Social Distortion (Alsterdorfer Sporthalle Hamburg, 17.04.15)

 

Von der Arbeit nach Hause gehetzt, noch schnell die schwangere Frau eingepackt und los in Richtung Sporthalle. Dort angekommen kämpften wir uns schnell durch Fischbrötchen-, Pizza– und Popcorn-Stände um einen geeigneten Sitzplatz abzugreifen. Ja, Sitzplatz, wie gesagt: die Frau ist schwanger.

 

Der shreddermag_socialdistortion_stGrund für den Ausflug: Mike Ness lud zum 25. Jubiläum des selbst betitelten Albums „Social Distortion“. Und getreu dem Konzept wurden uns auch gleich „So far away“, „Let it be me“, Story of my life“ und „Sick Boys“ um die Ohren gehauen – abgesehen vom mies abgemischten Großraumdisko– Sound – sehr, sehr schön. Nach diesem fantastischen Auftakt war jedoch schnell die Luft raus: Mike Ness verlor sich in viel zu langen Rock-Soli und einer Setlist aus mittelmäßigen Songs (wer will denn bitteschön „Misery Loves Company“ von der ersten Mike Ness-Soloplatte hören? Niemand!). Im Zenit der Langeweile prasselte ein künstlich in die Länge gezogenes „Drug Train“ auf uns herab (Gitarrensolo, ihr wisst schon) nur um zu beweisen, daß Songs, die auf Platte scheiße sind, auch live nix können. Zum Glück hatten wir Sitzplätze.

Doch weiter im Programm: Mike Ness erzählte uns,wie cool es ist in deutschen Hotels untergebracht zu sein, denn dort sind die Frühstückseier inklusive und total lecker, der spinnt doch! Kurz darauf flog ihm dank falscher Tonlage das Rolling Stones-Cover „Wild Horses“ um die Ohren, aber zum Glück hatten wir ja Sitzplätze (hatte ich das schon erwähnt?). Am Ende des zähen Programms konnte der obligatorische Hit „Don’t drag me down“ auch nix mehr retten und als Zugabe gab’s wie immer „Ring of fire“, damit auch der dümmste Fan noch einmal mitsingen darf. Heieiei. Mike Ness, du bist zwar ein cooler Hund, aber das war leider nur Mittelmaß. Das nächste Mal bitte ein paar knackigere Songs auswählen und nicht mit unnötigen Rock-Soli posen.

 

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Shredder Mag - Tipp

Erinnert sich noch jemand an Brody Dalle? Genau. Das war diejenige, die uns eine Zeit lang mit ihrer Band den Distillers hervorragend unterhalten hat. Die Alben „Sing Sing Death House“  und „Coral Fang“ sind nach wie vor großartig, aber danach kam leider nix mehr. Ah doch, der damalige Ehemann Tim Armstrong (ihr kennt ihn vielleicht von GZSZ) wurde vor die Türe gesetzt und gegen Josh Homme (Marienhof) eingetauscht. Ende.

 

Aber das Shredder Mag wäre nicht das Shredder Mag, wenn wir keine adäquate Alternative für euch parat hätten: Louise Distras heißt die gute. Als gebürtige Engländerin hat sie sich traditionell den Protestsongs verschrieben und bietet auf ihrem Debütalbum „Dreams From The Factory Floor“ eine ordentliche Portion Kampfgeist und Wut. Die kommt dank 1a-Reibeisenstimme und Akkustikgitarre (Billy Bragg lässt grüßen) auch verdammt authentisch rüber. Selbstverständlich ist das immer schön „Working Class“-fixiert und direkt aus dem Herzen. Enjoy:

 

The Peacocks (Gei, 06.12.2014)

