Gossip

Marsch auf Berlin

Anlässlich der Konzerte von Tiger Army und BoySetsFire sahen wir uns genötigt, mal wieder in Berlin (genauer Kreuzberg) vorbei zu schauen (Fliegen ist übrigens tatsächlich billiger als Zug). Die Tiger Army, die leider bis jetzt um München immer einen Bogen gemacht hatte, spielte im Mad&Crazy (astreiner Psychobilly-Schuppen mit 70% Unterarmtattoo-Quote) und übertraf trotz schlechter Abmischung meine eh schon hohen Erwartungen noch. Wenn die mal in Bayern spielen – hingehen! BoySetsFire spielte am nächsten Tag mit DeathByStereo im Knaack und beide Bands kriegen eine 1+ (DBS für’s Einheizen & Metal-Soli, BSF für Profisound & Atmosphäre). Leider konnten BSF nur eine Zugabe geben, denn der Gitarist hatte hinter der Bühne gekotzt und war daher etwas angeschlagen. Zusätzlich zum unschlagbaren Kreuzberg-Style (alles besprüht, alles Assis, Döner 1,50 EUR und keine Sperrstunde) also ein höchst erquickliches Wochenende und ein weiterer Beweis, dass sich ein Besuch in Berlin eigentlich immer lohnt.

Interviews

Interview – Wilde 13

Wir befinden uns im Jahre 2002. Ganz Bayern ist von Edmunds Schergen besetzt…Ganz Bayern? Nein! Eine von unbeugsamen Mannen besetzte Band aus Rosenheim hört nicht auf, den Feinden immer wieder aufs neue Wiederstand zu leisten… Anlässlich des Releases der Promo-CD „Rockets on Eddi“ schnappten wir uns die Wilde 13 (Markus-Voc., Ron-Git., Henning-Bass, Joe-Drums) um die Fragen zu klären, die uns schon lange auf der Seele liegen (mehr zu der CD auf der Rückseite bei den Plattenkritiken):

Wilde 13 Logo_shreddermag

S: Besteht irgendeine spezielle Beziehung zu Jim Knopf, Lummerland oder Frau Mahlzahn, oder warum habt ihr euch ausgerechnet für diesen Bandnamen entschieden?
H: Jain. Jeder bei uns ist zwar mit Jim und seinen Freunden groß geworden, aber WILDE 13 steht für sich.
M:Das seh ich auch so. Wie jede Band suchten wir einen Namen. Sollte deutsch klingen, weil englisch in der Masse untergeht und ’ne Zahl wollten wir auch im Namen haben. Mit genügend Bier und einer ordentlichen Portion an Blödheit im Kopf entstehen dann so Namen wie die TOTEN HOSEN, die ÄRZTE (aus Berlin!) oder eben WILDE 13. Nach etwas Zeit erreicht die Band dann Kultstatus und die bis dato milliarden Fans lassen sich den Namen ihrer Lieblingsband auf den Arsch oder sonstige Körperstellen tättowieren. So einfach hat man sich dann die immensen Promokosten für künftige Olympiahallen-Touren gespart.
J: Ich war da noch nicht dabei und plädiere auf „nicht schuldig“.
R: Was ist Lummerland? Ist das sowas wie Friede, Freude, Eierkuchen?

S: Welche musikalischen Vorbilder habt ihr, was inspiriert euch?
M: Vorbilder gibts bei mir in dem Sinn keine. Ich will halt mal soviel Mädels wie ELVIS kriegen, die Kohle von MICHAEl JACKSON wär auch nicht schlecht. Das schöne an der Punkmusik ist doch, das man sich überall Inspirationen holen kann. Aber natürlich gibts für jeden Lieblingsbands die man in die Musik einließen läßt. Macht doch jeder so.
H: Ich hab keine direkten Vorbilder. Sorry.
R: Also da gibts ne Menge Bands die cool sind und die mich beeinflußen bzw. beeinflußt haben aber im Moment habe ich da keine Zeit für. Gut find ich PENNYWISE und HEIDEROOSJES.

S: Die persönlichen Top-5-Alben, die ihr noch mit ins Grab nehmen würdet?
H: DEAD KENNEDYS-Fresh fruit for rotting vegetables, THE CURE-Boys don’t cry.
M: DEMENTED ARE GO-On a pleasant side of hell, MISFITS-Walk among us, LIGHTENING BEATMAN & THE NEVER HEARD OF ‚EMS- st.
J: MAD SIN-Sweet and innocent, DEAD BOYS (die mit „i need lunch“ drauf)
R: Natürlich ÄRZTE, TERRORGRUPPE, GOOD RIDDANCE, BAD RELIGION.

S: Ihr kommt aus Rosenheim, was gibt es dort noch so an guten Bands/Clubs/Plattenläden?
M: In Rosenheim gibts nicht viel was gut ist bzw. was zu unterstützen wäre. Außer die VETTERNWIRTSCHAFT wo ich auch Konzerte veranstalte und es immer sonntags Frühstück für Spätaufsteher gibt. Also ideal für uns. Und den einzigen echten Plattenladen in dem es noch Vinyl gibt!!! BEBOP heißt der. Schaut da mal hin. Bands gibts eigentlich genug in Rosenheim. Ob die jetzt gut oder schlecht sind überlasse ich anderen…

S: 5 Gründe die einen Bayern bewegen nicht Stoiber zu unterstützen!?
M: Echte Bayern unterstützen den doch schon lange nicht mehr. Das sind doch alles „Daherglaffane“ aus dem Rest von Deutschland. Die kaufen sich ihr Haus am Starnberger See oder ihr Romantikschloß im Landschaftsschutzgebiet und sagen dann: „Müssen wir halt den kleinen Gnom da wählen. Der hat genug Verrückte um sich geschaart, um unser Eigentum zu schützen.“ Die sind nach außen hin wahnsinnig liberal und sozial, aber wehe sie werden morgens von Kuhglocken geweckt! Das sind die ersten die die Todesstrafe wieder einführen wollen. Außerdem was soll ich von einem Typen halten der seine Frau MUSCHI nennt?
H: Ich glaub dazu muß man hier leben um das zu verstehen.
J: Ich bin kein Bayer und sehe keinen Grund „König Edmund“ zu unterstützen.
R: Jeder Pups meiner Töchter ist wichtiger als das Gelaber von angefaulter Vorhaut!

