Beach Slang (Milla, 07.02.2016)
Nach grandiosem Album nun noch die grandiose Tour: Wer Beach Slang am letzten Sonntag im Milla verpasst hat, solle sich hiermit in den Allerwertesten beissen! Auch wenn die Jungs auf Philadelphia viel zu bescheiden sind, das jemals zu zugeben, hier sind echte Profis am Werk. Sänger James Alex (den einige vielleicht noch von der 90iger Pop-Punk Band Weston kennen) hat an diesem Abend allen gezeigt, wie man als Frontmann das Publikum mitnimmt. Nach der Ansage „tonight I’m going to get drunk totally on purpuse“ und ein paar geexten Bier wurde der Schalk aus dem Nacken von der Leine gelassen. Solche Entertainer-Qualitäten habe ich das letzte Mal bei Biff Malibu von Gluecier erlebt. 1000 % sympatisch gab es zwischen den Lieder nun unter stetigem Gekicher konsequent Quatsch und (tatsächlich glaubwürdige) Liebesschwüre an Publikum und die eigene Band. Dazu Wahnsinns-Songs mit voller Energie (der Mann singt auch live, wie man es sich von CD nicht zu erhoffen mag, und ein Schlagzeuger, der mit viel Gefühl, sein Schlagzeug zu Kleinholz haut), schwitzend und glücklich wurde das Publikum nach diversen Zugaben nach Hause entlassen. Von Beach Slang will man in Zukunft noch viel mehr hören!

Red City Radio – s/t (Gunner)
Red City Radio, die kleine Midtempo-Schwester von Hot Water Music ist wirklich eine ganz sympathische: sie kratzt und beißt nicht und sie zieht nicht an den Haaren. Statt dessen kuschelt sich der aus den Jahren gekommene Teenager am Lagerfeuer an deine Schulter und krault dir den Vollbart. Dazu gibt es gebratene Marshmallows am Stock, umwoben von tollen Melodien und einer mächtig emotionalen Stimme. Der perfekte Stoff für einen aufregenden Ausflug auf’s Land, incl. Sonnenuntergang. (Empfehlung der Redaktion: nehmt dieses Auto.)
Teenage Bottlerocket mit neuem Drummer
Gute Nachrichten aus Wyoming: Es geht weiter! Nachdem Drummer und Gründungsmitglied Brandon Carlisle letztes Jahr überraschend verstarb war es unklar ob sich die Band gleich mit in die ewigen Jagdgründe verabschiedet. Aber dann kam alles anders, denn mit Darren Chewka wurde wohl auf die Schnelle adäquater Ersatz gefunden – das offizielle Statement der Band gibt es auf ihrer Website. Daumen hoch!
The Offspring und das große Business
Sieh an, sieh an: Laut Billboard.com haben die Herren von The Offspring die Rechte an ihren Aufnahmen für schlappe 35 Millionen US-Dollar an Round Hill Music verhökert. Pretty fly for a white guy, findet ihr nicht auch?

Das lustige daran ist: die Rechte der Songs aus der Epitaph-Zeit bleiben bei Epitaph, also die Alben „Smash“ und „Ignition“. Sehe ich das falsch, oder hat Round Hill Music nur den Schrott gekauft?
im Paparazzi-Modus
2016 startet mit „verrücktem“ Gossip: Fat Mike heiratet seine Bondage-SM-Erotik-Maus Soma Snakeoil top secret in Las Vegas. Natürlich im roten Latex-Brautkleid. Also er, der fette Michel, nicht sie. Das war’s auch schon. Mehr Infos hier.

(via Instagram)
Adventskalender-24-The Clash-London Calling

The Clash – London Calling
Epic, 1979
Vergesst die Sex Pistols, hier kommt das UK-Punkrock-Überalbum! Warum? Weil The Clash hier eine Vielfalt an Musikstilen und Ideen in 19 Lieder quetschen, die sich weit über alle Schubladen erhebt, und dabei sowohl revolutonär und tanzbar sind. Joe Strummer R.I.P.!
Hit: Hateful
Adventskalender-23-Rancid-… And Out Come the Wolves

Rancid – … And Out Come the Wolves
Epitaph, 1995

Rancid spielen sich mit diesem Album ein für allemal, in die Punkrock-Champions League. Das Geheimrezept: Die Mischung macht’s. Durch die ab und zu eingestreuten Ska-Elemente und eher tanzbaren Nummern bekommt man hier ein bombiges Paket an Hits, das eigentlich nie langweilig wird.
Hit: Ruby Soho
Adventskalender-22-Social Distortion-White Heat White Light White Trash
Social Distortion – White Heat White Light White Trash Epic, 1996