Auf nach Oberösterreich, den Peacocks kann man getrost hinterher reisen, das lohnt sich immer. Und was gibt es Schöneres als ein kalt-nebliges Wochenende im Dezember am Attersee (ohne Schnee)? Das Rahmenprogramm erspare ich Euch, auf nach Timelkam (halb Dorf, halb Gewerbegebiet) und rein ins GEI, der Konzertdisse der Wahl, ein ganz sympathischer Konzertkeller mit großer Bar und kleiner Bühne, wir lassen uns überraschen. Die Stimmung war gut, aber ein hoher Halbstarkenfaktor (den man bei Rockability Veranstaltungen ja gerne vorfindet) war nicht ganz zu übersehen. Was wir nicht wussten: Timelkam ist ein beliebter Fight-Cage für die Bauernsöhne des Umlandes – aber dazu später mehr. Die erste Vorband war fad, hat dafür aber sehr lange gespielt. Als nächstes kamen die Hellabama Honky Tonks, die nun auch ihre Instrumente beherrschten und zu unserer Freude schon deutlich mehr Gas gegeben haben. Vor der Bühne hatte sich dann auch schon langsam eine Meute junger Männer mit nackten Oberkörpern versammelt, die sich tanzend und rempeln aneinander rantasteten (eine gewisse Homoerotik ließ sich nicht leugnen). Endlich kamen die Peacocks, was soll ich sagen, waren die jemals nicht super? Unser schwyzer Lieblinge haben mal die Rockabiliy-Punkrock-Messlatte mal wieder nach oben verschoben wie eh und je, was bei unserer Crew große Freude, bei der Halbstarkenfraktion eine gewisse Eskalation erzeugte und zwar ganz klassich: A rempelt B, B rempelt zurück, A pöbelt als Beweis seiner Maskulinität ein bisschen mehr zurück, B setzt nocheinen Drauf, es kommt zu ersten Handgreiflichkeiten, C, D, E und F (und in diesem Fall auch G, H, I und J) stellen sich A und B zur Seite, es gibt die erste Watschen und schwupps 10 halbnackte Männer reiben ihre verschwitzten (von der Feldarbeit gestälten, von „Schorsch’s Tattoo’s“ dekotierten und von Bier und Samenstau aufgeputschten) Körper aneinander bis der Türsteher kommt. Dann gibt es eine übertriebene „dann machen wir es draussen aus“-Hatz nach – Ihr ahnt es – draussen und im Club ist wieder Ruhe. Sehr gut, weil: Die Peacocks waren mega gut und bekamen wieder vollste Aufmerksamkeit. Soviel Aufmerksamkeit, dass wir ein erneutes Aufflammen der Revierkämpfe erst wahrnahmen, als hinter uns ein blutverschmierter Fleischberg ohne Körperspannung detonierte. Also, wieder Türsteher, diesmal auch Notarzt, Leute, habt Ihr eigentlich gemerkt, dass da gerade eine Wahnsinnsband auf der Bühne spielt? Wir haben es gemerkt: Die Peacocks waren super! Und die Blutspritzer hinten auf Martin’s Shirt gingen bei 30° Buntwäsche auch wieder sehr gut raus.

Shredder Mag - Konzertreviews (Hamburg)

The Movement, Top Buzzer  (27.09.14, Knust)
Da ich The Movement bisher immer verpasst habe ging ich an diesem Abend mit besonders hohen Erwartungen ins Knust. Und wurde leider völlig enttäuscht. Das gesamte Konzert fühlte sich wie ein internes Battle zwischen Sänger/Gitarrist Lukas Scherfig (als Solo-Soul-Künstler unter „Lukas Sherfey“ unterwegs) und dem Rest der Band an. Der feine Herr preschte munter mit 200 km/h voran, während seine Kollegen müde hinterher hechelten. Dementsprechend holprig war der Sound. Eigentlich bin ich ja ein großer Fan von „Band spielt ihre Songs live doppelt so schnell wie auf Platte“, aber das war leider nix. Beim heimlichen belauschen eines „Experten-Gesprächs“ an der Bar erfuhren wir, daß der aktuelle Bassist gar nicht vom original Line-Up ist, sondern eher eine Art Schülerpraktikant darstellt (zumindest optisch). Na gut, vielleicht war das mit ein Grund für das wackelige Zusammenspiel – die Hauptschuld liegt meiner Meinung nach aber eindeutig bei Mr. Scherfig. Der spinnt doch. Der kann doch nicht einfach das gesamte Set an sich reißen und einen auf Alleinunterhalter machen. Das nächste Mal bitte einen Gang runter schalten und ein bisschen mehr Teamgeist mitbringen.

