Shredder Einlauf #5: Das Internet
Shredder Einlauf #5: Das Internet
Lieber User,
im Kreuzfeuer der knallharten Shredder Mag-Recherche, steht heute das unendlich große, anonyme Etwas namens Internet (kommt übrigens von „inter“ = lat. „zwischen“ und „networking“ = engl. „vernetzen“). Ja genau, dieses ungreifbare Bündel Cyberspace, dass seit einigen Jahren die gesamte Welt verwirrt und zum „globalen Dorf“ zusammenschrumpfen lässt. Das Internet – die Businessperspektive der „New Economy“, Tummelplatz für Heerscharen von Arschlöchern und schier unendliche Informationssammlung in einem… Doch fangen wir ganz von vorne an. Das Internet enstand – wie hoffentlich jeder weiß – im Kalten Krieg als Folge des Wettrüstens zwischen Ost und West. Damals war man ständig auf der Suche nach einem für eventuelle Krisenzeiten vorhergesehenen Kommunikationssystem. Das gelang erstmals ca. 1957 der amerikanischen Forschungseinrichtung „ARPA“ (Advanced Research Projects Agency), die erfolgreich 16 Rechner vernetzte (wow!). Die beiden ersten Anwendungen dieses sogenannten „APRANETS“ waren das „TELNET“ und „FTP“ und bald darauf wurden auch die entscheidenden Netzwerkprotokolle „TCP“ (Transmission Control Protocol) und „IP“ (Internet Protocol) erfunden. Nach weiteren spannenden Tüftelleien (SATNET, PRNET, LANGEWEILENET) kam dann endlich, im Jahre 1976, das erste „UUCP“ (Unix-to-Unix-Protocol) zustande (uns fällt ein Stein vom Herzen) und dann entwickelte man …blabla… …gähn… und überhaupt … militärischer Datenaustausch … dann irgendwann über „MILNET“ …uaah… „ARPANET“ wird durch „NSFNET“ abgelöst …schnarch… und dann hat jemand die Hyperlinks erfunden, durch die das „WWW“ (World Wide Web) entstand und damit war dann halt das scheiss Internet da, ok?
Doch was ist eigentlich das Schlimme am Internet? Keine einfache Fragen, aber mit Sicherheit sind ein Faktor, bestimmte Menschen, die das Internet benutzen. Nehmen wir also erst mal die klassischen „Internet-User“ unter die Lupe, vor denen wir ohne Internet wahrscheinlich verschont geblieben wären.
Um die größten Klischee-User abzuhaken, widmen wir uns gleich mal den Nerds. Jeder kennt welche oder hatte wenigstens in der Schule ein paar schöne Exemplare sitzen (hoffentlich nicht direkt neben sich, denn dann ist man mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst einer). Nerds zeichnen sich gewöhnlich durch ihre extrem ungeselligen Hobbies (z.B. Löten oder „Computern“) aus und sind entweder spindeldürr und picklig oder fett und auch ätzend. Beide Kategorien schmücken sich mit schlecht sitzenden Kassengestellen auf der Nase und sind mit großer Wahrscheinlichkeit schlecht angezogen (sowas wie türkiser Nicki-Pulli in die senfgelbe Karottenhose gesteckt, dazu aubergine-farbener Anorak) und haben ganz sicher noch nie gefickt. Kurz nachdem das Internet erfunden war, konnte man für einige Zeit, wenn man ganz still war, leise Freudenschreie aus den Kellern der Republik hören, denn der neue Tummelplatz für technische Spielereien garantierte, dass die Nerds auch für die nächsten 20 Jahre das Haus nicht zu verlassen brauchten. Ergänzende Hobbies zum stundenlangen vor-dem-Computer-sitzen sind ausgeflippte Dinge wie DVD, Pizza bestellen und nicht-Ficken (aber das haben wir, glaube ich, schon erwähnt). Man kann über die Nerds sagen, was man will, aber dieser Schlag Mensch ist eigentlich völlig ungefährlich, da er sich selten im öffentlichen Raum bewegt, dort schnell seine Artgenossen erkennt und dann meistens auch unter sich bleibt. Sollte man jedoch Opfer eines Gesprächs zweier Nerds werden, dann Gnade einem Gott! Langweiliger geht´s schwer: HTML und Java, C++ und POP3-Server, schnell ´nen fixen Update oder doch lieber neues Dual-Motherboard? Tipps zum Computer-neu-Aufsetzen, Internet-Varianz-Accelerator, Backbone-Verschleiss, die gute v1.2f-Toolbox oder lieber ein wenig 29bit-Technologie? Gerne auch mal Gepose mit CPU-Takt-Raten oder der gigantischen Upload-Brandbreite der neuen ADSL Flatrate, aber nie Gepose über den Aufriss am Vorabend (Ihr wisst schon warum…). Schlimm, schlimm, aber wenigstens scheinen sich die Nerds selbst mit ihrer kläglichen Existenz abgefunden zu haben.
Die nächste Gruppe, die – ohne dass man nach ihnen gefragt hätte – durch das Internet auf die Welt gespült wurden, sind die ganzen Business-Arschlöcher der sogenannten New Economy. Das sind die schleimigen Karriere-Typen, die mit einem irgenteinem Service-Portal für irgendeinen Scheiss sauviel Geld machen wollen, ständig darüber reden, den ganzen Bankkredit sofort in einen Audi TT stecken und mittlerweile – satanseidank – wieder ganz kleinlaut beim Penny Regale einräumen. Leider sind Marotten, wie schnell mal von unterwegs mit dem Handy ins Internet und die Börsenkurse abchecken, bestehen geblieben. Ist zwar sauteuer und wird auch nicht gemacht, weil man die Kurse jetzt unbedingt wissen müsste, sondern einfach nur, weil die technische Möglichkeit dazu besteht. Hauptsache, man fällt auf und kann sich schön wichtig machen. Immer dabei sind posige Fremdwörter aus dem kleinen Marketing-1×1, wie Network Communications Operation Center, Managed Security Service Network, Bruttokapazität, Peak-Auslastung, Core-Network, Multi-Layer High Speed Switching, Average-Load oder Service-Level Agreement, die zwischen Business-Lunch und Anal-Sauna immer gerne ausgepackt werden.
Nicht fehlen darf dabei der neueste Palm, der bei jedem Scheiss mit einem „Das ist aber saupraktisch!“-Besserwisser-Arschloch-Gesicht „gezückt“ wird. Damit das mal klar ist: so ein Gerät braucht niemand! Was soll man denn damit? Möchte ich ständig mein gesamtes Adressbuch, die letzten 100 Kontoauszüge, tolle „Games“ wie Moorhuhn 4D und einen digitalen Kompass mit mir rumschleppen? Oder lieber schnell noch ein paar lustige (frisch aus dem Internet gezogene) Vidoeclips anschauen? Der Palm fällt in die selbe Kategorie wie die internetgesteuerte Kaffemaschine, deren Namen wie aus Rücksicht auf unsere jüngeren Leser heute jedoch mal verschweigen wollen.
Große Arbeit leistete das Internet, beim Heranzüchten der mit Abstand verachtungswürdigsten User-Gruppe: die Sex-, Fäkal- und Fetisch-Deppen. Im stillen Kämmerlein unbeobachtet auf 14-jährige in Schuluniform gesteckte Asiatinnen wixen, die sich´s ordentlich mit Doppel-Dildos besorgen? Das ist doch arm. Ebenfalls schwer zu ertragen sind auch alle weiteren Fetisch-Freunde. Wir haben lange recherchiert (es war schrecklich!) und können Euch hier die dümmsten und widerwärtigsten Fetische präsentieren. First of all: Anscheissen – wie könnte es anders sein? Dann Bock auf Frauen mit Gips, Omas (!), Fußlecken, Männer in zu engen Putzkleidern, Gummistiefel-Sex oder der berühmte Pomito-Tomaten-Sex auf Plastikbettwäsche. Des Weiteren Sex mit Tieren, Turnschuhen, Küchengeräten, exotischem Obst, Unterwäsche von Verwandten, Hackfleisch, Teddybären, Enzyklopädien… es reicht! Was ist bloß mit der Menschheit passiert? Gab es solche Menschen auch schon vor dem Internet? Man muss befürchten ja, aber das Internet ist auf jeden Fall schuld, dass diese Menschen sich nun untereinander austauschen können (darüber bitte nicht zu lange nachdenken!) und dieser Schrott an jeder Ecke erhältlich ist. Verdammt nochmal, da muss doch mal was getan werden!
Viel lieber, weil weit weniger schlimm, sind uns da schon die nächsten erwähnenswerten Gruppen an Internet-Benutzern. Da wären z.B. noch die älteren Semester unter uns, die zwar schon erste Anzeichen einer herben Demenz mit sich herumtragen, sich aber trotzdem einbilden, das Internet nutzen zu müssen. Dementsprechend kriegen sie überhaupt nichts auf die Reihe, laden ständig Dialer herunter und nerven ohne Unterlass ihre Mitmenschen. Also, wer nicht mal einen Videorekorder programmieren kann: Finger weg von komplizierteren Technologien! Ausserdem brauchen diese Menschen eigentlich eh kein Internet, da sie ihre Zeit besser dafür nutzen sollten, noch die letzten wichtigen Besorgungen vorzunehmen und sich auf den baldigen Tod vorzubereiten.