S: Für wie viel Geld würdet ihr auf einer CDU/CSU-Wahlparty spielen?
M: Das kommt gar nicht aufs Geld an! Ich würd das gerne mal machen. Am besten mal in der Nibelungenhalle in Passau beim Reichspartei.. Ähh.. CSU-treffen. Tausende von Deppen können wir dann gleichzeitig das Trommelfell platzen lassen und deren Bier klauen. Natürlich nur unter der Voraussetzung, daß wir ohne körperlichen Schaden wieder da rauskommen.
H: Ich glaube es ist unbezahlbar oder es würde nicht unter 2x lebenslänglich in Stammheim bestraft.

S: Was würde die WILDE13 unternehmen, wenn sie an der Macht wäre (ausser kostenlos Schnaps auszuschenken)?
M: Welche Macht? Die von Castle Greyskull? Oder die von dem Star-Wars-Kram. Die Frage muss ich leider an den Henning weitergeben. Der ist der Star-Wars-Experte.
H: Freiheit für die Gummibärchen! Nieder mit Lord Helmchen.

S: Lieblingsclub/band in/aus München?
H: MISSBRAUCH natürlich. M: Also das KAFE KULT ist schon sehr fein. Bei Bands aus München fallen mir gleich Analstahl und die HI*TOPS ein! Aber da gibts auch soviele weitere die ich gut finde… is schwer.
J: Das RÜLPS in Kirchheim is ganz gut und nicht zu vergessen das JUZ in Dorfen. Die einzigen zwei autonomen Zentren hier in der nähe.

S: Markus, du singst nebenher auch noch in der Misfits-Coverband „Where Eagles Dare“. Gibt es für Dich eine vergleichbare legendäre Band? Was fasziniert dich an dieser Band so sehr?
M: Das ist eigentlich leicht erklärt. Die haben einfach saugeile Lieder geschrieben. Hatten Texte die zu deren Zeit total krank waren und waren so richtig auf dem Horrortrip. Was soll ich da als Horrorenthusiast noch mehr erklären. Entweder man mag sie oder man lässt es bleiben. Legendär würd ich daß nicht nennen, weil ich hab die live nie gesehen und alles was ich live von denen gehört hab ist so grottenschlecht daß ich mal behaupte, jede Coverband spielt die Songs besser nach als die Misfits selber. Aber die Studiosongs sind unübertroffen!

S: Gefällt dir das neue farbenfrohe Design der Misfits?
M: Das ist alles ok. Nette Platten machen die ja auch noch, aber es kommt halt nicht an das Original ran. Wenn ich heute auf ein Misfitskonzert gehe, will ich die Hits hören und nicht RAMONES oder BLACK FLAG Songs. Tut mir leid Jerry aber das ist alles scheiße was du da ablieferst!

S: Irgendwelche Kommentare zu aktuellen Glenn Danzig Veröffentlichungen?
M: Danzig schrieb und schreibt vielleicht auch noch gute Songs. Ansonsten interessiert mich der Typ überhaupt nicht und ich schätze ihn auch als großes Arschloch ein.

S: Das man von einer Band nur in den seltensten Fällen leben kann, wissen wir alle. Wie kommt ihr dennoch über die Runden?
H: Ich für meinen Teil maloche als Kfz-Mechaniker, arbeite aber nebenbei noch an einer Geldmaschine.
J: Ich studiere so vor mich hin und wenn das Geld nicht mehr reicht, jobbe ich.
M: Arbeitslos und spaß dabei. Manchmal wenigstens…

S: Zukunftspläne? Mit was kann man rechnen? Kommt die lang angepriesene Stadiontour noch, oder gibt’s bald das seit langem erwartete „Wilde 13 Unplugged Album“?
H: Die Zukunft ist noch ungewiss und hauptsächlich vom Geld abhängig, wobei die Zeit bei einem Azubi auch begrenzt und unabsehbar ist. Soviel zu den Kryptikern unter euch. Viel Spaß beim Reininterpretieren!
M: Mal sehen wann wir Mainstream genug sind… Nee, im Ernst. Zur Zeit nehmen wir neue Lieder ins Visier und ein paar Compilationbeiträge werden veröffentlicht. Wenn wieder Geld im Haus is, dann werden wir ins Studio gehen und ne neue Platte aufnehmen. Labels haben auch schon angefragt.

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Diss des Monats

Diss-Red Zac_shreddermagDer Diss des Monats geht dieses Mal an die schlimmste aller Werbefiguren: Red Zac! Ja genau, das ist dieser rosa Comichund, der überflüssige Produkte mit saublöden Sprüchen unters Volk zu werfen versucht! Oh mein Gott! Kein gemütlicher Fernsehabend kann vergehen ohne das es aus dem Fernseher dröhnt: „So what says Red Zac, Zac, Zac!“. Ich halts nicht mehr aus, welcher Idiot hat sich denn so einen Unfug einfallen lassen? Gehts eigentlich noch? Mir fehlen die Worte…

 

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Report: Kaunertal Opening ’02

kaunertal_shreddermagDieses Jahr war es mal wieder an der Zeit, beim Kaunertal Opening vorbei zuschauen. Das schwierigste hierbei war, ein Appartment zu finden, weil die meisten Vermieter Angst vor den alles-kaputt-schlagenden Opening-Snowboardern hatten. Nachdem wir diese Hürde genommen hatten, mußten wir nur noch in sinflutartigem Regen nach Feichten fahren und waren auf der sicheren Seite, denn sofort wandelte sich der Regen zu Schnee und pünktlich Freitag um 10 Uhr riß der Himmel auf. Alles schonmal sehr gut. Leider lag noch nicht genug Schnee für die Talabfahrt, aber oben gab’s gediegene 30 cm Neuschnee. Alles weitere versteht sich von sebst, so dass hier nur noch ein paar Dinge gesondert hervorgehoben werden sollen:

 

• Der Hampel vom Ültje-Promotion-Stand kann unmöglich auch nur einen Funken Selbstachtung besessen haben.
• Der Nosepress-Frontflip-Off den eingegrabenen VW-Bus runter des Contest-Fahrers, dessen Namen ich nicht weiß.
• Die Parties abends sind teuer, lohnen sich dafür aber auch nicht.
• Gösser (oder war’s Zipfel-Bier?) gibt’s jetzt auch in Platikflaschen – endlich!!
• Das Opening ist zwar ganz spaßig, dafür hat man die Wochenenden danach mehr Schnee für sich allein.
• Mit dem Postbus hochfahren ist teuer & dauert ewig, mit dem Auto brauchte man freitags allerdings Allrad oder Ketten.
• Raceboarder haben wie eh und je Schnauzer, Spaß-Mützen und stinken.

