Gossip

Das schlechteste Musikvideo aller Zeiten

Wochenlang saßen wir im Shredder-Archiv, jetzt haben wir es gefunden:

Warum?

1. Phil Collins
2. Der XXL-Mantel aus Pappmache
3. Singt der wirklich in seine fuckin‘ Drumsticks?
4. Der Spice-Girls Signature Kick (1:10)
5. Billiard ist Looser-Sport (1:54)
6. Sich die ganze Zeit selbst einen für seine eigenen Scheiss-Jokes reinclappen
7. Das Synthi-Solo (2:10)
8. Der leicht unterwürfig angejazzte Gitarrist
9. Rhönrad – warum? (3:28)
10. Oh my god (3:48)

, ,
Reviews

Get Dead – Honesty Lives Elsewhere (Fat Wreck)

Get Dead - Honesty Lives Elsewhere_shreddermag

Endlich ein neues komplettes Album von Get Dead aus San Francisco. Der Vorgänger „Bad News“ war schonmal eine Ansage in Sachen Punk mit Country/Folk-Anleihen, der nicht nervt (eine eher schmale Kategorie) und auf „Honesty Lives Elsewhere“ wird diese Line konsequent weiterverfolgt. Dafür brauchen Get Dead keine aufwändige Produktion, ein paar gute Songs und ein Sänger, der in jedem Takt alles gibt, reichen. Vom straight hingerotzten Punk-Opener „Slience“ bis zur (satanseidank nicht kitschigen) Akustiknummer „Ordance“ alles dabei. Live übrigens auch sehr geil!

,
Reviews

Seek Nothing – s/t (via Bandcamp)

Seek Nothing_shreddermag

Meine Fresse, was zieht denn da für ein Blitzgewitter auf? Wer hat die Wahnsinnstypen denn von der Kette gelassen? Lange hat mir so straight runtergeprügelter Hardcore nicht mehr solche Freude gemacht. Hier erstmal nur die 4 Track-EP – liebe Berliner Freunde, ab ins Studio und mehr davon!

,
Reviews

Thrice – Be Everywhere Is To Be Nowhere (Vagrant)

Thrice - To Be Everywhere Is To Be Nowhere_shreddermag

5 Jahre haben sich Thrice Zeit gelassen und fast wären sie garnicht zurückgekommen, doch nun ist das neue Album da. Das Schöne an Thrice ist, dass die Alben mit jedem Hören gewinnen und sie sich immer ohne Rücksicht auf den Einriss von Schubladenwänden weiter-entwickelt haben. Das neue Album klingt beim ersten Hören fast schon nach Ami-Mainstream-Rock (teilweise sogar wie die Foo Fighters, wenn sie 1 mm Tiefgang oder irgendwas zu sagen hätten), doch dann ist da plötzlich wieder diese herrliche Getragenheit und Komplexität in den Arrangements, die doch etwas ganz anderes draus machen.

, ,
Reviews

Feine Sahne Bronx

Das erfreulichste an diesem Schrottsommer sind scheinbar die Konzerte: Feine Sahne Fischfilet (8.7. Feierwerk) sind einfach korrekte Typen. Und haben bei gefühlten 200 Grad und 1000 % Luftfeuchtigkeit das Publikum ziemlich glücklich gemacht. Ebenfalls im Feierwerk (13.7. Kranhalle) haben The Bronx gezeigt, wie AC/DC klingen würden, wenn sie nach Back in Black nicht immer älter und Apres Ski, sondern schneller und punkiger geworden wären: Geil! Die Jungs aus LA meinen das einfach sehr ernst mit dem einheizen.

 
TheBronx_shreddermag

, ,
Gossip

Smartphone-Skateboarding

Was wäre, wenn mann skaten würde und es würde einfach nur Spass machen? Nicht auszudenken! Alles muss geteilt und im Internet zu Posing-Zwecken dringend verwurstet werden, damit alle permanent darüber unterrichtet sind, was für eine geiler Hund man ist. Darum gibt es jetzt von Syrmo, den digtialen Selfie-Stick für’s Skateboard. Einfach einen kleinen Taschenrechner unter die Achsen geschraubt, mit dem Smartphone verbunden und – zack – endlich kannst Du jede Bewegung mit dem Board aufzeichnen und im Internet zur Schau stellen. Geil!

 

Gossip

…mag auch alles, was nicht bayerisch ist!