 

OFF!, Cerebral Ballzy (14.10.14, LOGO)
Meine Herren, in letzter Zeit konnte man ja viel über die Live-Performance der Hype-Teenies aus New York lesen, aber was an diesem Abend geboten wurde spottet jeder Beschreibung. Das war ein dermaßen planloses und untightes Rumgebolze – kaum auszuhalten. Die einzelnen Bandmitglieder spielten ihren jeweiligen Stiefel autistisch runter (Motto: schnell und unkoordiniert) und der Sänger hätte am Besten direkt zu Hause bleiben sollen. Da macht es ja nix wenn man dicht auf dem Bett liegt und nix auf die Reihe kriegt – vor einem Publikum eher schlecht. Schade eigentlich, denn die Band überzeugt mich auf Platte eigentlich schon. Aber egal, denn nach den ersten 10 Sekunden OFF! sah die Welt wieder anders aus: Routine meets Power meets Entertainment. Keith Morris und seine Mannen enterten die Bühne und ließen den Bluthund von der Kette: Hardcore zum Anfassen, laut, echt und geradeaus. Sehr, sehr gut. Schöne Anekdote: die Band spielte die ersten 10 Sekunden von Wasted an, nur um im selben Atemzug klarzumachen: „Tonight no Black Flag, no Circle Jerks, no Redd Kross.“ Vielen Dank dafür. Es gibt einfach zu viele Bands sich das Leben zu leicht machen und sich auf dem Ruf und Erfolg von „damals“ ausruhen.

 

Pascow, Disco Oslo, Fluten  (01.11.14, Knust)
Im Kartenvorverkauf gepennt und direkt bestraft worden. Also keine Mini-Clubtour für mich, sondern ein halbes Jahr warten und ab ins Knust (was ja von der Größe eigentlich auch noch vertretbar ist). Dort angekommen gab es erstmal keine Überraschungen: Vorband(s) wie so oft verpasst, im Publikum viele Tagtraum-, Turbostaat- und Feine Sahne Fischfilet-T-Shirt-Träger und hier und da ein paar Meter Dreadlocks die im Raum verteilt rumhingen. Dann ging’s auch schnell zur Sache, denn Pascow ließen sich nicht lange bitten den Saal zu sprengen. Hier wurde durchgehend das Gaspedal durchgedrückt und einmal quer durch die Bandhistorie geballert. Das Publikum feierte dementsprechend mit, die Bühne war voll von Stagedivern, der Moshpit schön gefüllt und das Bier floss in Strömen. Also für jeden etwas dabei!

 

Shredder Mag - entdeckt

Neulich in der Stadt unterwegs gewesen und dieses wunderschöne Exemplar entdeckt: ein Bad Religion-Tourposter von 1993. Unberührt, ohne Kratzer und nicht mal im Ansatz überklebt. Nicht schlecht, immerhin hat das Ding schon über 20 Jahre auf dem Buckel. Das Shredder Mag rät: durchhalten und weiter so! Auf das sich eines Tages ein paar Aliens fragen, was diese zwei saublöden Hunde auf der Tür sollen…

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Shredder Mag - ertappt Fat Mike beim Langweilig-sein!

NOFX-Ober-Witzemacher Fat Mike hält uns wohl für blöd! Macht beim NOFX-Konzert am Rock-Am-See-Festival Ende August in Konstanz zu 50% die selben Witze wie am Me First And The Gimme Gimmes-Konzert ein paar Tage später in München und denkt wir merken’s nicht. So betrunken waren wir nun aber auch wieder nicht, werter Michi! Da müssen wir dieses Jahr zu Weihnachten wohl mal ein paar neue Witzbücher nach Kalifornien schicken…