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Shredder Mag zieht ins Parlament ein!

W a s h i n g t o n , D . C . – Gäb es nicht die jungen Herren der Band Darkest Hour, könnte man momentan wohl überhaupt nichts erfreuliches aus der Hauptstadt der Vereinigten Staaten berichten. Spätestens mit ihrem letzten bei Victory erschienen Album „So Sedated, So Secure“ haben sie sich in die erste Liga der Assel-Hardcore-Metal-Bands gespielt und erfreuen das geneigte Ohr mit diesem üblen Machwerk auf’s höchste. Also sahen wir uns gezwungen, die Shredder-Concorde aus der Garage zu holen und nach Washington zu fliegen, um die ganze Wahrheit aus den Jungs herauszuholen:

darkesthour_band_shreddermagS: For all that don’t know you yet: Where are you from, when did you start and what is your mission.

DH: We are from Washington DC and Richmond VA….we started like 6 years ago but the real line up didnt begin until 98 when we started touring a lot….our mission is to bring punk back to metal…trash stages and shitty clubs and just have a good time…we think its cool if kids are smiling at a metal show…also we want to write some seriouse death metal..without singing and rapping and all that shit just straight up thrash!

S: „So Sedated, So Secure“ is full of heavy metal riffs. Did you all have long hair, jackets full of metal patches, strech-jeans and heard a lot of Iron Maiden back in the days?

DH: Sure we all dressed like metal heads in high school….shit i still rock the same jean jacket from back then but just cause you have long hair and all that shit dosen’t mean your really metal or into thrash…..i mean we love maiden but dude I don’’t know about some of Bruces outfits!

S: Some fanatic christians stole one of our articles and abused it with some kind of christian censorship for their dark goals. How would you react?

DH: Man there is just not a lot you can do except try to get them on a bunch of porn email list and take a crap in a box and fed ex it to them…I mean there is probably no resoning with their warped minds!

S: Who are the three biggest rock’n’roll-posers?

DH: * Axel Rose (doing GNR with out the other dudes…brutal!)
* every one in Metallica (except Cliff B he ruled the bass!)
* Disturbed, Korn, Staind, Limp Biskit, etc…..

S: Do you sometimes drink blood and worship satan?

DH: Only on the sabbeth the other days of the week we listen to Huey Lewis and take it easy…

S: What do you think are hottest bands around at the moment?

DH: I really like the new Entombed (morningstar) and I really think that the Crown is an awesome band…the best hardcore/metal band right now is hands down Dillinger Escape Plan….also I think Avail and Strike Anywhere are awesome……and you cant forget the band Majority Rule from DC!

S: If you had to choose: Napalm Death or Manowar?

DH: DUDE NAPALM DEATH! – they don’t film videos in OHIO! and the singer is a DUDE!

S: What is the most blasphemous thing someone could do?

DH: Listen to new Metallica!

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Editorial #11

Editorial
Jetzt reicht’s! Langsam gehen uns die ganzen saublöden Versuche von irgendwelchen Religionsfanatikern, uns zum Christentum zu bekehren, doch auf den Sack. Darum diesmal extra viel Satanisten-Scheiss, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. Ausserdem werden wir ab sofort für jeden unternommenen Missionierungsversuch die beliebte Shredder-Flugstaffel „Drossel 7“ mit „Jesus ist in der 6. Klasse zwei mal durchgefallen!“-Bannern über dem Vatikan kreisen lassen! Soviel dazu und nun viel Spass damit!

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Interviews

Interview – Entombed

Da ein Satanismus-Special nichts taugt, solange die schwedische Death-Metal-Legende Entombed nicht zu Wort kommt, haben wir uns schnell Jörgen Sandström, den Bassisten der Band, vorgeknöpft, um ihm ein paar Fragen zu stellen…

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S: After the school massacre in Erfurt 2001 media blamed computer games and metal bands once again. Your band’s name could be read, too. What do you think about this?
JS: I think it´s sad that they always blame culture movements when a tragedy like this happens. If it really was computer games or music that made such things happen, we would have kids running around killing people every single day of the week! The ones who claims such things should look into how the kid grew up and what their parents had done to the kid at first. No one that is sane will do such a thing just because of music of computer games.

S: A lot of people love Bryan Adams and say Entombed was no music. How can we get them to listen to the real stuff?
JS: I don’t want them to listen to us in the first place.

S: Do you like so called „new metal“?
JS: No, not really.

S: What are your three favourite albums besides metal?
JS: Hmm.. Bob Marley „Catch a fire“, Ice Cube „The Predator“ and The soundtrack to The Omen movie.

S: If you had to choose: KISS or Judas Priest?
JS: Judas Priest

S: After „Uprising“ I thought maximum is reached, but than the great „Morning Star“ rised and kicked the teeth out of my face. What will happen on your next album? Harder, faster, darker…?
JS: Most definetely!!

S: What is the most blasphemous sentence you can imagine?
JS: Anything religious.

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Reviews

The Revolvers – A Tribute To Chliches (People Like You)

revolvers_shreddermagThe Revolvers – A Tribute To Chliches (People Like You)
Diese Fraktion aus dem Ruhrpott entstieg der Asche der Public Toys und den Überresten von District, falls es jemand interessiert. Fakt ist jedoch, dass dieses Album mächtig rockt und alle die auf Rock’N’Roll-Glampunk und Leopardenfell stehen, glücklich macht. 13 Songs die im Backyard Babies-Format nach vorne gehen, versüssen einem den verregneten Sonntag, ein schönes Artwork sorgt obendrein für gute Stimmung. Tracks wie „Rock’n’Roll Babylon“ oder „Do You Have The Time“ könnten bald schon zu Rennern auf dem Riot-Dancefloor avancieren, eine Kleinigkeit stört mich allerdings: die Revolvers haben zwei Sänger, von denen es nur einer gut beherrscht. Ausserdem kommt manchmal auch versteckt der Deutschland-Bonus dazu, wenn es um die Texte und die Aussprache geht – Ruhrpott-Realschul-English rules! Das alles rückt durch den hervorragenden, handwerklich sauber bewältigtem Sound aber wieder in den Hintergrund und macht dieses Album zu einem ernst gemeinten Kauftipp!