Die Messlatte für Rock’n’Roll-lastigen Punkrock. Mike Ness und seine Mannen bieten einen Sog aus Gitarren, Singalongs und erschütternd ehrlichen Erkenntnissen aus einer Welt, in der auch Outcasts einen Platz suchen.
Hit: I Was Wrong
Adventskalender-21-Misfits-Walk Among Us

Misfits – Walk Among Us
Ruby, 1982

Wer auf Punkrock, Gruselgeschichten und eine Tonne 50ies-B-Movie-Charme steht, kommt an den Misfits nicht vorbei. Hier trieft es aus jeder Pore nach Friedhof, Aliens und Geisterbahn. Ob textlich oder rein grafisch gesehen, dieses Konzept geht voll auf.
Hit: Astro Zombies
Adventskalender-20-Turbonegro-Apocalypse Dudes
Turbonegro – Apocalypse Dudes
Boomba, 1998

Hier kommt der Jeans-gewordene Wahnsinn aus Norwegen! Turbonegro vereinen schnel- len, düsteren Rock mit Schwulen-Klischees, Schweiss, jeder Menge Symbolik und Texten von Pizza bis Selbstzerstörung und keiner versteht, was da gerade aus den Boxen oder von der Bühne über ihn gewalzt kam.
Hit: Get It On
Adventskalender-18-Bad Religion-Suffer

Bad Religion – Suffer
Epitaph, 1988

Dieses Meisterwerk legt die Band-interne Messlatte so hoch, daß es keinem folgenden Album gelingen mag es vom Thron zu stoßen. Anspruchsvolle Texte gehen mit einprägsamen Refrains und fantastischen Backgroundchören Hand in Hand. Und das mit ordentlich Geschwindigkeit & Präzision.
Hit: 1000 More Fools
Adventskalender-16-Ramones-Rocket To Russia

Ramones – Rocket To Russia
Sire, 1977

Die Ur-Mutter des Drei-Akkorde-Punkrock und die Vorzeige-Blaupause für unzählige Bands da draußen, pfefferte im Jahre 1977 dieses Schmuckstück auf den Markt. Zu diesem Zeitpunkt konnte wohl noch niemand den heutigen Legendenstatus auch nur im Geringsten erahnen. R.I.P., Boys!
Hit: Rockaway Beach
Adventskalender-14-The Dwarves-Come Clean

The Dwarves – Come Clean
Epitaph, 2000

Ein exzellentes Pop-Punk-Album mit dem standardgemäßen „nackte Frauen und ein Zwerg“-Cover, massenhaft Überraschungen und der fabelhaften, oft kopierten aber nie erreichten, Dwarves-Provokation. 12 Songs in knappen 22 Minuten – hier reiht sich Hit an Hit. Reinhören, aber dalli!
Hit: Better Be Woman
Adventskalender-12-The Generators-Tyranny

The Generators – Tyranny
People Like You, 2001

Die Boys aus L.A. servieren uns hier ein feines Stück Streetpunk – direkt aus dem Filet rausgeschnitten und ohne unnötige Schwarte. Einfach geradeaus und ehrlich. Mit hymnenhaften, treibenden Songs, tollen Backgroundchören und einer gehörigen Portion „wir gehen nach vorn“-Pathos.
Hit: Tyranny
Adventskalender-11-U.S. Bombs-The World

U.S. Bombs – The World
Hellcat, 1999

Skateboardlegende, Ganzkörpertattoo und keine-Schneidezähe-Fan Duane Peters in Höchstform! Sein abgewrackter Gesang in Kombination mit dem Mix aus kalifornischen und klassischen 77’er Punkrock ist einfach unschlagbar. Das hier ist ohne Zweifel das beste U.S. Bombs-Album überhaupt!
Hit: Isolated Ones
Adventskalender-09-Tiger Army-II: The Power Of Moonlite

Tiger Army – II: The Power Of Moonlite
Hellcat, 2001

Mit diesem Album zementieren Tiger Army ihre Sonderstellung zwischen traditionellem Psychobilly und düsterem Grusel-Punkrock. Keine andere Band schlägt diese Brücke dermaßen geschickt, so daß sich am Ende beide Lager friedlich in den Armen liegen und gemeinsam den Mond anheulen.
Hit: Cupids Victim
Adventskalender-07-Against Me-Searching For A Former Clarity

