online.de
Es geht doch was in München: uns liegen die Ausgaben #3 und #5 des Beerzine vor, heute betitelt als das „Old Peoples Magazine From the Retirement Home“ früher noch ein „Roman-Catholic Lifestyle Magazin“. Vom Christen zum Rentner also, sehr gut! Im A4-Format gibt es hier überwiegend Interviews, z.B. mit Murphy’s Law, Agnostic Front, Good Riddance, Slapshot, Madball oder Peter & The Test Tube Babies. Platten- und Konzertreviews fehlen natürlich auch nicht, Spezialberichte über das „Kafe Kult“ oder „Der nackte Koch“ sind als Schmankerl dabei, jedoch könnte davon noch mehr drin sein. Das ganze kostet 1 Euro glaube ich, kontaktiert bitte diesen Herrn: daniel@drunkass.de oder schaut auf: www.drunkass.de. Prost!
Zwei, drei Lieder von BoySetsFire sollte nun mittlerweile jeder mitsingen können, weniger hingegen wissen, dass die Band nach dem Austieg des alten Bassisten, den aus München stammenden Robert Ehrenbrand ins Boot geholt haben. Wir haben ihn befragt, wie es dazu kam, wie das so ist und was da noch kommen wird.
S: Fangen wir vorne an, was hast Du getrieben, bevor Du bei BSF eingestiegen bist? R: Vor meinem Einstieg bei BSF habe ich bereits einige Tourneen als Roadie mit ihnen absolviert. Musiktechnisch habe ich vor BSF in der Berliner Band „The Pyro Tale“ gespielt und zeitgleich akkustische Auftritte mit verschiedenen Leuten gemacht, u.a. eine England-Tour mit Ricky Robinson (jetzt bei „Steel Rules Die“). Davor war ich Gitarrist bei der Münchner Hardcore Band „My Hero Died Today„.
S: Wie kam es dazu, dass die Wahl auf Dich viel? R: Ich bin mit den anderen Mitgliedern von BSF bereits seit vielen Jahren sehr eng befreundet, seit „My Hero Died Today“ damals auf ihrer ersten Europa-Tournee im Vorprogramm gespielt haben. Der Kontakt ist nie abgerissen und nachdem Rob die Band verlassen hat und das während einer Europa-Tour geschah, dauerte es etwa 10 Minuten, bis mich der Rest der Band gefragt hat. Ich habe mich dann mit Rob hingesetzt und ihn um seine Meinung gebeten und er sagte, er würde sich freuen, wenn ich sein Nachfolger werden würde. Dann habe ich zugesagt, 17 Lieder in einem Tag in Budapest gelernt und am nächsten Tag ebendort meinen ersten Auftritt mit der Band gespielt. Es ging alles sehr schnell, aber ich wusste, dass ich es versuchen will, weil ihre Musik plus die Freundschaft mit allen Mitgliedern mir die Entscheidung abgenommen hat. Es klingt käsig, aber diese Band ist wie eine Familie aufgebaut und das habe ich bereits als Roadie so empfunden, davon ein Teil sein zu dürfen, war einfach grosses Glück für mich…
S: Wie darf man sich Deinen „Rockstar-Alltag“ vorstellen? Immer unterwegs, immer auf Tour? R: Das Wort Rockstar ist sehr weit von der Realität entfernt. Drei der Jungs arbeiten derzeit ganztags auf dem Bau, um Ihre Familien zu ernähren. Ich habe den grossen Luxus, sehr geringe Lebenshaltungskosten zu haben, aber auch ich habe zeitweise für die gleiche Baufirma geschuftet. Wie ein Rockstar habe ich mich da nur in der Mittagspause gefühlt, haha… aber es stimmt schon, wir waren letztes Jahr bestimmt 9 Monate auf Tour und ich habe natürlich schon das Gefühl, dass nur sehr wenig verdient zu haben, ich habe ja zum Erfolg der Band nichts beigetragen. Ich versuche dann einfach, immer den bestmöglichen Auftritt zu spielen und eine gute Zeit zu haben. Mehr kann ich nicht tun.
