20 Jahre waren Bane eine Bastion der Bostoner Hardcore Szene, nun lösen sie sich auf. Das letzte Konzert in München war darum ein Pflichttermin, Bane sind live immer eine Bank gewesen und wenige Bands kommen so sympathisch rüber. Darum war es auch halbwegs voll und Bane haben mit einer Abschiedsträne im Auge zum letzten Mal ihre immer extrem mitreissende Version von punklastigem Hardcore von der Kette gelassen. Was soll ich sagen? Die sind (waren) einfach saugut. Wir werden Euch vermissen!
Die neue Hardcore-Epoche, die Converge mit dem Vorgänger-Über-Album „Jane Doe“ angestossen hat, kommt auf „You Fail Me“ zu voller Blüte. Nie waren Frustration und Wut so aufbauend, nie war Komplexität so eingängig.
Beach Slang aus Pennsylvania sind die neue Hoffnung am Emo-Himmel (Frage an die Punker-Polizei: Darf man überhaupt noch „Emo“ sagen?). Endlich mal wieder keine kleinen Fashion-Heulsusen, sondern dichte, gefühlsbetonte Musik, die mitreisst, statt deprimiert. Erinnert mich an einen Mix aus den Liedern von Samiam (kennt die noch jemand?), der Stimme und Stimmung von Leatherface und den Melodien und dichten Gitarren von Dinosaur Jr. – was kann da noch falsch laufen? Von extrem tanzbaren Hits wie „Throwaways“ bis zur tatsächlich unpeinlichen Ballade „Too Late To Die Young“ ist alles dabei, was das Herz begehrt. Noch Fragen?
Nationaldenken ist nun wirklich total 20igstes Jahrhundert, aber wenn es denn nun schon unbedingt sein muss, dass sich das „neue Deutschland“ der Welt präsentiert, dann bitte schön unbedingt von den Kassierern und nicht vom Naidoo-Xaver mit seinem Nazi-Weltverschwörungs-WTF?-Gehirn-Gulasch. Lange Rede, kurzer Sinn: Deutschlands beste Plautze soll zum (ansonsten vollkommen unnützen) Eurovision Song Contest! Darum unterschreibt bitte sofort hier die entsprechende Online-Petition: Klick!
Wer noch nicht weiss, wo er seine Liebste am Wochenende schick zum Essen ausführt, der kann sich auf uns verlassen: Wir fressen uns durch die hottesten In-Locations der Welt – Trüffel, Champagner, Koberind, Affenhirn – für uns alles Standard – und geben die besten Empfehlungen an Euch weiter. Ein Juwel haben wir nun wieder in München entdeckt: Das „Restaurant Hu in der Tiefgarage“. Feinste Erlebnisgastronomie 2.0 erwartet Euch hier: Jeder Parkplatz ein Tisch, hippes Sichtbeton-Ambiente, die Kellner kommen mit dem Auto und wer will kann seine Ente süß-sauer auch während des Einparkens essen (garnicht so einfach!). Einfach läuten: Die Schranke wird geöffnet…
Was ist nur los? Auf der ganzen Welt Krieg, Flüchtlinge ertrinken, in Deutschland werden wieder Heime angezündet und Irre sprengen sich jetzt auch in unserer Nachbarschaft in die Luft. Dieses Lied ist zwei Jahre alt und seitdem ist eigentlich alles noch schlechter geworden. Und solange einige zu viel zu viel und der Rest viel zu wenig hat, wird sich das auch nicht ändern.
(für Hartgesottene gibt das ganze Grauen auch noch als Video…)
Naja, wenn wir jetzt auch noch Moralpredigten halten, bringt das auch keinem was. Darum ganz konkret: Hier z.B. könnt Ihr Geld spenden (als Anfang vielleicht den Betrag, den man letztes Wochenende so versoffen hat): UNHCR. Am besten einfach sofort machen ohne groß zu Überlegen! Oder Euch vor Eurer Haustür engagieren: Hier ein paar Ideen. Bringt mehr als der 1000ste Betroffenheits-Like bei Facebook. Versprochen!
Die Band heisst Pisse und kommt aus Hoyerswerda, das weckt Erwartungen! Diese werden allerdings auf’s Feinste enttäuscht: Wir haben es hier nicht etwa mit den Ossi-Kassierern zu tun, was hier geboten wird, ist zwar ähnlich deutlich, aber deutlich cleverer und experimentier-freudiger. Also eher so Goldene Zitronen. Das fängt schon mit dem Dancehall-Intro an, das super passt, weil es garnicht passt, und geht mit der immer wieder durchblizenden Synthi-Untermalung weiter. Dazu minimales Gargenband-Geschrammel und ganz ausgezeichnetete Texte, die zwischen Unfug und Systemkritik hin und her mäandern. Fantastisch, die Jungs ziehen Euch den Stock aus dem Arsch und los geht’s! Sofort auschecken!