Against Me! – Searching For A Former Clarity Fat Wreck Chords, 2005

Von sehr persönlichen Fragen bis zur Diskussion politischer Sackgassen, von leisen Akustik Folk-Nummern bis zu echten Tanzhits, dieses Album bietet das volle Spektrum. Dazu kommen eine riesige Spielfreude und Arrangements, die nicht so schnell in eine Schublade passen. Ein Wahnsinns-Album!
Adventskalender-06-Hot Water Music-A Flight And A Crash

Hot Water Music – A Flight And A Crash
Epitaph, 2001

Schon immer eine Wahnsinnsband haben Hot Water Music ab hier definitiv ihren Sound gefunden. Keine Minute trivial, voller überraschender Details und wenn sich das Sängerduo Chuck Ragan und Chris Wollard die Kehlen wund singen, kann eh wenig schief gehen.
Hit: A Flight And A Crash
Adventskalender-05-Alkaline Trio-Good Mourning

Alkaline Trio – Good Mourning
Vagrant, 2003

Große Melodien treffen auf düstere Texte und viel viel Melancholie. Hier vereinen sich Hektoliter (Herz-) Blut und Leidenschaft zu einem starkem Stück emotionalen Punkrock, präsentiert von zwei fantastischen Sängern.
Hit: This Could Be Love
Adventskalender-03-Cock Sparrer-Shock Troops

Cock Sparrer – Shock Troops
Carrere Records, 1983

Aus den 80ern nicht mehr wegzudenken und stilprägend für ein ganzes Genre – diese Platte ist ein absolutes Muss für Fans von britischem Oi & Punkrock. Gegen Begriffe wie „Kult“ sollte man sich strikt wehren, aber vielleicht machen wir hier eine Ausnahme.
Hit: Where Are They Now
Adventskalender-01-Broilers-Vanitas

Broilers – Vanitas
People Like You, 2007

Keiner verwurstet so gekonnt Punkrock, Ska, Rockabilly und Soul wie die Broilers auf diesem Album. Da erscheinen die 66 Min. Spielzeit leider oft zu kurz, also schnell nochmal auf Play drücken und sich freuen!
Hit: Ruby Light & Dark
Adventskalender Intro

Liebe Freunde,
jedes Jahr dasselbe: hinter jedem einzelnen Türchen verbirgt sich Schrott aus billiger Schokolade oder ekligem Marzipan. Damit ist jetzt Schluss. Wir bieten euch dieses Jahr etwas wirklich nützliches und dick wird man auch nicht davon.
Der Shredder Adventskalender besteht nämlich aus unseren 24 Lieblingsplatten, quasi als Tipp zum direkt nachkaufen, denn jedes dieser Alben ist wirklich sehr sehr gut. Den absoluten Überhit des jeweiligen Albums haben wir als Bonus (gratis!) verlinkt, damit ihr gleich reinhören und mitsingen könnt. „Stille Nacht“, das war einmal.
Dabei bleibt das alt hergebrachte Adventskalender-Prinzip bestehen, d.h. jeden Tag wird ausschließlich ein (!) Türchen geöffnet. So, jetzt nur noch einmal schlafen dann habt ihr’s geschafft!
Viel Spaß wünschen die Shredders
Beach Slang – The Things We Do To Find People Who Feel Like Us (Polyvinyl)

Beach Slang aus Pennsylvania sind die neue Hoffnung am Emo-Himmel (Frage an die Punker-Polizei: Darf man überhaupt noch „Emo“ sagen?). Endlich mal wieder keine kleinen Fashion-Heulsusen, sondern dichte, gefühlsbetonte Musik, die mitreisst, statt deprimiert. Erinnert mich an einen Mix aus den Liedern von Samiam (kennt die noch jemand?), der Stimme und Stimmung von Leatherface und den Melodien und dichten Gitarren von Dinosaur Jr. – was kann da noch falsch laufen? Von extrem tanzbaren Hits wie „Throwaways“ bis zur tatsächlich unpeinlichen Ballade „Too Late To Die Young“ ist alles dabei, was das Herz begehrt. Noch Fragen?
Tipp (Winterdepression, verpiss dich!)
17:00 Uhr, alles dunkel draußen. Die Nase läuft und der Erkältungstee schmeckt scheiße. Was tun gegen die aufkommende schlechte Laune? Tanzen. Tanzen. Tanzen!
(via Rancid)