Shredder Einlauf #2: Festivals

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Der Sommer naht, die Vögel plärren von den Dächern, die meisten Mädels laufen nicht mehr in schwer zu durchschauenden Schurwoll-Rüstungen rum, der eine oder andere Idiot trinkt seine „Vanilla Latte Macchiato“ für 8,50 wieder im Freien und wir, was machen wir? Seit wir der Krippe entflohen sind, zieht es uns immer wieder raus aus der Stadt, direkt auf eines der für junge Erwachsene wie uns vorgesehenen OpenAir-Festivals. Die Aussicht auf eine gute Zeit mit seiner Crew, ebenso guter Musik und Bier zum Frühstück ist einfach zu verlockend. Leider jedoch müssen unsere vom Wetter gegerbten Augen Jahr um Jahr feststellen, dass einiges an retardiertem Volk sichtlich überfordert ist, wenn es um die erfolgreiche Planung, Durchführung und Nachbereitung eines Festivalbesuchs geht. Doch das Shredder Mag wäre nicht das Shredder Mag, wenn es diesen armen Hascherln nicht mit guten Rat und verbindlichen Verhaltensregeln unter die Arme greifen würde. Darum hier für eben diese armen Seelen einige Punkte, die unbedingt befolgt werden sollten, um sich nicht als Vollmongo, Depp oder gar Riesenarsch zu outen…

 

Auswahl
Die erste und wichtigste Entscheidung lautet immer noch: „Auf welches Festival soll ich überhaupt fahren?“. Hier gibt es keine richtigen oder falschen Entscheidungen, sondern nur gute oder schlechte. Eine schlechte Entscheidung wäre beispielsweise, auf’s „Rock im Park“ zu fahren. Begründung wirklich nötig? Nun gut: Mehrere 100 Euro Eintritt langweilen genauso wie Zeltnachbarn, die den ganzen Tag lang die neue Hosen-CD (Skunk Anansie, Guano Apes,…) hören, oder ein Überangebot an diversem Scheißdreck (Internetcafé, Achterbahn, Feuerspucker, Live-Piercing,…) und zu guter Letzt spielt auch noch Otto Waalkes Samstag Abend auf der Hauptbühne (als Vorgruppe für die Söhne Mannheims oder Emmerson, Lake & Palmer). Oh je. Für weitere schlechte Entscheidungen stehen zielsicher das „Chiemsee Reggae Open Air“ (Hippiescheisse) oder das „Taubertal-Festival“ (StammActs wie Such A Surge oder die Banana Fishbones sprechen eine deutliche Sprache…) zur Verfügung. Eine gute Entscheidung wäre etwa auf’s Dynamo oder WithFullForce zu fahren. Die Premiere des Berlinova-OpenAir letztes Jahr vermochte ausserdem zu überzeugen.

 

Nahrung
Hat man sich dann endlich entschieden, kommt auch schon die nächste Frage auf: „Was nehme ich mit?“. Nun gut, wenn’s ums Essen geht, gibt’s ein ganz einfaches Prinzip: bitte keine dumme Scheisse essen. Gar nicht gehen so z.B. Hühnerfrikassee „Arschloch“ mit Reis (zum im Wasserbad erwärmen…), Fisch-Frühstück-Mexico oder Muttis vorgekochtes Gulasch. Warum nicht auf bewährte Klassiker wie Nudeln mit Sosse oder Brot mit was drauf zurückgreifen? Eine große Ausnahme stellt hier der Alkohol dar, denn komischerweise schmecken auf Festivals die schlimmsten Schnäpse am Besten! Enzian, Frühstückskorn, der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Also: Einpacken!

 

Equipment
Was braucht man ausser Essen und Trinken noch an einem Festival? Zelt, Iso, Schlafsack, Kleidung, Ghettoblaster, Musik und evtl. noch einen Baumarkt-Pavillion für die Festival Homebase (bitte unbedingt den Allerbilligsten nehmen). Fertig. Leider gibt es immer wieder Experten, die mit riesigen Anhängern ihr gesamtes Wohnzimmer auf den Zeltplatz schleifen oder sich extra sauteures Festival-Equipment zulegen. Wozu? Ebenfalls sinnlos sind selbst-designte Gruppen-T-Shirts. Wir sind doch nicht am Ballermann! „NRW-Terrorfront“ oder „I Survived Rock im Sarg 2001“ (sic!) stärken zwar das Gruppengefühl, outen einen dann aber auch zielsicher als Riesenarsch.