Der Vollbart-Hipster kommt nach 10 Jahren langsam wieder aus der Mode, das Wetter wird zu kalt für den XXL-V-Ausschnitt, was soll der modische Mann von heute also anziehen? Wir waren in Paris, Mailand, Williamsbourgh, Tokio und Stockholm auf Recherche und präsentieren den hotten Style für alle Male Urban Fashion Victims:
Matte, Rüschenhemd, Goldschmuck, Doppelkinn – das sind die Fashion-Items der Saison. Dieser Retro-Chic – am besten kombiniert mit Gitarren-Masturbation und dem obligatischen Symphonie-Orchester – strahlt Geschichtsbewusstsein (die Füsse fest in den 80igern) und Offenheit (offener Mund) gleichzeitig aus. Schnell umstylen bevor der Mainstream davon Wind kriegt!
Red Dons – The Dead Hand of Tradition (Taken By Surprise)
Es hat ein bisschen gedauert, bis die beiden alten Kumpels Hajji Husayn und Douglas Burns aus Oregon ihren langgehegten Plan einer gemeinsamen Band und eines neuen Albums in die Tat umgesetzt haben. Erstmal haben sie sich in alle Welt verstreut (Portland, Chicago, Hamburg, Amman, London,…) und dann auch noch die Terminkalender mit diversen anderen Bands (Clorox Girls, The Observers,…) vollgehaun. Naja, das Warten und die Reisen haben sich gelohnt: „The Dead Hand of Tradition“ ist ein echter Knaller geworden! Alles in bester Adverts & Buzzcocks Tradition mit eine Prise Spits. Allerdings setzen sie sich mit vielen unterschwelligen Dissonanzen (man höre sich nur das gandiose Intro zu „The Good Disciple“ an) und durch den immer wieder durchblitzenden politische Bezug („Amman (Before The Bomb„) statt der üblichen Teenage/Horror/Nonsense-Texte von der 100sten Retro-Garage Band ab. Sofort anhören und live nicht verpassen!
Das statistische Shredderamt schickt uns einen monatlichen Report über Suchbegriffe, mit denen es Leute auf Shredder Seite geschafft haben. Was in aller drei Teufels Namen war denn hier bitteschön los?!!
Nur für kurze Zeit sowie davor und danach gibt wieder Shredder Shirts! Schwarz oder blau, alle Größen, auch Girly-Shirts – es ist der Hammer! Schreibt uns schnell eine Nachricht und bestellt. Wer keins hat ist voll uncool!
Ehemals die legendärste Band der Welt, sind die Misfits unter der Führung von Jerry Only (der dem alten Danzig die Namensrechte weggeklagt hat) zu einer läppischen Altherren-Truppe verkommen, bei der das Einzige, was noch gruselig ist, das Doppelkinn von Dez Cadena sowie der immer grausamer durchgeführte Rip-Off des eigenen Styles ist. Wir haben uns gefragt, ab wann eigentlich alles den Bach runter ging und könnten es durch knallharte Recherche heraus finden. Nämlich genau ab hier:
Die jungen Sportsfreunde auf diesem Bild (aufgenommen 1989 im Wartezimmer von „Jennifer’s Nail’s“ in New Jersey) sind nicht etwa ein paar Landeier auf dem Weg nach Malle, sondern die Christen-Metal Band „Kryst The Conquerer“, bestehend aus (v. l. n. r.): Doyle, Jeff Scott Soto und Jerry Only! Ja, Ihr habt richtig gehört: christlicher Metal. Es gibt sogar ein Album, was allerdings (und hier hatte vielleicht doch eine höhere Macht die Finger im Spiel) nie offiziell raus kam. Ab sofort wundert uns garnichts mehr, selbst wenn Jerry irgendwann auch noch mal eine 6stündige Misfits-Konzept-Rockoper raushaut. Traurig, traurig.
