20 Jahre auf dem Buckel und immer noch taufrisch. Wie machen die das bloß? Quinoa Smoothies zum Frühstück, ’ne gute Tagescreme, Shiatsu Massagen? Oder einfach nur innerer Antrieb? Wahrscheinlich. Alle die es genauer wissen wollen schauen sich bitte diese Doku hier an. Und alle, die Kein Bock auf Nazis haben, auch. Diese Initiative haben die Jungs ja nebenbei noch ins Leben gerufen, sehr lobenswert übrigens. Jetzt aber Film ab:
Tipp, passend zur 20-jährigen Bandgeschichte: Unser ZSK-Interview aus dem Jahr 2005, incl. München-Bashing. Alles gratis und umsonst.
Akustik-Hype oder bloß purer Zufall? Wir wissen es nicht. Fest steht aber, daß folgende Bands ein paar alte Songs recycled und in ein Akustik-Gewand gesteckt haben. Alle zart besaiteten bitte hier entlang:
Eins steht fest: Der Sommer dieses Jahr ist eine große Pleite (zumindest in Hamburg). Deswegen marschierten wir ohne Umwege auf das Panteón Rococó-Konzert, um wenigstens ein paar Sonnenstrahlen aus Mexiko abzugreifen. Zum Glück wurden wir nicht enttäuscht, denn an diesem Abend gab es reichlich davon. Die 10-köpfige Band heizte dermaßen ein, daß ab Minute 1 eigentlich niemand mehr ruhig stehenbleiben konnte und die gesamte Fabrik zu einem riesigen Tanzlokal mutierte. Das war großartig und das bunt gemischte Publikum (hohe Frauenquote, viele viele Dreadlocks, Ü-50-Tanzbären, alternative Flohmarktstand-Betreiber und ein Typ mit Iro) machte motiviert mit. Gegen Ende hin wurde es immer wilder, unzählige Stagediver enterten die Bühne, so daß die Band irgendwann komplett verschwand und nur noch ein zappelnder Menschenhaufen übrig blieb der sich gegenseitig abfeierte. Alles in Allem ein berauschender Kurzurlaub ohne Jetlag, top!
Gute 15 Jahre Pause im Hardcore-Business und nix verlernt. Miozän melden sich mit einem Knaller-Album zurück, als wäre nichts gewesen. Dabei war der Weg dort hin nicht ganz so einfach: Bandauflösung, Besetzungswechsel und zu guter Letzt die langjährige Krebserkrankung von Bassist Frank (die heute wohl überstanden ist). Der Albumtitel fasst all diese Umstände schön zusammen: „Surrender Denied“ – niemals aufgeben! und zieht sich wie ein roter Faden durch die 12 Tracks. Stilistisch haben sich Miozän nach wie vor dem 90’er Jahre New York-Hardcore verpflichtet, dennoch hört sich dieses Album extrem frisch und irgendwie modern an. Mag eventuell an der dicken Produktion liegen. Gelungenes Comeback!
Endlich mal ein YouTube-Stream, der nicht nur stumpf mit einem Bild hinterlegt ist. Nein, nein, die Service-Punks von Rancid (Geile Band! Kennt ihr die?) haben sich richtig Mühe gemacht und alle Tracks brav hintereinander in einer rumpeligen Hinterhofgarage eingespielt. Und das alles extra nur für euch! Musikalisch gibt es zwar keine großen Neuigkeiten, aber nachdem wir das letzte Album komplett ignoriert haben (während den Vertrags-verhandlungen mit Nestlé hatten wir wirklich besseres zu tun), gibt es mal wieder ein kleines Feature. Freut euch auf 36 Minuten klassischen Rancid-Punk, mal schneller, mal langsamer und mal mit Unterstützung von einem der Interrupters (Piano, Akkordeon). Film ab:
(P.S.: @Tim Armstrong bitte dringend mal wieder rasieren. Das sieht unmöglich aus.)