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The Suicide Machines – Steal This Record (Buena Vista Entertainment)

suicidemachines_shreddermagThe Suicide Machines – Steal This Record (Buena Vista Entertainment)
Das vierte Album released und das Chaos ist auf den ersten Blick wieder mal sehr gross. Beim ersten Mal durchhören bleibt irgendwie garnichts hängen, nur die „It’s the end of the world as we know it“-Coverversion mit Background-Gebrüll von Toby Morse (H2O) zieht seine unaufhörlichen Bahnen im Grosshirn. Der Rest, ein Mix aus etlichen Jarhren Bandgeschichte und 3 Alben, entwickelt sich erst nach mehrmaligen Hören zu einer gelungenen Zusammenstellung. Die Jungs aus Detroit machen es einem auch wirklich nicht leicht, von agressiven High-Speed-Punkrock, Hardcore-Einflüssen, Ska, „Hard Rocking Sounds“ bis hin zu Raggae ist alles vertreten und wild durchgeinandergewürfelt. Das offizielle Statement auf ihrer Homepage: „…we summarized all sound to one big recipe…“ ist in diesem Fall sehr treffend. Eins haben alle Songs aber definitiv gemeinsam: grossartigen Melodien werden hier präsentiert die im Unterbewusstsein immer wieder auftauchen, entsprechende Größe zeigen und nicht mehr so leicht abzuschütteln sind. Alles in allem ein verwirrtes, wenn doch cooles Album. Neueinsteiger lieber mal mit „Destruction By Definition“ anfangen.

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Motörvershleith – Ride Kill Die (Gasolin Damnation)

motoerversleith_shreddermagMotörvershleith – Ride Kill Die (Gasolin Damnation)
Nach längerer (musikalischer) Abstinenz sind die Urgesteine des Auto-Proleten-Rock zurück. Das seit mindestens Anfang der Achtziger Jahre Alkohl-abhängige und bis auf wenige cm² zutätowierte Trio aus South Dakota schlägt mit der vollen Kraft der 32 Ventile zu. Eine Mischung aus Schweinerock, Lärm, Öl und Vergaser-Rasseln kommt da mit mindestens 100 mph über der Geschwindigkeitsbegrenzung aus dem Lautsprecher auf einen zugerast! Schön auch zu merken, dass der Sänger immer noch nicht singen kann, dafür besser denn je einen kaputten Auspuff imitiert. Das Album kann zwar das legendäre Debüt „Divinity through Speed“ nicht toppen, ergattert aber einen grandiosen Platz zwei.

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Thursday – Full Collapse (Victory)

thursday_shreddermagThursday – Full Collapse (Victory)
Was beim ersten Reinhören doch stark an einen BoySetsFire-RipOff erinnert, entpuppt sich bei genauerem Hinhören, doch als eigenständiges Album. Klar, die Idee einen Sänger mit Goldkehlchen zu Hardcore- und Emo-Songs singen und schreien zu lassen kommt bekannt vor, aber erstens kann man die genialen BoySetsFire eh mit nix vergleichen und außerdem wahr’s das auch schon wieder mit den Gemeinsamkeiten. Also von vorne. Ein Album, das musikalisch etwas an das letzte HotWaterMusic-Album erinnert, aber einen Sänger hat, der dem Ganzen durch seine klare Stimme, abgewechselt mit leidenschaftlicherei Shouterei etwas ganz eigenes gibt, wechseln sich hier getragene Parts mit Gänsehaut ab. Anhören.

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BILD-Leser beschimpfen die Titanic (Titanic)

bild-titanic_shreddermagBILD-Leser beschimpfen die Titanic (Titanic)
Ein gleichermaßen amüsantes wie erschreckendes Zeitdokument kann man bei der Zeitschrift Titanic kaufen. Es entstand, nachdem die Titanic im Laufe der WM-Bewerbung durch Franz Beckenbauer gefakte Bestechungsbriefe an Fußball-Funktionäre faxte. Das Zentralorgan des guten Geschmacks, die BILD-Zeitung, hielt das für einen Skandal und Nestbeschmutzerei, schrieb einen fetten Artikel und bat ihre werten Leser, persönlich bei der Titanic-Redaktion anzurufen, um Ihre Meinung kund zu tun, und Scharen vollkommen retardierter BILD-Leser folgten dem Ruf. Die Titanic hat die Anrufe aufgezeichnet und flux als CD veröffentlicht. Ein Beispiel: „Sind sie Deutsche, oder sind sie alles Arschlöcher?!“…

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Radio 69 – Reality Punk (Knock Out)

radio69_shreddermagRadio 69 – Reality Punk (Knock Out)
Diese Band beweist, das Schweden mehr als nur Knäcke-Brot, Burning Heart und ABBA zu bieten hat. Nicht das eben genanntes schlecht wäre (vor allem ABBA…), aber der jeweilige Zenit scheint doch schon leicht überschritten zu sein. Nicht hingegen der von Radio 69, denn die Jungs präsentieren mit ihrem 2 Album ein frisches, wenn aber auch traditionelles Stück Musik, das sich mit Oi! oder Streetpunk wohl am besten beschreiben lässt. Man könnte auch sagen Musik zum Biertinken und mitgröhlen! Die Mannen aus Oxledsvägen machen auf „Reality Punk“ alles richtig, textlich Anti-sehr-viele-Sachen, musikalisch an älteren Dropkick Murphys orientiert würde ich sagen. Mit „Someone’s Gotta Die“ von Blitz wird die kostenlose, auf Punkplatten immer gern gesehene, Bonus- Coverversion abgehakt. Artwork stimmt auch, was will man mehr? Jetzt müssen die Jungs nur noch live beweisen das sie ihr Handwerk verstehen, worüber man sich keine grossen Gadanken machen müsste.

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Takin Back Sunday – Tell All You Friends (Victory)

takinbacksunday_shreddermagTakin Back Sunday – Tell All You Friends (Victory)
Ein Band, die mir vorher nicht bekannt war, hat sich seit einem Monat in meinem CD-Player festgebissen. Takin Back Sunday ist das und gerne tue ich, wie mir der Album-Titel aufträgt. Ihre Musik zu beschreiben ist nicht ganz einfach. Es geht schon so ein bisschen in Richtung Emo (iih, das böse Wort), aber dank der zu gleichen Teilen aufmüpfigen, leidenschaftlichen, rotzigen, aber auch verzweifelten Stimme, klingt das ganz nicht nach Collegerock für verregnete Sommer oder traurige kleine Mädchen. Sehr frisch, mit sehr abwechlungs-reichen Arrangements und nicht zuletzt wegen gelegentlich Shouterei erhebt sich die Band über eineinziges Genre hinaus. Auf jeden Fall zu empfehlen.