Wir wissen nicht genau, was los war, aber irgendwann Anfang der 90iger Jahre beschlossen diverse Rock-, Metal- und Hardcore-Bands, dass nicht nur die coolen Jungs aus Compton rappen können, sondern sie das jetzt auch selbst machen sollten. Das Ergebnis hiess Crossover (wie sinnig) und hat einige wirklich legendäre Bands hervorgebracht, aber auch teilweise recht fragwürdige Kleidungs– und Rap-Styles. Wir steigen für Euch in die Zeitmaschine und kramen unsere Top5-Crossover-Videos (auf VHS) aus:
1. Faith No More – Epic
Ein rappender und rumhopsender Mike Patton mit Undercut und Batik-Shirt, konsequent geslappter Bass kombiniert mit Gitarren-Metaler an Metal-Axt, ein Keyboarder (!), ein Panoramabreite-MTV-Refrain und ein Video mit gepflegter Regen- und LSD-Optik. Hier ist ihr größter Hit, voilá…
3. Clawfinger – Nigger
Die europäische Antwort auf US-Trends ist meist etwas peinlich. Clawfinger lassen das „etwas“ weg und los gehts.
https://www.youtube.com/watch?v=UlitNXG6JTo
4. Red Hot Chili Peppers – Give It Away
Über die Red Hot Chili Peppers ist eigentlich alles bekannt, spätestens seid dem Comeback 1999 stands ja in der Gala. Das Video ist irgendwie langweilig (gold anmalen reicht halt nicht), aber das Lied ist gut und bei Minute 2:30 gibt’s eine Kameraperspektive, die sich Rocker heute leider viel zu selten trauen.
5. Rage Against The Machine – Killing in The Name
Jaja, Rage Against The Machine, eigentlich die einzige Band, die Crossover so gut gemacht hat, dass sie bis heute (gibt’s die eigentlich gerade wieder?) keinen musikalischen Kurswechsel hinlegen mussten. Killing In The Name, damals schon der Schulparty-Pogo-Klassiker und nach über 20 Jahren bei der Jugend immer noch beliebt (ich fand ja in der Jugend 20 Jahre alte Musik aus Prinzip Scheisse, aber das ist ein anderes Thema). Hier ging’s dann im Rock auch offiziell mit Baggy-Pants los. Sehr gut gefällt mir auch Zack’s In-die-Knie-Geh-Mosh-Style. Sehr schön!
Mit Ihrem Debüt-Album „Demons“ haben die Dahmers aus Bromölla in Schweden eine echte Garage-Punk-Granate abgeliefert. Wir wollten von Ihnen wissen, warum, wie sie nun mit dem ganzen Ruhm fertig werden und wie es jetzt weitergehen soll:
S: How did The Dahmers start and what’s your mission? D: We all knew each other to some extent before the band was formed and played in a couple of other bands at the time but ended up talking about garage punk on a party. Karlsson (guitar/song) mentioned he had a couple of recorded songs that we ended up liking so we kind of formed around them and rehearsed for the first time the day after. Our mission is to spread our rock’n’roll like a plague.
S: Is it really true that The Dahmers live in graves and only crawl the earth at nights? D: Yes, that is correct. Or wait, what? Nah, but we avoid people as much as possible. We don’t like people.
S: DEMONS is a great smashing piece of garage punkrock! How do you write new songs as a band? D: Thank you! Our way of writing music is pretty basic. Someone has an idea or more, brings it to a rehearsal and we finish it together. We usually records demo versions of new songs as well to keep track of all the material.
S: Do you record/produce your music all by yourself or do you usually partner up? D: We record everything ourselves, Karlsson is the recording man and does everything basically. Most of the recordings take place in the garage where we rehearse but some of it is recorded in the basement of Karlssons place, also known as Last House On The Left and Christoffer’s Crypt.
S: Who does your artwork? D: Our drummer Karl-Oskar is behind all merch designs and artwork. He is our crazy genius.
S: As a younger Swedish band do you fancy old Hives/ Hellacopters/etc. stuff or is this more for old people? What’s your inspiration? D: Sure, they were around when we grew up and were played and enjoyed by most people. We have always enjoyed and been inspired by old rock bands (far older than the ones mentioned) so the whole „for old people“ thing doesn’t really apply. One of our main influences at the beginning, and pretty much the reason we started playing, was Jay Reatard. Since then we’ve slowly moved towards old childhood idols such as Kiss, Status Quo, Die Doraus und die Marinas and other classic acts of the rock. Other than that we all love horror movies so that whole industry is very influential as well.
S: What’s going on in the Swedish scene these days? Who are the hottest newcomers and labels to you? D: There is always a lot going on in Sweden when it comes to punk and rock music, almost more than you can keep track of Gamla Pengar, Obnoxious Youth, Vidunder, Rotten Mind, Snake, Nightmen, Mascara Snakes… We can go on forever.
