Kid Rock kann nix.
Kid Rock kann nix.
1. Franz Ferdinand
2. Mando Diao
3. The Killers
4. Bloc Party
5. Kaiser Chiefs
6. Maximo Park
7. Arctic Monkeys
8. The Libertines
9. The Strokes
10. The White Stripes
Heute mit:
Herbert Frankenhauser (CSU), Bundestagsabgeordneter München-Ost


Jaws – Demo 2005 (D-Stomp)
Geil, endlich mal wieder ein TAPE und was mich besonders freut: aus München! Unter anderem zimmern sich hier Ex-Paint The Town Red-Mitglieder ihr erstes 4-Track-Demo zusammen, was eindeutig Appetit auf mehr macht. Das Ding kommt mit extremen Ecken und Kanten daher: rauher Hardcore mit old-schooligem Touch und geradlinigen Riffs scheppern einem in guter alter „Maxell SQ“-Qualität entgegen, sehr schön. Kein glattes, kalkuliertes Meisterwerk, sondern Hardcore wie er sein muss: laut, heftig und ehrlich. Ich freu mich aufs Album, mehr Infos auf: www.jawsjawsjaws.com (Anm. d. Red.: diese Website ist wohl schon sehr lange offline…)

The Suicide Machines – War Profiteering Is Killing Us All (SideOneDummy)
Album Nr. 6 und keine großen Überraschungen: Wie so oft schnüren die Suicide Machines 14 Songs zu einem kompakten, 30-minütigen Hardcore/Punk-Album zusammen, in dem nach wie vor Ska-Nummern Platz haben, aber deutlich mehr Raum der Mittelfinger-Attitüde und Anti-Amerika-Politik gelassen wurde. Schön schnell, laut und kraftvoll, doch irgendwas fehlt. Ein paar Hits vielleicht? Könnte sein, „Hands Tied“ wird aber auf jeden Fall die Tanzflächen füllen!

Schleprock – Learning To Fall (People Like You)
Gleich mal vorneweg: Das war die ehemalige Band von heutigen Generators-Mitgliedern und allein deshalb schon kaufenswert! Seit den frühen 90’er Jahren veröffentlichten sie 6 Alben und eine Art „Best Of“ könnt ihr nun endlich mit dieser CD (21 Tracks/64 min.) in den Händen halten! Ideal also für alle, die ein bisschen L.A.-Punkrockgeschichte nachholen möchten, noch dazu schweift Sänger Doug Dagger im Booklet in Erinnerungen, erzählt über die gute alte Zeit und kommentiert die einzelnen Songs!

Stretch Arm Strong – Free At Last (We Put Out)
Die „Experten“ nennen es Screamo, ich würde sagen, wir haben es hier mit gerade angesagtem Hardcore-Pop zu tun! Das lupenrein produzierte Major-Album präsentiert große Melodien im Wechselspiel zu eingestreuten Schrei-Parts und stellt einen gelungenen, wenn auch glatten Mix aus Hymne und Brechstange (der keinem weh tut) aber hitverdächtig im Gedächtnis bleibt, dar. Bewegt sich zwischen BoySetsFire und Rise Against also Kids: wenn ihr schon „Screamo“ hört, dann bitte das hier!