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Munich Band Special (Teil 2)

Stimilion

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Mittlerweile schon eine feste Institution im weiß-blauen Punkrock-Himmel mußten sie den Verlußt beider Gitarristen, die sich nun in anderen Regionen dieser Welt tummeln, wegstecken. Davon aber keineswegs entmutigt, viel mehr angestachelt tritt die Band nun nur noch zu dritt auf. Große Bands haben sie schon supportet (The Living End, Strung Out, U.S. Bombs…) und sich Ihre live-Lorberen längst verdient. Gerade ist ein neues Mini-Album fertig geworden, das ich jedem ans Herz legen möchte (so wie das 2000 erschiene Debüt-Album).

Einflüsse/Vorbilder: nix, bzw. AC/DC, Ramones, The Clash, Stray Cats, The Pogues
Lieblingsclub/-kneipe: Aloah Bar, Backstage
Größtes Punker-Erlebnis: Flo hat vor einem Konzert bei einem gemütlichen Schaumbad sich selbst und die halbe Badewanne vollgekotzt.
Peinlichste Lieblingsband/-Lied: Denen ist nix peinlich und wenn, dann Puddle of Mudd und Tocotronic
Stimilion 2010: Stimilion läßt die ganze Punkrockscheiße bleiben, und macht Karriere mit Wies’n- und ApresSki-Hits. Auf dem Zenit ihrer Karriere werden sie allerdings wegen alter Geschichten von der Boulevard-Presse zermetzelt. Flo K. wird von Gläubigern zerstückelt und tiefgefrohren als Lachssteak in Entwicklungsländer verscheurt, Flo L. wird wegen Pädophilie verhaftet und kommt in Frauengefängnis und DJ Chrissi flüchtet nach Cuba, um dort in Ruhe Crack rauchen zu können.

 

Don‘ Call Us Elvis

Die Jungs um den charismatischen Frontmann mit dem prächtigen Gential Karl Anal fingen als Motörhead-, AC/DC-, Ramones- und Misfits-Coverband an, waren nun aber nach einer Menge Konzerten und ebenso vielen personellen Umbesetzungen gerade mit eigenen Liedern und einer festen und eingespielten Crew im Studio, um Ihren ersten Longplayer mit dem spitzen Wortspiel „We Call You“ einzuspielen. Bei Don’t Call Us Elvis wird Rock’n’Roll noch groß geschieben, das heißt neben schmutzigen Gitarren hängt auch eine ordentliche Portion Whisky-, Bier-, Kippen- und Benzinduft in der Luft. Dazu die mit durchzechten Nächten und ungesunder Ernährung (Augustiner, FourRoses und geschnorrte Kippen) gepflegte Stimme – sehr erfreulich!

Leider haben wir kein Interview machen können (Karl im Urlaub), darum haben wir uns einfach ein paar Antworten ausgedacht…

Vorbilder: Lemmy Kilmister, Charles Bukowski
Lieblingsclub/-kneipe: Flex, V-Markt-Restaurant
Größtes Rock’n’Roll-Erlebnis: Die erste allein geleerte Flasche Four-Roses
Don’t Call Us Elvis 2010: Nach einer Tournee durch alle großen Stadien der Welt, steigt Karl auf dem Höhepunkt des Erfolges aus, wird fanatischer Modelleisenbahner, ernährt sich nur noch von Trennkost und hört ausschließlich NewAge und Weltmusik. Erst als er nach einer Dinkel-Vergiftung das Gedächtnis verliert, hat er die Chance, seine Öko-Vergangenheit hinter sich zu lassen. Leider hat er auch vergessen, dass es den Bandnamen schon mal gab und gründet hoffnungsvoll die Band „Motörhead„. Mit angeblich selbstgeschriebenen Hits wie „Ace Of Spades“ tingelt er ab dann durch Bahnhofsgastätten und Kindergärten.

 

Entartet

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Durch den oldschool Deutschpunk-Namen schon etwas voreingenommen wurde ich vor zwei Jahren zum ersten Mal Zeuge eines Konzerts der Band Entartet. Hatte ich schon „No Future“-, „Scheiß Staat“-, „Ich mach meine Hausaufgaben nicht“-Pubertätspunk erwartet, musste ich bereits beim ersten Lied meine Vorurteile revidieren. Kein 08/15-Punk sondern sehr abwechslungsreiche Punksongs, gefühls- und energiegeladen, postiv und mit ordentlich Power waren zu hören. Sogar eine Punkballade haben die Jungs auf Lager und schaffen es, diese schwere Disziplin ohne Peinlichkeit zu meistern. Auch beim zweiten Mal, wo ich sie live gesehen habe, eine coole Show. Schön zu sehen, dass es auch noch Deuschpunk-Bands gibt, die ihre eigene Version von Punk live und auf Platte unter die Leute bringen zu können!

Einflüsse/Vorbilder: Backyardbabies, Vasco Rossi, Pennywise, Nirvana, Guns ’n’ roses, und viele mehr, denn es gibt doch mittlerweile viel gute Musik unter dem ganzen anderen vielen Dreck.
Lieblingklub: Es war das Liberty (welches ja leider Tod ist) und ist das Backstage, wo eigentlich eh alle guten Konzerte in München laufen.
Größtes Punkererlebnis: Waren eindeutig die absolut krass eskalierenden Chaostage 2002 in München oder ???????????????????????
Peinlichste Lieblingsband: Bon Jovi, Ferris MC, Die Spice Girls, und wie unsere Idole auch sonst noch alle heißen mögen………..
Entartet 2010: Die Rockenroll Übermenschen beherrschen das LAND!!!!!

 

089

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Die Hardcore-Heroen 089 gründeten sich Anfang 1999. Alle Bandmitglieder verfügten zwar über langjährige Banderfahrung, aber die verschiedenen Musikrichtungen unter einen Hut zu bringen war anfangs nicht ganz einfach. Nachdem diese Hürde gemeistert wurde, begannen die Jungs ihre ersten eigenen Songs zu schreiben und erste Auftritte (mit Braovur) zu meistern. Rückschläge, wie der Rausschmiss aus ihrem Proberaum (Der Bahn seid gedankt…) hielten sie nicht davon ab und so nahmen sie 2001 ihre erste eigene CD auf. Darauf gibt es munteres Hardcore-Gebolze, wie man es liebt, eher oldschool und längst der Amateurliga entstiegen. Weitermachen!