Da diese Bevölkerungsschicht eigentlich saulangweilig ist, gehen wir lieber gleich weiter zu welchen, die sich schon besser im Internet auskennen: Die Chat-Arschlöcher! Dieses Volk stellt eine Art Nerd-Splittergruppe dar, da sie sich das „Hobby: Internet“ teilen und im Alltag ebenfalls große Looser sind. Im Cyberspace jedoch geht – der hohen Anonymität sei dank – die Post ab! Zuerst wird sich schnell eine supercoole Identität geschaffen, um im Flirt-Chatroom als User „Latin-Lover24“, „SexMalSex“, „Superficker2000“ oder „29cm-Boy“ zu beeindrucken und dann kann man sich schön von seiner (oder irgenteiner) besten Seite präsentieren, um sich mit einer anderen Person (z.B. „Superchick18“ oder „MissWuppertal“) anzufreunden oder mehr. Da eh alle bescheissen, kann das erste reale Date aber schnell zur Enttäuschung führen. Schon bitter, wenn man mit „Sweet-Loverbabe“ verabredet ist, aber nur „hässliches Riesenarschloch“ auftaucht. Später kann man dann seinen (wahrscheinlich auch nicht besonders hübschen) Kindern erzählen: „Hey, wir haben uns im Netzt kennengelernt!“. Die Frage bleibt nur, warum diese Leute im „normalen“ Leben niemanden kennenlernen? Hm… Ein ähnliches Verhalten kann man bei den SMS-Chat-Spongos erkennen, die doch tatsächlich 3 Euro pro SMS zahlen – aber Mobiltelefone sind ein anderes Thema.
Super-Typen finden sich auch unter den Forums-Anhängern. Auch hier wird sich schnell ein cooles Alter-Ego („Oberchecker-Alex“ oder schlicht „Terminator“) geschaffen und dann munter über die grössten Nichtigkeiten diskutiert. Doch, was gibt es einsameres als Kommunikation mit Fremden über‘s Internet?
Etwas ebenfalls sehr einsames hat das sogenannte Internet-Gaming, ist dies doch die Möglichkeit für Menschen, die in der echten Welt nicht so gut zurecht kommen, Ihre ganze Zeit doch irgentwie loszukriegen. Solche Typen (zu 99% männlich) wohnen dann meist noch zu Hause, sind aber Mitglied im HalfLife-Clan „Killermachines“. Applauso! Ähnlich dumm sind Online-Spiele á la Pinguin-Weitwerfen, Bingo, Betrunken-Pinkeln oder „Fuchs, Du hast die Gans gestohlen!“.
Zuletzt wollen wir noch auf etwas zu sprechen kommen, von dem wir auch nur über das berühmte „Hören-Sagen“ wissen: Es soll auch Menschen geben, die über´s Internet studieren. Warum?
Wenn man sich so die verschiedenen Gruppen von Nutzern des Internets ansieht, wird einem dann auch schon langsam klar, warum es da so scheisse zugeht. Das kann so ja auch nichts werden! Die Beschissenheit der User manifestiert sich vor allem in der sogenannten „Homepage“. Allein das Konzept der Homepage an sich zeigt schon die Richtung an: Menschen, für die sich in der Realität schon niemand interessiert, pumpen das Internet mit Infos über sich und ihre Interessen voll. Das kann doch unmöglich aufgehen! So nutzen einige ganz besondere Spezialisten das Internet ausgiebig, um ihre fragliche Persönlichkeit darzustellen. Ein schönes Beispiel dafür findet Ihr auf www.moosy.de. Der Betreiber dieser Seite ist sich nicht zu schade, seinen Lebenslauf als „Technische Daten“ ins Netz zu stellen. Und wer hätte das gedacht, er wiegt auch noch 780 N! Ha ha, wie lustig. Doch damit nicht genug, denn seine Hobbys sind „Elektronik und die Telekommunikation“, weiter heisst es „Ich bin ein begeisterter Fan von allen Dingen rund um den Mobilfunk und verbringe Nachmittage damit, in der Gegend herumzufahren und die Mobilfunk- Basisstationen von T-D1, D2 privat, E-Plus und VIAG Interkom zu suchen.“. Das ist doch der pure Wahnsinn! Wen interessiert das? Vor dem Internet gab´s so etwas einfach nicht. Doch nun gibt es eine Basis, auf der sich jeder x-beliebige Penner produzieren kann. Das muss aufhören! Ein weiters Schmankerl gibt´s auf www.string-emil.de – und dreimal dürft Ihr raten: Ist das ein Riesenarschloch? Das Repertoire an beschissenen Homepages ist schier unendlich, so dass auf alles einzugehen, hier den Rahmen sprengen würde. Ausserdem müssen wir beim Schreiben auch ein wenig auf unsere gute Laune achten und reden darum sofort über etwas anderes.
Ein Eldorado ist das Internet auch für Schnäppchenjäger. Nicht nur, dass „Schnäppchen jagen“ eh schon beschissen genug wäre, nein, im Internet wird diese Handlung häufig noch mit dem Zusatz „ist doch saupraktisch“ kombiniert. Die Frage ist nur, ob sich der Sack Zwiebeln von eBay, bei dem man stolze 8 Cent gespart hat und den es ausserdem auf der Strassenseite gegenüber auch gibt, wirklich gelohnt hat? Auktionshäuser wie eBay zeigen uns eh mal wieder die hässliche Fratze des Wahnsinns der Menschheit. Nicht nur dass uns die ganzen alleinstehenden Frauen („Powerseller“) auf den Sack gehen, die sich mit dem Verkauf von „hochwertigem Holzspielzeug“ ein zweites Standbein geschaffen haben. Nein, wie immer im Internet wird man auch ständig beschissen oder wenigstens für dumm verkauft. Komisch, dass jede Durchschnitts-Platte, die ich mir ansehe, plötzlich „ultra-rar“, „sehr selten“, „schon vergriffen“ oder die „XY-Japan-Pressung“ in „mangofarbenem Vinyl“ ist und damit „nur für Sammler“ und doppelt so teuer.
Der grosse Hype seit ein paar Jahren (und auch bei Schnäppchenjägern gern gesehen) sind so genannte „Download-Stationen“, wie Kazaa, Napster oder eDonkey. Diese verleiten alle möglichen Deppen dazu streng gemäss dem Grundsatz „Quantität statt Qualität“ alles herunter zu laden, was geht. Was aber nützen mir 150 GB MP3s, wenn 99% davon beschissen sind? Hauptsache umsonst, wie geil! Ich nehme mir doch auch nicht jede Bild-Zeitung von kostenlosen Abo-Ständen mit oder probiere jedes scheiss Schnittchen im Supermarkt.
Als letztes noch ein Wort zu eMails. Das mit den eMails hat sich anfangs ja ganz gut angelassen und hat auch den ein oder anderen praktischen Moment hervorgebracht, aber mittlerweile haben 90% aller Mails das Betreff „Wanna enlarge your Penis?“, „Wanna buy extrem billigen Toner?“, „Wanna see mother and uncle fucking?“. Meine lieben Damen und Herren Versender, ein für alle Mal: Die Antwort ist Nein!
So, jetzt reicht’s! Wir hoffen, Euch ein wenig die Augen geöffnet zu haben, damit Ihr jetzt endlich auch mit ruhigem Gewissen sagen könnt: Ja, das Internet ist beschissen! Da aber alles Schlechte auch sein Gutes hat, zum Schluss noch der allereinzige Vorteil des Internets: Man kann das Shredder Mag auch lesen, wenn man keine Papierversion mehr ergattert hat! So, und jetzt bitte sofort den Computer ausschalten und raus in die Realität.
Shredder Einlauf #4: Shredder Mag geht einkaufen!
Shredder-Einlauf #4: Shredder Mag geht einkaufen!
Wollte man in der Urzeit an benötigte Waren kommen, musste man entweder jagen und sammeln oder schwer das Basteln anfangen. In unserer heutigen Welt ist das anders organisiert: Supermärkte bieten alles feil, was man so für’s Leben braucht. Das einzige was man tun muss, ist einkaufen zu gehen, was zwar um einiges ungefährlicher, aber nur wenig vergnüglicher ist, als einem stinkenden Mammut hinterher zu rennen. Was genau das Unangenehme an einem solchen Einkauf ist, soll das folgende Beispiel zeigen. Wir betreten also einen Supermarkt.
Das erste, was unsere Aufmerksamkeit weckt, ist die Musik. Ihr wisst schon, diese elendige Scheissmusik, die es immer in Supermärkten zu hören gibt. Ich hasse Meat Loaf und Gershwin ist ein Arschloch! Ich möchte gefälligst zu Slayer einkaufen gehen, aber nein, solche einfachen Wünsche werden einfach ignoriert. Nun gut, als erstes wollen wir natürlich zum Alkohol. Der ist allerdings unsinnigerweise nicht direkt am Eingang, sondern irgendwo im Supermarkt versteckt. Also vorbei am Obst und schon hat man einen schönen Beweis dafür, dass unsere Gesellschaft aus den Fugen geraten ist und das richtige Mass dabei verloren ging: Warum gibt es hier mindestens 8 verschiedene Sorten Äpfel (Golden Delicious, Gala, Boskop, Elstar, Pink Lady – die spinnen doch – Granny Smith, Braeburn, Santa Maria)? Nun ja, die haben halt verschiedene Geschmacksrichtungen, werden nun einige Apfel-Fans antworten. Dazu nur soviel: Wenn es nach mir ginge, gäbe es nur eine Geschmacksrichtung für Äpfel: nämlich „Apfel“. Als nächstes kommen wir am Essig vorbei (weisse Trauben, rote Trauben, Walnuss, Kräuter, 7 Kräuter, Apfel, Sherry, Zitrone, Limone, Basilikum, Heidelbeere, Rhabarber) und an der Amerika-Ecke. Es muss so 1995 gewesen sein, als irgendein Marketingdepp die Idee hatte, dass eine Ecke, in der man nur spezielle amerikanische Produkte kaufen kann, den Absatz fördern würde. Seitdem hat jeder Supermarkt, der auf sich hält, eine Amerika-Ecke, in der man Peanut-Butter (igitt), Campells Tomato Soup (gähn), Cheddar aus der Tube (wie praktisch) und Tortillia Chips für 3,90 € kaufen kann. Marketing-Depp: Wir hassen Dich!