S: Was war die größte Umstellung für Dich? R: Die grösste Umstellung war natürlich, von den mir wichtigen Menschen und meiner Familie oft weit entfernt zu sein, aber ich liebe es, Musik zu machen, und habe immer auf den Moment gewartet, lange auf Tour sein zu dürfen oder länger als drei Tage in einem Studio sein zu dürfen. Beschwerden wirst Du deshalb nicht von mir hören, eher ein breites Grinsen. Ich versuche halt nur, meine Familie und meine Ex-Freundin in Berlin so häufig zu besuchen, wie es mir zeitlich und finanziell möglich ist.
S: Und was war die prägenste Ehrfahrung seit dem? R: Die prägenste Erfahrung ist für mich, mit den anderen vier Musik zu machen und gemeinsam aufzutreten… ich kriege immer noch Gänsehaut, wenn ich Nathan und Chad zusammen singen höre und das, obwohl ich mit Nathan zusammen wohne und ihn sogar in der Dusche oder beim Kochen singen höre. Das und die gesamte Australien-Tour, die ein einziges tolles Erlebnis war – trotz der vielen Kater, haha…
S: Ist es schwer, sich in einer schon fest bestehenden Band zu „etablieren“? R: Das kommt wohl immer auf die jeweilige Person an… die anderen haben wirklich auf jedem Stück des Weges versucht, mir alles so einfach wie möglich zu machen. Wahrscheinlich, weil sie wussten, was ich für ein Sensibelchen bin, haha… im Ernst: Nichts ist nur einfach und ich musste gerade beim gemeinsamen Songschreiben schon erst mal lernen, wie BSF als musikalisches Kollektiv funktioniert, aber wir waren immer alle offen miteinander und dann kann fast nichts schief gehen. Mal sehen wer der nächste Basser wird… ; )
S: Inwiefern bist Du beim Schreiben von neuen Stücken eingebunden? R: Ich habe genau wie jeder andere in der Band Songideen und sogar Textideen eingbracht. Wir haben alles gemeinsam erarbeitet.
S: Wann kommt eigentlich das neue Album? R: Das wollte ich Dich gerade fragen… ich hoffe im Herbst.
S: Alt werden mit BoySetsFire? Wie sind Deine Zukunftspläne? R: Ich werde mein Bestes geben und versuchen, möglichst lange mit den Jungs Musik zu machen… ich glaube, alles passiert aus einem Grund und somit kommt’s, wie es kommen soll. Wir werden sehen… außerdem werde ich versuchen, soviel es geht nebenher zu arbeiten, also sprich meine anderen musikalischen Vorlieben zu verarzten.
S: Hast Du noch eine Botschaft für unsere Leserschaft? R: Danke an alle, die auf die Shows im letzten Jahr gekommen sind… unterstützt außerdem so gut es geht die sehr, sehr guten deutschen Acts, die sich wirklich nicht hinter US-Bands verstecken brauchen… ich denke da an die Beatsteakes, La Par Force, Jettison, Tagtraum und so weiter… und unterstützt das „MORE BEER FOR NATHAN MOVEMENT“.
C a l i f o r n i e n – Das Jahr 2003 war kein leichtes für die Generators: Gleich mehrere Band-mitglieder hatten persönliche Krisen zu überwinden, ein Gitarrist wurde ausgetauscht, eine Tour musste abgesagt werden und man spielte gerademal 13 Konzerte. Dennoch schrieb und ver-öffentlichte die Band das großartige Album „Excess Betrayal… And Our Dearly Departed“ und wie es scheint kommt sie nun gestärkt aus der Krise. Lest selbst, was Doug (voc), Doosky (git), Danny (git) und Dirty Ernie (drums) zu berichten haben:
S: What’s the generators‘ personal background? Where did you all stand, when the generators were founded? Doug: I was in The Doo’s Garage wondering what the hell am I doing in here, and hoping it would sound cool. I had no job, I was drinking a lot of beer and really lazy. We started writing songs, and I had a good feeling about it so we all stayed, and seven years later here we are still called The Generators. Doo: It was early 1997, I was this 18 year old kid who loved the old band „Schleprock“ an I knew I could play a mean guitar, I was a neighborhood kid that grew up knowing Dirty Ernie. When the time came, he wanted me in the band, and it happened! I had a ton of ambition in those days. Danny: I’m new to the band, I joined in time for the development of „Excess Betrayal…“. Mike Snow had left the band, I’m the Doo’s brother, and he called me up to be the other guitar. Dirty Ernie: Doug and I (Schleprock) where consumed by the ferocious ravinous conglomerate called Warner Bros. Records which devored and spit out our bones out like a chicken carcous.The Generators was an instinctual reaction like a beaten dog backed into a corner, naturally it will attack accordingly. As it has turns out it has been the most fulfiling project, personally.