Thrice – Vheissu (Island)
Ich weiss noch genau, wie ich mich vor eineinhalb Jahren auf der Deconstruction-Tour über Thrice aufgeregt habe, weil sie mir als der hundertste BoySetsFire Rip-Off tierisch auf den Sack gegangen sind – und damit eigentlich für mich gestorben waren. Und jetzt habe ich doch das neue Album in der Hand und muss sagen: Hut ab, die haben sich sowohl was Eigenständigkeit, als auch was ihr Songwriting angeht gewaltig weiterentwickelt. Losgelöst von grassierender Screamo-Langeweile ist der Band ein sehr abwechslungsreiches Album gelungen, das mal an die genialen Breach, mal an die experimentellen Deftones, mal an Ami-Chartsrock und manch-mal eben doch wieder an BoySetsFire erinnert – was diesmal aber in Ordnung geht. Anhören!
The Black Halos – Alive Without Control (People Like You)
Wieder einmal eine People Like You-Veröffentlichung, die ich mir blind gekauft habe und siehe da, ich wurde wieder nicht enttäuscht! Die fünf abgesifften Typen aus Kanada bieten, wer hätte es erwartet, eine ausgewogene Mischung aus Rock’n’Roll, Glamrock und 77’er Punkrock, die sich eindeutig durch die Reval-filterlos-Jackie-Cola-getränkte Stimme von Frontmann Billy Hopeless (immer diese vielversprechenden Namen…) aus dem Sumpf dieses Genres anhebt. Glam-Appeal vs. Rock’n’Roll Soundgerüst, sleazige Gitarren vs. Backgroundchöre und Melodie vs. Rotz plus eingestreutes Piano funktioniert einfach gut! An manchen Stellen könnte ein wenig mehr auf’s Gaspedal getreten werden, so bleibt dieses Album „nur“ gut und nicht der Hammer. Ich könnte mir die Herren live recht gut vorstellen, nächstes Jahr im März hab ihr die Gelegenheit dazu!

The Briefs – Steal Yer Heart (BYO)
Das ist so eine Sache mit den Briefs: Bis jetzt wurde eigentlich nur ihr Debüt „Hit After Hit“ mit seinen 13 Liedern in 24 Minuten einigermaßen der absolut unglaublichen live-Energie (keine Übertreibung, die Briefs live sind der Hammer!) gerecht. Die Alben danach waren schon gut, hatten aber auch Längen, die es auf einem Briefs-Konzert nicht gibt. Mit dem neuen Album ist es eigentlich wieder so. Es ist ein grundsolides 70ies-Punk-Album Richtung Buzzcocks oder Adverts mit langsamen und schnellen Liedern, einigen Hits und wenigen Füllern und keiner, der es kauft, wird es bereuen. Aber, ich muss schon wieder davon anfangen: so rocken, wie die Briefs live tut es irgendwie doch wieder nicht. Das ist vielleicht aber auch zu viel verlangt. Hm.

Um diese Jahreszeit wimmelt es nur so von Lebkuchen- und Bratwurstständen, so dass niemand mehr wirklich Lust auf dieses Zeug hat. Das Nürnberger Fremdenverkehrsamt, bekannt für sein gutes Marketing, wirkte dieser Übersättigung erfolgreich entgegen, indem sie die benachbarte Erlanger Köstlichkeit „Shark Soup“ in heimischen Gefilden groß raus brachte. Anfangs konnte man sich auf nationaler Ebene einen Namen machen (z.B. „Demo des Monats“, Visions), aber mit dem aktuellen Album gelang der Durchbruch von/nach Übersee! Sogar die Gebrüder Stern konnten sich von der fränkischen Delikatesse überzeugen lassen und so kam es zu einem Deal mit B.Y.O.-Records und einer europäischen Lizenz von Kung Fu Records Europe! Doch um was geht es hier eigentlich? Lange Rede, kurzer Sinn: wer Lust auf ein spielfreudiges Trio mit Upright-Bass hat, kommt an diesem Album einfach nicht vorbei! Der Mix aus Neo-Rockabilly, Punk und Rock’n’Roll funktioniert prächtig, hinzu kommt eindeutig die Wahnsinnsgeschwindigkeit, die Kaltblütigkeit und die Routine, mit der die Songs runtergeknüppelt werden. Wer sich überzeugen möchte, hört schnell in folgende Songs rein: „Small Town Mayhem“, „One Eyed Kat“ oder „Brain Washed“. Ein mitreißendes Album, dem bis jetzt viel zu wenig Beachtung geschenkt wurde.

