8.7.25 The Drowns, Rumkicks, Billy Liar (München, Unter DEck)

Artwork by Shredder Mag for The Drowns, Rumkicks, Billy Liar & M.U.F.T. Concerts.

Artwork by Shredder Mag for The Drowns, Rumkicks, Billy Liar & M.U.F.T. Concerts.

Artwork by Shredder Mag for The Yum Yums, Agent Alert & M.U.F.T. Concerts.

Artwork by Shredder Mag for The Briefs, Lowerclass Brats & M.U.F.T. Concerts.

Artwork by Shredder Mag for The Turbo A.C.s, Cyanide Pills & M.U.F.T. Concerts.

Artwork by Shredder Mag for Wonk Unit, Agent Alert & M.U.F.T. Concerts.
20 Jahre auf dem Buckel und immer noch taufrisch. Wie machen die das bloß? Quinoa Smoothies zum Frühstück, ’ne gute Tagescreme, Shiatsu Massagen? Oder einfach nur innerer Antrieb? Wahrscheinlich. Alle die es genauer wissen wollen schauen sich bitte diese Doku hier an. Und alle, die Kein Bock auf Nazis haben, auch. Diese Initiative haben die Jungs ja nebenbei noch ins Leben gerufen, sehr lobenswert übrigens. Jetzt aber Film ab:
Tipp, passend zur 20-jährigen Bandgeschichte: Unser ZSK-Interview aus dem Jahr 2005, incl. München-Bashing. Alles gratis und umsonst.

Hier kommt mal wieder ein echter Hit aus dem Hause „Dicker Michael“: Die Lillingtons aus dem schönen Wyoming. Nach längerer Sendepause (und sicher auch mit ein bisschen Altersweisheit) wird hier ein Werk präsentiert, das AFI-, Alkaline Trio- und Misfits-Fans aufgeregt kichern lässt. Große Namen – kann das gut gehen? Ja, mega gut! Melodisch ohne zu langweilen, mystische Texte ohne ins Unkonkrete abzudriften, frisch produziert ohne trendy sein zu wollen und immer schön in die Beine/Hintern. Zweifler werden auf den ersten beiden Lieder umgestimt: „Golden Dawn/Knights Templar“ entwickelt sich von Intro zum Mega-Hook-Smasher und „Insect Nightmare“ ist klassisches Ramones-Handwerk für’s 21. Jahrhundert. Achso, habe ich erwähnt, dass der Sänger das mit dem Singen ganz gut hinbekommt? Super!
Akustik-Hype oder bloß purer Zufall? Wir wissen es nicht. Fest steht aber, daß folgende Bands ein paar alte Songs recycled und in ein Akustik-Gewand gesteckt haben. Alle zart besaiteten bitte hier entlang:
Rise Against – Voices Off Camera
Aus dem Album „Ghost Note Symphonies„
Face To Face – Disconnected
Aus dem Album „Hold Fast„
Strung Out – Town Of Corazon
Von der EP „Black Out The Sky„