Garnicht so lange her, da waren Burschenvereine, Trachten, Tradition und bierdimpfliger Lokalpatriotismus noch rückständig und uncool. Dann kam der Trachtenhype und mittlerweile wabert ein unreflektierter Mia San Mia-Lokalpatriotismus durch die Stadt, irgendwo zwischen Karneval und stumpfem Wir-sind-besser-als-Ihr-weil-wir-hier-wohnen-und-nicht-dort. Große Leistung in München geboren zu sein und nicht in – sagen wir mal – Duisburg oder Damaskus… Bayern_shreddermagWenn man z.B. durch Untergiesing geht, wo an jedem Laternenpfahl junge, sympathische Familien bezahlbare (max. 2500 € kalt) 3-4 Zimmerwohnungen suchen, wird auf jedem Zettel betont, dass man entweder aus München oder noch besser direkt aus dem Viertel kommt. Da scheint es eine stille Übereinkunft zwischen diesen Sympathen und potentiellen Vermietern zu geben, dass auswärtig = schlechter ist. Interessant bis unangenehm… Das richtige Produkt für alle „echten“ Münchner gibt es nun auch bei The Casual MONKS:  Shirts mit bayerischen Hipstermotiven mit denen man sich im Glockenbackviertel von den Zuagroaßten abgrenzen kann. Ich zitierte von der Webseite: „Eine Rückkehr der Ehre„, „Die MONKS stehen für traditionelle Werte“ und noch besser „Als geborene Münchner orientieren sie sich stark an der bayerischen Kultur und bringen sie in Einklang mit eigenen Werten.“ und weiter „Der Gewinn: hochwertige Textilien mit ausdrucksstarken Motiven. Kleidung für alle, die unsere Werte teilen und sich damit von denen abgrenzen, die es nicht tun.“ – Oida, wo hat sich der Texter denn da inspieren lassen? Ich würde mal sagen, alle bitte schön locker und weltoffen bleiben und wir sehn uns mit oder ohne Tracht (weil: egal!) auf der nächsten Wiesn!

Reviews

Violent Femmes – We Can Do Anything (Pias)

Violent Femmes - We Can Do Anything_shreddermag35 Jahre nach Gründung der Band und 15 Jahre nach dem letzten Album melden sich die Violent Femmes zurück und schrammeln einfach weiter, als wären sie nie weg gewesen. Noch immer geht es um das Mich und Dich, noch immer sind sie damit nicht retro, sondern Freaks und noch immer gibt es Absurdität und große Harmonien ganz eng beiander. Sehr schön!

,
Reviews

The Thermals – We Disappear (Saddle Creek)

The Thermals - We Disappear_shreddermagDie Thermals nähern sich der Garage nicht von der klassischen Sonics/Ramones Seite an, sondern direkt aus der Alternativecke (Portland). Durch ihre fantastisch minimalen Songs und das Weglassen unnützem Gehabes gelingt ihnen damit ein dichtes Album voller Hits. Allen Zweifler sei etwa „Hey You“ ans Herz gelegt, ein Riff pro Lied muss reichen, wenn es gut ist. Stimmt!

,
Gossip

GAZ 24-95 Volga 4×4

GAZ 24-95 Volga 4x4_shreddermag

Während der längst überwunden geglaubte kalte Krieg gerade eine Comeback-Tour veranstaltet, setzt das Shredder Mag ein Zeichen der Versöhnung zwischen Ost und West und huldigt diesmal einem russischen Fabrikat: Dem GAZ 24-95 Volga 4×4. Lange bevor Mutti das SUV automatisch vor’s Reihenhaus parken lässt, hatte GAZ den Charme von hochgebockten Karren entdeckt. Mit dem kleinen Unterschied, dass hier die Platform eines russischen Allrad-Militär-Fahrzeuges (zweistufige Getriebeuntersetzung inklusive) herhalten musste und nicht der aktuelle VW Polo. Breschnew hatte einen für Jagdausflüge, so richtig im Massenmarkt ist er nie aufgetaucht. Eigentlich schade.

Reviews

Deafheaven (Feierwerk, 30.03.2016)

Die Jungs aus San Francisco wurden ja von der Presse ordentlich abgefeiert, doch so richtig hatte sich mir der Hype noch nicht erschlossen. Also ab auf’s Konzert und Recherche vor Ort. Los ging’s erstmal mit einer Band (irgendwas mit Runen), die bei mir im Hirn leider in der „Within Temptation“-Ecke gelandet ist. Kann ich mir gut auf einem Mittelalter-Metal-Festival vorstellen, für die etwas Härteren. Wobei, untighte Drummer sind halt immer eine haarige Angelegenheit. Und stand da wirklich ein Keyboard? Egal, Deafheaven betraten schließlich die Bühne und ja, das ist eine Wahnsinns-Band. Extrem dichte Gitarren, Harmonien zum Schneiden und hier nun eine tighte Profi-Soundwalze. Sehr schön! Aber was sollen die ständigen Black Metal-Zitate? Das wirkt auf mich sehr gewollt bis beliebig, hätte die Band doch garnicht nötig. Ich habe mich mit der US-Ambient-Nummer eh schon immer schwer getan und das endlos verhallte Gekreische des Sängers wurde mir sehr schnell fad. Schade, ansonsten alles super, aber ich glaube, die wollen den behalten.