Endlich kommen wir am Alkohol-Regal an. Achtung, hier ist höchste Vorsicht geboten! Denn auch wenn bei oberflächlicher Betrachtung alle Flaschen ähnlich sind, gibt es gehörige Unterschiede. Gute und von uns empfohlene Getränke sind (vom guten Augustiner Bier mal abgesehen): Schwarze Weizen Frühstückskorn, Jagdlikör „Flintenstolz“ oder Scharlachburger Meisterbitter, falls es mal gesund zu gehen soll auch Dr. Demuth’s Pepsinwein oder der gute alte Cattlenburger Clostertrunk (stehen neben Klosterfrau Melissengeist). Auf keinen Fall bitten wir, folgende Produkte zu kaufen: Alkopops (ja, alle!), Grossmutters Schokogeheimnis (bitte melden, wer dabei nicht an Windeln denken muss), Testarossa („Himbersaft mit einer Note Himbeergeist“) oder die braunen Flaschen mit den auf vergilbt gemachten Etiketten mit viel Gold (Old Canada, Attaché, Veterano, Dujardin Imperial, Chantré Cuvillée), denn – auch wenn uns die Namen Stil und hohes gesellschaftliches Ansehen vorgaukeln – Branntwein trinken nur Penner!
Was ist neben Saufen das liebste Hobby der Shredder-Redakteure? Backen, natürlich! Also, nachdem wir den Einkaufswagen mit Schnapps vollgeladen haben, ab in Richtung Backwaren. Juchee! Leider macht man auf dem Weg dorthin die Bekanntschaft mit einer weiteren höchst unangenehmen Erscheinung in Supermärkten: Leute, die einem im Weg stehen. Das geht ganz einfach: Man suche sich die schmalste Stelle im Supermarkt, gehe zielstrebig darauf zu und bleibe dort einfach unvermittelt stehen, um dann mit saudummen Gesichtsausdruck etwa 2 Minuten nichts zu tun. Wenn ich eines hasse, sind es Leute die mir aus reiner Dummheit im Weg stehen! Besonders häufig tun dies zwei Arten Menschen. Erstens Rentner (im Wagen: Rotessa und Mildessa Kraut, eine Dose Königsberger Klöpse, 2 Kassler und das neue Heft „Dr. Norden“), denen ich wegen ihres fortgeschrittenen Alters bereit bin, zu verzeihen, und zweitens die schlimmere Gruppe: junge Mütter. Niemand kann einem mit einem solchen Selbstverständnis im Weg stehen wie junge Mütter (und nimmt dank Kinderwagen dabei so viel Platz weg). Die denken scheinbar, bloss weil sie ein Kind auf die Welt gebracht haben (Kunststück! Das Kind nach dem 9. Monat drinnen zu behalten, wäre eine Leistung, die mir Respekt abfordern würde.), können sie sich jetzt aufführen, wie sie wollen, und wenn man sie dann unflätig beschimpft, sehen sie dies nur wieder als einen Beweis für unsere ach so kinderfeindliche Gesellschaft. Weit gefehlt, ich habe nichts gegen Kinder, aber viel gegen Deppen. Besonders eng wird’s vor dem Süssigkeiten-Regal, wo sie gerade jede Menge Süssigkeiten (mit viel Milch) einkaufen – natürlich nicht für sich, sondern für die lieben Kleinen (jaja). Also an den Müttern vorbeigequetscht, werden wir endlich mit dem Anblick der Backwaren entschädigt und laden den Wagen mit Sahnesteif, Backlets („die essbare Backform“), Käsekuchen-Hilfe, Agatin & Gustin und Schokoletto („der erste Guss zum Streuseln“) voll. Ha, fast den Hefeteig-Garant vergessen – schnell in den Wagen damit!
Damit haben wir eigentlich alles und machen uns auf den langen, beschwerlichen Weg zur Kasse („Trail of Tears“). Ein „Möchten sie mal kosten?“, das von einer übermotivierten, weil vorher langzeitarbeitlosen Hausfrau oder einem hässlichen jungen Mann ohne Schulabschluss, dafür mit Polyester-Anzug in unsere Richtung geschleimt wird, reisst uns aus unseren finsteren Gedanken. Ein Probierstand lädt ein, ein Produkt, das sich schlecht verkauft (warum nur?), zu probieren. Hier finden sich Produkte wie „Sieben himmlische Weichkäse-Variationen“ (Classic, Hawaii, Mediterranéo, Griechisch, Fiesta Mexicana, Asia und Fitness) oder der „Siebenbürgener Kesselflitzer“. Während eine dicke Frau schon die vierte Portion „probiert“, antworten wir nur mit einem knappen „Verpiss Dich mit Deiner Scheisse, Du Arschloch!“ und gehen weiter – bis uns wieder jemand im Weg steht. Diesmal ist es ein junger Mann in Hanfkleidung mit kurzen Haaren nebst einem langen „Schwänzchen“, das links hinten seinen Ursprung hat, und einem „4YOU“-Lederrucksack (im Wagen: 1 Apfel – wahrscheinlich „Pink Lady“, ein Riesen Fitnessbrot, ein Glass Natur-Artischockenpaste und Kippen). Dank der Körperbeherrschung eines Shaolin schaffen wir es, uns auch an diesem Studenten vorbei zu quetschen, nicht ohne ihm dabei „wie zufällig“ den Ellbogen in die Rippen zu hauen.
Unsere durch diese Gewalttat etwas gebesserte Laune wird prompt wieder verdorben, als uns eine Ansammlung von Produkten, die ein weiterer Beweis für die Verdorbenheit der Menschheit sind, ins Blickfeld kommt: die Fertigessen. Die Werbung gaukelt einem vor, dass die Schnellebigkeit unserer Zeit Produkte wie den Curryking (geschnittene Currywurst in rotem Matsch) oder Bratkatoffeln aus der Dose (ja, das gibt es wirklich) erfordern würde und tatsächlich findet man ein riesiges Repertoire dieser Scheisse in jedem Supermarkt. Es kommt noch schlimmer: Kassler Braten „Hausgemacht“ (ich stehe ja mehr auf Essen, das Open Air zubereitet wird…), Bistrosalat „Spargel/Schinken“ oder „Toast Hawaii“, der berühmte Frikadellen-Star oder lieber eine Packung Kohlkönig gefällig? Im Tiefkühler herrscht ähnliche Tristesse: Gyrospfanne „Gyros satt!“, Hühnerfrikasse (was ist das eigentlich?) und Rührei-Brot beherrschen das traurige Bild.
Schnell weg hier und hin zu einigen interessanten Fakten rund um den Supermarkt… Allgemeinwissen „Supermärkte“: Wusstet Ihr schon, dass Supermärkte immer gegen den Uhrzeigersinn organisiert sind? Günstige Produkte sind übrigens schwerer zu erreichen als teure und im Online-Shopping liegt ja die Zukunft! Früher hingegen gab es gar keine Supermärkte, sondern sogenannte „Tante Emma-Läden“. Beim Weitergehen ertappen wir den bereits erwähnten Studenten bei einer klassischen Supermarkt-Aktion. Dieser stellt sich bei der Betrachtung eines Glases „Balkan-Salat“ ungeschickt an, so dass dieses Glas in Scherben auf dem Boden endet. Nun der Klassiker: Ein verschämter Blick über die Schulter überprüft, ob er gesehen wurde. Dann schiebt er den Balkan-Scherben-Salat mit dem Fuss auf Alibi ein wenig zusammen, um dann mit gespielter Gleichgültigkeit den Ort des Geschehens zu verlassen. Unser Tipp an die Leser: Besonders Spass macht diese Aktion mit Kirschgrütze „Cherry-Dream“ und Pastatraum „Bolognese“!
Die Kasse ist nun fast erreicht, nur eine Hürde gibt es noch zu nehmen: die Drogerie-Abteilung. Hier gibt es mit Abstand die grösste Scheisse zu kaufen. Alles ist nämlich neuerdings mit der in einer findigen Marketing-Abteilung ersonnen „Kraft des Aktiv-Sauerstoff“ oder kurz „Oxy-Energie“ versetzt! Die bemitleidenswerten Menschen, die so etwas kaufen, sind die selben die auch Angst vor Gefrierbrand, Glas-Korrosion, Lochfrass oder der Rechtschreibreform haben, immer eine dicke Rolle Küchentücher „Dick und Durstig“ zur Hand haben und an Dinge wie „Byzantiner Königsnüsse“ oder die „Carmagnola-Minze“ glauben. Um diese Menschen (man kann sie recht gut am gebückten Gang und dem nervösen Funkeln in den Augen erkennen), sowie um die ganze Drogerie-Abteilung macht man nach Möglichkeit einen Riesenbogen.