Muff Potter – Von Wegen (Universal)
Muff Potter bei Universal? Szenepolizei, ick hör Dir trapsen! Jaja, immer schön nörgeln, anstatt sich mal das Album anzuhören, für mich jedenfalls sind Nagel und Co. immer noch eine der besten deutschen Bands. Zugegeben, Muff Potter sind im Jahre 2005 nicht mehr die jugendlichen „Schrei wenn Du brennst!“-Rotzlöffel, aber das macht nichts, denn nach wie vor dreht sich alles um den Inhalt und die Botschaft der Texte und die reissen verdammt noch mal mit! Sie bieten Gelegenheit zum nachdenken und zurückziehen, andererseits laden sie zum mitschreien und Bier trinken ein, jedoch gekonnt anspruchsvoll, intelligent, rauh und emotional zugleich. Musikalisch gespickt mit rockigen, punkigen Midtempo-Brettern, Pop-Songs und Songwriter Ausflügen. Ach ja, vielen Dank für „Bring Dich Doch Selbst Nach Haus“, endlich hat das mal jemand geschrieben!

Doomriders – Black Thunder (Deathwish Inc.)
Aber hallo, jetzt geht’s aber los! Die Doomriders aus Massachusetts prügeln sich auf diesem Album (mit dicker Converge-Unterstützung) durch die Musikgeschichte, dass man den Mund kaum wieder zukriegt. Benzin-triefenden High-Speed-Rock’n’Roll á la Zeke kriegt man hier eben so zu hören, wie den Hit, den man vom guten alten Glenn Danzig schon seit langen nicht mehr erwartet. Dann wieder eine Prise Schwedenmetal in Richtung Entombed um im nächsten Lied schnell mal einen Old-School-Hardcore-Smasher vorzulegen oder doomige Neurosis-Klänge anzustimmen. Bolzen ist dabei Gesetz und man muss schon den Hut ziehen, wenn man hört und sieht (Artwork taugt auch), wie stilsicher die Doomriders dabei vorgehen. Sauber!

Schon wieder haben ein paar Schweden die ehrenvolle Aufgabe übernommen, den Rock’n’Roll zu retten: Auf ihrem grandiosen zweiten Album „Posion Chalice“ zeigen uns die Accidents, dass das letze Wort noch lange nicht gesprochen ist! Das ganze Album ist vollgepackt mit furiosen Smashern, die ebenso einfach, wie eingängig beweisen, wieviel Spass auch im Jahr 2005 schneller Rock’n’Roll-lastiger Punk machen kann. Dank der grossen Auskunftsbereitschaft von Front-Hüne Danne Vacuum kamen wir Ihrem Geheimnis ein Stück näher…
S: Please introduce yourself! Who are you and what’s your mission?
D: We are The Accidents and consist of four merry guys… Danne Vacuum (git + voc), Fred Tank (bass), Kid Kreole (git) and last but not least Mr. Rick Rebel Jennings (big drums)… Our mission is to entertain (ourselfs & others) and meanwhile try to record as good punk- / rock’n’roll-songs we possibly can… just have a good time and play the music we love!
S: Where and when did you get to know to each other and what made you found the Accidents?
D: I met R.R. in 7th grade when I noticed that someone had written „Voivod“ on a locker in the hallway. So I kinda figured out who it was and we got along good cause there were not that many kids who liked them, at least not anyone I knew. Mr. Tank played in a punkband that usally played at the same shows my first band did (but always over us on the bill). One night we talked a bit and split a couple of bottles of cherrywine. We both did shit-gigs that night but we have remained the best of friends eversince. K. Kreole comes from a village and used to be a jock til‘ he moved here and became the happy drunk we know him as today… There was no real masterplan as The Accidents took form. We just wanted to play a bit more „rocklike“ than our other bands. When we started we thought that we’d do the EP and then see, well, here we are 5 years, 2 albums and a bunch of EPs down the line and we still have a hell of a good time wich was the real reason anyways…
S: Some of you where (and still are) playing in other bands? What bands are these and did some of you quit to play in the Accidents now?
D: We only play in Accidents all others are defunct…
S: How important is appearance and style besides the music? Would someone tiny without sindeburns be allowed to play in the band?
D: In our case with the gipsy-uniforms and sideburns the answer would have to be no. I think it would look quite stupid with a small guy in shorts next to me, don’t you agree? I don’t care what people wear in the audience, but on stage we wear the uniform cause it creates a special feeling when you see it and looks more like a unit, I got the sideburns as soon as I could grow a beard and I’ll keep them til‘ they fall off… But if you eat your vegatebles and get some fake ones, we might consider you…
S: There are lots of classic elements (like Motörhead or 50ies rock’n’roll) in your music, but it’s never boring and big fun. What’s the secret?
D: Thank you very much. The secret ingridient is… tatada… poison! No actually I don’t know, we just take the different elements of our selfs and pour them in the machinery and out comes short fast rocksongs that we like and stranglely enough, others seem to enjoy it as well, we just play what we like ourselfs…

