Piraten Top 5 „Dienstgrad“
Piraten Top 5
„Dienstgrad“
Käpt’n
Steuermann
gemeiner Pirat
Koch
Neger auf’m Ausguck
Piraten Top 5
„Dienstgrad“
Käpt’n
Steuermann
gemeiner Pirat
Koch
Neger auf’m Ausguck
Piraten Top 5
„Persönlichkeiten“
Duane Peters
Störtebecker
Zip Schlitzer
Doug Dagger
Rock Brasiliano
Bizarre Festival (17. – 19. August, Weeze)
Apocalyptica: Cello-Up-Your-Ass! (official T-Shirt)
Backyard Babies: neues Material wohl doch zu poppig, zu brave Show
Beatsteaks: coole Songs, lahme Show
Beer: ging zu schnell aus
Blackmail: solide Show
BS 2000: wenn man von den Beastie Boys ist kann man sich wohl alles erlauben…
Die Ärzte: haben nen Batzen Geld verdient, gute Unterhaltung
Drum Promotion: so ein Scheiss
Duschen: Pimmellänge 2cm
Eintritt: 170,- DM – geht’s noch!?
Emil Bulls: große Fangemeinde, gute Stimmung
Fear Factory: wie immer nicht hingegangen
Guano Apes: da gab’s grad Pastaria á la Bolognese…
Iggy Pop: für manche das Konzert
Ignite: gewohnt gut, madige PA
Kid Rock: hat nicht gespielt, gut so
Letzte Abend-Riots: von Festival-Leitung vorbereitet: ein alter Container zum Umschmeissen wurde bereitgestellt
Prodigy: waren auch auf der Loveparade
QOTSA: “ Drugs – the universal language“, waren schon gut
Sportfreunde Stiller: viel Fans und viel Elan
Thumb: alter Claus Grabke, aber: man ist so jung wie man sich fühlt
Tricky: zu anstrengend, trotzdem gut
Turbo A.C.’s: 25 min. Rock’N’Roll-Overdose
Vandals: Pimmel raus!
Zeltplatznachbarn: dickes Schwein trinkt Pfirsichlikör und wartet auf die Ärzte,
beim Konzert eingeschlafen
With Full Force VII (22. – 24. Juni 2001, bei Leipzig)
Ein recht ansehnliches Line Up – auch wenn Bad Religion kurzfristig abgesagt hatten – lockte uns auch dieses Jahr in den Ost-Teil dieses Landes. Da es einige Komplikationen mit der Hinfahrt gab (…) kamen wir wohl so als Letztes an, fanden aber trotzdem noch einen akzeptablen Zeltplatz. Na toll, The Bones, Brightside und Suicidal Tendencies hatten wir schon verpasst, aber wenigstens stand für Freitag noch Motörhead auf dem Speiseplan, die Rücksicht auf uns nahmen und sich so lange verspäteten bis wir unsere Zelte aufgebaut hatten. Der gute Lemmy und seine beiden Mitstreiter wurden dann ihrem Ruf mehr als gerecht, denn das Konzert war saugeil und wurde nur dadurch getrübt, dass die alte deutsche Metal-Braut Doro bei einem Lied auf die Bühne kam und mitsang…

Der nächste Tag begann mit Bier und den Emil Bulls, die vor einem dankbaren Publikum ein gutes Konzert hinlegten. Gluecifer zeigten mal wieder wo der Posing-Hammer hängt und machten mir mal wieder einmal klar, dass ich sie auch beim 100sten Mal live noch geil finden werde! Ein weiterer Höhepunkt waren Ignite, die zu echter Höchstform aufliefen. Thumb, Soulfly und Nashville Pussy konnten mich leider nicht mehr anlocken, nachdem ich mit dem Vodka-RedBull-Vorräten eines meiner Mitstreiter aneinander geraten war, was schade ist, denn alle drei sollen sehr gut gewesen sein! Am Sonntag wurden wir von sanften Klängen des Heimorgelspiels von Mambo Kurt geweckt, der von den Viva-New Metalern 4Lyn abgelöst wurde, die schon nach dem zweiten Lied mir und scheinbar dem restlichen Publikum zu langweilig wurden. Also erst mal erholen, das Beste stand ja noch bevor! Erstmal Venerea, die wirklich gut waren, und dann Sick Of It All. Mit neuem Album im Gepäck und ohnehin sehr legendären Live-Künsten, eines der besten Konzerte, das allerdings von den danach spielenden Dropkick Murphy’s noch getoppt wurde. Die Bostoner zeigten, dass ihre Mischung aus Oi-Punk und Irish Folk unglaublich gut funktioniert! Rieseige Spielfreude, Burner-Stimmung, ein sehr geiles Konzert! Was die guten Bands anging war das WWF damit beendet. Dennoch ließen wir es uns nicht nehmen, noch einen Blick auf die Old-School-Kreisch-Metal-Proleten Judas Priest zu werfen (madig) und uns die Ost-Gammler Die letzte Instanz anzuschauen, die mit Massen an pubertäts-Pathos und null Style aufwarteten. Auf jeden Fall hat sich das WWF auch dieses Jahr wieder gelohnt. Bin schon gespannt auf’s Line Up 2002.