Nichts gegen Dosenbier, Ratte und weitere Punker-Insignien, aber wir haben das Jahr 2017 und sogar Deutschpunk darf sich weiterentwicklen. Darum im folgenden drei Reviews von Bands, die deutsch singen, den Staat scheisse finden und trotzdem für heimliche Tankard-Fans unhöhrbar sind:
Illegale Farben – s/t (Rookie)
Wir haben es hier quasi mit einer Reunion zu tun, zwei alte Kumpel mit Hardcore-Band in vergangenen Tagen treffen wieder aufeinander, stocken die Band auf und probieren’s mal deutlich ruhiger. Ein solider Hardcore-Hintergrund hat ja schon mancher leiserer Band die Peinlichkeit genommen und auch das Debüt der Illegalen Farben (Aubergine? Mauve? Beige? Wir rätseln.) fällt nicht in den Verdacht Pop zu sein, obwohl mal jedes Wort gut verstehen kann. Und leise ist man auch nicht. Phantastische Texte über nicht-aufgegangene Träume vom Ausbruch und den Versuch, totzdem weiterzugehen und ausgezeichnetes Songwriting! Einziger Kritikpunkt: Das mechanische 80iger-Drumming und der viele Hall auf den Gitarren sind zwar beliebt (die Ox! hätte jetzt schon 10x das Wort „post“ fallen lassen), aber auf Dauer ein bisschen monoton. Kracht live aber bestimmt, da habe ich keine Sorge. Darum volle Empfehlung!
Disco//Oslo – Tyke (Kidnap)
Tempo hoch, immer noch ausgezeichnete Songs mit großartigen Text, etwas klassischer arrangiert, Disco//Oslo tritt einem doch etwas direkter in den Arsch. Sehr guter Sänger, ich mag die Stimme und der schreit aus voller Kehle gegen alle Dinge an, die einem das Atmen schwer machen oder einfach falsch laufen. Z.B. im Hit „Bis zum Hals“, über die Tatsache, dass es immer noch beschissener werden kann, in „Trend“ über Selfies-Freunde oder über weissen Rauschen im Gepäck in „Skambule“. Immer flottes Tempo, immer mit Leidenschaft und immer nachvollziehbar, richtig und sympatisch. Von den Burschen hören wir hoffentlich noch viel mehr!
Love A – Nichts Ist Neu (Rookie)
Love A machen einfach nochmal ihre ganz eigene Schublade auf. Was auf den ersten Mal im positiven Sinne nach Hamburger Schule klingt (allerdings, wieder der viele Hall auf den Gitarren…egal), ist nach dem 10x hören doch was ganz eigenes. Warum? Ich glaube, es liegt am großartigen, eigenen und vielseitigen Gesang des Sängers, das ist einfach keine Pop-Stimme, da schwingt dieser Irrsinn mit, der auch in den Texten immer wieder an die Oberfläche kommt. Statements, die in AfD-Deutschland fällig, aber nie zu plakativ sind, wie gesagt 10x hören schadet nicht. Warum allerdings in „Monaco“ der oide Monaco Franze gefeaturet wird? Dürfen die das, hehe? Checkt „War klar“ und „Treeps“, das sollte überzeugen und freut Euch nachher auf den ganzen Rest dieser Platte. Ausgezeichnet!
Die rechtspopulistische und ausländerfeindliche AfD wird am Wochenende ihren Bundesparteitag in Köln abhalten, wogegen hunderte Initiativen, Künstler, Bands und zig tausende aufgeklärte Kölner*innen protestieren werden. Viele Demonstrationen in Köln starten bereits am 22.04. vormittags und ziehen sich über das gesamte Wochenende.
Auf dem Weg zu ihrem Konzert in Luxemburg werden die amerikanischen Polit-Punks von Anti-Flag sich dem Protest anschließen und am SONNTAG 23.04. um 11:45 Uhr auf dem HEUMARKT ein kurzes, kostenloses Akustik-Konzert im Rahmen der Kundgebung „Auf Nimmerwiedersehen AfD“ spielen. Direkt nebenan im Maritim Hotel hat sich die AfD eingenistet – das Ziel ist, auch am zweiten Tag des Parteitags einen lauten und wütenden Protest gegen die unmenschliche Agenda der Partei zu formulieren.