S: We heard you took your name a bit too serious? Tell us about shredding your tourbus!
D: We just got off the ferry in Puttgarden (Germany) from Sweden when our driver had a seizure and cramped up totally behind the wheel and sverwed through on-coming traffic and into a 2 meter deep ditch. It was very strange and he did not know what had happened when he came out of it. Everybody got away with cuts and bruises but it looked like a train had gone through the trees. Four guys had to go to the hospital to get sewn together again. We were lucky I guess, it was not our time to go…
S: So, and what was the funniest situation when touring with the band then?
D: There’s been so many things that made us laugh our asses off because we always bring friends on tour so it’s like a long weekend insted of a business trip. I like everything with touring cause it keeps me away from the hassles of everyday life and I don’t have to work at a nomal boring piece of shit job for a few months every year , so I’m thankful for everyday I’m on the road and don’t have to worry about if my forklift has enouge gas in it to unload a truck or if I have to fill it up again… It’s a wonderful life, of course there are the endless hours of waiting everyday but playing live and see people walk out of clubs with a smile on their face easily weigh much more than that… Tour stories ain’t good to have in print…
S: Whom have you ever been wanting to go out for some beers with and whom to beat up some day?
D: I dunno. Mabye I’d go out with Stalin and Hitler and see what they would talk about when they were drunk then beat them up and brag to my friends…
S: One last message to our readers, please!
D: Thank you very much… See you in the pit, ho, ho, ho… Merry Christmas & Rock’n’Roll is king!