Am 27.08. war’s endlich soweit, nachdem sie schon eine ganze Weile durch Deutschland getourt waren, machten die Turbo A.C.’s endlich in München Halt, um dem Münchner Publikum ordentlich einzuheizen und ihm eine große Dosis fuel-injected Surf-Punk zu verabreichen!! Nach dem Konzert haben wir uns Michael Dolan (Bass, Voc) und Kevin Cole (Voc, Git) dann vorgeknöpft, um sie bei allgemein alkohol-geschwängerter Atmosphäre und unter dem Gebrüll der Slackers (Hellcat), die bereits für das nächste Konzert in München waren, zu interviewen…

S: Hi Turbo A.C.’s, we did like your show. Tell us, do you like touring in Germany.
MD: I love touring in Germany, I can not get enough of touring in Germany.
S: But you’ve been touring a quite long time, wasn’t it sometimes hard, doing all the shows?
MD: Sometimes it gets a little hard up there, but it’s no big deal, it’s just part of the job.
S: OK, you played small concerts and you did ones with a big audience. Where was you biggest concert?
MD: I’m not sure, Kevin where was our biggest concert?
KC: Our biggest concert was the Bizarre Festival this year. With Papa Roach, and the Papa Roach…
TS: …the P-Roach!!!
KC: …the P-Roach crew was very upset about this, ‚cause we headlined about Papa Roach.
S: And what do you think about the german audience? Are there any differences to america?
MD: No, it’s the same, the spirit is the same, the energy is the same… it’s a universal action club all over the world!
S: Do you think the Turbo A.C.’s are well known here in germany?
MD: I think were doing allright (lacht)…
KC: …were doing alright.
S: OK, what was it like producing an album with Roger Miret, the old hardcore-legend?
MD: It was a lot of fun, Roger was really easy to work with and he had a lot of incredible stories from being at Agnostic Front. It was… it was a lot of fun!
S: Hmm, guys, how much beer do drink before your concert?
MD: I didn’t drink any beer (lacht)!
S: And Kevin?
MD: I don’t know, it seems his legs are hollow and the beer just goes into his legs.
S: OK. What’s next? A new album?
MD: I think we have to do an album… maybe next spring. And hopefully we have a new album out in fall.
S: Last interview you told us that searching a record company sucks. Your last album „Fuel For Live“ came out on Nitro Records, is it ok or does it still suck?
MD: It doesn’t suck still! Nitro has been treading us really well.
S: On your concerts you always play at least one Misfits-cover. What do you think ist still so fascinating about the Misfits?
MD: What’s so fascinating about the Misfits?
KC: The Misfits are…
TS: (lärmen!)
KC: …Slackers in the house. anyway, the Misfits come from the same school of music than we do. Punkrock is… punkrock is rock’n’roll and music, and they have songs, and that’s we’re all about. Some punkrock is just very bad.
S: But what do you think about the new style of the Misfits? Quite of different to the older stuff, more metal.
KC: I’m a fan of the Glenn Danzig-Misfits, but, you know, I… the Misfits are still cool. I think they’re still cool – even though.
S: And Samhain?
KC: Samhain was cool, but not as cool as the Misfits.
S: OK, let’s come to an end. One last question. Your style always reminds me of cars. What is your favourite car?
MD: My favourite vehicle is a chopped Harley-Davidson motorcycle!
S: And the Dogde Charger?
MD: I love… I love Cadillacs.
S: OK, thank you for the interview.
Hallo liebe Freunde und Freundinnen von „Bier rein-Bier raus“-, „Ich will ficken“- oder „Adi-Hash“- T-Shirts, der Diss des Monats geht an Euch, denn Ihr Deppen glaubt doch tatsächlich T-Shirts mit Aufdrucken die Eure Erbärmlichkeit dokumentieren, seinen lustig. Weit gefehlt. Das ist nicht lustig sondern scheiße. Hört gefälligst auf damit!