S: Why is your great current album only available in europe? Doug: Excess, Betrayal, and Our Dearly Departed was only released in Europe, because it is on a People Like You Records, which is based in Germany. It is distributed in The U.S.A through Cargo Records. It is a European Release. Doo: …and cuz most U.S. labels want full „world-wide“ right to a record, the euro label had the money to put us up, the american labels were getting weak and not so supportive, not that they didn’t want to be, but I don’t think they could afford it, or us for that matter.
S: There’s a lot of progress in your current album. How will the next one sound and when will it come out? Doug: We are currently writing a new record, and getting ready to play a lot of shows this spring, and summer in The USA. The new songs are sounding killer. Last year was a fucked up year for us, but we are rebounding and things are much better. We will go and record a new record late summer 2004, for a big Punk label here in the U.S. We also apologize to all European fans for cancelled tours, and shows! Doo: Yeah, last year was bad, but alot of songwriting was happening in my bedroom during our „fucked up“ period, so th new record will still carry what „Excess Betrayal…“ delivers, but more versatile and I guess our music just matures as we go on… we’re good at that!
S: What show in germany did you enjoy most? Danny: I thought the „Full Force Festival“ was fun, huge stage! Plenty of room for all of us to move, they also had a really good food tent and we got free Red Bull and vodkas. (pointing at the Doo) Doo: I liked the Full Force Festival… damn was I fucking drunk… alot of people though… I was very cool and the crowd was very into it. I like alot of the western european shows. They’re just better all the way around. Dirty Ernie: So far professionally the „Full Force“ fest, personnally „Wild at heart“ always a kick ass show the smoke, the heat, the sweat, the frantic release. It’s hard to say because we just scratched thesurface with „The Bones“ I think The bones and The Generators could cause some serious damage, it was like being on tour with AC/DC for a moment!!
S: What are your personal Top5-records ever? Dirty Ernie: Damn, I can only list five, huh? OK. Sweet -Desolation Boulevard; Rocket From The Crypt – Sceam, Dracula, Scream!; The Clash – London Calling; Pegboy – Strong Reation / Three Chord Monte; Blondie – Eat to the Beat; Doug: The Clash – Give Em‘ Enough Rope; Cheap Trick – Live At Budakon; Angelic Upstarts – 2 Million Voices; AC/DC – Back In Black; Sex Pistols Never Mind The Bullocks; Doo: The Beatles – Abbey Road, Guns’n’Roses – Appetite For Destruction, Oasis – Definitely Maybe; Hanoi Rocks – Bangkok Shocks…; The Damned – Machine Gin Etiquette; Danny: The Damned – Machine Gun Etiquette; Generation X – Generation X; T.S.O.L. – Dance With Me; Nick Cave – Henry’s Dream, , T.S.O.L.; Hanoi Rocks – Bangkok Shocks…
S: How should a „generated“ world look? Dirty Ernie: I’ll take this one! Danny: Read the prepared statement, „senator“. Dirty Ernie: (clearing his throat) A generated world would stand on it’s own a culture within a culture where everyone would have a outlet and voice, more of exchange of ideas across borders musically and politcally, I think it could happen If the Generators were elected, oh ya also there would be more ventalation in german clubs… Thank you, Dirty Ernie.
S: What was the gladest and what the sadest moment in the generators‘ history? Dirty Ernie: Touring Germany, the appreciation of fans and there understanding of any direction we choose to take. Doug: Yes, I agree with Ernie. But,… 2002-2003 was a horrible year for us as a band, and as people. The whole year was a low, and now we are trying to go back to the great times we had before. For me there is no one moment of greatness. It has been a lot of great times over the years. Doo: Yup, 2002-2003, we were musically there, but not mentally… we should have blown the doors open with the new album… but I think the fact that we are still making records and are still together is our gladest moment!