Schauen wir uns doch mal die Kisten an, die uns 2005 so im Schnitt als Top-Geländewagen angedreht werden: Man sitzt in einer Karre, die von irgentwas, was xDrive, quattro, 4Matic, 4Motion, 4blablabla heisst, angetrieben wird, hat einen super CDl-TDI-FSI-CIA-ABC-Motor unter der Haube und starrt dabei auf ein Interieur aus feinster Pappel, Mahargoni, Wurzelholz, Linde,… Aber so richtige Rock’n’Roll-Stimmung kommt hier nicht mal dann auf, wenn glasklar „King Of The Road“ von Fu Manchu aus dem Bose-CarAudio-System schallt. Da lobe ich mir den 86er Grand Wagoneer. Der ist riesig, wird von stinknormalem 08/15-Allrad und einem freundlich schnurrenden 5.9 Liter V8-Motor angetrieben und hat ordentlich Holz vor der Hütt’n – nämlich nicht spärlich innen als Zierleiste, sondern reichlich aussen auf die Karosserie geklebt. Und siehe da: In der Karre kann man sogar eine alte TKKG-Kassette hören und fühlt sich wie ein von Kopf bis Fuss tätowierter Rock’n’Roll-Badass. Geht doch!
Das
s Werbung im Fernsehen dumm ist, war uns allen klar. Aber muss man denn wirklich so weit gehen, wie die werten Werbe-Fuzzis der Firma Storck beim Versuch sau-unspektakulären Karamel-Bonbons einen glamourösen Gewinner-Touch zu geben? Im Spot sitzt ein langweiliger Yuppie-Affe („Roger“) an seinem Schreibtisch (auf dem übrigens neben einer Hochglanz-Zeitschrift, ein Architektur-Modell und das Modell eines Porsche 356 liegen…) und schwadroniert darüber, wie endo-geil Storck „Riesen“ sind und zwar auf eine dermassen dumme Art und Weise, dass mir die Worte fehlen und Ihr Euch den Spot sofort selbst anschauen müsst, damit Ihr wisst, wovon hier die Rede ist: http://www.riesen.de/d10000.html! (Leider nicht mehr online.) Plumper kann man ja wohl kaum versuchen einem Kaubonbon ein Pseudo-Postmodernisten-Supertypen-Reicho-Image zu verpassen. Ich wiederhole: Einem Bonbon! Dazu der Kommentar von Storck: „RIESEN holt echte Fans vor die Kamera, die mit ihren eigenen Worten erzählen, warum sie RIESEN so besonders schätzen.“. Echte (!) Fans – ja genau! Und „so besonders schätzen“? Ich flipp‘ aus! Was hatte die Storck-Marktforschung denn da für eine Zielgruppe ermittelt? Ich habe bildlich vor Augen, wie der Marketing-Chef Rundmails mit dem Betreff „TV-Spot für atomverblödete Konsum-Vollretards gesucht – Budget: eine Mark“ schreibt. Dumm nur, dass diese Zielgruppe fast nie Ausgang hat und dann extrem selten Storck „Riesen“ kauft, weil sie die Packung eh nicht aufkriegt…
NOFX-Ober-Witzemacher Fat Mike hält uns wohl für blöd! Macht beim NOFX-Konzert am Rock-Am-See-Festival Ende August in Konstanz zu 50% die selben Witze wie am Me First And The Gimme Gimmes-Konzert ein paar Tage später in München und denkt wir merken’s nicht. So betrunken waren wir nun aber auch wieder nicht, werter Michi! Da müssen wir dieses Jahr zu Weihnachten wohl mal ein paar neue Witzbücher nach Kalifornien schicken…
Nachdem wir uns in der letzten Ausgabe ausgiebig mit dem Thema „Grinden in Vatis neuer E-Klasse“ gewidmet haben, ist heute ein neuer Standard-Skate Trick dran, mit dem sein Auto shreddern kann: nämlich der Kickflip! Bei diesem Trick gilt das selbe wie beim Skateboard: Zuerst einen Olli (hierfür empfiehlt sich K.I.T.T.’s berühmter Turboboost) und dann in der Luft die Karre einmal um die eigene Achse drehen (am besten rutscht Euer dickster Freund dafür blitzschnell auf der Rückbank hin und her). Wie das aussieht, kann man unten auf dem Bildern bewundern. Das letzte Bild zeigt dann aber auch, was passiert, wenn man mal zu wenig oder überdreht: Man landet auf dem Dach und ist tot. Madig! Also Kinder, Kickflips dann vielleicht doch lieber erstmal mit einem Skateboard perfektionieren…


An alle Poster-Fans: Hier kommt Euer Buch! „vorwärts bis zum nieder mit – 30 Jahre Plakate unkontrollierter Bewegungen“ (Assoziation A, ISBN: 3-935936-05-2) dokumentiert auf knapp 300 Seiten, sämtliche politische Poster, die seit den Anfängen der 60’er Jahren erschienen sind. Einige Themen wären: die Schwulen- und Lesbenbewegung, RAF, Anti-Apartheid, Revolution, Freiheit und vieles mehr, aber auch Punk- und Sportposter finden dort ihren Platz. Das Ganze kommt mit vielen Abbildungen und einem begleitenden, aufklärenden Text, die Bilder (8.300 !), die nicht mehr ins Buch gepasst haben, wurden auf beiliegende CD gebrannt, sehr schön. Mein Lieblingsposter ist vom Bündnis 90/Die Grünen, mit folgender Überschrift: „Warum nicht wieder Häuser besetzen?“ waren die mal so drauf? Lang ist’s her…

Vielen Dank Tommy, für diese logische Erklärung! Man könnte sich ja theoretisch auch (gerade jetzt in der Weihnachtszeit) Zimt und Zucker auf die Eichel schmieren, nur weil man es kann. Macht das Sinn? Nein, aber man kann es trotzdem machen…
Heute geht’s um die Fans der Altherren-Deutschrock-Combo „Die Toten Hosen“, einer Band, die selbst vor schwarz/weiss-Videos auf VIVA und Konzerten mit Symphonie-Orchester nicht zurückschreckt. Dementsprechend innovativ sind auch die sogenannten „Hosen-Fans“: Lehre als Versicherungskaufmann, Mutti’s Sauerbraten als Lieblingsessen, IQ von 88, Pulli von Chiemsee (oder besser einfach das neueste Tour-Longsleeve in XXL) und sonst noch die ein oder andere Rammstein-, Pur- und Fetenhits-CD im Regal. Naja, wenigstens sind es freundliche und gutmütige Menschen, die einen Stinkefinger auch dann nicht wahrnehmen, wenn man ihn diesen mitten ins Gesicht hält. Aber Leute die noch was merken, tun sich auch schnell mal schwer mit den „Toten Hosen“…