Editorial
So da simma wieder! Seid beruhigt, alle miesen Gerüchte wir hätten uns bis aufs Messer zerstritten und dann aufgelöst stimmen zwar, aber was soll’s, wir können unsere Mission ja nicht so ohne weiteres aufgeben, darum Busserl auf’n Ring und weiter geht’s: Hier ist Ausgabe #7 – das dicke Piratenspecial. Seit wir schon als Kind auf jedem Fasching als Pirat verkleidet zwischen den ganzen Cowboys und Prinzessinnen unangenehm aufgefallen sind, träumen wir davon die ganze Wahrheit ans Licht zu bringen: Die Piraten sind die Besten! Darum schenkt Euch ein Gläschen Rum ein, macht es Euch auf Eurem Achterdeck gemütlich und habt Spaß mit dem neuen Shredder Mag!

In der festgebundenen Jubiläums-Ausgabe wird endlich aufgedeckt, welches die 12 besten Alben ever sind. Außerdem erfahrt Ihr alles über die Misfits und einiges über Jon Bon Jovi…
Ramones – Rocket To Russia (Warner, 1977)
Wie man den Medien entnehmen konnte verstarb Joey Ramone vor kurzem an seinem Krebsleiden – möge er in Frieden ruhen. Ich brauche ja wohl jetzt nicht noch zu erwähnen das seine Band die Ramones schon zu Lebzeiten eine Legende waren! Was die Jungs aus New York da abzogen war einfach der Wahnsinn – nur drei Akkorde im Hirn und los geht’s! Die Punkrocker, die steht’s mit schlechten Frisuren, abgefuckten Chucks und zerfetzten Jeans durch die Gegend rannten waren von der ersten Stunde an dabei, brachten Unmengen von Alben heraus und beeinflussten unzählige Bands. Auch live begeisterten sie stets ihr Publikum, mit dreifacher Geschwindigkeit und mindestens 5 Songs am Stück etablierten sie ihre one, two, three, four!-Shows und verbreiteten so ein weltweites Ramonesfieber. Diese „Ramonesmania“ wird meiner Meinung nach am besten auf dem „Rocket To Russia“-Album demonstriert, denn Songs wie „Rockaway Beach“, Sheena Is a Punkrocker“ oder „Teenage Lobotomy“ zeigen deutlich auf, wer für die Punkrock-Bewegung erheblich mitverantwortlich war.
Misfits – Walk Among Us (Ruby 1982)
Die Misfits faszinieren mich auf Grund mehrerer Tatsachen: erstens sind sie die Band mit dem coolsten Outfit und zweitens, die Band mit dem coolsten Sound. Ihr eigenwilliger Friedhofsstyle, sei es bei ihren Texten, Covern, T-Shirts oder einfach nur an ihnen selber wurde oft kopiert, wie heißt es aber so schön: nie erreicht! Doch nicht nur das, sondern auch ihr konsequent durchgezogener Do-It-Youself-Gedanke, der Fiend-Club und Ihre Aggressivität auf der Bühne machten sie zu einem Phänomen der späten 70’er/ frühen 80’er Jahre. In insgesamt nur 6 Jahren Bandgeschichte kam beachtlich viel Material zusammen, die gelungenste Zusammenstellung von Songs erschien als „Walk Among Us“-LP und beeinhaltet unter anderem Titel wie „I Turned Into a Martian“, „Skulls“ und „Astro Zombies“ die den typischen Misfits Punk’n’Roll-Stil mit seinen unglaublichen Backgroundchören am Besten aufzeigen.

Pennywise – Pennywise (1991, Epitaph)
Sogenannte Melodycore- oder Skatepunk-Bands gibt es wie Sand am Meer, da sind wir uns einig. Die einen sind mehr die anderen weniger wegweisend… Pennywise zähle ich definitiv zu der ersteren Gattung! Ein Grund dafür nicht nur ihr zweites, selbstbetiteltes Album. Als dieses Brett im Jahre 1991 (!) erschien konnte man nach vergleichbaren Bands schon mal ein Weilchen suchen, zu professionell und konsequent gingen die Jungs da zur Sache. Die Spieldauer der 14 Tracks von 31 min. gibt schon mal die Richtung vor: sauschneller melodischer Punkrock dröhnt aus den Boxen, doch damit nicht genug– gepaart mit eingängigen Chören und geschickt platzierten Breaks entwickelten sie einen eigenen Sound der heutzutage von vielen Bands imitiert wird. Spätestens hier fallen die spielerischen Qualitäten von Pennywise auf: sie bolzen die Songs einfach nur so runter, ohne aber nur eine Sekunde verhaspelt oder unorientiert zu klingen. Die Tracks werden dem Zuhörer druckvoll und präzise serviert, so wie man es auch von allen folgenden Alben kennt.