Einflüsse/Vorbilder: Integrity, Slayer, (Malcom Young) AC/DC, Entombed, Kyuss, Damnation A.D., SOIA, Warzone, Judge, Sepultura, RHCP, Robert Trujillo (Suicidal Tendencies), Nine
Lieblingsclub/-Kneipe in München: Favorit-Bar, Bachbett, Kafe Kult, Ballroom (R.I.P.), altes backstage
Größtes Hardcoreerlebnis: Integrity (Osnabrück, 1998), Rykers (Leipzig, Conne Island), 089 CD-Präsentation (New Backstage 2002)
Peinlichste Lieblingsband/-lied: Sugarbabes, Stars & Stribes, Korn
089 2010: Hoffentlich in guter Erinnerung oder als Headliner auf`m WithFullForce, aber nicht da wo die Bulls jetzt sind

 

Jettison

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Jettison wurde von Mitgliedern der beiden Hardcorebands My Hero Died Today und Sabeth geründet, als diese auf gemeinsamer Europa-Tour ihre Vorliebe zu ruhiger Rockmusik entdeckten, wer will kann Jettison also in die Emo-Schublade schmeißen. Die Band macht mitreißende wie gefühlvolle Rocksongs jenseits von MTV-Kitsch und vermag diese – jeder Menge live-Erfahrung aus alten Hardcore-Zeiten sei dank – auch live rüberzubringen (u.a. mit Jimmy Eat World, The Stereo oder Fireside). Nach mehreren veröffentlichten 7″s und EPs warten wir nun gespannt auf das erste Album!

Einflüsse/Vorbilder: Charlie Watts, Ringo Starr, John Lennon, Mick Jagger Lieblingsclub/-Kneipe in München: Atomic Café vs. Pacha
Größtes Punkererlebnis: Uwe & Dirk (die ältesten Punks Bielefeds) bitten mit schlechten Zähnen nach der Show um einen gebrauchten und kaputten Schlagzeugstick
Größtes Emoerlebnis: Eigene Cocktailbar im Backstage Raum. Was haben wir gelitten, als keine Drinks mehr da waren.
Peinlichste Lieblingsband/-lied: Mr Oizo, All Saints, Dimmu
Jettison 2010: 4 Entertainer in der Süddeutschen Oberliga der gepflegten Hochzeitsmusik

 

The Rancors

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Die mächtigen Rancors gibt’s seit drei Jahren. Nachdem die sich zusammengesammelt, bzw. aus anderen Bands zusammengestohlen hatten, ging es los (samt Waschbecken als Schlagzeug). Die Rancors fühlen sich, wenn überhaupt irgendwem, dann dem guten alten ’77er-Punk verpflichtet. Sie haben schon ordentlich Live-Erfahrungen sammeln können (u.a. mit Loikaemie und den Generators) und eine 7″ bei Spirit of ’69 rausgebracht.

Vorbilder/Einflüsse: Als Punkband haben wir natürlich keine Idole. Wir wollen aber auch möglichst unseren eigenen Stil bilden. Wenn, dann The Clash und Major Accident.
Lieblingsclub/-Kneipe in München: Friedshof, mit Abstrichen Atomic Café; zum Kotzen: Neues Backstage, Flex (erst jahrelang Stammkunde, dann kommt irgendsoein Hanswurst und sagt, dass hier Glatzen nicht mehr bedient werden)
Größtes Punkererlebnis: Trutnov, unsere Singlereleaseparty (extremer Vollsuff, riesen Spass, Massenschlägerei, großes Bullenaufgebot, Krankenwageneinsatz und „versuchter Mord“), Wurzen (totale Drecksauparty mit Natursekt-Action)
Peinlichste Lieblingsband/-lied: David Hasselhoff „Looking for Freedom“, Vadder Abraham „Schlumpflied“ Ted Herold (alles)
Rancors 2010: Entweder auf der Bühne, ultrafett und am Tropf hängend oder gut verdienende Beamte oder einfach arbeitslos. Aber in jedem Fall Alkoholiker.

 

Shredder Mag – Anmerkung:
Wenn Ihr nähere Informationen wollt, schaut mal auf unsere Homepage. Dort findet Ihr Links zu jeder Band. Wer beleidigt ist, weil seine Band in diesem Special nicht erwähnt wurde,soll nicht rumheulen, sondern sich lieber mal die Mühe machen, uns Infos und eine Demo-CD zuschicken!

Reviews

Munich Band Special (Teil 1)

Es ist an der Zeit endlich mal alle die Deppen, die uns durch „München ist scheiße“ und „Hier ist nix los“-Genöle auf die Nerven gehen, eines Besseren zu belehren. Dass in München nix los ist, ist eine Lüge, wenn man sich ein bisschen Mühe gibt, zu Suchen, geht’s ab wie Sau. Zu nicht geringem Teil ist dies den vielen Münchner Bands zu verdanken, die seit Jahren ihr ganzes Taschengeld und ihre ganze Zeit investieren, uns mit feinstem Rock’n’Roll-Entertainment zu versorgen. Wir haben uns also die prächtigsten Exemplare rausgesucht und wollen sie Euch nun vorstellen. Außerdem baten wir jede Band, noch ein paar Fragen zu beantworten, um ihnen ihre intimsten Geheimnisse zu entlocken. Diese waren zum Teil so umfangreich, dass wir sie leider manchmal etwas kürzen mussten (natürlich haben wir persönlich dafür Sorge getragen, den Sinn dabei so stark wir möglich zu verfälschen). In diesem Sinne: support your local scene!

 

Paint The Town Red

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Nachdem Münchens Hardcore Hoffnung sich letztes Jahr aufgelöst hatte gibt es jetzt eine neue Band, der der ehemalige MHDT-Frontmann seine Stimme schenkt. Das Debüt von Paint The Town Red ist gerade auf JOIN THE TEAM PLAYER erschienen und versteht es auf ganzer Linie zu überzeugen. Mitreißender Hardcore neuer Schule, im Vergleich zu My Hero Died Today weniger vertrackt, dafür mit voller Rock’n’Roll-Breitseite mitreißend. Das hier Profis am Werk sind merkt man sofort. Ordentlich live-Erfahrung hat PTTR auch schon sammeln können, kann eigentlich nix mehr schief gehen. Haltet die Augen offen!