Endlich kommen wir an der Kasse an und müssen mit Freude feststellen, dass in der Schlange vor uns nur vier Leute stehen. Die Wartezeit verbringen wir mit der Analyse der Sachen, die diese einkaufen: Als erstes in der Reihe steht ein Rollerblader (der natürlich mit Rollerblades einkaufen geht) mit dem neuesten Fotohandy in der Hand, einer modischen 3/4tel Hose und moderner Fun-Frisur, der scheinbar für eine Non-Alkohol-Fitness-Party mit ein paar anderen Arschlöcher eingekauft hat: Neben diversen Flaschen Saft fällt uns vor allem eine Flasche „Frühschlückchen“ und die gute „Aloé Colada“ von Frankenbrunnen ins Auge. An Platz zwei steht eine alte Bekannte: die Dicke vom Probierstand, die sich gerade ordentlich selbst bescheisst (belädt das Band gerade mit einer Kombination aus ätzenden Lightprodukten und Fleischsalat). Dahinter steht ein Proll „Typ Versicherungsvertreter“ mit Boss-Jeans, lila Hemd, Lederslipper (mit Bommel) und Fönfrisur „Matula“, dessen Pläne leicht zu durchschauen sind (im Wagen: drei Flaschen Asti Spumante, ein Packung „Trüffelkreation Edle Mischung“, die Supersonderangebot-CD „Love Feelings“ von der Kasse, ein Raumdeo „Emotion“, eine Packung Kondome mit Noppen und eine Packung Kleenex). Die grösste Freude erregt allerdings der Herr direkt vor uns, der – schnell als Nachbar identifiziert – nachdem er lediglich eine Bratensülze und die neue Coupé mit sich trägt, sofort in ein Gespräch mit Thema „Die letzten Einkäufe vor den Feiertagen“ verwickelt wird. Nur vier Leute vor einem, hatte man sich gefreut, doch wir haben die Rechnung ohne die Kassiererin, die (dem Stereotyp vollstens gerecht werdend) hässlich und langsam ist. Der grösste Teil der Wartezeit vergeht mit ihrem Kampf mit dem Etikett des siebten von acht identischen Light-Joghurts der Dicken. Dazu nervt sie mit penetrantem dämlichem Geschwätz. Kassiererinnen der Welt: Maul halten und schnell Kassieren ist die Devise!
Nach etwa 2 Jahren Warten sind endlich wir an der Reihe. Auf die Fragen „Sammeln Sie Punkte auf Ihrer Bonuskarte?“ (Welche Bonuskarte?) und „Brauchen Sie einen Kassenzettel?“ antworten wir mit der bereits am Probierstand bewährten Floskel, zahlen mit einem 500 EUR-Schein und dann nichts wie raus! Aus eigener Erfahrung kann wohl jeder sagen: Einkaufen ist beschissen! Auch wenn einem zwischendurch diverse Spässchen á la Student-in-die-Rippen-boxen oder Flasche-Bier-exen-und-wieder-leer-ins-Regal-stellen gelingen, auf Dauer gesehen macht einkaufen relativ wenig bis gar keinen Spass. Es wird einfach immer anstrengender, sich gegen den von Marketingdeppen, Kauf-Psychologen und Supermarkt-Architekten kalkulierten Konsum zu wehren. An jeder Ecke stapeln sich die größten Drecksprodukte und man wird von Sprüchen wie „Aus der TV-Werbung“ oder „Kauf eins – nimm 5!“ überhäuft. Das ist doch scheisse! Deswegen nehmt unseren guten Rat: geht nie wieder einkaufen! Wir ernähren uns übrigens seit dem letzten Einkauf von unserem selbst angepflanzetem Gemüse, trinken selbst gebrannten Schnaps und gehen ab und zu auf die Jagd. Man glaubt´s kaum, im Englischen Garten gibt’s noch das eine oder andere Karnickel…
Euer Shredder Mag
Ausgabe #16, August 2004
Mit Freude können wir feststellen, dass die Ausgabe 16 neben einem längst fälligen Interview mit der Tiger Army, extra vielen Plattenkritiken und der streng limitierten Shredder-Sprühvorlage eigentlich nur Blödsinn enthält.
Shredder Einlauf #3: Prominente
Shredder Einlauf #3: Prominente
Egal, ob man (in der Hoffnung, dass vielleicht gerade eine alte Folge „Praxis Bülowbogen“ wiederholt wird) den Fernseher einschaltet, den Blick in eine tagesaktuelle Zeitung wirft oder auf dem Klo in der neuen Ausgabe von „Wild & Hund“ oder „BravoGirl“ blättert, immer drängelt sich eine Gattung Mensch mit ungestümer Penetranz in unsere Aufmerksamkeit: Die Prominenten.
Überall liegen Sie in den Medien wie Zecken auf der Lauer, um sich feige auf unsere Nerven und unsere gute Laune fallen zu lassen und diese genüsslich auszusaugen! Es ist ein Skandal, welcher Stellenwert diesen Menschen in unserer Gesellschaft eingeräumt wird. Dies sei ein für alle mal gesagt!
Prominente gibt es wie Sand am Meer und in unterschiedlichsten Erscheinungsformen. Von Lokalprominenz bis zum Superstar – eins haben sie gemeinsam: Sie gehen uns nicht wenig auf den Sack! Darum haben wir uns hier nun vorgenommen einige Gruppen von Prominenten gezielt herauszugreifen, um unserem Ärger Luft zu machen. Das ist zwar mühsam und erfordert Nerven aus Stahl, aber wer sollte es tun, wenn nicht wir vom Shredder Mag? Also, los geht’s…
Fangen wir mit dem Prototyp des überflüssigen Prominenten an: Dem Promi, von dem eigentlich niemand genau weiss, warum er berühmt ist. Er hängt in Talk-Shows rum, macht Werbung für Marmelade, eröffnet Supermärkte und Autobahnraststätten, tritt hin und wieder in einem Teppichhaus auf und wenn er einen besonderes guten Tag hat, überreicht ihm der Bürgermeister von Treuchtlingen den goldenen Schlüssel zur Stadt. Doch offene Fragen bleiben: Warum genau kennt jeder Roberto Blanco? Was genau war das letzte, das Bürger Lars Dietrich aufgestellt hat? Hat die Menschheit Jürgen Drews irgendetwas zu verdanken? Warum darf der dicke Mooshammer immer und überall seinen Senf zu allem abgeben? Und warum fangen alte Frauen gleich immer hektisch zu tuscheln an, wenn Ron Williams den Saal betritt? Wie es scheint, eines der letzten grossen Rätsel der Menschheit.
Schwenken wir gleich zum anderen Extrem: der Megastar. Der Megastar ist total ausgeflippt, mindestens 10x geliftet, hat eine 93-Zimmer-Villa („Irgentwasland“) in Beverly Hills, hält sich einen Elefanten namens „Junior“ oder wenigstens ein paar Geparde, hat eine treue Fanbase in Malaysia, sammelt Buddhas aus massivem Gold mit Platinwindeln, lässt zum Frühstück Kornspitz mit dem Hubschrauber kommen, besitzt einen mit Champagner gefüllten Pool hatte schon mal eine Audienz beim Papst (Wir erblassen vor Neid!) und das wichtigste: Natürlich hat er schon Vorkehrungen getroffen, sich nach seinem Tode entweder in einem Mausoleum aus Perlmutt begraben zu lassen, bzw. lässt sich einfach einfrieren, in der Hoffnung… aaargh!!!….ich muss kotzen!
Passend zu diesen berühmten Menschen gibt es eine weitere und besonders erbärmliche Kategorie: Promis, die erst Promis sind, seit sie sich von einem anderen Promi haben bumsen lassen. Wir möchten ein paar Frage in den Raum stellen: Was hat Verona Feldbusch berühmt gemacht? Naa? Welchen Posten hatte der Mann von Maria Carey bei Sony Music? Hmm? Warum haben wir Veronika Ferres seit ihrer Scheidung von ihrem Produzenten-Macker in keiner Hauptrolle mehr gesehen? Und? In was hat Jenny Elvers noch mal promoviert? Verdammt, ich komm einfach nicht drauf! Solche Promis sind erst monatelang auf der Titelseite der Bunten zu finden, bringen dann eine eigene Modekollektion oder ein Parfüm raus, auf das die Welt gewartet hat und landen letztendlich bei SuperRTL, wo sie The Dome oder den „Frauentausch“ moderieren. Wenn sie clever sind, lassen sie sich gleich von ihrem Promi-Macker schwängern und kassieren ordentlich Alimente. Darum, liebe männlichen Promis, ergeht folgender Tipp (for free!) von uns an Euch: Beim Sex mit unbekannten Damen in Besenkammer, Gebüsch oder auf der Yacht eines Freundes: immer nur Arschfick!
Wird dies nicht beachtet, kommt es zu einer Schwangerschaft und eine neue Plage der Menschheit ist im Anmarsch: das Promi-Kind. Promi-Kinder koksen mit 14 und können in der Regel nichts. Dennoch betonen sie ständig, dass Sie das „alles ganz ohne die Hilfe ihrer Eltern geschafft“ haben. Ja was denn eigentlich? Den peinlichen JackAss-für-ganz-Arme-Verschnitt vom Sohn von Uschi Glass? Die echt unter die Haut gehenden Schmuse-Hits von Enique Iglesias? Die Internet-Pornos von Paris Hilton? Kinder, Kinder! Geht mal lieber schön zur Schule, macht danach brav eine Lehre (was anständiges: Metzger oder Krankenschwester oder so) und dann sucht Euch einen Job. Damit wäre uns allen mehr geholfen und auch ihr selbst habt eine Aufgabe, der ihr vielleicht gewachsen seid.