Eins steht fest: Der Sommer dieses Jahr ist eine große Pleite (zumindest in Hamburg). Deswegen marschierten wir ohne Umwege auf das Panteón Rococó-Konzert, um wenigstens ein paar Sonnenstrahlen aus Mexiko abzugreifen. Zum Glück wurden wir nicht enttäuscht, denn an diesem Abend gab es reichlich davon. Die 10-köpfige Band heizte dermaßen ein, daß ab Minute 1 eigentlich niemand mehr ruhig stehenbleiben konnte und die gesamte Fabrik zu einem riesigen Tanzlokal mutierte. Das war großartig und das bunt gemischte Publikum (hohe Frauenquote, viele viele Dreadlocks, Ü-50-Tanzbären, alternative Flohmarktstand-Betreiber und ein Typ mit Iro) machte motiviert mit. Gegen Ende hin wurde es immer wilder, unzählige Stagediver enterten die Bühne, so daß die Band irgendwann komplett verschwand und nur noch ein zappelnder Menschenhaufen übrig blieb der sich gegenseitig abfeierte. Alles in Allem ein berauschender Kurzurlaub ohne Jetlag, top!
Gute 15 Jahre Pause im Hardcore-Business und nix verlernt. Miozän melden sich mit einem Knaller-Album zurück, als wäre nichts gewesen. Dabei war der Weg dort hin nicht ganz so einfach: Bandauflösung, Besetzungswechsel und zu guter Letzt die langjährige Krebserkrankung von Bassist Frank (die heute wohl überstanden ist). Der Albumtitel fasst all diese Umstände schön zusammen: „Surrender Denied“ – niemals aufgeben! und zieht sich wie ein roter Faden durch die 12 Tracks. Stilistisch haben sich Miozän nach wie vor dem 90’er Jahre New York-Hardcore verpflichtet, dennoch hört sich dieses Album extrem frisch und irgendwie modern an. Mag eventuell an der dicken Produktion liegen. Gelungenes Comeback!
Hier ein kleiner Vorgeschmack:
Und hier das komplette Album.
Endlich mal ein YouTube-Stream, der nicht nur stumpf mit einem Bild hinterlegt ist. Nein, nein, die Service-Punks von Rancid (Geile Band! Kennt ihr die?) haben sich richtig Mühe gemacht und alle Tracks brav hintereinander in einer rumpeligen Hinterhofgarage eingespielt. Und das alles extra nur für euch!
Musikalisch gibt es zwar keine großen Neuigkeiten, aber nachdem wir das letzte Album komplett ignoriert haben (während den Vertrags-verhandlungen mit Nestlé hatten wir wirklich besseres zu tun), gibt es mal wieder ein kleines Feature. Freut euch auf 36 Minuten klassischen Rancid-Punk, mal schneller, mal langsamer und mal mit Unterstützung von einem der Interrupters (Piano, Akkordeon). Film ab:
(P.S.: @Tim Armstrong bitte dringend mal wieder rasieren. Das sieht unmöglich aus.)
Nichts gegen Dosenbier, Ratte und weitere Punker-Insignien, aber wir haben das Jahr 2017 und sogar Deutschpunk darf sich weiterentwicklen. Darum im folgenden drei Reviews von Bands, die deutsch singen, den Staat scheisse finden und trotzdem für heimliche Tankard-Fans unhöhrbar sind:
Illegale Farben – s/t (Rookie)

Wir haben es hier quasi mit einer Reunion zu tun, zwei alte Kumpel mit Hardcore-Band in vergangenen Tagen treffen wieder aufeinander, stocken die Band auf und probieren’s mal deutlich ruhiger. Ein solider Hardcore-Hintergrund hat ja schon mancher leiserer Band die Peinlichkeit genommen und auch das Debüt der Illegalen Farben (Aubergine? Mauve? Beige? Wir rätseln.) fällt nicht in den Verdacht Pop zu sein, obwohl mal jedes Wort gut verstehen kann. Und leise ist man auch nicht. Phantastische Texte über nicht-aufgegangene Träume vom Ausbruch und den Versuch, totzdem weiterzugehen und ausgezeichnetes Songwriting! Einziger Kritikpunkt: Das mechanische 80iger-Drumming und der viele Hall auf den Gitarren sind zwar beliebt (die Ox! hätte jetzt schon 10x das Wort „post“ fallen lassen), aber auf Dauer ein bisschen monoton. Kracht live aber bestimmt, da habe ich keine Sorge. Darum volle Empfehlung!
Disco//Oslo – Tyke (Kidnap)

Tempo hoch, immer noch ausgezeichnete Songs mit großartigen Text, etwas klassischer arrangiert, Disco//Oslo tritt einem doch etwas direkter in den Arsch. Sehr guter Sänger, ich mag die Stimme und der schreit aus voller Kehle gegen alle Dinge an, die einem das Atmen schwer machen oder einfach falsch laufen. Z.B. im Hit „Bis zum Hals“, über die Tatsache, dass es immer noch beschissener werden kann, in „Trend“ über Selfies-Freunde oder über weissen Rauschen im Gepäck in „Skambule“. Immer flottes Tempo, immer mit Leidenschaft und immer nachvollziehbar, richtig und sympatisch. Von den Burschen hören wir hoffentlich noch viel mehr!
Love A – Nichts Ist Neu (Rookie)