S: A last massage for your readers? Doo: Get generated today!!!
Filmfreunde aufgepasst: Wir zeigen am 18. Mai in Zusammenarbeit mit den Leuten von Raumwandler e.V. in deren hervorrageden Wohnzimmerkino den Mod-Film „Quadrophenia“ von The Who. Hier gehts um jugendliche Rebellion, Drogen, Sex und der Suche nach der eigenen Identität. Nicht verpassen!
Wichtig: Einlass nur von 21:00 – 21:30, Blumenstr. 28 – Raum 400! Weitere Infos gibts im Internet: www.raumwandler.net
Hey, neulich auf der Party, das war dermassen geil: Der Jan haut sich erst 12 Kümmerling am Stück rein, der Valentin verputzt die ganze weisse Mousse-au-Chocolat vom süssen Buffet alleine, dann volle Ladung Karaoke („Midnight Lady“ und „Born In The USA“), danach zu zweit voll die Chantal und die Andrea angebaggert, dann ab auf die Tanzfläche und gezeigt, dass wir noch nicht zum alten Eisen gehören, und am Schluss sich vom Chef nach Hause fahren lassen. Geilomat!
Man hat uns gebeten ab sofort, hier im großartigen southspace.com die Rubrik „Shredder Einlauf“ zu leiten, mit der Aufgabe, alle schlimmen Dinge, mit denen wir uns täglich rumschlagen müssen, an den Internet-Pranger zu stellen. Und weil es uns ein wichtiges Anliegen ist, Haß und Zwietracht zu verbreiten, machen wir das doch gerne. So, womit fangen wir an? Dass Kid Rock ein Scheißtyp ist, dass die ganzen R’n’B-Schniksen jetzt auch Nietengürtel tragen (Dürfen die das?) und dass Hausaufgaben „voll abnerven“? Langweilig, langweilig, langweilig. Bevor wir uns also blindem Populismus hingeben (später gerne), fassen wir doch erst mal der eigenen Szene prüfend von hinten an den Sack:
– Woher kriege ich das Formular, um meinen Punker-Ausweis verlängern zu lassen und wie werde ich eigentlich Mitglied in der Punkrock-Style-Polizei?
– Ist es cool und wichtig, beim Pogen wie Henry Maske auszusehen?
– Warum werde ich immer nur von Punks mit Haartönung und Accessoires im Wert von mindestens 120.000 EUR angeschnorrt und später angemacht, dass ich nicht „Punk genug“ bin?
– Welche Münchner Bands rocken wirklich so, wie sie sich’s auf die Stirn schreiben? Und welche Kneipen?
– Wann muss ich mich eigentlich entscheiden, ob ich lieber Skatepunk, Streetpunk, Orignalpunk, Rock’n’Roller, Skinhead oder Hardcore-Typ sein will?
– Wie viel stellen eigentlich die Leute auf, von denen die meiste Pöbelei kommt?
– Ist Lächeln „Punk“?
– Ist es schlimm, dass ich Abi habe?
Hm, sehr sehr schwierig. Wenn Ihr Antworten habt, publiziert sie doch bitte hier im Forum, wir kapitulieren und schreiben dann doch lieber über Jeanette Biedermann. Die glaubt doch wirklich, dass ihr auch nur eine Person, das neue im großen September-Marketing-Meeting abgesegnete Rock-Image abkauft. Man sollte sich halt mal lieber doch nicht von einem beschissenen Medienarsch mit Mode-Iro und „Smirnoff Ice“-Schlüsselband, das lässig aus der „Punk Royal“-Cargo-Arschloch-Hose hängt, beraten lassen, sondern besser von Duane Peters oder wenigstens Axl Rose. „Rocking on heavens floor“ – das ist doch kein Titel für ein Lied, sondern der Werbeslogan der „Jungen Christen Erlangen/Fürth“?
Bleibt nur die grausame Ahnung, dass genau die ihre Zielgruppe sind. Iss mir schlecht!
Strike Anywhere – Exit English (Jade Tree)
Die Jungs aus Richmond haben es sich mit ihrem Debüt-Knalleralbum selber schwer gemacht. Wie sollten sie das noch toppen? Sehr schwierige Frage, die sie mit ihrem zweiten Album leider nicht beantworten können. Zwar wird hier auch auf das Patenrezept „Heavy Punkrock meets Explosive Hardcore“ zurückgegriffen, die etwas glatt ausgefallene Produktion bremst allerdings ein bisschen. Spielen aber immer noch in der 1. Liga, keine Angst!