 

Platzwahl auf dem Festivalgelände
Eigentlich ein müssiges Thema, aber für alle, die es immer noch nicht begriffen haben: Dixies stinken nach Scheisse, 40 Minuten Fußmarsch zur nächsten Bühne sind deutlich suboptimal und an Durchgangsstrassen sieht man sich den ganzen Tag mit dummen Witzemachern konfrontiert, mit denen man eigentlich gar nichts zu tun haben will. Alle anderen Plätze sind ok.

 

Verhaltensgrundsätze während des Festivals
Die goldene Regel (wie so oft): Sich nicht zum Deppen machen! Auch wenn zu folgender Aussage kein gesellschaftlicher Konsens besteht: Man kann auch Spaß haben und seine Würde dabei behalten. Zurückgebliebene Drecksnerds rennen immer noch „Helga!“ schreiend über’s Gelände. Falsch! Andere Spezialisten schütten sich als Zeichen ihres stark eingeschränkten Verhaltensrepertoires ihr eigenes Bier über den Kopf. Falsch! Ebenso Falsch: Klischeebehaftetes SchlammCatchen. Ist (wenn überhaupt) maximal 2 Minuten lustig und dann? Ha? Dämmerts?. Ganz schlimm auch die „Ficken: eine Mark!“-Looser. Hahaha, wie toll, mit dem Wort „Ficken“ schockieren zu wollen und dabei mit seiner unausgeglichenen Sexualität Hausieren zu gehen… Besonders auf den Sack gehen uns ausserdem die „Heute ist MEIN Tag“-Festival-Touristen. Daheim immer schön einen auf brav machen und kaum ist man auf einem Festival angelangt, muss man auch schon allen zeigen, was für ein verrückter Hund man doch ist. Dazu gehören: die noch „gute“ Jeans abreissen, spontan Bier ins Essen schütten, Erde anzünden oder einfach mal laut Furzen. Wow! Das sind dann auch meistens die, die sich Rüstungen aus leeren Bierdosen bauen (habt Ihr eigentlich nichts Besseres zu tun?) und dann abends im Techno-Zelt abspacken. Schlimm, schlimm. Hütet Euch ausserdem von Tattoo-Zelten. Die halbe Stunde im Rampenlicht steht in keinem Verhältnis zum betrunken ausgesuchten Aristocat oder 08/15-Tribal. Schlimmster von der Redaktionsmitgliedern gesichteter Fall: Zwei Dampfer auf dem Bauch. Super Idee!

 

Drogenmissbrauch
Grundsätzlich ist übermässiger Konsum ein willkommenes Verhaltensmuster auf Festivals. Doch auch hier gibt es einige Ausnahmen. Fangen wir beim Alkoholkonsum an: Ein Bier zum Frühstück hebt die Lebensfreude und stärkt die Sprungkraft, von Trinkbräuchen á la Trichtersaufen jedoch ist dringend abzusehen! Das Trinken direkt aus der Dose hat sich bewährt, alles andere ist viel zu bemüht und damit scheisse. Dabei bitte keine Oberrheinischen Trinksprüche oder Pfälzer Trinkrituale mit der ganzen Gruppe brüllen. Hier gilt das selbe wie für das Tragen identischer T-Shirts (s.o.) und ausserdem können echte Männer auch alleine trinken (echte Frauen natürlich auch). Den größten Schatten besitzen aber immer noch die Vollidoten, die einen Katheter-Beutel voller Bier mit auf’s Bandgelände nehmen und denken, sie wären superclever. Man trinkt doch nicht aus Pisse-Behältern! Wer Zivildienst gemacht hat, kann das sicher verstehen, alle anderen mit einem Funken Sinn für Ästhetik sicher auch. Andere Drogen sollten massvoll konsumiert werden (zur Erinnerung: Nicht zum Deppen machen!), beim Kiffen bitte darauf achten, dass man nicht das ganze Festival ausschliesslich in seinem Zelt rumsandelt und alle Bands verpasst, und Strychnin ist keine Droge, sondern giftig.