E r l a n g e n – Die Stadt ist tot. Ganz? Nein! Die Band Shark Soup beweist das Gegenteil und tritt ordentlich in fränkische Ärsche, höchste Zeit für ein Interview!

S: Stellt euch doch bitte mal vor: Wie lange gibt’s euch schon und wer macht alles mit?
C: Wir sind Shark Soup. Die Band gibt es seit 2,5 Jahren und mit dabei sind Chrissi (Gitarre,Vox – mit dem du dieses interiew führst), Stephan The Lennon W. (Drums, Backing Vox) und Tim am Bass.
S: Hat der Name „Shark Soup“ eine besondere Bedeutung, oder esst ihr die einfach gerne?
C: Menschen die gerne Haisuppe essen schenke ich meine vollste und tiefste Verachtung. Ich selbst bin Vegetarier und krieg einen Megahals, wenn es um das Thema Hai oder Walfang geht, sowie diese Arschlöcher in Norwegen und Japan es wieder aufleben lassen. Fresst meinen Sack ihr Bastarde. Unser Bandname steht als Statement gegen diesen Irrsinn. Der Sinn des Bandnamens ist folgender: Stellt euch einen Topf Suppe mit lebenden Haien drin vor, jeder Ficker der sie verzehren will, büsst ein Stück seines Körpers ein. Generell ist unser Name eine Antihaltung gegen den menschlichen Irrsinn der auch Zivilisation gennant wird.
S: Wie sieht es in eurer Heimatstadt Erlangen aus? Gibt es eine „Szene“, bzw. Fanzines, Konzerte, Plattenläden und Kneipen mit vernünftiger Musik?
C: Nein,nein,nein… Erlangen ist „Erlangen Dead City“! Es gab mal so etwas wie eine Szene, als wir mit Oxymoron noch aktiv waren, aber das ist Vergangenheit. Unsere Stadt ist ein reinens billiges Entertainment für Studenten und Sonderschüler, beide kann man auch kaum auseinanderhalten, da der Kleidungsstil auf den selben geeicht wurde. Als Stützpunkt für Shark Soup ist Erlangen allerdings sehr cool, da man anonym und ohne viel Ablenkung an seiner Musik arbeiten kann. Die meisten Bands die es hier gibt, können mich am Arsch lecken, da sie einfach nicht „echt“ sind. Vor allem, was Punk’n’Roll Bands angeht. Aufgesetzte Studentenscheisse. Sorry, wenn ich so direkt bin, aber Punk’n’Roll ist für mich die Nische, in der sich die ganzen kleinen Mamaboys aufhalten und den dicken Mann raushängen lassen wollen. Die Junx und Mädels unterscheiden sich kaum von dem dreckigen mainstream Publikum… Selbst die Tattoos ändern daran nix. Die Rettung bilden die Junx vom Concrete Jungle in Nürnberg. Cooler Plattenladen und Konzerte, Junx die wirklich was auf die beine stellen. Checkt den Laden aus, wenn ihr in der Gegend seid. Alles andere ist nur laue Luft.
S: Aus der fränkischen Ecke kennt man ja eigentlich nur die Band Oxymoron (in der du ja auch kurz gespielt hast), wen könnt ihr uns als nächste große Band, oder als Geheimtipp verraten?
C: Shark Soup natürlich… Rejected Youth liegen ja leider auf Eis… Ich werde mich hüten, hier andere Namen zu nennen, denn wie schon angedeutet, die meisten Bands hier sind arrogante Weicheier, die es nicht verdient haben, erwähnt zu werden. Dazu zählen natürlich nicht die Junx von Spite! und Taxdodgers… Der Rest kann uns getrost den Buckel runterrutschen!
S: Die ganze Nation lacht über uns Bayern, welche Gründe halten euch noch hier?