Neben Anti-Flag unterstützen auch viele weitere Bands und Künstler die Demonstrationen gegen die AfD in Köln. Bereits am Samstag Abend (22.04.) werden die beiden Uncle M Bands anorak. und Smile And Burn im Rahmen des von GetAddicted organisierten #KeinKölschFürNazis Festivals auftreten.
Hach, auf die Broilers ist live einfach Verlass. Die letzten Jahre haben wir sie uns in den verschiedensten Locations angeschaut und immer war es ein Fest. So auch heute Abend. Die Sporthalle ist ja nicht gerade bekannt für guten Sound und coole Atmosphäre, doch die Broilers zeigten sich davon herzlich wenig beeindruckt und lieferten vor über 10.000 (!) gröhlenden Menschen eine beeindruckende Profi-Show ab.
Und ja, es war mega voll. Und ja, Konzerte in großen Hallen sind meistens scheiße. Und ja, bedruckte Plastikbecher im Band-Design hat man eigentlich nur AC/DC. Und ja, vor uns stand der rumpöbelnde Bobybuilding-Verein „Zum lustigen Bizeps“. Aber: Egal! Es war großartig. Super Stimmung, super Hits, super Alles. Immer wieder gerne. (Ach ja, die Tiger Army hat auch gespielt. Davon haben wir leider nur noch den Schluß mitbekommen – zum Glück konnten wir sie vor Kurzem auf der Clubtour bewundern, da passen die auch besser hin.)
Der super Harmonie-Tipp aus Kanada: Owls By Nature legen auf Ihrem neuen Album 8 Country-Rock Knaller hin, da wird’s einem warm um’s Herz. Klingen ein bisschen wie Mumford&Sons nur ohne die Scheiss-Ukulele und mehr Missisippi statt Hobbingen und nicht so kitschig. Hm, Moment, nein, klingen garnicht wie Mumford&Sons, Entschuldigung. Drive By Truckers? Schon eher. Ehrlich und direkt, mit Wahnsinns-Melodien, aber ohne zu dick aufzutragen. Auschecken und auf Tour anschauen, solange die noch nicht in großen Hallen spielen!
S: First of all: congratulations to your new album! We really like it, because it has the same power and spirit than the albums before. Who had the idea of playing together after all these years?
J: I was always against a reunion, but then a bunch of things happened to make me reconsider. We were approached by two different labels to re release our out of print back catalog (Dead City Records in NY and Cupcake Records in Germany). We were asked to play the Black N Blue Bowl in NYC, which is a big fun 2 day show. Joe and I were working on a new project with Jay, and we started to focus more on Yuppicide and writing new material.
S: „Ghosts“ – one of my favorite songs – reminds me in a positive way of „Follow The Leader“ from ’95. What is your favorite song, and why?
J: I like different songs for different reasons. I look at the album as a whole. Some of the songs are very angry and were therapy for me, since singing shit about some piece of shit won’t put you in jail, but getting physical with them might. Venting the sentiment helps me and I hope it helps others. We worked on all the songs quite a bit in rehearsals and then more with Glen in the studio, so they are have a place for me.
S: „Revenge Regret Repeat“ is also available on cassette, how cool is that? But is there anyone left at all, who is buying that kind of nostalgic gimmicks? Isn’t the appreciation for music gone, since the triumphal procession of Spotify, Soundcloud and Mp3s in general?
J: We were approached by LastExitMusic about doing the cassettes and I agree, its seemed a little weird. But they were into the idea, and it’s their gamble I guess. Back in the early 90s we let a Polish company sort of boot leg our albums, just so they could be available in their struggling economy. We’re old school, I have a large CD collection and a decent collection of vinyl, and I miss the art work that is lacking with digital music. But you can’t stop ‘progress’!
S: To be honest: we’re always skeptical when a band which means a lot to us is talking about a reunion. It often seems like a puppet show with old man playing just for the money. I can’t forget the disaster that Jerry Only and the „Misfits“ produced an stage some years ago. Which one was the biggest disappointment for you as a fan?