Attaque 77 – Trapos (Übersee)
Dickes Livealbum der argentinischen Urpunks aus Buenos Aires! Hier gehts munter und spielfreudig zur Sache, 23 Tracks aus über 15 Jahren Band-geschichte werden auf dem 77’er Punkrock-Tablett serviert, man braucht sich nur noch zurückzulehnen und es reinlaufen zu lassen! Exzellente Live-stimmung, super Soundqualität, über 73min Spielzeit und ein schön gestaltets Booklet sprechen für sich! This live piece definately kicks some serious ass!
Anti Flag – The Terror State (Fat Wreck)
1 Album, 13 Tracks und 4 Mannen gegen Mr. Bush himself – hier wird abgerechnet mit der amerikanischen Politik der letzten Jahre! Anti-Flag schnüren ein vorbildliches Polit-Punk-Paket an zahlreichen Hits, insbesondere gegen die Irak- und „Anti-Terror“-Poitik. Produziert vom Tom Morello, präsentiert sich das Album aus einem Guss und stotzt nur so von Tatendrang und Euphorie! Während dem Anhören möchte man am liebsten aufspringen und irgendwas bewegen, nach Washington fahren und mit Georges Skalp zurückkehren, vielleicht. Im Booklet findet man weitere, gut recherchierte Informationen, zu brisanten Themen wie z.B. die Emordnung des Demonstranten in Genua oder Schanddtaten des FBIs und der WTO. Sehr gut gemacht, Faust nach oben, weiter so!
Billy Talent – s/t (Atlantic)
It’s time for some action! Es ist definitiv die freigesetzte, pure Energie, die mich am Debütalbum der Kanadier so fasziniert! Trotzdem ist es nicht so einfach zu erklären, was da genau vor sich geht. Eins steht jedoch fest: hier gibts druckvolle, harte Gitarrenmusik, darüberhinaus unglaublich abwechslungsreich, vielschichtig und ausgezeichnet arrangiert. Heiseres Gekreische á la Refused, die ähnliche „von 0 auf 100 Power “ wie wir es von At-The-Drive-In kennen, durchgeknalle Blood Brothers-Soundmutationen und eingestreute Melodien wie es System Of A Down nicht besser von der Hand gehen würden, bilden den Grundstein dieser Rockshow. Trotz den vielen Vergleichen besitzten BT eine grosse Eigenständigkeit, bin gespannt was da noch so kommt. Amen.
Joe Strummer & The Mesacleros – Streetcore (Hellcat)
Streetcore, so nennt Joe Strummer diese Mischung aus Punk, Country, Rock, Reggae, Pop & Folk. Dabei ist das Ganze nicht wirklich aus einem Guss, sondern jedes Lied scheint aus einem Genre genommen zu sein. Das ist zwar abwechslungsreich, aber man sucht nach einem roten Faden – und findet ihn: Joe Strummer’s unvergleichlicher Gesang, aus der die Entdeckung des Punks, zwei Jahrzehnte Clash und 100 Jahre Lebenserfahrung zu spechen scheinen. Ich glaube ja nicht, dass dieses Album ohne Joe Strummer’s Stimme funktionieren würde, doch mit ihm bekommt jeder Song Tiefe und berührt einen spätestens nach dem zweiten Takt. Das ist dann wohl das letzte mal, das wir etwas von ihm hören werden. Joe Strummer rest in peace.