C: Wir lachen natürlich auch kräftig über euch Bayern, da wir Franken sind! Wir hingegen lachen aber noch kräftiger über Berlin. Meiner Meinung nach sitzen dort genau die Menschen, über die man minütlich ablachen könnte. Dieses „..über Bayern lachen“ ist doch ein scheiss Klischee. Allein der Ruhrpott ist doch keinen Deut besser. Deutschland an sich ist politisch und was die Mentalität angeht zum kotzen. Die Band hält uns hier, ausserdem hat jeder von uns seine eigene Sachen noch am laufen. Ich zum Beispiel arbeite noch als Tätowierer und Rock Poster Artist. Wenn ich mich mit meiner Braut verpisse, dann richtig weit weg, raus aus Doitschland!
S: Da ihr auf dem aktuellen Album verschiedene Musikstile, von Psychobilly über Rock’n’Roll bis Punk, zu einem Mix zusammenwurstet, muss die Frage kommen: In welche Schublade würdet ihr euch stecken, oder scheisst ihr auf derartigen Szenefasching?
C: Wir scheißen einen riesigen Haufen darauf, generell läuft es eh unter Punk und genau daher kommen wir und dort stehen wir noch immer. Wir haben uns lediglich erlaubt, den Sound mit weiteren Elementen wie Neo-Rockabilly á la Stray Cats anzureichern. Was wir auf keinen Fall sind, ist eine Psychobilly Band. Es wäre einfach gelogen, uns so zu betiteln. Wir sind Punks und basta!
S: Wie seid ihr überhaupt auf derartige Musik gekommen? Welche Bands beeinflussen euch?
C: Ich bin ein grosser Fan von The Clash und Stray Cats, beide Bands haben 1979 in London ganz schön was von der Latte gerissen und genau das ist mein Film. Ich wollte schon immer den Sound dieser beiden Gruppen für mich vereinen und genau das ist meine Mission mit Shark Soup. Neo Rockabilly meets Punkrock, ohne dummes Würfel- und Billiardkugelgekacke. Einfach straight und ehrlich, aber voll in die Fresse.
S: Eure 5 Lieblingsalben, die nicht in oben genannten Richtungen beheimatet sind!
C: Nick Cave-Abatoire Blues, Tom Waits-Mule, The Cure-s/t, Joe Jackson-I’m A Man, Het Atkins-Guitar Man.
S: Wie kam es zu dem Plattenvertrag bei B.Y.O.-Records? Habt ihr die Gebrüder Stern auch persönlich kennengelernt?
C: Ich habe täglichen Mailkontakt mit Mark, aber persönlich werden wir uns wohl erst auf der geplanten U.S.A.-Tour kennenlernen. Der BYO-Deal kam unverhofft, wir hatten unser neues Album fertig eingespielt und wollten dieses genau wie das letzte, wieder selbst auf Sharkpoolmusic rausbringen. Da ich mich heftigst um internationale Vertriebe für unser erstes Werk gekümmert habe,drang wohl auch was nach Los Angeles durch. Irgednwann im März kam dann das Angebot von 3 verschiedenen U.S.-Labels und wir haben uns für BYO entschieden. Sehr sehr cool gelaufen alles, wir sind echt dankbar und haben auch hart daran gearbeitet.
S: Habt ihr viel Freiheit bei diesem Label, gerade was Covergestaltung, Singleauskopplung usw. angeht?
C: Ok, eine Singelauskopplung gab es nicht, da wir noch zu klein sind. Was das Artwork etc. angeht, haben wir total freie Hand. BYO ist im gegensatz zu anderen U.S.-Labels immer noch Punk und die Message klar.
S: Wie ist die allgemeine Resonanz auf das Album (In- und Ausland)?
C: Wir habe bis jetzt zu 98% nur ultra gute Reviews aus allen Ecken dieser Welt bekommen, selbst Lars Frederiksen hat unser neues Album gehört und fährt ziemlich darauf ab, dass hat uns umgehauen. Die restlichen 2% hassen uns wirklich und dabei handelt es sich grösstenteils um Leute aus der Emo-Punk Richtung, die mit den dämlichen Scheiteln und Krawatten und so. In den U.S.A. nennt man die Pisser „Cry Babies“, was für Lullen.