Yuppicide – Fear Love (1991, Wreck-Age)
Yuppicide gegen die ganze Welt! Auf diesem Album wird mit jedem abgerechnet der ihnen nicht in den Kram passt. Angeprangert wird hier vor allem die Fake-(Yuppie)-Welt mit ihren Statussymbolen und Gucci-Kleidchen, andererseits die Regierung mit ihren Lügen, leeren Versprechungen, Genversuchen usw. Ein großer Teil der Songs dreht sich um Identitätsprobleme, die Aussichtslosigkeit des Alltags, oft in Verbindung mit Geld (welches meistens nicht vorhanden ist) oder einfach nur um Misstrauen gegenüber allen Menschen dieser Welt. Die Stärke der Band liegt aber nicht nur in den provokanten Texten, sondern auch ganz klar beim Gesang von Jesse Jones. Ein so rauher und knallharter in-your-face Orkan, triefend vor Hass jedoch motivierend und mitreißend zugleich habe ich selten gehört. Diese Power wird von einem astreinen Hardcore-Gerüst getragen und erreicht so zielsicher dein Zentrales Nervensystem und sämtliche Teile des Großhirns.
Monster Magnet – Spine Of God (1992, Glitterhouse)
Dave Wyndorf und seine Mannen beschreiben dieses Album wie folgt: „It’s a satanic drug thing you wouldn’t understand“ und damit haben sie auf Anhieb verdammt recht, denn dieser Drogenrock- eine Art Garagensound vermischt mit klassischem 70’ies- und Bikerrock- spinnt zuerst nur in den MM-Köpfen herum. Zu viele Effekte und Verzerrtes schwirren zusätzlich in der nebligen, psychedelischen LSD-Sphäre umher, die es dem Konsumenten etwas schwer machen alles greifen zu können. 8-minütige Reisen durch den Hallizunogenen-MM-Kosmos sind hier keine Seltenheit… Doch davon darf man sich nicht abschrecken lassen, einfach den Sound in sich reinsaugen und wirken lassen, dann fügen sich schon alle Verspulungen und Effekte mit dem Gitarren zusammen und ergeben ein unglaubliche Reise ins Jenseits. Dieses Album hebte Monster Magnet damals auf den Thron des Drogenrocks, heutzutage ein bisschen direkter und eingängiger aber immer noch genial.
Agnostic Front – To Be Continued (1992, Rough Justice)
Als ich mir dieses Album kaufte, faszinierte mich als ahnungslosen Teenager immer der Info-Text aus dem Booklet: „…a sound that combined the speed and energy of hardcore with the double kick drums and crunching riffs of metal and with the coming of the nineties and the passing of typical new york hardcore, agnostic front’s „One Voice“ has taken on an even more traditional metallic sound, bringing in a new level of energy and power!“ Wir haben es hier also mit einem Post-NYHC meets Metalriff auf 200 km/h zu tun- Songs wie „Victim In Pain“, „Your Mistake“, „Time Will Come“ oder der Klassiker „Crucified“ sprechen da für sich. Agnostic Front sind nun mal die Hardcore-Kings! Mich fasziniert vor allem die Atmosphäre die die Band von CD in dein Wohnzimmer transportiert, man ist irgendwann mal selber Teil einer New Yorker Straßenschlacht und brüllt die Refrains mit! Ob beim Schlägern oder im Tattoo-Studio, AF sind einfach nicht mehr aus der Hardcore-Szene wegzudenken.
Cause For Alarm – Cheaters And The Cheated (1996, Victory)
CFA geraten oft in Vergessenheit obwohl sie eine NYHC-Band der ersten Stunde sind, erklären kann ich mir das nicht. Sie kommen von Grund auf sympathisch rüber, da sie ohne jegliches Geschwätz a la DMS oder sonstigen HC-Stammtischparolen wie „Unity überall“ auskommen. In ihren Songs werden Themen wie Freundschaft, Politik oder Ignoranz zwar auch verarbeitet, aber auf eine intelligentere Art und Weise, da hier nicht nur wie bei vielen anderen HC-Bands, der bedeutungsschwangere Refrain rausgebrüllt wird. Hier werden ganze Geschichten erzählt die musikalisch erstklassig unterstützt, ein genialen Sound ergeben. Die Songs setzen sich aus straighten Riffs und schnellem verständlichen Gesang zusammen, teils gestärkt von überraschenden Rhythmuswechseln – Hardcore at it’s best! Im Booklet legt die Band zusätzlich allgemeine sozialkrititische Fakten auf den Tisch ohne einen jedoch gleich zum Krishna – oder Veganleben zu zwingen – so geht’s ja auch mal.