Muff Potter – Heute wird gewonnen, bitte. (Huck’s Plattenkiste)
Musik mit deutschen Texten ist kein leichtes Unterfangen, meistens regt es einen doch auf, wenn man alles versteht. Vor allem, wenn eine Rammstein- oder Reinhard Mey-Sülze aus den Boxen quillt. Nicht so bei Muff Potter. Schon beim Vorgänger „Boardsteinkantengeschichten“ bewiesen sie ihr Händchen für fesselnde Texte: teils fast schon philosophisch, stets dominiert von Melancholie und Gefühl, vor allem aber ehrlich und glaubwürdig. Die Texte gehen einfach unter die Haut und in genau diese Kerbe wird auch wieder mit dem aktuellen Album geschlagen. Man muss sich das Album öfter mal anhören, um die Größe der Texte zu begreifen, meilenweit entfernt man sich hier von platten Deutschpunk-Parolen, 1,- DM-Riots und Dosenbier-Atmosphäre. Insgesamt sehr abwechslungsreich ausgefallen, mal schnelle, punkigere Nummern, mal ruhigere Parts mit Klavierbegleitung. Über allem trohnt Nagels rotzige Stimme, die im Kontrast zur durchgehenden Melodie steht und so den eigenständigen Muff Potter Sound ausmacht. Beim Kauf dieses Albums gewinnt man auf alle Fälle, wir freuen uns schon auf nächste!
Nine – Killing Angles (Burning Heart)
Dieses Album sollte dann nun aber endlich zu ewigem Ruhm ausreichen! Die Schweden haben noch mal die Essenz aus Ihrem letzten (schon sehr zu empfehlenden) Album „Lights Out“ destiliert und mittels fettester Produktion endgültig ihre Nische zwischen Kyuss und Entombed (mit denen sich ja neuerdings sogar der Proberaum und das letzte Lied des Albums geteilt wird) etabliert. Unterm Strich heisst das, die Stimme ist noch assliger und breiter, die Riffs sind noch markanter, es steckt noch ein wenig mehr Tod und Verderben in den Texten und alles ist noch ein wenig schnörkelloser geraten. Nur eines sollte der Sänger nicht tun: Singen. Macht er aber auch nur einmal und der Rest ist ohne Einschränkungen hervorragend!
Ska Daddyz – Rude Boyz (Übersee)
Endlich eine Platte, die auch im tiefsten Winter Sommergefühle aufkommen lässt. So gelingt auch garantiert dein nächstes Barbeque mit Handschuhen und Wollmütze im Innenhof bei 3°! Probier mal was neues: rein mit der Platte und auf gehts, denn hier gibts knackigen, dynamischen Surf-Ska-Punk! Jawohl und das alles, wie könnte es anders sein: aus dem sonnigen Kalifornien. Ziemlich abwechslungsreich geht hier die Reise durch punkige, flotte Skanummen, groovenden Passagen bis hin zur äußerst gelungenen Ballade „Walk Away“. Eine Coverversion darf auch nicht fehlen (für „Hotel California“ entschieden sich die Jungs) und die ist nicht nur ein gähnender Lückenfüller, sondern einer der Riesenhits auf der Platte. Eine ernstzunehmende Skalternative für depressive Winterabende und mit Sicherheit ein Knaller unterm Weihnachtsbaum. Kaufen, jetzt!
Und weil’s so schön ist, hier unsere Wrestling-Trick-Top-15:
1. Atomic Drop
2. Side-Back-Breaker
3. Finger Fold Leg-Lock
4. Double-Axe-Handle-Blow
5. DDT
6. Elbow Smash (vom obersten Seil)
7. Headnut
8. Close Line
9. Den Gegner mit den Ringseilen in den Schwitzkasten nehmen
10. Bear Hug
11. Whippin‘ (in die Ecke)
12. Salz in die Augen streuen
13. Body Drop
14. Den Gegner mit dem in-den-Ring-geschmuggelten-Megaphon kaputt hauen
15. Dem Gegner bevor’s losgeht eine reinhauen
Das Mercedes G-Modell hat eigentlich eh schon alles, was eine echte Stylerkarre braucht: es ist viel zu groß, wurde für’s Militär entwickelt, verbaucht dementsprechend sauviel Benzin, kann Wände hochfahren, wurde seit den 70igern im Design nicht wirklich verändert, usw… Der wahre Stylefaktor aber ist folgender: Keine andere Karre auf der ganzen Welt (nicht mal die alte S-Klasse) hat eine dermassen schlimme CSU-Amigo-Bonzen-Kapitalismus-Jagdausflug-mit-anschliessender-Waffenschieberei-Satan-im-Trachtenjanker-Aura wie diese Karre. Hervorragend!