J: Well I get excited to see the bands I grew up listening to, but it can be a little sad. Most of us have gotten a little grayer, slower and maybe a little heavy over the years! I saw the English Beat some years ago and it was just the main singer from the original line up – I felt like I was watching a wedding cover band, it was very disappointing. The Selector were much better! Burn and Civ killed it, they were both amazing. I think if you’re doing it for a paycheck it shows. Yuppicide has never been our career – but we care about it a lot and I think you can tell. Its also three original members from the start of the band and Jay our drummer has now played with us longer than any other drummer (we’ve had 4 altogether!).
S: We’re really looking forward to the Yuppicide tour in march! What kind of costumes can we expect on stage? Gas,- Devil- or Lucha Libre-masks? Horror make-up, fake blood or even the meat-suit?
J: Haha. I don’t know. Sometimes I get inspired and go for it, and other times, it feels like a gimmick and a chore! It’s easier to orchestrate for one off shows, but for tour it has to be something you can use every night and that get pretty gross! I admire Henry Rollins approach more and more – he just needs running shorts and a rug! I may bring some stuff, but it may not last the entire tour. There’s a Tom Waits lyrics that echo in my mind: “I don’t need no make-up, I got a mask for a face!”
S: Who is responsible for the routing and why don’t you play in big cities like Hamburg or Munich?
J: M.A.D. Tour booking start booking dates once we tell them when we can travel. I don’t know the details, but I’m sure it all makes sense – a balance of distance between locations, who is already playing those dates in the same cities and other factors. We have jobs and kids and adult responsibilities that we cannot not ignore, so we can only come for about 10 days at a time. In the old days we can for 7 weeks!
S: Regarding the setlist: what can we expect? A balance between old and new songs, or „just“ the new ones?
J: We are coming to promote the new record: Revenge Regret Repeat, but we know people want to hear the old tunes too! So our set has songs from our entire catalog, about 28 songs! I don’t know if we will play the all every night, but that’s what we’re working towards.
S: What kind of music, alternatively to punk rock and hardcore, runs in your tour bus?
J: We don’t usually listen to music in the bus over the main stereo. It’s too hard to find some thing everyone wants to hear and at the level everyone wants to hear it at. We’ll read a lot or listen to our own music. Once we had a video player and binged a lot of TV shows. I like all sorts of music, including some electronic music (Gasp!) I grew up listening to Reggae and ska, I really like Nina Simone. My new favorite band is The Sleaford Mods.
S: You released „The Lost Tapes“ (tracks recorded around 1995) of your side project Blaze Camo recently. What else can we expect from that band?
J: Blaze Camo is a project dear to my heart. It only lasted about 2 years in between Yuppicide (we broke up and then reformed for a bit). Two of the members live in Los Angeles now, and are busy with their careers. I think its some of best stuff I’ve ever done, so I’m psyched its available and I hope people check it out. Its a craze hybrid of influences from Fugazi to The Laughing Hyenas, with some Melvins and Hammerhead thrown in! If you don’t collect vinyl look for it on band camp!
S: In 2014 you presented a lot of your original artwork from the last years as the „Yuppicide Art Show“. Do you think that an event like that could take place in Germany some day?
J: We would love to! It was a little hard finding the older pieces, but Steve has a lot in his archives. I showed mostly personal work.
S: After playing more than 20 years in a hardcore-band: how important is the DIY-philosophy nowadays? For you on a private level and as a band member?
J: I think its easier to do thing DIY now, I mean there are so many more tools available. I think its become a natural philosophy for people now. I think it used to be harder, because the equipment was expensive and very complicated. Now you could record you demo on an iPad and shoot a video with your phone! I still like hand-made stuff, but I mix and match it with digital. Endless edits are too good not to take advantage of! I think the bigger change is how much stuff there is being made. In some ways that can be the down side of accessibility – once everyone can do it, then they usually do!
Thanks to Yuppicide for the interview – for more information please check these links:
Die Brokedowns aus Elgin bei Chicago sind in Deutschland ein Geheimtipp! Ihr letztes Album „Life Is a Breeze“ ist ein echter Punkrock-Knaller frisch aus der Garage, unverkrampft und extrem mitreissend. Wer hinter der Band steckt und warum die feinen Herren noch nie in Deutschland waren, erfahrt Ihr im Interview mit Gitaristen Eric Grossman…
S: Can you please introduce the band?