Einflüsse/Vorbilder: Alle Bands, die authentisch sind, mitreissen und bei denen Leidenschaft zu spüren ist. Rocken müssen sie natürlich auch noch, Style ist egal.
Lieblingsclub/-kneipe: Kafe Kult, Nuovo Italia (Kurfürstenplatz), Bagel Shops Leopoldstraße, Backstage
Größtes Hardcore-Erlebnis: Die erste echte Hardcore-Show, wegen der Intensität, der mitreißenden Power und der positiven Stimmung, bzw. 1991 Gorilla Biscuits in der Kulturstation (Marco)
Peinlichste Lieblingsband/-Lied: Denen ist nix peinlich und wenn, dann Strife nach der Reunion-Tour.
PTTR 2010: Sie sind alt gehen bowlen und machen Jazz. PTTR besteht mit anderm LineUp als Boygroup weiter. Vielleicht machen Sie auch als Retro-Emo-Band weiter, scheißen auf ihre Ideale der Jugend und machen ab und an eine Reunion-Tour, wenn sie Geld brauchen.

 

Constraint

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Zu meiner großen Freude wurde mir das Debüt-Album der Münchener Constraint in die Hände gespielt. Melodischer Punkrock, der seine Sympathie zu Bands wie Pennywise und Bad Religion nicht verhehlen kann, aber dennoch nicht als billige Kopie langweilt, ist darauf zu hören. Alles schon straight und ohne eine Sekunde Langeweile. Sehr gut!
Einflüsse/Vorbilder: alter West-Coast Punkrock, East Coast Hardcore
Lieblingsclub/-kneipe: Backstage, Aloah Bar, Flex, U-Schall, s’Stüberl…
Größtes Punkrock-Erlebnis: Die Captain-Smolek Zahnlücke vom Mace
Peinlichste Lieblingsband/-Lied: EAV „Coppacabana“, David Hasselhoff „I’ve been looking for freedom“
Constraint 2010: Still fighting for law and order

 

A Tribute To Mister Betonohr

A_tribute_to_mister_betonohr_shreddermagJeder, der in den letzten Jahren mal in München auf einem Punkkonzert war, hat ihn gesehen, den Typen mit langem Bart, langen Haaren, Cap, Bier in der Hand und den einzigartigen Zebra-Basketballschuhen, der immer vorne rechts vor der Box stand. Mr. Betonohr, eine feste Institution der Münchner Punkrock-Szene. Im Schnitt auf 200 Konzerte pro Jahr bracht er es. Leider wurde er im Juli 2001 tot in seiner Wohnung gefunden. Als wohlverdientes Andenken und würdiges Denkmal haben sich nun mehrere Münchner Bands auf dem „A Tribute to Mr. Betonohr“-Sampler zusammengetan. Diesen bekommt Ihr über die Homepage der (übrigens auch positiv zu erwähnenden) Münchner Band Ya-Hoo (www.ya-hoo-music.de) für 10 €.

 

 

Jetsaidready

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Nachdem sie einige Zeit im Bandproberaum verbracht hatten, beschlossen vier Burschen mit Erfahrungen aus diversen Münchner Bands Anfang 2001 die Band Jetsaidready zu gründen. Daraufhin investierte man ein paar Monate, um einen eigenen Sound zu entwickeln, un so nahmen Sie Ende 2001 ihre erste EP auf. Jetsaidready spielen eine Mischung aus melodischem Punkrock und Indy-Rock mit leichten Hardcore-Einflüssen. Seitdem konnten sie sich bei zahlreichen Auftritten in und um München fit machen und gehen im Herbst wieder in Studio. Wir sind gespannt!

Vorbilder/Einflüsse: Maradonna, Slayer, Kenny von South Park, Sachsen Paule
Lieblingsclub/-Kneipe in München: Harthof-Einkehr, P1, Pille Mille(in der Pilgersheimerstr.)
Größtes Punkererlebnis: KISS im Madison Square Garden 1977, ein Treffen mit GG Allin 1988
Peinlichste Lieblingsband/-lied: Jetsaidready, Anal Cunt
Jetsaidready 2010: In der Harthof-Einkehr mit Lemmy von Motörhead

 

The Lucky Punch

theluckypunch_shreddermagWelche Münchner Band kann sich schon damit brüsten, Vorgruppe für Motörhead gewesen zu sein? The Lucky Punch sind die bayerischen Spezialisten, wenn es um 70ies-lastigen Rock’n’Roll geht. Wer jetzt einen weiteren Hellacopters-Klon erwartet, kann beruhig werden. Auch wenn es natürlich Parallelen gibt, haben die Jungs schon längst ihren ganz eigenen Stil, der auch live seine Wirkung nie verfehlt – gute Show mit solidem branchenüblichem Posing. Sie blicken schon auf mehrere zu empfehlende Veröffentlichungen zurück, spielen ständig vor allerlei crediblen Rock’n’Rollern (zu viele, um es aufzuzählen) und ich bin mir sicher, der Zenit ist längst nicht erreicht. For those about to rock, we salute you!

Vorbilder: AC/DC (mit Bon Scott), Motörhead (mit Eddie Clark), Lynard Skynard, MC5
Lieblingsclub/-kneipe: Aloha Bar!
Größtes Rock’n’Roll-Erlebnis: Motörhead zu supporten !
Peinlichste Lieblingsband/-Lied: Schwierige Frage, gute Freunde von Franz Beckenbauer!
The Lucky Punch 2010: Wir werden AC/DC auf ihrer großen Abschieds-Welttournee supporten

 

Slamdamn

slamdamn_shreddermagWohl mit die älteste noch existierende Hardcore-Band München ist Slamdamn (est. 1993). Seit Jahren die Münchner Garantie für mitreißende Hardcore-Shows. Zwei CDs haben sie schon in Eigenregie herausgebracht und sind die jährlichen Veranstalter des „Munich Hardcore Festivals“. Musikalisch befinden sie sich irgentwo zwischen OldSchool-Hardcore und Punk mit vielen Abwechlungen. Ihre Texte wollen ohne erhobenen Zeigefinger, political correctness oder Verurteilung aller nicht StraightEdger ein Ansporn zum selbstständigen Denken und Handeln sein. Sie standen wohlverdient schon mit fast jeder Hardcore-Größe auf der Bühne (Agnostic Front, Refused, Earth Crisis, Madball um nur ein paar zu nennen) und wer sie schon mal live erlebt hat, wird sich sicher dran erinnern.