 

Festivals als Werbeforum
Leider hat der Kapitalismus Festivals wegen der interessanten Zielgruppe schon lange für sich entdeckt. Das ist nicht schön, stört aber nicht weiter, wenn man zwei kleine Regeln beachtet. Erstens: Keinen (!) Festival-Promo-Scheiss mitmachen! Dazu zählen der lustige Festival-Friseur ebenso, wie an einem „verzaubertem“ Seil hochklettern, Bull-Riding, seine Seele für eine Packung kostenlosen Tabak verhuren oder ähnliches. Zweitens: Nichts (!) auf Festivals kaufen. Mario’s-Ratten-Pizza für 6,50 Euro, einen original indianischen Traumfänger, einen Batik-Schlafsack oder gar ein Festival-T-Shirt (denkt an Eure Würde…) braucht kein Mensch.

 

Nachbereitung
Zuerst mal sollte man nach Beendigung nach Hause fahren und nicht einfach im Dreck liegen bleiben (siehe Dynamo). Also schnell Zusammenpacken und los. Dabei keine wertvollen Sekunden verlieren! Das wichtigste von allem aber: so schnell es geht, das dumme Festival-Bändchen vom Arm reißen! Denn: Was bei Wolfgang Petry scheisse aussieht, wird seine Wirkung auch bei Euch nicht verfehlen.

 

So, das sollte erst mal das Wichtigste gewesen sein. Also bitte noch ein paar mal durchlesen und immer dran denken: Wer bereits einen unserer Tipps in den Wind schlägt, wird am nächsten Festival wieder zu der Gruppe Scheisstypen gehören, die kein Mensch bestellt hat. Wer noch Antworten auf spezielle Fragestellungen des Festivalbesuchs braucht, wende sich bitte an uns, wir helfen gerne.

 

Dann mal los und viel Spaß auf der Festival-Saison 2004
Euer Shredder Mag

Shredder Mag - Feature: Purren

purren_shreddermagDiese Münchner Band kennen sicher schon einige von Euch, es gab ja schon die eine oder andere Möglichkeit, das Trio live zu begutachten. Lange Zeit war das auch die einzige Möglichkeit mit ihnen in Kontakt zu treten, kein Webauftritt und kein Release sprechen für sich. Doch jetzt haben die Jungs es endlich mal auf die Reihe gebracht, ins Studio zu ziehen und beim Münchner Label red.can.records eine 12″ zu veröffentlichen. Diese soll gepresst auf transparentem Vinyl incl. bedrucktem Pergament-Cover erscheinen. Sehr lobenswert das Ganze, insgesamt gibt’s 12 Tracks mit über 40 min. Spielzeit, musikalisch bewegen sie sich im rockigen-Gitarrenschrammel-emotional-vorantreiberedcan_shreddermagnden-bissl-hardcorigen Bereich. Als Vergleich könnte man Hot Water Music heranziehen, kommt aber auch nicht so ganz hin. Alles klar? Nein, dann am besten zur Releaseparty am 19.01. im Substanz erscheinen, die Band live erleben, sich selber ein Bild davon machen und – wenn’s gefällt – kaufen. Für weitere Informationen bitte ins Internet gehen und auf www.red-can.com klicken.

Shredder Mag - Festivalreport

With Full Force ’03 (4.-6. Juli, Roitzschora bei Leipzig)
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Wegen Termingeficke konnten wir dieses Jahr nur mit kleiner Besetzung auf’s WithFullForce. Dennoch war es mal wieder ein zu empfehlendes Festival. Obwohl wir wegen überflüssiger Ansteherei Napalm Death und die Turbo A.C’s verpassten, kamen wir im Laufe des Wochendes noch voll auf unsere Kosten. Dies ist unter anderem Soulfly, Entombed, einer Flasche Enzian (Gruß & Dank ins kleine Walsertal), Madball. den Arschmetallern von 1349, den Generators, Sick Of It All und jeder Menge preisgüstigem Schloss-Dosenbier zu verdanken. Na dann, bis nächstes Jahr.