Mit den Promi-Kindern haben die TV-Promis eines gemeinsam: Auch sie können in der Regel erschreckend wenig. Wobei so ganz stimmt das nicht: Helmut Zerlett kann Heimorgel spielen, Maren Giltzer kann grosse Buchstaben umdrehen, Susan Stahnke kann ablesen, Slatko kann singen und schauspielern, der Küblböck kann nur singen, der Walter (der von „Der Preis ist heiss!“ natürlich!) kann Produkte anpreisen und Nils Bokelberg… äh… der kann sich fehlerfrei mit verbundenen Augen die Schuhe binden!
Wenn wir schon dabei sind noch ein paar Worte zu Promis aus Deutschland im Allgemeinen: die sind nun wirklich zweite Klasse. Till „Hollywood“ Schweiger, Claus-Jürgen Wussow, Uli Wickert – die kennt doch schon in der Schweiz keine Sau mehr!
Ganz schlimm sind auch Adlige. Die sind immer die grössten Spiesser – oder noch schlimmer: haben ein Delfin-Tattoo und fahren Rollerskates – und sind nur deshalb bekannt, weil irgendein Vorfahr im Jahre 1432 ein paar Bauern oder Rittersleute übertölpelt und dabei deren Ländereien abgestaubt hat, die seine Familie seitdem nicht mehr hergegeben hat. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Ja wo sind wir denn? Dass ganze Jahr hängen sie dann bei der Jagd, in Kanzleien oder auf Charity-Veranstaltungen ab und wenn einer heiratet ziehen sie sich ein paar Reifröcke oder Fantasie-Uniformen an und spielen „Wir haben 2004 – na und?“.
Da sind uns die Promis, die die berüchtigte „traurige Berühmtheit“ erlangt haben, schon erheblich lieber. Da steckt meist wenigsten noch ein bisserl Action dahinter. Matthias Rust fliegt 10.000 km in einer Cessna bis nach Moskau! So ein Depp. Der Kannibale von Hessen isst einen Menschen bei lebendigem Leibe und filmt sich dabei! Ist der ätzend. Das „Klonschaf Dolly“ ist das erste geklonte Schaf (wie der Name schon wage erahnen lässt!)! So ein Scheisstier. Der Elefantenmann ist soo dick, dass er von seinem eigenen Gewicht zerquetscht wird! Was für ein Looser. Ihr seht, die traurige Berühmtheit hat einen hohen Unterhaltungswert, ist aber leider ein verdammt undankbarer Job, wie auch folgendes Stück Zeitgeschichte belegt: DER ERSTE AFFE IM WELTALL! Ohne dass ihn jemand gefragt hätte, wird er in eine hässliche Ostblock-Raumkapsel gesteckt und ins All geschossen. Sein Bild geht um die Welt, er ist ein Star! Und dann? Bei der Landung fängt seine Raumkapsel Feuer und die zuständigen Raumfahrttechniker holen noch nicht mal einen Feuerlöscher. Madig, madig.
Noch lustiger sind in der Regel nur noch echte Promis, die es richtig cool verbauert haben. Rob Pilatus und Fab von Milli Vannilli zum Beispiel. Heute ein Star, morgen schon Crack-abhängig und Tankstellenräuber – schnell kann’s gehen. Und der gute alte Möllemann, dem zu Ehren wir fordern, dass die Redewendung „Ich glaub, ich mach ´nen Mölleman!“ ab sofort von allen Lesern in den aktiven Wortschatz für halbschariges sich-aus-dem-Staub-machen übernommen werden muss! Super auch der Selbstmord von Rex Gildo (aus dem ersten Stock auf eine Wiese springen und trotzdem sterben!). Ha, ha, ha, das ist Slapstick! Cool in den Sand gesetzt hat es auch der Motivationsguru Emile Ratlebrand („Tschakka!“) der mittlerweile pleite und wegen Betrug im Knast sitzt (Tja, man kann alles schaffen, wenn man es nur will…). Da keimt in einem doch schon wieder ein zarter Glauben an die Gerechtigkeit auf! Klassisch auch die Karriere der „Porno-Queen“ Sybille Rauch (War das nicht die aus „Stewardess im Samenstress“?), die mittlerweile in einem Wohnwagen auf einem assligen Campingplatz wohnt und auf’s allererbärmlichste um die Aufmerksamkeit der RTL-Boulevard-Sendungen buhlt (Beispiel gefällig? Gerne: Sie tollt mit einem etwa 200 Jahre alten, angeblichen Millionär am Strand herum und skandiert: „Ich habe meine grosse Liebe gefunden!“). Welch Trost, wenn einem Prominente wenigstens auch mal zur Freude gereichen.
Weil wir nun schon viel zu viel Zeit, als gut ist, auf Prominente vergeudet haben, sollten wir schnell zum Ende kommen. Doch zum Schluss wollen wir noch ein Geheimnis lüften, das bis zum heutigen Tag im Shredder-Hochsicherheitstresor im 39. Untergeschoss des Shredder Buildings gleich neben Teilen des Bernsteinzimmers, Napoleons Pimmel, der Schwarzen Mauritius (übrigends noch seltener als die Blaue) und den signierten Bundhosen Albrecht Dürers gelagert wurde, nämlich, welches die drei grössten Promis der Weltgeschichte sind: Jesus, Hilter und Elvis (die kennt nun wirklich jeder!).
Euer (berühmtes) Shredder Mag
Shredder Einlauf #2: Festivals

Der Sommer naht, die Vögel plärren von den Dächern, die meisten Mädels laufen nicht mehr in schwer zu durchschauenden Schurwoll-Rüstungen rum, der eine oder andere Idiot trinkt seine „Vanilla Latte Macchiato“ für 8,50 wieder im Freien und wir, was machen wir? Seit wir der Krippe entflohen sind, zieht es uns immer wieder raus aus der Stadt, direkt auf eines der für junge Erwachsene wie uns vorgesehenen OpenAir-Festivals. Die Aussicht auf eine gute Zeit mit seiner Crew, ebenso guter Musik und Bier zum Frühstück ist einfach zu verlockend. Leider jedoch müssen unsere vom Wetter gegerbten Augen Jahr um Jahr feststellen, dass einiges an retardiertem Volk sichtlich überfordert ist, wenn es um die erfolgreiche Planung, Durchführung und Nachbereitung eines Festivalbesuchs geht. Doch das Shredder Mag wäre nicht das Shredder Mag, wenn es diesen armen Hascherln nicht mit guten Rat und verbindlichen Verhaltensregeln unter die Arme greifen würde. Darum hier für eben diese armen Seelen einige Punkte, die unbedingt befolgt werden sollten, um sich nicht als Vollmongo, Depp oder gar Riesenarsch zu outen…
Auswahl
Die erste und wichtigste Entscheidung lautet immer noch: „Auf welches Festival soll ich überhaupt fahren?“. Hier gibt es keine richtigen oder falschen Entscheidungen, sondern nur gute oder schlechte. Eine schlechte Entscheidung wäre beispielsweise, auf’s „Rock im Park“ zu fahren. Begründung wirklich nötig? Nun gut: Mehrere 100 Euro Eintritt langweilen genauso wie Zeltnachbarn, die den ganzen Tag lang die neue Hosen-CD (Skunk Anansie, Guano Apes,…) hören, oder ein Überangebot an diversem Scheißdreck (Internetcafé, Achterbahn, Feuerspucker, Live-Piercing,…) und zu guter Letzt spielt auch noch Otto Waalkes Samstag Abend auf der Hauptbühne (als Vorgruppe für die Söhne Mannheims oder Emmerson, Lake & Palmer). Oh je. Für weitere schlechte Entscheidungen stehen zielsicher das „Chiemsee Reggae Open Air“ (Hippiescheisse) oder das „Taubertal-Festival“ (StammActs wie Such A Surge oder die Banana Fishbones sprechen eine deutliche Sprache…) zur Verfügung. Eine gute Entscheidung wäre etwa auf’s Dynamo oder WithFullForce zu fahren. Die Premiere des Berlinova-OpenAir letztes Jahr vermochte ausserdem zu überzeugen.
Nahrung
Hat man sich dann endlich entschieden, kommt auch schon die nächste Frage auf: „Was nehme ich mit?“. Nun gut, wenn’s ums Essen geht, gibt’s ein ganz einfaches Prinzip: bitte keine dumme Scheisse essen. Gar nicht gehen so z.B. Hühnerfrikassee „Arschloch“ mit Reis (zum im Wasserbad erwärmen…), Fisch-Frühstück-Mexico oder Muttis vorgekochtes Gulasch. Warum nicht auf bewährte Klassiker wie Nudeln mit Sosse oder Brot mit was drauf zurückgreifen? Eine große Ausnahme stellt hier der Alkohol dar, denn komischerweise schmecken auf Festivals die schlimmsten Schnäpse am Besten! Enzian, Frühstückskorn, der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Also: Einpacken!