Love A machen einfach nochmal ihre ganz eigene Schublade auf. Was auf den ersten Mal im positiven Sinne nach Hamburger Schule klingt (allerdings, wieder der viele Hall auf den Gitarren…egal), ist nach dem 10x hören doch was ganz eigenes. Warum? Ich glaube, es liegt am großartigen, eigenen und vielseitigen Gesang des Sängers, das ist einfach keine Pop-Stimme, da schwingt dieser Irrsinn mit, der auch in den Texten immer wieder an die Oberfläche kommt. Statements, die in AfD-Deutschland fällig, aber nie zu plakativ sind, wie gesagt 10x hören schadet nicht. Warum allerdings in „Monaco“ der oide Monaco Franze gefeaturet wird? Dürfen die das, hehe? Checkt „War klar“ und „Treeps“, das sollte überzeugen und freut Euch nachher auf den ganzen Rest dieser Platte. Ausgezeichnet!
Die rechtspopulistische und ausländerfeindliche AfD wird am Wochenende ihren Bundesparteitag in Köln abhalten, wogegen hunderte Initiativen, Künstler, Bands und zig tausende aufgeklärte Kölner*innen protestieren werden. Viele Demonstrationen in Köln starten bereits am 22.04. vormittags und ziehen sich über das gesamte Wochenende.
Auf dem Weg zu ihrem Konzert in Luxemburg werden die amerikanischen Polit-Punks von Anti-Flag sich dem Protest anschließen und am SONNTAG 23.04. um 11:45 Uhr auf dem HEUMARKT ein kurzes, kostenloses Akustik-Konzert im Rahmen der Kundgebung „Auf Nimmerwiedersehen AfD“ spielen. Direkt nebenan im Maritim Hotel hat sich die AfD eingenistet – das Ziel ist, auch am zweiten Tag des Parteitags einen lauten und wütenden Protest gegen die unmenschliche Agenda der Partei zu formulieren.
Weitere Infos zu dem Auftritt und den Demonstrationen in Köln am Wochenende finden sich hier:
noafd-koeln.org
facebook.com/SolistattHetze
Neben Anti-Flag unterstützen auch viele weitere Bands und Künstler die Demonstrationen gegen die AfD in Köln. Bereits am Samstag Abend (22.04.) werden die beiden Uncle M Bands anorak. und Smile And Burn im Rahmen des von GetAddicted organisierten
#KeinKölschFürNazis Festivals auftreten.

Hach, auf die Broilers ist live einfach Verlass. Die letzten Jahre haben wir sie uns in den verschiedensten Locations angeschaut und immer war es ein Fest. So auch heute Abend. Die Sporthalle ist ja nicht gerade bekannt für guten Sound und coole Atmosphäre, doch die Broilers zeigten sich davon herzlich wenig beeindruckt und lieferten vor über 10.000 (!) gröhlenden Menschen eine beeindruckende Profi-Show ab.
Und ja, es war mega voll. Und ja, Konzerte in großen Hallen sind meistens scheiße. Und ja, bedruckte Plastikbecher im Band-Design hat man eigentlich nur AC/DC. Und ja, vor uns stand der rumpöbelnde Bobybuilding-Verein „Zum lustigen Bizeps“. Aber: Egal! Es war großartig. Super Stimmung, super Hits, super Alles. Immer wieder gerne. (Ach ja, die Tiger Army hat auch gespielt. Davon haben wir leider nur noch den Schluß mitbekommen – zum Glück konnten wir sie vor Kurzem auf der Clubtour bewundern, da passen die auch besser hin.)