The Turbo A.C.’s – Winner Take All (1997, Renate/ Cacophone)
Den Turbo A.C.’s macht man so leicht nichts vor: mit einer „Hatred and Proud“-Attitüde, einem exzellenten Rock’n’Roll-Styling sowie einem Killeralbum im Gepäck überfahren sie dich einfach! Da nützt auch anschnallen nichts, die Turbos geben Gas und blasen Dir ihren von Surfguitarren infizierten Punk’n’Roll mitten in die Fresse! Statements wie „Fuck you man you don’t understand i’m a radioactive garbage man- you get smashed you get in my way!“ sind mehr als nur ein leerer Songauszug– es ist ein Teil ihrer Lebenseinstellung und das merkt man äußerst schnell. Sie ziehen eben ihr Ding durch und lassen sich nicht von irgend jemandem reinreden – der Turbo Action Club steht solide mit beiden Beinen im Leben. Sie machen einfach das was sie wollen, bedenken keine Konsequenzen, hauen sich lieber schnell noch ein Glas Motoröl rein, bevor es mit der größten Coolness der Welt in den Sonnenuntergang geht.

Hier kommt die Mutter aller Zuhälter-Schleudern, die alte S-Klasse mit Flügeltüren. Jawoll, was kann man sich Schöneres vorstellen? Ursprünglich von einem Schweizer Designer für irgendeinen der total bekloppten Ölscheichs gebaut, sollte dieses Auto doch eher von Leuten gefahren werden, die mehr im Knast, als außerhalb kennen. Die S-Klasse mit Flügeltüren ist also quasi das Tränen-Tattoo unter den Autos, aber ich schweife ab. Natürlich hat diese Karre unglaublich breite Reifen, einen irgendwie krass getunten Motor, natürlich hat sie weiße Lederausstattung und Allerlei „moderne“ Ausstattung mit der man in den 80ern die Mädels in den pinken Krepp-Miniröcken so richtig beeindrucken konnte (heutzutage bitte nicht mehr probieren). Dieser Wagen wird übrigens ab Werk mit Schnauzer, Matte und wurstdicken Goldkettchen ausgeliefert und ist sogar für Informatik-Studenten die sichere Garantie für baldigen Geschlechtsverkehr – fragt sich nur mit wem…
Heute möchten wir euch „Die Selbstbefriedigung der Frau“ von Günther Hunold ans Herz legen. Dieser Schinken erschien 1974 im Carl Stephenson Verlag als „Stephenson-Sex-Sachbuch Nr.13″ und beinhaltet unter anderem folgende Themen: Allgemeines, die Selbstbefriedigung vor, während und nach der Ehe, Ungewöhnliche Plätze, die Brustmasturbation und zu guter letzt die Analmasturbation. Es macht einfach Spaß zu lesen was die Frauen da so machen und man muß kein schlechtes Gewissen mehr beim Wixen haben! Interessant auch das Thema Analmasturbation. Hier ein kleiner Auszug: “ …insbesondere werden Rosette, Enddarmendung und die Bereiche des Schließmuskels umkreist, mit einem oder zwei Finger gestreichelt, auch kann ein Finger in den Enddarm eingeführt werden“. Aha, ohne mich bitte. Äußerst interessant auch das Unterkapitel: „Die Analvioline-ein Masturbationsgerät“. Jetzt wird’s aber zu ätzend… wer dennoch mehr darüber erfahren möchte schreibt an: satan@shreddermag.de
Ha, ha, Ihr dachtet DJ Bobo würde nur Musik für 4 bis 9 jährige machen, aber das Shredder Mag wäre nicht das Shredder Mag, wenn es nicht die ganze Wahrheit ans Licht bringen würde. In Wirklichkeit macht er auch pubertierende 14jährige glücklich – mit seinem Sideprojekt einer Rollenspieler-Satans-Metal-Band. Statt rappen, hält er ausnahmsweise mal sein Maul und spielt Keyboard und Mittelalterinstrumente. Auch madig.
Bad Religion – Suffer (Epitaph, 1988)
Dieses Album war die Initialzündung für die große Karriere, die Bad Religion damals bevor stand. Während zu dieser Zeit die meisten Punkbands noch mit dem guten alten Drei-Akkorde-Schema rumholzten, kamen die Herren um Greg Graffin und Mr. Brett plötzlich mit bestechend harmonischen mehrstimmigen Chorsätzen an, ohne dabei auch nur ein kleines Bißchen an Geschwindigkeit und Power einzubüßen. Ganz im Gegenteil, jedes (!) Lied entwickelt eine ungeheure Energie und setzt sich sofot im Kopf fest. Doch auch textlich ist dieses Album ein Meisterwerk. Mit der höchsten Fremdwortquote aller Punker und Texten, die ich ausnahmslos unterschreiben würde, hoben sich Bad Religion mit Leichtigkeit von den sonst so gerne gegröhlten Bier- und NoFuture-Klischees ab. Die Klangästhetik, die Bad Religion mit Suffer schuf, wirkt auch heute noch deutlich hörbar in vielen Punkbands fort. Kein Wunder also, dass dieses Album auch nach heutigen Maßstäben noch über alle Zweifel erhaben ist.