Equipment
Was braucht man ausser Essen und Trinken noch an einem Festival? Zelt, Iso, Schlafsack, Kleidung, Ghettoblaster, Musik und evtl. noch einen Baumarkt-Pavillion für die Festival Homebase (bitte unbedingt den Allerbilligsten nehmen). Fertig. Leider gibt es immer wieder Experten, die mit riesigen Anhängern ihr gesamtes Wohnzimmer auf den Zeltplatz schleifen oder sich extra sauteures Festival-Equipment zulegen. Wozu? Ebenfalls sinnlos sind selbst-designte Gruppen-T-Shirts. Wir sind doch nicht am Ballermann! „NRW-Terrorfront“ oder „I Survived Rock im Sarg 2001“ (sic!) stärken zwar das Gruppengefühl, outen einen dann aber auch zielsicher als Riesenarsch.
Platzwahl auf dem Festivalgelände
Eigentlich ein müssiges Thema, aber für alle, die es immer noch nicht begriffen haben: Dixies stinken nach Scheisse, 40 Minuten Fußmarsch zur nächsten Bühne sind deutlich suboptimal und an Durchgangsstrassen sieht man sich den ganzen Tag mit dummen Witzemachern konfrontiert, mit denen man eigentlich gar nichts zu tun haben will. Alle anderen Plätze sind ok.
Verhaltensgrundsätze während des Festivals
Die goldene Regel (wie so oft): Sich nicht zum Deppen machen! Auch wenn zu folgender Aussage kein gesellschaftlicher Konsens besteht: Man kann auch Spaß haben und seine Würde dabei behalten. Zurückgebliebene Drecksnerds rennen immer noch „Helga!“ schreiend über’s Gelände. Falsch! Andere Spezialisten schütten sich als Zeichen ihres stark eingeschränkten Verhaltensrepertoires ihr eigenes Bier über den Kopf. Falsch! Ebenso Falsch: Klischeebehaftetes SchlammCatchen. Ist (wenn überhaupt) maximal 2 Minuten lustig und dann? Ha? Dämmerts?. Ganz schlimm auch die „Ficken: eine Mark!“-Looser. Hahaha, wie toll, mit dem Wort „Ficken“ schockieren zu wollen und dabei mit seiner unausgeglichenen Sexualität Hausieren zu gehen… Besonders auf den Sack gehen uns ausserdem die „Heute ist MEIN Tag“-Festival-Touristen. Daheim immer schön einen auf brav machen und kaum ist man auf einem Festival angelangt, muss man auch schon allen zeigen, was für ein verrückter Hund man doch ist. Dazu gehören: die noch „gute“ Jeans abreissen, spontan Bier ins Essen schütten, Erde anzünden oder einfach mal laut Furzen. Wow! Das sind dann auch meistens die, die sich Rüstungen aus leeren Bierdosen bauen (habt Ihr eigentlich nichts Besseres zu tun?) und dann abends im Techno-Zelt abspacken. Schlimm, schlimm. Hütet Euch ausserdem von Tattoo-Zelten. Die halbe Stunde im Rampenlicht steht in keinem Verhältnis zum betrunken ausgesuchten Aristocat oder 08/15-Tribal. Schlimmster von der Redaktionsmitgliedern gesichteter Fall: Zwei Dampfer auf dem Bauch. Super Idee!
Drogenmissbrauch
Grundsätzlich ist übermässiger Konsum ein willkommenes Verhaltensmuster auf Festivals. Doch auch hier gibt es einige Ausnahmen. Fangen wir beim Alkoholkonsum an: Ein Bier zum Frühstück hebt die Lebensfreude und stärkt die Sprungkraft, von Trinkbräuchen á la Trichtersaufen jedoch ist dringend abzusehen! Das Trinken direkt aus der Dose hat sich bewährt, alles andere ist viel zu bemüht und damit scheisse. Dabei bitte keine Oberrheinischen Trinksprüche oder Pfälzer Trinkrituale mit der ganzen Gruppe brüllen. Hier gilt das selbe wie für das Tragen identischer T-Shirts (s.o.) und ausserdem können echte Männer auch alleine trinken (echte Frauen natürlich auch). Den größten Schatten besitzen aber immer noch die Vollidoten, die einen Katheter-Beutel voller Bier mit auf’s Bandgelände nehmen und denken, sie wären superclever. Man trinkt doch nicht aus Pisse-Behältern! Wer Zivildienst gemacht hat, kann das sicher verstehen, alle anderen mit einem Funken Sinn für Ästhetik sicher auch. Andere Drogen sollten massvoll konsumiert werden (zur Erinnerung: Nicht zum Deppen machen!), beim Kiffen bitte darauf achten, dass man nicht das ganze Festival ausschliesslich in seinem Zelt rumsandelt und alle Bands verpasst, und Strychnin ist keine Droge, sondern giftig.
Festivals als Werbeforum
Leider hat der Kapitalismus Festivals wegen der interessanten Zielgruppe schon lange für sich entdeckt. Das ist nicht schön, stört aber nicht weiter, wenn man zwei kleine Regeln beachtet. Erstens: Keinen (!) Festival-Promo-Scheiss mitmachen! Dazu zählen der lustige Festival-Friseur ebenso, wie an einem „verzaubertem“ Seil hochklettern, Bull-Riding, seine Seele für eine Packung kostenlosen Tabak verhuren oder ähnliches. Zweitens: Nichts (!) auf Festivals kaufen. Mario’s-Ratten-Pizza für 6,50 Euro, einen original indianischen Traumfänger, einen Batik-Schlafsack oder gar ein Festival-T-Shirt (denkt an Eure Würde…) braucht kein Mensch.
Nachbereitung
Zuerst mal sollte man nach Beendigung nach Hause fahren und nicht einfach im Dreck liegen bleiben (siehe Dynamo). Also schnell Zusammenpacken und los. Dabei keine wertvollen Sekunden verlieren! Das wichtigste von allem aber: so schnell es geht, das dumme Festival-Bändchen vom Arm reißen! Denn: Was bei Wolfgang Petry scheisse aussieht, wird seine Wirkung auch bei Euch nicht verfehlen.
So, das sollte erst mal das Wichtigste gewesen sein. Also bitte noch ein paar mal durchlesen und immer dran denken: Wer bereits einen unserer Tipps in den Wind schlägt, wird am nächsten Festival wieder zu der Gruppe Scheisstypen gehören, die kein Mensch bestellt hat. Wer noch Antworten auf spezielle Fragestellungen des Festivalbesuchs braucht, wende sich bitte an uns, wir helfen gerne.
Dann mal los und viel Spaß auf der Festival-Saison 2004
Euer Shredder Mag
Ausgabe #15, April 2004
Wie ein Blitzkrieg fegte die Ausgabe #15 durch die deutsche Medienlandschaft. Die geladenen Waffen wie 2 Interviews (Generators & BoySetsFire), Reviews von verbotenen Computerspielen, Hardcore-Büchern, Konzerten und Kram entfalteten spielend ihre verheerende Wirkung. Schnell lesen, bevor es zu spät ist!
Shredder Einlauf #1

Man hat uns gebeten ab sofort, hier im großartigen southspace.com die Rubrik „Shredder Einlauf“ zu leiten, mit der Aufgabe, alle schlimmen Dinge, mit denen wir uns täglich rumschlagen müssen, an den Internet-Pranger zu stellen. Und weil es uns ein wichtiges Anliegen ist, Haß und Zwietracht zu verbreiten, machen wir das doch gerne. So, womit fangen wir an? Dass Kid Rock ein Scheißtyp ist, dass die ganzen R’n’B-Schniksen jetzt auch Nietengürtel tragen (Dürfen die das?) und dass Hausaufgaben „voll abnerven“? Langweilig, langweilig, langweilig. Bevor wir uns also blindem Populismus hingeben (später gerne), fassen wir doch erst mal der eigenen Szene prüfend von hinten an den Sack:
– Woher kriege ich das Formular, um meinen Punker-Ausweis verlängern zu lassen und wie werde ich eigentlich Mitglied in der Punkrock-Style-Polizei?
– Ist es cool und wichtig, beim Pogen wie Henry Maske auszusehen?
– Warum werde ich immer nur von Punks mit Haartönung und Accessoires im Wert von mindestens 120.000 EUR angeschnorrt und später angemacht, dass ich nicht „Punk genug“ bin?
– Welche Münchner Bands rocken wirklich so, wie sie sich’s auf die Stirn schreiben? Und welche Kneipen?
– Wann muss ich mich eigentlich entscheiden, ob ich lieber Skatepunk, Streetpunk, Orignalpunk, Rock’n’Roller, Skinhead oder Hardcore-Typ sein will?
– Wie viel stellen eigentlich die Leute auf, von denen die meiste Pöbelei kommt?
– Ist Lächeln „Punk“?
– Ist es schlimm, dass ich Abi habe?
Hm, sehr sehr schwierig. Wenn Ihr Antworten habt, publiziert sie doch bitte hier im Forum, wir kapitulieren und schreiben dann doch lieber über Jeanette Biedermann. Die glaubt doch wirklich, dass ihr auch nur eine Person, das neue im großen September-Marketing-Meeting abgesegnete Rock-Image abkauft. Man sollte sich halt mal lieber doch nicht von einem beschissenen Medienarsch mit Mode-Iro und „Smirnoff Ice“-Schlüsselband, das lässig aus der „Punk Royal“-Cargo-Arschloch-Hose hängt, beraten lassen, sondern besser von Duane Peters oder wenigstens Axl Rose. „Rocking on heavens floor“ – das ist doch kein Titel für ein Lied, sondern der Werbeslogan der „Jungen Christen Erlangen/Fürth“?
Bleibt nur die grausame Ahnung, dass genau die ihre Zielgruppe sind. Iss mir schlecht!