 

Deafhaven_shreddermag

, ,
Reviews

Konzertreviews, diverse

Einige schöne Konzerte diesen März in München: Am 3. gab’s beim Togetherfest im Backstage die volle Packung. Kings des Abends für mich Modern Life Is War. Der Sänger berstet fast vor live-Energie, da heisst es entweder mit offenem Mund dastehen und lernen oder rein ins Getümmel… Ebenso gut natürlich die Elder-HC-Statesmen von Gorilla Biscuits und GWLT hauen schon sauber rein, wenn man ein bisschen Pathos abhaben kann. Weiter gings am 16. immer noch im Backstage bei Baroness, die mal ganz klar den Sympathie-Award abgeräumt haben. Das neue Album wurde live eindrucksvoll präsentiert und ja, die haben Hits! Und dann waren da noch die alten Herren von den Generators am 18. in der Glockenbackwerkstatt. Alte Schule, aber die haben nix verlernt (auch wenn sie’s in den letzen Jahren ein bisschen haben schleifen lassen), da gehe ich auch die nächsten 10 Konzerte wieder hin.

, , ,
Interviews

Interview with The Brokedowns

Die Brokedowns aus Elgin bei Chicago sind in Deutschland ein Geheimtipp! Ihr letztes Album „Life Is a Breeze“ ist ein echter Punkrock-Knaller frisch aus der Garage, unverkrampft und extrem mitreissend. Wer hinter der Band steckt und warum die feinen Herren noch nie in Deutschland waren, erfahrt Ihr im Interview mit Gitaristen Eric Grossman…

The Brokedowns_shreddermag

S: Can you please introduce the band?
B: We are four fatties from the Midwest and we all grew up in Carpentersville/Elgin/Algonquin. Moose plays drums, Jon plays bass and sings, Kris plays guitar and sings and I (Eric) play guitar and sometimes sing.

S: „Life is a breeze“ is good stuff! How would you describe the sound compared to your older stuff?
 B: Thanks. We’ve been a band for a long time and our first full length, „Let the Disappointment Begin“ truly lives up to its name. Compared to that, „Life is a Breeze“ is definitely more polished and more thought-out. I’d like to think we progressed in a positive direction with each record and „Life is a Breeze“ sets the tone for future releases. New Brains For Everyone was pretty poppy and our first polished recording, Species Bender was a darker and more gritty and Life is a Breeze evens them out.

S: The video of „Apocalypse Seaside Heights“ was very promising – will you finally record a black metal album anytime soon?
B: That’s the closest we’ve gotten and probably will get so no guarantees. However, I can guarantee you that it if we did, it would suck. Hard.

S: Who would be playing in your all-star punk band?
B: John Lennon and Chuck Berry on guitar, David Lee Roth singing, Neil Hennessy on drums, and John Paul Jones on bass. I think that would be a pretty bad-ass punk rock band.

S: Tell me about your local music scene. Is there any bands around that are as good as you?
B: There are definitely bands better than us. The Chicago scene is pretty stellar and there is no shortage of punk bands and shows but out where we live, Elgin, it’s no comparison. If Chicago weren’t so close Elgin would probably have more to offer but a lot of the big touring bands play in Chicago and that’s just where everyone goes to see shows.
Elgin has had ups and downs when it comes to music. There are periods where shit is awesome and other times where there is literally nothing going on. Right now there are some cool people who do shows at a bar in Elgin called The Dutch. We’re actually playing a benefit show there tomorrow night. Elgin has had its fair share of cool venues including the Subject House which had some pretty awesome shows until it came to an end.
As far as bands go, just off the top of my head, some pretty awesome bands currently playing from the Chicago area are Rad Payoff, Meat Wave, Elephant Gun, Drilling For Blasting and The Usuals. The Usuals are an Elgin band and they’re the ones who do the shows at the Dutch. Elgin is the root of some pretty awesome bands that are no longer around as well like Slapstick, Tuesday and Tricky Dick.