Grosse Verdienste um unsere Abendgestaltung hat sich Join The Team Player Records bzw. das angegliederte Avocado Booking erworben, die Munich Hardcore City regelmäßig mit höchst ansehnlichen Veranstaltungen versorgen und daher lobend erwähnt werden sollen:
Ein echter Knaller war das Konzert von Darkest Hour (19.10., Backstage Club), die ein für alle Mal bewiesen haben, wer die Könige sind. Zusätzlich aufgewertet wurde dieses Konzert durch die 2-Mann-Vorband Suppression, die auf den ersten Blick sehr unterhaltsamen, auf den zweiten Blick aber auch sehr hervorragenden Schizo-Hardcore beisteuern konnten. Damit nicht genug, denn am 12.11. spielten (diesmal in der Backstage Halle) die schwedischen Todesrocker Nine, die Münchner Hardcore-Messlatte Paint The Town Red und die grandiose Hope Conspiracy. Wer das verpasst hat, ist selbst Schuld und sollte schleunigst Besserung geloben!
Wie Ihr vielleicht bemerkt habt, betiteln sich „echte“ Rock’n’Roller gerne mal mit schlechten Poser-Namen wie z.B. Raldo Useless, Jimmy Danger, Jon Average, Mark Of The Beast oder Magnus Heartbreaker. Wir haben uns mit diesem Thema ein wenig auseinandergesetzt und sind zu dem Entschluss gekommen, dass die wirklichen Könige des Namen-Posings immer noch die Wrestler der WWF sind! Doch der Weg vom Tele5-Publikumsliebling zum Betonkofferträger bei den jüngsten Austrian Giants auf dem Wal-Mart-Parkplatz Linz ist kurz, deswegen hier einige Namen, die ein Garant füres später in-der-Gosse-landen sind:
Randy „Macho Man“ Savage
„Bad News“ Brown
Mr. Perfect
Jake „The Snake“ Roberts
„Rowdy“ Roddy Piper
Brett „The Hitman“ Hart
The „Ultimate“ Warrior
Adrian „Adonis“
„2 Cold“ Scorpio
Johnny B. Badd
„Stunning“ Steve Austin
The Million Dollar Man
Rick „Flair“
„Dirty“ Dick Slater
Jesse „The Body“ Ventura
Der gute alte Rob Aston, seines Zeichens Oberbrüller der Transplants, hat sich doch glatt die hysterische Ich-will-eine-Punkband-haben!-Daddy-kaufst-Du-mir-eine?-Göre Kelly Osbourne aufgerissen, wie wir im beliebten Nachrichten-magazin „Yam“ nachlesen konnten. Eigenartig. Da beschleicht einen doch glatt der Verdacht, dass er die gute Kelly nur benutzt und in Wirklichkeit auf Ozzy’s Hintern scharf ist…
Diesmal bleibt die Küche kalt, denn die Supermarktkette „Plus“ bietet preisgünstig eine besondere Delikatesse an: die zarten Innereien einer gewissen Julia. In der praktischen 415g- Vorratsdose, schlechte Grammatik inklusive. Wer kann da schon widerstehen?
Diese Münchner Band kennen sicher schon einige von Euch, es gab ja schon die eine oder andere Möglichkeit, das Trio live zu begutachten. Lange Zeit war das auch die einzige Möglichkeit mit ihnen in Kontakt zu treten, kein Webauftritt und kein Release sprechen für sich. Doch jetzt haben die Jungs es endlich mal auf die Reihe gebracht, ins Studio zu ziehen und beim Münchner Label red.can.records eine 12″ zu veröffentlichen. Diese soll gepresst auf transparentem Vinyl incl. bedrucktem Pergament-Cover erscheinen. Sehr lobenswert das Ganze, insgesamt gibt’s 12 Tracks mit über 40 min. Spielzeit, musikalisch bewegen sie sich im rockigen-Gitarrenschrammel-emotional-vorantreibenden-bissl-hardcorigen Bereich. Als Vergleich könnte man Hot Water Music heranziehen, kommt aber auch nicht so ganz hin. Alles klar? Nein, dann am besten zur Releaseparty am 19.01. im Substanz erscheinen, die Band live erleben, sich selber ein Bild davon machen und – wenn’s gefällt – kaufen. Für weitere Informationen bitte ins Internet gehen und auf www.red-can.com klicken.