Ausgabe #14, Dezember 2003

Mit prallem Sack steht der Nikolaus vor der Tür und vielleicht liegt auch die neue Weihnachtsausgabe auf dem Gabentisch. Mit Infos über schlechte Süßigkeiten, grandiosen Interviews, noch mehr Zoten und allen News auf die das Punkerherz gewartet hat.
Shredder Mag erfindet den 5. Advent!
E b e r s b e r g – No Comply begleiteten Nerf Herder auf ihrer Eurpoatour dieses Jahr. Wir nutzten diese Gelegenheit für einen schon längst überfälligen Abstecher ins neue JUZ Ebersberg und erlebten ein Feuerwerk der guten Laune!

S: Please introduce yourself and the other band members at first.
K: Okay so there’s me (Kelly) and I sing. Jon plays guitar and occasionally screams. Nick plays bass and occasionally does backing vox. Si plays drums. James plays trumpet and Tom and Oz both play Trombone and occasional backing.
S: What about the history of No Comply? Where and when was the band founded?
K: It started in 1998 with three of us and a few years ago we shuffled everything around a bit, got Si to play drums and added horns.
S: Do you have a special relation to skateboarding? The first time I heard of „No Comply“, I thought about this old school skate-trick and not of a ska-punk-band.
K: Yes we’re called No Comply after the skate trick. When we first started some of us were really into skating. Jon and Nick still skate occasionally but not as much anymore, too busy practising haha.
S: How was your first european tour with Nerf Herder?
K: It was unreal. The drives were a lot longer than the UK most days but we were treated so well and Nerf Herder are amazing people. I saw so much on that tour, it’s something I’d always wanted to do.
S: Is it hard for you on tour being the only female band member? Is one of those your boyfriend in the end?!
K: It’s not hard at all. The only difference between me and them is that I don’t letch at girls when we’re driving around in the van (not all of them do this though to be fair!) and yes one of them is my boyfriend.
S: Did you like the german food and beer on tour or do you prefer your well-known „beans on toast“ or „fish and chips“?
K: I wasn’t overly keen on German food. I’m vegetarian so it was difficult for me to find things to eat apart from cheese when we were on the road. But the beer was very good.
S: There are not many bands with a female singer in the punkrock-scene. Could you imagine why girls represent such a minority in that scene
K: That’s a tough one, I don’t really know.
S: I’m a big fan of Fabulous Disaster – what punkrock bands with a female singer do you like?
K: Hmmm. I liked Hole a lot when I was growing up but I suppose they might not be classed as a ‚punk band‘ but Courtney Love was cool and she had a great angry voice. Of course then she ruined everything by writing silly songs like „Celebrity Skin‘ but the ‚Live Through This‘ album is still one of my favourites. The Lunachicks were cool too.
S: When I was a kid I really loved Michael Jackson with his mighty moonwalk. What were your favourite bands in your childhood?
K: I loved Billy Idol and Boy George. My mum caught me in the middle of the night with all her make up out and outting it on when I was about 7. I was trying to look like Boy George!
S: Your first ep was released on Deck Cheese Records and ites very hard to get. When are you going to release your first full-length album and on which label will it come out? Will there be any changes in the distribution, that german fans could get it easier?
K: Yes one of the big factors with our next release is that we must have good european distribution. It’s very important to us as we plan on touring Europe a lot more.
S: Do you have a idea which band from the UK will be the „next big thing“ in punkrock? Any friends or labelmates maybe?
K: Hmmm not sure who the next big thing will be but bands that I like are Howard’s Alias, Captain Everything, 5 Knuckle and Lightyear.
S: What do you think of a Sex Pistols-reunion? There are some rumors, saying that David Beckham will play the drums and his wife will manage the band…
K: Haha that would be funny.
S: What was your strangest experience on stage?
K: Probably being sick on stage it was really embarassing.
S: Would you play in the White House for Mr. Bushs birthday?
K: No way jose.
S: When do you return to Germany to play some shows?
K: If not December then definitly March.
S: And last but not least: your message to german punk-kiddies!
K: Ich Heize Kelly! (Sorry that’s about all the German I know).
HIMSA – Counting Tragedy And Desaster (JTTP)
HIMSA – Counting Tragedy And Desaster (JTTP)
Und eine weitere Hardcore-Band, die aber Metal macht und zwar mit richtig üblem Gitarren-Gewixe. So werden unter anderem die beiden großen Metal-Disziplinen 2stimmiges Riff und 2stimmiges Solo mit Bravour gemeistert. Für alle, die früher mit Kutte rumgelaufen sind, sofort zu empfehlen, für alle anderen auch, weil die Jungs wirklich höchst-anständigen Lärm fabrizieren. Sehr gut!
Panteón Rococó – Companeros Musicales (Übersee)
Panteon Rococo – Companeros Musicales (Übersee)
Auf Übersee Records kann man sich einfach verlassen, wenn es um Latin-Ska der 1.Liga geht! Deswegen gibt es auch hier keine grossen Überraschungen, die Herren aus Mexiko City liefern ein äußerst anständiges Pfund gute Laune ab: Eingängige Bläserparts werden hier mit Latino-Rhythmen und einer kleinen Prise Punk gepaart, so dass das Tanzbein bis in die frühen Morgenstunden geschwungen werden kann! Hut ab und weiter so!
The Suicide Machines – A Match And Some Gasoline (Side One Dummy)
The Suicide Machines – A Match And Some Gasoline (Side One Dummy)
Nach schwächeren und wesentlich leiseren Alben wieder mal ein verdammter Knaller! Die konsequente Fortführung der ersten beiden Alben: die nötige Portion Aggressivität, Hass und Rotzigkeit von „Battle Hymns“ einerseits, andererseits ihre altbekannte Art, wahnsinnig professionellen und mitreissenden Ska-Punk runterzuspielen. Ideal um auf dem Skateboard die Strassen unsicher zu machen!
Entombed – Inferno (Music For Nations)
Entombed – Inferno (Music For Nations)
Welche Band wäre besser geeignet, das Inferno zu vertonen, als die Könige im Gitarren-runter-stimmen? Und wieder liefert Entombed ein Album ab, mit dem sie zeigen, wer das Sagen hat. Und obwohl das Album nicht besonders innovativ ist, wird’s nicht langweilig – die Schweden bürgen halt einfach für Qualität, wenn’s um die Huldigung des Bösen geht. Da freut man sich doch schon wieder auf’s nächste Konzert!
Rancid – Indestructible (Hellcat/Warner)
Rancid – Indestructible (Hellcat/Warner)
Wer hätte gedacht, dass Rancid ihr Hitalbum „And out come the wolves“ von 1995 noch mal annähernd erreichen, oder sogar noch übertreffen werden? Wohl keiner, denn dieses Abum schraubte die Messlatte in Sachen Punkrock in unmenschliche Höhen. Doch das Unfassbare ist geschenen, insgesamt werden hier über 50 min. feinstes Punkrock-Entertainment mit wahnsinnig abwechslungsreichen Songs geboten: auf „Indestrucible“ reiht sich einfach Hit an Hit! Ob experimentellere Nummern, wie schon auf „Life won’t wait“ vertreten, Ska-Hymmen, Pop-Songs oder die klassisch-rotzigen Rancid-Punksongs, alles zusammen ergibt einen Hörgenuss, der das Punker-Herz höher schlagen lässt. Anspieltipps: „Red Hot Moon“ und „Tropical London“. Insgesamt gibt’s ne 1*!
Michael Schanze und die Fußball-Nationalmanschaft – Olé Espana (Ariola)
Michael Schanze und die Fußball-Nationalmanschaft – Olé Espana (Ariola)
Was unsere Nationalmannschaft da anlässlich der WM ’82 in Spanien verbrochen hat, kann man nicht anders als grobes Foul bezeichnen! Zusammen mit Kinderschreck Michael Schanze und „Stargast“ Lena Valaitis (Who the fuck is Lena Valaitis?!) haben sie nicht weniger als 16 Songs aufgenommen, die jeweils einem Land gewidmet sind. Besonder glänzen „Guten Morgen, Morgenland“ für Kuweit, „Kinder Kinder Kinder“ für Deutschland und „Buda gegen Pest“ für Ungarn. Produziert wurde die ganze Scheiße von Ralf Siegel – war ja klar. Wenn wir schon nichts Gutes an dieser Platte finden können, möchten wir wenigsten unter den Sängern den Preis für die fitteste Matte vergeben: Der geht an Ronald Borchers von Eintracht Frankfurt.
Misfits – Projekt 1950 (Misfits Rec.)
Misfits – Projekt 1950 (Misfits Rec.)
Theoretisch total arm: Jerry Only spielt mit anderen Punklegenden wie Dez Cadena (Black Flag) und Marky Ramone (Rolling Stones) unter dem Deckmantel „Misfits“ ein paar alte Rock’n’Roll-Klassiker nach und versucht so, an ein paar Kröten zu kommen, um die anstehende Rente zu sichern. Praktisch: Wahnsinn! Ausserordentlich gut ist dieses Side-Projekt gelungen! Sei es die exzellente Auswahl von 50’er Jahre Klassikern wie „This magic moment“, „Diana“ oder „Donna“, der einwandfreie Gesang von Jerry Only oder einfach nur das liebevoll gestaltete, informative Booklet. Wer Lust auf ein paar Oldies im Misfits-Format hat: bedenkenlos zugreifen, für Fans selbstverständlich ein Pflichtkauf. Allen Nerds sollte die Bonus-DVD als letztes Kaufargument wohl auch genügen!