S: Which two tv/movie creatures would you like to set up for an epic battle? And who would win? D: We ended up joking about this topic for half an hour without coming up with a good answer so we would like to see Beavis vs. Butthead but instead of them fighting it would be us hanging out with them. Ash from The Evil Dead vs. the world. Ash always wins.
S: What are your plans? Will you be touring Germany anytime soon? D: A new 7″ EP will be released on newly formed Lövely Records (part of Gaphals) on the 16th of October and we will be playing as much as we can after that. The plan is to do a couple of shows in Berlin, Hamburg or any nearby city/cities by the end of November but we will see. It all depends on whether someone wants to book us!
S: Share your wisdom: A last message to our readers? D: We don’t believe in wisdom, except for when we’re drunk. Here is a song from our upcoming 7″ – play loud:
Vielleicht habt Ihr es ja schon mitbekommen, aber sehr bald werden wir das „Leben, wie wir es kennen“ hinter uns lassen und ein Leben in der sogenannten „virtuellen Realität“ führen (Stichwort: Internet)! Den Anfang machen ein paar echt coole Jungs (schweeer in Ordnung), die dank Bits&Bytes endlich den alten Traum vom Fliegen war machen: Birdly ist eine Kombination aus Datenbrille, Bügelbrett, SM-Studio, Ventilator und Aktenkoffer im Platinen-Design, mit der man „virtuell“ (also quasi schon, aber nicht echt) fliegen kann. Schaut Euch das hier an, meeega-cool:
Durch New York-Fliegen – ganz nett – aber wir denken, da geht noch mehr! Daher haben wir die Shredder-Cyberpunk-Top 10 für weitere Simulationen, die bei der Zielgruppe sicher gut ankommen würden, zusammengestellt:
10. Mit einer Band auftreten und alle finden’s geil
9. Schnell mit dem Fahrrad fahren und dabei eine Platine löten
8. Bei der Mannschaftsverteilung im Sport nicht als Letzter gewählt werden
7. Es den anderen beim Brennball endlich mal so richtig zeigen
6. Tetris (aber echt)
5. Zu Hause ausziehen und die c’t-Sammlung die Kellertreppe hochtragen
4. Mit echten Freunden was machen
3. Mit einem Mädchen reden
2. Praktikum beim Shredder (z.B. Kopieren)
1. Am Computer sitzen und surfen
Da hatte sich scheinbar einiges zusammengebraut 1982: Die Misfits bringen „Walk Among Us“ raus, Iron Maiden „The Number of the Beast“, Venom’s „Black Metal“ erscheint, Michael Jackson übt den Zombie-Aufstand mit „Thriller“, Helmut Kohl kommt an die Macht und Bad Religion fragen sich (folgerichtig) „How Could Hell Be Any Worse?“. Passend dazu haut Mattel eine neue Spielzeug-Serie raus, die nicht nur perfekt in die Zeit passt, sondern auch alle Sandkasten-Battles der nächsten 10 Jahre dominiert: He-Man und die Masters of the Universe. Wir vom Shredder Mag haben uns schon immer große Verdienste erworben (das darf man hier ruhig einmal so sagen), hinter die Kulissen von Eternia, in den Kleiderschrank der Sorceress und in die Browser-History von Man-At-Arms zu schauen. Nun kriegen wir endlich Verstärkung, denn das großartige Buch „The Art of He-Man and the Masters of the Universe“ gibt erstmal einen runden Überblick über die Entstehung und Geschichte von He-Man und Gang in Bildern. So erfahren wir, dass die Entwicklung der Masters auf folgender Erkenntnis aus der Marktforschung basierte: „When asked how these concepts could be improved boys wanted more monsters, more shooting (guns, etc.), „blood and guts“, gruesomeness, etc.“. Darüber hinaus gibt es viel alte Concept Art zu sehen, Interviews mit Designern und der alten Kampfsport-Kanone Dolph Lundgren (He-Man im Masters-Film und auch sonst ein gern gesehener Partygast) sowie jede Menge original Grafiken von Verpackungen, Postern, Comics und so weiter. Damit ist das Buch definitiv ein Muss für alle, die in den 80igern zwischen 5 und 15 waren, natürlich für alle Masters-Fans und für alle, die auf 80iger Fantasy-SciFi-Artwork stehen (= Doro, alle Metaler, Live-Rollenspieler, World-of-Warcraft-Nerds und Airbrush-Fans). Viel Spass!