B: We are four fatties from the Midwest and we all grew up in Carpentersville/Elgin/Algonquin. Moose plays drums, Jon plays bass and sings, Kris plays guitar and sings and I (Eric) play guitar and sometimes sing.
S: „Life is a breeze“ is good stuff! How would you describe the sound compared to your older stuff?
B: Thanks. We’ve been a band for a long time and our first full length, „Let the Disappointment Begin“ truly lives up to its name. Compared to that, „Life is a Breeze“ is definitely more polished and more thought-out. I’d like to think we progressed in a positive direction with each record and „Life is a Breeze“ sets the tone for future releases. New Brains For Everyone was pretty poppy and our first polished recording, Species Bender was a darker and more gritty and Life is a Breeze evens them out.
B: That’s the closest we’ve gotten and probably will get so no guarantees. However, I can guarantee you that it if we did, it would suck. Hard.
S: Who would be playing in your all-star punk band?
B: John Lennon and Chuck Berry on guitar, David Lee Roth singing, Neil Hennessy on drums, and John Paul Jones on bass. I think that would be a pretty bad-ass punk rock band.
S: Tell me about your local music scene. Is there any bands around that are as good as you?
B: There are definitely bands better than us. The Chicago scene is pretty stellar and there is no shortage of punk bands and shows but out where we live, Elgin, it’s no comparison. If Chicago weren’t so close Elgin would probably have more to offer but a lot of the big touring bands play in Chicago and that’s just where everyone goes to see shows.
Elgin has had ups and downs when it comes to music. There are periods where shit is awesome and other times where there is literally nothing going on. Right now there are some cool people who do shows at a bar in Elgin called The Dutch. We’re actually playing a benefit show there tomorrow night. Elgin has had its fair share of cool venues including the Subject House which had some pretty awesome shows until it came to an end.
As far as bands go, just off the top of my head, some pretty awesome bands currently playing from the Chicago area are Rad Payoff, Meat Wave, Elephant Gun, Drilling For Blasting and The Usuals. The Usuals are an Elgin band and they’re the ones who do the shows at the Dutch. Elgin is the root of some pretty awesome bands that are no longer around as well like Slapstick, Tuesday and Tricky Dick.
S: What are your plans? Will you be touring Germany anytime soon?
B: We’re currently working on a new record that will hopefully be out later this year or perhaps even early next year. We’re old and two of us have kids so touring is very limited these days. We’ve always talked about touring Europe but it’s never gone beyond the talking stage.
We’d love to come to Germany. My grandparents came to the US in the 1920’s from Stuttgart so I’d turn that into a nerdy sight-seeing adventure too.
Dem Ex-Gallows–Schreihals und Ganzkörpertattoo Frank Carter ist wohl schnell langweilig. Nach zwei sehr guten Alben mit den Gallows ging es direkt weiter mit Pure Love, dem gemeinsamen (und auch sehr guten) Rock-Projekt mit Jim Carroll (The Hope Conspiracy). Parallel dazu steht er jetzt mit Frank Carter & The Rattlesnakes in den Startlöchern, der erste Eindruck macht unmissverständlich klar: die Wut und Angepisstheit aus vergangenen Gallows-Tagen ist zurück! Wie schön. Hier ein Vorgeschmack vom aktuellen Album „Blossom“:
(Ist leider nur ein „Lyrics-Video“, zur Version mit bunten Bildern geht’s da lang.)
Und hier noch mal zur Erinnerung: die Gallows in Höchstform!