Silent Drive – Rock H Design (JTTP)
Silent Drive – Rock H Design (JTTP)
Die Bostoner Band legt auf ihrer Debüt-EP vier Songs vor, die durchweg begeistern können. Eigentlich abwechlungsreiche und dichte Rocksongs, die aber dank unüberhöbarem Hardcore-Einfluß weder cheesy, noch belanglos klingen, sondern – wie sich das gehört – anständig wütend und direkt von Herzen kommend. Ein Mischung, die nicht nur sofort mitreißt, sondern auch die Freude auf das kommende Album schürt!
Darkest Hour – Hidden Hands of a Sadist Nation (Victory)
Darkest Hour – Hidden Hands Of A Sadist Nation (Victory)
Die Washingtoner Metal-Hardcore-Heroen sind zurück und machen mal wieder alles richtig! Von der original schwedischen Deathmetal-Produktion wird klar profitiert, die Lieder dauern jetzt doppelt solange, der Drummer hat sich noch zwei Arme und ein Bein wachsen lassen, um noch mehr Gas geben zu können, und sie haben das einzige Metal-Instrumental (10 min) der Geschichte verbrochen, das nicht stinkt – wie geil!
Shai Hulud – That Within Blood ill-Tempered (Revelation)
Shai Hulud – That Within Blood ill-Tempered (Revelation)
Sechs Jahre hat es gedauert, bis die Hardcore-Fraktion aus New York wieder ein volles Album im Kasten hatte. Eine Menge Zeit, doch die hat sich wirlkich gelohnt! Was man hier um die Ohren bekommt, ist an Perfektion nur schwer zu übertreffen. Die Jungs schafften es, das gewisse Etwas in die Songs zu schmuggeln, das man nicht gleich auf Anhieb hört. Es gibt immer wieder was Neues zu entdecken, haupsächlich sind es die unauffälligen, meist sehr melodischen Passagen, die das Album so hoch hinaus katapultieren. Zwischen Hardcore-Gewitter, vertrackten Rhythmen, eingestreuten Metaleinlagen und Backgroud-Gebrüll mischt sich immer wieder eine kleine Melodie ein, die erst als zartes Pflänzchen heranwächst, dann die Oberhand erlangt um wieder im tösenden Gitarren-Inferno unterzugehen. Toll arrangiert, höchst impulsiv, brutal und agressiv. Sehr beeindruckend.
The Generators – Excess Betrayal…And Our Dearly Departed (People Like You)
The Generators – Excess Betrayal…And Our Dearly Departed (People Like You)
Deftiger Streetpunk von L.A.’s Vorzeigerüpel Doug Dagger und seinen Mannen! Nein, denkste. Was die Generators in Perfektion auf älteren Alben zeigen, wich in erster Linie dem guten alten Rock’N’Roll. „Scheisse!“ werden die ersten sagen, aber nein, erst anhören und dann urteilen. Die Glaubwürdigkeit, mit der hier die Songs von der Hand gehen, beeindruckt beim ersten Hören schonmal ziemlich. Einen grossen Anteil verdankt dies dem grossartigem Gesang Daggers, der den Songs gehörigen Tiefgang verleiht und emotional ordentlich aufläd. Hinzu kommt ein grundsolides, funktionierendes Soundgerüst an dem es nur wenig auszusetzen gibt. Ich weiss, ich muss mit dieser Äusserung sehr vorsichtig sein, aber: Sind die Generators die neuen Social Distortion? Sieht gut aus…
Aboprämie
Um das Abonnement des Shredder Mags noch attraktiver zu gestalten, gibt es ab sofort für jedes abgeschlossene Abo einen Schweinebausatz! Jeder Ausgabe liegt nun in der Abo-Version ein hochwertiges Schweineteil bei, aus dem man nach mehreren Ausgaben ein echtes Schwein zusammenbauen kann. In der ersten Ausgabe gibt es z.B. einen echten Schweinskopf, in Ausgabe 2 das erste von zwei Paar Schweinsfüßen, in späteren Ausgaben dann mehrere Portionen Hackfleisch, usw… Wer kein Teil verpassen will, abonniert am Besten gleich!

Verdienstkreuz

Begründung:
Wer sich mit 20 Gramm Koks und 11 Nutten erwischen läßt, versteht scheins zu feiern…
Opel Rekord C Sprint

Der Rekord Sprint ist mit Sicherheit eines der schönsten Autos, die in Deutschland jemals produziert wurden (und eines der ganz ganz wenigen, das Opel nicht komplett in den Sand gesetzt hat). Stark an den amerikanischen Vorbildern orientiert, verzichtete man auf B-Säule und gab dem Rekord ein geschwungenes Heck. Die Sprint-Version zeichnete sich neben einem 106 PS-starken 1,9l-Motor u.a. noch durch ein paar Extra-Features, wie schicke Rallyestreifen und Zusatzscheinwerfer aus, um den geneigten Betrachter mit höchster Freude zu erfüllen. Leider hält der Rekord mit seinem guten Aussehen so wenig hinter dem Berg, dass man im Vergleich zum ganzen anderen Opel-Schrott aus dieser Zeit (1969 übrigens) einen dicken Batzen Geld hinlegen muss, wenn man nicht ausschließlich Rost bekommen will. Es ist doch immer das selbe…
Lexikon
Hallo liebe Kinder, hier ist wieder das Shredder-Lexikon. Heute: Thema „Punk„. Wir konnten zum Glück eine Zeitungsanzeige der Firma Debitel erhaschen, in der Punk folgendermassen definiert wird. Man sieht ein klassisches Punkerpärchen: er mit Iro, Nieten und APPD-Aufnäher auf der Lederjacke, sie mit Piercing, Leopardenoberteil und noch mehr Nieten. Beiden sehen scheisse aus. Er sagt zu ihr: „Die haben mir D2 empfohlen, also hab ich E-Plus genommen.“ Sie antwortet: „Das ist Punk.“ Ihr seht, so einfach ist das! Darunter steht noch folgendes: „Produktive Anarchie: T-D1, E-Plus. Debitel hat die Auswahl und für Sie das passende. Toll, wenn man frei entscheiden kann.“ Na schön, dann hätten wir das geklärt. Nächstes mal erklären wir euch den Unterschied zwischen arm und reich anhand eines Füllers.
präsentiert:

Die königlich bayrische Pizza

Zutaten:
200g Brezenteig, 200g Sauerkraut, 1 Radi, 2 Weißwürste, Schweinebratenkruste, 200g Obatza, Kümmel, 10 Weißbier
Zubereitung:
Den Brezenteig kreisförmig ausrollen, ein Weißbier trinken, Weißwürste und Radi in Scheiben schneiden, ein Weißbier trinken, Teig reichlich mit Sauerkraut, Radi, Weißwürsten und Schweinebratenkruste belegen, zwei Weißbier trinken, mit Kümmel würzen, ein Weißbier trinken, anschließend 15 Minuten im Backofen mit dem Obatzen überbacken, währenddessen fünf Weißbier trinken. Schmeckt bestimmt!
Initiative für mehr Bildung
Die Leser des Shredder Mags sollen ja nicht nur gut unterhalten werden, sondern gerade in Zeiten wie diesen ist es uns besonders wichtig, dass Sie bei der Lektüre auch noch etwas lernen können. Darum haben wir das wichtigste Allgemeinwissen gesammelt, mit dem Ihr beim nächsten Familienessen, Bewerbungsgespräch, etc. so richtig schön aufposen könnt. Diesmal zum Themengebiet Erdkunde:
Die Zugspitze ist der höchste Berg Deutschlands, Amerika wurde nicht etwa von Kolumbus, sondern von den Vikingern entdeckt. Regenwälder sind ja die Lungen der Erde. Eskimos haben 200 Wörter für Schnee. In Neuseeland gibt es mehr Schafe, als Einwohner. Die chinesische Mauer ist das einzige Bauwerk, das aus dem Weltall mit bloßem (!) Auge zu erkennen ist. Wenn bei uns Sommer ist, ist südlich des Äquators Winter. Die Erde wird auch „blauer Planet“ genannt, weil sie zu 2/3 mit Wasser bedeckt ist. Im Mittelpunkt („Auge“) eines Tornados ist es komplett windstill. Die höchsten Berge der Welt sind unter Wasser. Auf der Südhalbkugel fließt das Wasser andersherum in den Abfluß. Im toten Meer ist soviel Salz, dass man ohne Hilfsmittel oben schwimmt!
schaut heimlich Horrorfilme

Endlich hat Rob Zombie einen Vertrieb für seinen Horrorfilm gefunden und so konnten wir uns endlich von dessen Qualitäten überzeugen. Und tatsächlich, auch wenn die Handlung genretypisch dürftig ausfällt (zwei Pärchen verirren sich bei einem Unwetter und dann irgendwas mit Dr. Satan), ist dieser Film wirklich aufwendig und gut gemacht. Aus alten Horrorklassikern reingeschnittene Szenen sorgen für Extra-Atmosphäre und die Figuren sind phantasievoll bunt bis anständig eklig. Auch wenn der Titel dies nicht unbedingt erwarten läßt, wurde allerdings mehr Wert auf Spannung, als auf ausufernde Splatterorgien gelegt, aber das muss ja nicht unbedingt schaden. Auf jeden Fall hat sich Rob mit diesem Film seinen Nachnamen endgültig verdient