Red Hot Chili Peppers – Blood Sugar Sex Magic (Warner, 1991)
Sicherlich sind den meisten zumindest zwei Stücke (Rappen leicht gemacht mit „Give It Away“ und das später von den All Saints g’scheid in den Sand gesetzte „Under The Bridge“) bekannt, da dieses Album für die Band den absoluten Durchbruch bedeutete. Das Schlagwort der damaligen Zeit war Crossover (was immer das heißen mag..) und so fällt es leicht, den ein oder anderen Rap zu verzeihen. Von bleibendem Eindruck hingegen ist die unglaubliche Spielfreude (erwähnt seien hier auch die bezeichnenden 74 Minuten Spielzeit) und Funkyness, die einem aus diesem Werk engegenschlägt. Man merkt, das diese Band ein Haufen Freaks ist, die ihr Leben nur der Musik verschrieben haben. Kein Wunder also, das die Band nach fast 10 Jahren Planlosigkeit (nach dem Ausstieg des ursprünglichen Gtitaristen wurden 1372, dies nicht brachten, verbraten und wohl jeder in der Band war mindestens einmal Heroin-abhängig) in Originalbesetzung mit „Californication“ wieder ein legendäres Album nachlegen konnte.
Rage Against The Machine (Sony, 1992)
Ein weiterer Meilenstein ist das erste Album von Rage Against The Machine. Den bekanntesten Track „Killing In The Name Of“ kennt wohl jeder und die anderen sind absolut ebenbürtig. Wer damals im richtigen Alter war und nicht zumindest ab und an mal ein heiteres „Fuck you I Won’t Do What You Tell Me“ auf den Lippen hatte, hat definitiv etwas falsch gemacht und ist heute mit großer Wahrscheinlichkeit BWL-Student. Was mich damals umgehauen hat und mich auch heute noch beeindruckt, ist die unglaubliche Power kombiniert mit einer riesigen Kreativität, die einem aus jedem Lied entgegenschlägt. Darüber hinaus war der Sound, den die Band etabliert, damals ein absolutes Novum. Diese Mischung aus Hardcore und Funk in Kombination mit Zack De La Rocha“s Sprechgesang und den seltsamen Sounds, die Tom Morello mit seiner Gitarren herstellt, ist nach wie vor einzigartig entzieht sich jeder Schublade. Eine wahrlich wegweisende Platte.
Rancid – …And Out Come The Wolves (Epitaph, 1995)
Mit diesem Album haben Rancid die Messlatte für alle Bands, die sich Streetpunk oder Punk mit Ska-anleihen verpflichtet fühlen, verdammt hoch gesetzt, denn hier findet man die perfekte Mischung. „…And Out Come The Wolves“ ist der beste Soundtrack für Im-Rinnstein-Sitzen ohne dabei auch nur einen Takt „Schieß-doch-Bulle“-Peinlichkeit zu beinhalten. Die Jungs wissen, wovon sie singen, das steht fest. Am Anfang noch ein wenig gewöhnungsbedürftig sind die wirklich assligen Stimmen der Herren Armstong und Frederiksen, doch schnell merkt man, dass alles andere keinen Sinn ergeben würde. Darüber hinaus hervorzuheben sind die zum Teil fast schon virtuosen Bassläufe und das unfehlbare Händchen der Band für Refrains, die zu gleichen Teilen zum Mitgröhlen, Tanzen und Vor-Freude-Weinen einladen. Kurz und gut, wer diese Platte nicht in seiner Sammlung hat, soll doch bitte schön das Maul halten, wenn’s um Punk geht.
Kyuss – …And The Circus Leaves Town (Elektra, 1995)
Ohne Kyuss ist es schwer vorzustellen, das es die Bands Queens Of The Stoneage, Unida, Fu Manchu oder Che geben würde, in denen die damaligen Mitglieder nach der Auflösung untergekommen sind. Immer noch geprägt vom Sound aus der Wüste sind jedoch weitaus mehr Bands als die erwähnten, denn Kyuss das waren (und sind es immern och) die unangefochtenen Kings des Stoner-Rock. Dementsprechend waren die Hauptbeschäftigungen der Band auch in der Wüste sitzen, Musik machen und halluziongene Drogen nehmen. Was dabei herauskam, ist bisweilen bleischwerer Rock mit vertrakten Arrangements zwischen schleppendem Groove und leichtfüßiger Verspieltheit, aber immer mit einem Schuss Klapperschlange. Die instrumentalen Parts überwiegen werden aber gelegentlich von sehensüchtigem und sehr ausdrucksstarkem Gesang unterbrochen. Ein leichtes im Sound von Kyuss komplett zu versinken.