Ehemals die legendärste Band der Welt, sind die Misfits unter der Führung von Jerry Only (der dem alten Danzig die Namensrechte weggeklagt hat) zu einer läppischen Altherren-Truppe verkommen, bei der das Einzige, was noch gruselig ist, das Doppelkinn von Dez Cadena sowie der immer grausamer durchgeführte Rip-Off des eigenen Styles ist. Wir haben uns gefragt, ab wann eigentlich alles den Bach runter ging und könnten es durch knallharte Recherche heraus finden. Nämlich genau ab hier:
Die jungen Sportsfreunde auf diesem Bild (aufgenommen 1989 im Wartezimmer von „Jennifer’s Nail’s“ in New Jersey) sind nicht etwa ein paar Landeier auf dem Weg nach Malle, sondern die Christen-Metal Band „Kryst The Conquerer“, bestehend aus (v. l. n. r.): Doyle, Jeff Scott Soto und Jerry Only! Ja, Ihr habt richtig gehört: christlicher Metal. Es gibt sogar ein Album, was allerdings (und hier hatte vielleicht doch eine höhere Macht die Finger im Spiel) nie offiziell raus kam. Ab sofort wundert uns garnichts mehr, selbst wenn Jerry irgendwann auch noch mal eine 6stündige Misfits-Konzept-Rockoper raushaut. Traurig, traurig.
Mit Ihrem Debüt-Album „Demons“ haben die Dahmers aus Bromölla in Schweden eine echte Garage-Punk-Granate abgeliefert. Wir wollten von Ihnen wissen, warum, wie sie nun mit dem ganzen Ruhm fertig werden und wie es jetzt weitergehen soll:
S: How did The Dahmers start and what’s your mission?
D: We all knew each other to some extent before the band was formed and played in a couple of other bands at the time but ended up talking about garage punk on a party. Karlsson (guitar/song) mentioned he had a couple of recorded songs that we ended up liking so we kind of formed around them and rehearsed for the first time the day after. Our mission is to spread our rock’n’roll like a plague.
S: Is it really true that The Dahmers live in graves and only crawl the earth at nights?
D: Yes, that is correct. Or wait, what? Nah, but we avoid people as much as possible. We don’t like people.
S: DEMONS is a great smashing piece of garage punkrock! How do you write new songs as a band?
D: Thank you! Our way of writing music is pretty basic. Someone has an idea or more, brings it to a rehearsal and we finish it together. We usually records demo versions of new songs as well to keep track of all the material.
S: Do you record/produce your music all by yourself or do you usually partner up?
D: We record everything ourselves, Karlsson is the recording man and does everything basically. Most of the recordings take place in the garage where we rehearse but some of it is recorded in the basement of Karlssons place, also known as Last House On The Left and Christoffer’s Crypt.
S: Who does your artwork?
D: Our drummer Karl-Oskar is behind all merch designs and artwork. He is our crazy genius.
S: As a younger Swedish band do you fancy old Hives/ Hellacopters/etc. stuff or is this more for old people? What’s your inspiration?
D: Sure, they were around when we grew up and were played and enjoyed by most people. We have always enjoyed and been inspired by old rock bands (far older than the ones mentioned) so the whole „for old people“ thing doesn’t really apply. One of our main influences at the beginning, and pretty much the reason we started playing, was Jay Reatard. Since then we’ve slowly moved towards old childhood idols such as Kiss, Status Quo, Die Doraus und die Marinas and other classic acts of the rock. Other than that we all love horror movies so that whole industry is very influential as well.
S: What’s going on in the Swedish scene these days? Who are the hottest newcomers and labels to you?
S: Which two tv/movie creatures would you like to set up for an epic battle? And who would win?
D: We ended up joking about this topic for half an hour without coming up with a good answer so we would like to see Beavis vs. Butthead but instead of them fighting it would be us hanging out with them. Ash from The Evil Dead vs. the world. Ash always wins.
S: What are your plans? Will you be touring Germany anytime soon?
D: A new 7″ EP will be released on newly formed Lövely Records (part of Gaphals) on the 16th of October and we will be playing as much as we can after that. The plan is to do a couple of shows in Berlin, Hamburg or any nearby city/cities by the end of November but we will see. It all depends on whether someone wants to book us!
S: Share your wisdom: A last message to our readers?