Einflüsse/Vorbilder: Superman (der einzig wahre Anarchist), alle Menschen, die mit der Natur leben und sich nicht von anderen vorschreiben lassen, was sie zu denken haben, bzw. gar keine
Lieblingskneipe/-club in München: A5, Kafe Kult, auf gar keinen Fall der Kunstpark Ost
Größtes Hardcore-Erlebnis: Conflict (Theaterfabrik, 1989), HC-Festival (A5)
Peinlichte Lieblingsband/-lied: Peinlich, was ist das?
Slamdam 2010: Auf der Bühne, für Leute, die nicht aufgehört haben HC zu hören und zu fühlen, also so wie jetzt auch

 

The Reekys

thereekys_shreddermagAnno 1995 entschlossen sich die Reekys, ihre Matchboxautos, Masters und Pogosticks gegen Gitarre, Bass und Schlagzeug einzutauschen. Seitdem spielen sie ungehobelten „Live Action Punkrock“, der ordentlich bolzt und ordentlich Ramones beeinflusst ist. Ihre LiveActionPunkrockShows durfte man schon in ganz Europa unter anderm mit den SonicDolls, Chixdiggit! und den Queers bewundern. Ein paar 7inches haben sie schon vollbracht und für den Herbst ist das Debüt-Album des dynamischen Trios geplant. Wir freuen uns schon drauf!

Vorbilder/Einflüsse: Ramones, Dead Boys, Rocks, Johnny Thunders & The Heartbreakers, The Sonics, Head, Riverdales, The Queers, Screeching Weasel
Lieblingsclub-Kneipe in München: Aloha Bar, Friedshof, Substanz
Größtes Rock’n’Roll-Erlebnis: Ramones live, TRBNGR live und als nachdem wir auf unserer ersten Tour auf Versehen Diesel in die Trinkwassertank unseres Busses getankt hatten…
Peinlichste Lieblingsbands/-lied: Hank Spinalzo & The Surf Detectives, The Bionics, G.V.K

 

Tipp:
Das Munich Band-Special Teil 2 gibt es hier!

Gossip

Scheißtattoo-Report

Wir haben knallhart recherchiert und herausgefunden, dass Tattoowierungen nicht mehr von alleine weg gehen! Umso verwunderlicher ist es, was sich Leute für eine Scheiße tattowieren lassen. Ich meine jetzt noch nicht mal so 08/15-Kram wie Delfin oder das Herz mit “Mutti” drinnen, sondern Tattoos, wo es einem wirklich schwer fällt nachzuvollziehen, was sich derjenige dabei wohl gedacht haben muss. Nachfolgend findet Ihr ein paar traurige Beispiele! Da kann man sich doch gleich einen Dosenöffner oder ein Butterbrot stechen lassen. Also, überlegt’s Euch gut, was Ihr Euch tattowieren lasst, damit was Gescheites dabei rauskommt, und bitte nicht mehr erst saufen gehen und dann noch mal schnell auf’n Sprung im Tattoo-Shop vorbeischauen…

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Interviews

Stylerkarren-Special: Interview mit Roger Miret

Stylerkarren-Special: Interview mit Roger Miret

Dieses Mal gibt’s keine Stylerkarre, sondern wir haben Roger Miret interviewt, der neben seiner Tätigkeit als Hardcore-Legende und Frontman von Agnostic Front auch noch maßgeblich am New Yorker Autoclub “The Rumblers” beteiligt ist, und in seiner Freizeit gerne an seinen Karren rumschraubt.

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S: What was your first car?
RM: My 1st car was a 1966 Dodge Duster.

S: What cars do you own today?
RM: Today I own a 1950 Ford Custom and a 1932 Chevy Hot Rod Coupe.

S: Tell us about the rumblers.
RM: The Rumblers CC is greaser rock n roll club with no cars later than 1965. We consider ourselves Hot Rod Hooligans. Check out the website at www.rumblersNYC.com

S: Ever thought of buying a 2002 model? What would it be?
RM: Probably the new Renault Mini.

S: What is your personal dreamcar?
RM: I own it already. 1932 Hot Rod Coupe.

S: Horsepower – how much is enough?
RM: realistically, it all depends on what weight it needs to push. I am very happy with my vintage Rocket 303 engine in my ’32 Coupe.

S: What do you think is the fascination in cars?
RM: I am a motorhead. I always loved bikes and cars. That is why I work for Harley Davidson also. I just like the outcast lifestyle and the attitude that these bad ass machines reflect Hardcore!

S: Automatic or manual transmission?
RM: Manual.

Interviews

Lebenshilfe

Das Leben steckt voller Fallen und Unsicherheiten. Immer wieder muß man Hürden überwinden und oft scheint es kein Ein noch Aus zugeben. Für einige besonders schwere Probleme des Alltags konnten wir einen echten Experten gewinnen, uns Tipps für das richtige Vorgehen zu geben. Kein geringerer als Blag Dahlia, der Sänger der Dwarves, gab uns Antworten auf dringliche Fragen, die das Tor für ein einfaches und erfolgreiches Leben bilden:

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S: If there’s a girl I really like but she doesn’t even look at me, what can can I do to make her think I’m the coolest guy ever?
BD: Completely change your personality omitting any hint of your actual thoughts, feelings or desires.

S: At a party I call a guy „funkin‘ asshole“. One second too late I realize, that he’s 7 ft tall and heavyweight-boxer. What can I do to save my life?
BD: Explain that he is actually appearing on your new hidden camera reality show, laugh it off and get him a drink. Then run.

S: How do I become a real punk?
BD: Go to prison and get fucked up the ass.

S: Tell us some original Dwarves-Sextricks?
BD: Never perform cunnilingus for any reason. Lie alot.

S: What’s the best excuse when I don’t want to go to work/school in the morning?
BD: Taxoplasmosis.

S: What records should I play on a romantic rendevous?
BD: Johnny Mathis Greatest Hits or God Bless Tiny Tim.

S: There is a big party and everyone is invited – but me, cause I puked on the hostess on last year’s party. How do manage to get in?
BD: Blackmail.

S: My parents force me to go to church every sunday. What can I do to make these 2 hours more entertaining?
BD: Fantasize about the comely young lass two pews down.

S: What can I do to get rich?
BD: Get off the internet.

Gossip

Insektenkunde

Die Plustech Forest Walking Machine
Eine riesengroße Ameise hat die finnische Firma Plustech sehr zu unserer Freude entwickelt. Eigentlich zum Waldboden-schonenden Holztransport in unwegsamen Gelände gedacht, kann der Walker auf seinen sechs Hydraulik-Beinen vorwärts, rückwärts und seitwärts gehen und sich sogar auf der Stelle drehen. Hindernisse sind kein Problem, der Walker steigt einfach drüber hinweg und obendrein ist die Steuerung über einen Joystick auch noch kinderleicht – viel zu schade also, um in irgendwelchen finnischen Wäldern zu versauern! Wir denken, dass er auch perfekt für extremes Posing in der Stadt geeignet ist, auch wenn er auf blanken Asphalt eigentlich total unterfordert ist.

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