Social Distortion – White Light White Heat White Trash (Sony, 1996)
Das bis dato letzte Album der legendären Band rund um den lässigsten aller Rock’n’Roller: Mike Ness. Damals noch mit dem mittlerweile toten Dennis Danell an der Gitarre und Chuck Biscuits (remember Danzig…) am Schlagzeug. Das dieses Album nicht das Erstlingswerk einer Band sein kann, sondern das Ergebnis von über 10 Jahren Bestehen voller Rock’n’Roll-Livestyle ist, merkt man bereits mit dem ersten Takt. Die Texte sind abgeklärt ohne schulmeisterlich zu wirken, die Musik ist routiniert ohne auch nur eine Sekunde langweilig zu sein. Für mich eines der ehrlichsten und – auch wenn’s dumm klingt – ergreifensten CD, die ich habe. Hoffentlich bleibt das neue Social Distortion-Album (angekündigt seit Jahren…) nicht für alle Zeit ein Running-Gag. Zu guter Letzt noch eine Info für alle Schnäppchenjäger und Sparfüchse unter Euch: Diese CD wird – obwohl eigentlich unbezahlbar – mittlerweile meist für unter 20 DM verkauft. Also bitte blind kaufen und so oft hören bis es öde wird (schafft ihr eh nicht…).
Sublime – s.t. (MCA, 1996)
Die legendäre letzte reguläre Veröffentlichung der Heroen aus Long Beach. Leider erlag der Sänger auf der anschließenden Tour seiner Drogensucht, was das jähe und tragische Ende dieser phantastischen Band bedeutete. Faszinierend an diesem Album ist, wie stilsicher und geschickt hier die unterschiedlichsten Stile (viel Punk, viel Ska, ein wenig Reggae/Dub, ein wenig Rock, ein bisserl Pop,…) vermischt werden und daraus eine sehr abwechslungsreiche und dennoch homogene Mischung entsteht, bei der man schon nach jeweils wenigen Takten sicher sagen kann, dass sie so nur von Sublime kommen kann. Die Texte drehen sich um den täglichen Wahnsinn des Lebens, wobei immer klar ist, dass insbesondere das Leben in Californien gemeint ist. Dem Album liegen eine relaxte Grundstimmung und viele positive Vibes zugrunde, auf denen aber nur allzu oft ein düsterer Schatten lastet …it is hard to understand life ain’t hitler’s materplan. Spätestens mit diesem Album setzte sich Sublime ein Denkmal.
Abhinanda – The Rumble (Desperate Fight, 1998)
Echte Hardcore-Freunde kennen diese Band aus dem Refused-Umfeld hoffentlich sowieso, fleißige Shredder Mag-Leser aus dem Interview in der letzten Ausgabe und dem Rest sei es noch mal gesagt: Dieses Album ist ein echter Meilenstein und es ist eines der großen Rätsel meines Lebens, warum das nur so wenige Leute wissen. In jedem Lied steckt pure Energie und auch wenn diese Formulierung ausgeleiert ist und auch gerne mal für KPO-Hardtrance-Hymnen verwendet wird, in diesem Fall trifft sie den Punkt am Besten,denn das ganze Album kommt einem vor wie eine gewaltige Energie-Entladung. Abhinanda grindet alles nieder, was im Weg steht, dennoch ist der Noise-Faktor trotz ordentlicher Härte eigentlich relativ niedrig und auch die immer wieder überraschenden Breaks, lassen das Album intelligenter wirken als der Sound von Bands wie etwa den Oberbolzern Entombed, auch wenn man klanglich verwandt ist. Also bitte bitte unbedingt mal anhören, verdammt, ich meins doch nur gut!
M ü n c h e n – zum einjährigen Jubiläum ist es uns gelungen unser großes Vorbild, Idol und Mentor Jon Bon Jovi (Bariton bei den Prinzen) zu einem Interview zu bewegen. In der Laube unseres Shrebergartens stand er uns Rede uns Antwort.
S: Hallo Jon, was macht die Prostata?
JBJ: Nun ja, man lebt, aber da hatte ich ja immer schon Probleme.
S: Ach so… übrigens, bist du eigentlich mit Johannes Bon Kerner verwandt?
JBJ: Nein, aber ich liebe seine Arbeit und möchte bei Zeiten mal ein gemeinsames Album aufnehmen, dass dann allerdings statt Hard Rock eher in Richtung Polka gehen soll.
S: Wie kommt es eigentlich, dass ihr früher noch mehr Rock (nun ja, auch nicht wirklich) gespielt habt, heute aber nur noch supercleanen Pop mit Gitarren macht?