S: Ist eine Tour durch die U.S.A. geplant?
C: Ist geplant, aber noch nicht bestätigt. Es gibt auch ein Angebot aus Australien und im Moment sieht es aus, als würden wir dort zuerst touren.
S: Wie verlief die letzte Tour mit den Nekromantix? Sind die Jungs in Ordnung, oder mittlerweile schon arrogante Stars?
C: Die ersten 5 Tage haben sie uns null beachtet, gar nicht so einfach in einem Nightliner, vergleichbar wie in einem U-Boot. Wir dachten uns nur: Leckt uns, euch kriechen wir nicht in den Arsch, wie so manch andere Band! Wir haben einfach cool unser Ding durchgezogen und als die Herrschaften unsere Show zum erstenmal beiwohnten, waren sie hellauf begeistert. Ab da war alles in Butter und wir haben jetzt noch Kontakt. Vor 4 Wochen kam der alte Drummer, Christian, zu einem Konzert von uns nach Berlin. Trotz Startschwierugkeiten sehr nette Typen…Ehrlich!
S: Den münchner Auftritt im September habt ihr leider abgesagt, wird der nachgeholt?
C: Haben wir vor, aber anscheinend ist das gar nicht so einfach. Die Bookingsituation in Deutschland lässt meiner Meinung nach im Moment zu wünschen übrig. Ich hoffe, dass demnächst was geht.
S: Für welche Band würdet ihr am liebsten eine Show eröffnen?
C: Oh mann…. Im Endeffekt ist es eigentlich scheißegal, für wen man eröffnet, da du eben nur der Opener bist. Wir hatten in den letzen 2 Jahren so oft den Job des Opener, dass es nun mal Zeit wird, den Spiess umzudrehen… Ganz im Ernst, diese Frage hätte ich Dir mit 18 beantwortet, heute ist es mir echt scheißegal.
S: Die aktuellen Shark-Soup Designs stammen meines Wissens nach alle von Zombiehouse Artworx (www.zombiehouseartworx.com), seid ihr das selber, oder sind das Freunde von euch?
C: Zombiehouse Artworx ist meine Firma. Ich entwerfe hauptsächlich Konzertposter und Plattencover. Das neue Mad Sin Album war unter anderem einer der letzen Aufträge. Das ganze Shark Soup Merchandise, sowie Homepage etc., stammt aus dem Zombiehouse. D.I.Y. Deluxe, Motherfucker! Falls jemand ein geiles Plattencover für seine Band braucht, ich mache coole Preise!
S: Könnt ihr mittlerweile von der Musik leben, oder geht ihr geregelten Jobs nach?
C: Unser Basssit jobt neben der Band noch als Sargträger, ich arbeite als Tätowierer und im Zombiehouse und unser Drummer quält Menschen im Krankenhaus. Die Band finanziert sich selbst und wirft ab und an was für uns ab. Rockstars sind wir und werden wir keine…
S: Was habt ihr für nächstes Jahr alles geplant?
C: Schön viel Touren und das neue Album, an dem wir im Moment schon arbeiten, evtl. gibt es ja ein Doppelalbum. Material gibt es jetzt schon genug, wenn BYO mitspielen ist das Ding im Kasten.
S: Zum Ende bitte noch ein Statement an unsere Leser!
C: Lasst Euch nicht von der momentan beherrschenden und geschickt herangezüchteten schlechten Laune in diesem Land ficken! Kopf hoch – Augen nach vorn und immer schön eisern das eigene Ding durchziehen. Wehrt euch gegen Rassismus und Faschismus, denkt nicht in Hautfarben und Grenzen. Save sharks – kill idiots! Think!
S: Danke für das Interview!
C: Danke auch und cheers!