Der super Harmonie-Tipp aus Kanada: Owls By Nature legen auf Ihrem neuen Album 8 Country-Rock Knaller hin, da wird’s einem warm um’s Herz. Klingen ein bisschen wie Mumford&Sons nur ohne die Scheiss-Ukulele und mehr Missisippi statt Hobbingen und nicht so kitschig. Hm, Moment, nein, klingen garnicht wie Mumford&Sons, Entschuldigung. Drive By Truckers? Schon eher. Ehrlich und direkt, mit Wahnsinns-Melodien, aber ohne zu dick aufzutragen. Auschecken und auf Tour anschauen, solange die noch nicht in großen Hallen spielen!
Seit gestern auf dem Markt: Das Debut-Album der Petrol Girls. Wütender Feministen-Post-Hardcore from South East London, you know? Unbedingt auschecken! Hat uns vom Fleck weg überzeugt.
New York – Yuppicide are back with a new album and an upcoming tour.
Reason enough to discuss the situation with singer Jesse KFW Jones.


Die Brokedowns aus Elgin bei Chicago sind in Deutschland ein Geheimtipp! Ihr letztes Album „Life Is a Breeze“ ist ein echter Punkrock-Knaller frisch aus der Garage, unverkrampft und extrem mitreissend. Wer hinter der Band steckt und warum die feinen Herren noch nie in Deutschland waren, erfahrt Ihr im Interview mit Gitaristen Eric Grossman…

Fin.
Dem Ex-Gallows–Schreihals und Ganzkörpertattoo Frank Carter ist wohl schnell langweilig. Nach zwei sehr guten Alben mit den Gallows ging es direkt weiter mit Pure Love, dem gemeinsamen (und auch sehr guten) Rock-Projekt mit Jim Carroll (The Hope Conspiracy). Parallel dazu steht er jetzt mit Frank Carter & The Rattlesnakes in den Startlöchern, der erste Eindruck macht unmissverständlich klar: die Wut und Angepisstheit aus vergangenen Gallows-Tagen ist zurück! Wie schön. Hier ein Vorgeschmack vom aktuellen Album „Blossom“:
(Ist leider nur ein „Lyrics-Video“, zur Version mit bunten Bildern geht’s da lang.)
Und hier noch mal zur Erinnerung: die Gallows in Höchstform!
Wer sich noch noch keine passenden Tanzmoves für’s Wochenende zurecht gelegt hat, hier eine gratis Tanzstunde von den Slits:
Mehr Tipps gibt’s bald hier in der lang angekündigten Doku über die durchaus stilprägenden Punkerinnen: www.slitsdoc.com.
Auf Grund der hohen Nachfrage hier noch einmal der Hinweis auf unser Bandquartett. Mögen die Spiele beginnen!
Ehemals die legendärste Band der Welt, sind die Misfits unter der Führung von Jerry Only (der dem alten Danzig die Namensrechte weggeklagt hat) zu einer läppischen Altherren-Truppe verkommen, bei der das Einzige, was noch gruselig ist, das Doppelkinn von Dez Cadena sowie der immer grausamer durchgeführte Rip-Off des eigenen Styles ist. Wir haben uns gefragt, ab wann eigentlich alles den Bach runter ging und könnten es durch knallharte Recherche heraus finden. Nämlich genau ab hier:

Die jungen Sportsfreunde auf diesem Bild (aufgenommen 1989 im Wartezimmer von „Jennifer’s Nail’s“ in New Jersey) sind nicht etwa ein paar Landeier auf dem Weg nach Malle, sondern die Christen-Metal Band „Kryst The Conquerer“, bestehend aus (v. l. n. r.): Doyle, Jeff Scott Soto und Jerry Only! Ja, Ihr habt richtig gehört: christlicher Metal. Es gibt sogar ein Album, was allerdings (und hier hatte vielleicht doch eine höhere Macht die Finger im Spiel) nie offiziell raus kam. Ab sofort wundert uns garnichts mehr, selbst wenn Jerry irgendwann auch noch mal eine 6stündige Misfits-Konzept-Rockoper raushaut. Traurig, traurig.