D: We don’t believe in wisdom, except for when we’re drunk. Here is a song from our upcoming 7″ – play loud:
Neulich sind wir im Internet auf die aktuelle Radioshow von Henry Rollins gestoßen:
Für NTSlive präsentiert er seine Lieblingstracks in insgesamt vier 1-2-stündigen Sessions. Wir haben kurz reingehört und mussten feststellen: es gibt hier keine Regeln, geschweige denn einen roten Faden. Der alte Haudegen spielt sich kreuz und quer durch den Gemüsegarten. Von Pop, Rock und elektronischem Irgendwas, geht es über Sphärenklängen hin zu afrikanischen Ethno-Beats. Ach ja, Walgesänge sind auch dabei. Oder was immer das auch ist. Äh ja, interessant. Das Ganze gibt es hier und in Farbe.
Bis auf die Knochen verregnet und etwas verspätet kam ich im LOGO an. Death By Stereo waren schon mitten im Zerstörungswahn und zerlegten die Bühne. Die Jungs aus Orange County hatte ich überhaupt nicht mehr auf dem Zettel, aber was heute Abend geboten wurde war sensationell (also, nicht verpassen): der Sänger verausgabte sich komplett und kam nicht mehr nach, sich ein Wasser oder Bier nach dem anderen über den Kopf zu schütten, die beiden Gitarristen spielten feinste Metal-Einlagen direkt vor der Bar und kurz vor Schluss wurde noch „Raining Blood“ von Slayer zum Besten gegeben – gesungen vom Berserker-Bassisten. Fantastisch!
Nach einer kurzen Verschnaufpause enterten H2O zu dicken Hip Hop-Beats die Bühne und spielten sich professionell durch 20 Jahre Bandgeschichte. Das LOGO bestand mittlerweile nur noch aus Schweiß und Bierdampf – die Stimmung war durchweg großartig nur gegen Ende hin wurde es leider ein bisschen zäh, da Toby Morse das Publikum vor jedem Song befragte, was denn als nächstes gespielt werden soll. Das ist ja erstmal ein netter Zug, aber die meisten waren damit komplett überfordert, bzw. nannten Songs die an diesem Abend schon einmal gespielt wurden. So zog sich das von einem Lied zum nächsten unnötig in die Länge, aber das ist meckern auf hohem Niveau. H2O-GO!
Skandal! Ein Dwarves-Konzert ohne HeWhoCanNotBeNamed? Warum nur? Wrestlingmaske in der Reinigung? Blasen-entzündung? Schreibmaschinenkurs an der VHS? Wir werden es nie erfahren. Dafür war zu meiner Überraschung Ur-Dwarves-Bassist Nick Oliveri mit am Start. Und zwar nackt. Mit Chucks. Aber moment mal, müsste der nicht gerade im Knast sitzen? Egal. Gespielt wurde 40min – keine Überraschung – und das in gewohnter Dwarves Qualität. Leider ohne Prügelei mit dem Publikum dafür mit größenwahnsinnigen Zwischenansagen von Blag Dahlia: „The Dwarves. 85 years of rock’n’roll. Much respect.“ Unter’m Strich ein kurzweiliger Auftritt mit diversen Hits und ordentlich Energie. Gerne wieder.
Warum im Vordergrund zwei Flaschen Wasser stehen weiß niemand.
Against Me! waren ja um 2005 mal eine ganze Weile meine dicken Favorites und „Searching for a former clarity“ ist immer noch irgendwo ganz oben in meiner Hall-of-Fame. Danach wurden die Alben leider immer glatter und fader, so dass ich mir die letzten (gefühlten) 10 schon garnicht mehr angehört habe. Dennoch bin ich mal wieder (quasi in alter Verbundenheit) zu einem Konzert gegangen (naja, eigentlich nur, weil der Enzian-Bene noch eine Karte loswerden musste) und siehe da, war gut! Großes Thema bei Against Me! und sämtlicher Berichterstattung: Der Sänger Tom Gabel ist jetzt eine Frau („Laura Jane Grace Chantal Jaqueline„). Hört sich spektakulär an, ist es aber nicht. Der ist jetzt halt eine sie, singt genauso wie vorher, wirkt aber viel energetischer als ich (damals noch) ihn beim letzten Konzert erlebt habe (nämlich eher gequält). Gut so! Dementsprechend haben die auch ordentlich Gas gegeben, das sind schon Profis auf der Bühne und das letzte Album ist scheinbar auch wieder etwas spannender. Na gut, das nächste hör ich mir dann mal wieder an.