S: What are your plans? Will you be touring Germany anytime soon?
B: We’re currently working on a new record that will hopefully be out later this year or perhaps even early next year. We’re old and two of us have kids so touring is very limited these days. We’ve always talked about touring Europe but it’s never gone beyond the talking stage.
We’d love to come to Germany. My grandparents came to the US in the 1920’s from Stuttgart so I’d turn that into a nerdy sight-seeing adventure too.

Fin.

, ,
Gossip

fragt sich?

Bin ich einfach nur zu alt oder ist das hier wirklich super-lame?

 

https://www.youtube.com/watch?v=uoVbMonYsG8
,
Reviews

Beach Slang (Milla, 07.02.2016)

Nach grandiosem Album nun noch die grandiose Tour: Wer Beach Slang am letzten Sonntag im Milla verpasst hat, solle sich hiermit in den Allerwertesten beissen! Auch wenn die Jungs auf Philadelphia viel zu bescheiden sind, das jemals zu zugeben, hier sind echte Profis am Werk. Sänger James Alex (den einige vielleicht noch von der 90iger Pop-Punk Band Weston kennen) hat an diesem Abend allen gezeigt, wie man als Frontmann das Publikum mitnimmt. Nach der Ansage „tonight I’m going to get drunk totally on purpuse“ und ein paar geexten Bier wurde der Schalk aus dem Nacken von der Leine gelassen. Solche Entertainer-Qualitäten habe ich das letzte Mal bei Biff Malibu von Gluecier erlebt.  1000 % sympatisch gab es zwischen den Lieder nun unter stetigem Gekicher konsequent Quatsch und (tatsächlich glaubwürdige) Liebesschwüre an Publikum und die eigene Band. Dazu Wahnsinns-Songs mit voller Energie (der Mann singt auch live, wie man es sich von CD nicht zu erhoffen mag, und ein Schlagzeuger, der mit viel Gefühl, sein Schlagzeug zu Kleinholz haut), schwitzend und glücklich wurde das Publikum nach diversen Zugaben nach Hause entlassen. Von Beach Slang will man in Zukunft noch viel mehr hören!

 

Beach_Slang_München_07022016_shreddermag

,
Reviews

Parkway Drive, Architects, Thy Art Is Murder (Zenith, 23.01.16)

Ins Zenith komme ich nicht so oft, und das, obwohl Freimann eigentlich schon ziemlich geil ist. In diesem Fall hatten Parkway Drive geladen, die sich über die Jahre zu einer Riesenband gemausert haben, die mal eben locker 5.000er Hallen vollmacht. Das Publikum war auf unterhaltsamste Weise gemischt (von Wikinger-Metalern bis zum Turnbeutel-Hipster mit Vollbart alles da), die Tattoo-Quote hoch, nur Strech-Ohringe scheinen nicht mehr ganz so zu boomen (allein unser Verdienst!). Losgelegt haben Thy Art Is Murder, mit neuem Sänger und auf hohem Niveau. Die haben schön stumpf die Hölle heraufbeschworen, ausgezeichnet! Als nächstes kamen die Architects aus UK. Die sind bisher komplett an mir vorbeigegangen und ich weiss jetzt auch warum: Solides Metalcore-Handwerk, aber leider ohne Raffinesse. Egal, die Stimmung war gut und wurde durch die Musik in der Umbaupause (Toto, Foreigner, Journey, Bosten, Queen, etc.) soweit aufgeheizt, dass ich sogar Zeuge von 2 Polonaisen werden durfte (in meiner Erinnerung hatten alle Tänzer ein Wacken-Shirt an, aber vielleicht täusche ich mich da auch). Dann kamen endlich Parkway Drive und haben eine Profi-Mega-Rockshow mit Pyrotechnik und allem Drum-und-Dran hingelegt, wofür sie ordentlich abgefeiert wurden. Die Jungs haben sich wirklich von kleinen Hallen (remember: Vorgruppe von Shai Hulud vor 50 Leuten im Feierwerk) auf die großen Stages hochgespielt. Wohlverdient, es sei ihnen gegönnt, aber so ganz mein Ding war es diesmal nicht, bei Mitklatschen fremdl ich immer ein bisschen. Für alle Germanistik-Studentinnen unter unseren Lesern – und das sind bestimmt einige – sei mir daher ein Zitat von David Forster Wallace gegönnt: „Schrecklich amüsant, aber in Zukunft ohne mich“.

 

ParkwayDrive_shreddermag

(c) Martin Liebl

, ,
Nach oben scrollen