JBJ: Wir haben einfach gemerkt, dass wir alt werden und die Jungs von der Plattenfirma meinten, wir sollten unseren Sound gefälligst dem Markt anpassen, uns neu stylen, denn dann würden wir viel mehr Geld machen, was wir dann auch taten. Was ich lustig finde ist, dass es mittlerweile ein weit verbreitetes Phänomen ist, dass viele Altrocker in der Midlife-Crisis (die Toten Hosen, Metallica, …) plötzlich Stylisten beschäftigen, ihre Frisuren lustig modern machen lassen, Raverbrillen und Anzüge tragen, Musik machen, die keinem weh tut, dabei aber so tun, als wären sie die Ober-Rebellen.
S: Aber ihr seht doch immer noch saubeschissen aus!
JBJ: Echt, findest du? Ich bin doch rattenscharf.
S: Nee, is aber ok – nächste Frage: wann habt ihr eigentlich das erste Mal gemerkt, dass euer Gitarrist gerne Frauenunterwäsche trägt?
JBJ: Nun ja, in den 80ern war es ja an der Tagesordnung, dass man als harter Rocker permanent mit hochtoupierten Haaren, rosa Lippenstift, Leggins und Leg-Warmern rumlief. Ich glaube wohl so entdeckte er seine Neignung.
S: Zu guter Letzt möchten wir noch einmal mit einem Gerücht aufräumen. Jon, stimmt es eigentlich, dass du einen Vertrag mit einer Pinselfabrik hast, die dir jeden Tag die Rückenhaare rasieren und kaufen?
JBJ: Richtig, davor war ständig das Klo verstopft und musste ins Waschbecken mache, weil die ganzen Haare, die mir auf dem Rücken wachsen, jeden morgen nach dem Rasieren im Klo runterspülen wollte. Dann kam meiner Frau die Idee mit der Pinsel-Fabrik…
S: Jetzt reicht’s aber! Hau ab und veröffentliche nie wieder irgendwas!
JBJ: Danke für as Gespräch – ihr seid echt in Ordnung Jungs!

Hier sehen wir die Band kurz vor ihrem Auftritt beim Tengelmann „Happy Family-Weekend“ in Ingolstadt. Das ganze fand 1983 während ihrer großen „Rock the Friseursalon“-Stadiontour statt. Es wurden zahlreiche bleibende Schäden in der Bevölkerung registriert, die offizielle Anzahl der Toten wird jedoch immer noch von dem C.I.A. vertuscht!
Diesen Monat müssen wir mal die ganzen Bands dissen, die ihre ältesten Alben mit Symphonie-Orchester neu aufnehmen und einfach noch mal auf den Markt schmeißen. Diese Klassik meets Pop-Geschichte war doch schon in den Achzigern bei Rondo Veneziano scheiße und ist heute immer noch nicht besser. Das schlimmste ist dann, wenn irgendwelche unterbemittelten Deppen (die sonst noch eine Best Of Klassik-CD von der Tanke haben), einen auf Klassik-Liebhaber machen, während im Hintergrund „Nothing Else Matters“ mit 20stimmigen Streichersatz läuft. Also bitte verschont uns mit dem Müll.
Editorial
In your face: Hier ist die große Shredder-Jubiläumsausgabe! Denn vor einem Jahr haben wir die erste Ausgabe unters Volk geworfen – damals noch gratis. Ein Jahr voller Schnapps, Konzerten, Plündern und Brandschatzen, Sex mit Shredder-Groupies, Schlägereien, Verhandlungen mit korrupten Politikern, diversen Praktikanten, Internet und Freibeutertum ist vorbei. Das muß gefeiert werden! Darum gibt‘ das Shredder Mag diesmal mit Poster und in Farbe. Damit Ihr überhaupt merkt, daß irgendwas los ist, haben wir die Struktur diesmal ein wenig geändert, also wundert Euch nicht, wenn Ihr Eure Lieblingsrubrik nicht findet. Als kleines Special findet Ihr dafür im Mittelteil eine persönliche Aufstellung jeweils unserer acht Lieblingsplatten. Diese Platten sind so geil, dass jeder der den Mittelteil gelesen hat, diese kaufen muß. Die geht besonders an unsere jüngere Leserschaft und wird ab jetzt als Grundwissen vorausgesetzt und kann ohne Ankündigung in einer 45ig-minütigen schriftlichen Prüfung abgefragt werden! Also immer schön Hausaufgaben machen. Haut‘ rein!


Eine der meistverkauften Ausgaben überhaupt! Bei zwei Interviews (Abhinanda & nine.), einem Stylerkarren-Special und konkreten Lösungsansätzen für das BSE-Problem kein Wunder!