Trick of the Day

2 Tage Hardcore, Punkrock und Lärm mit Münchner Bands. Hingehen!
Freitag 23.09.16:
Crail / Deaf Kid / Rancors / Straightline
Samstag 24.09.16:
Gram / Bale / Kloppstokk / Slamdamn


Endlich ein neues komplettes Album von Get Dead aus San Francisco. Der Vorgänger „Bad News“ war schonmal eine Ansage in Sachen Punk mit Country/Folk-Anleihen, der nicht nervt (eine eher schmale Kategorie) und auf „Honesty Lives Elsewhere“ wird diese Line konsequent weiterverfolgt. Dafür brauchen Get Dead keine aufwändige Produktion, ein paar gute Songs und ein Sänger, der in jedem Takt alles gibt, reichen. Vom straight hingerotzten Punk-Opener „Slience“ bis zur (satanseidank nicht kitschigen) Akustiknummer „Ordance“ alles dabei. Live übrigens auch sehr geil!
Nach langer Verletzungspause steht unser Kollege von der Abteilung „Rap & Herrenaccessoires“ wieder auf der Matte. Mit im Gepäck ein deftiger Wies’n-Hit der seinesgleichen sucht – seit der Amigo-Affäre der wohl dickste Marketing-Coup in der Geschichte Bayerns. Ron Foto, du Teufelskerl!
Obacht: Damit beim nächsten Wies’n-Stehmaß-Gepose auch die Fakten stimmen empfehlen wir die Augustiner-History.
Da das Wetter für eine Grillparty oder einen ausgedehnten Ausflug in den Biergarten eh viel zu schlecht ist, kommt dieser Tipp ganz gelegen: Einfach lecker chinesisch kochen in der Mikrowelle! Dazu runtergelassene Jalousien, Bon Jovi und ein Gläschen Blanchet. Enjoy.


Meine Fresse, was zieht denn da für ein Blitzgewitter auf? Wer hat die Wahnsinnstypen denn von der Kette gelassen? Lange hat mir so straight runtergeprügelter Hardcore nicht mehr solche Freude gemacht. Hier erstmal nur die 4 Track-EP – liebe Berliner Freunde, ab ins Studio und mehr davon!
Die Schreihälse von PEARS haben ihr Debütalbum von 2014 auf You Tube gepackt. Das bedeutet 20 Minuten Hektik und Stress. Juhu!
Seit gestern wieder in aller Munde: Der Hamsterkauf. Total unnötig, wie wir finden. (Das haben wir übrigens schon kurz vor der großen Milleniums-Katastrophe erkannt, aber das nur nebenbei.) Solltet ihr trotzdem unsicher sein und vorsorgen wollen, dann befolgt bitte die Tipps der Titanic. Die Jungs haben wirklich an alles gedacht.

Kurzer Faktencheck: die ehemaligen (gefühlten 20) Mitglieder von Black Flag streiten sich seit Jahren vor Gericht über das Erbe der Band – die Nutzungsrechte, das Logo usw. Das Ende vom Lied: der eine Teil tourt als „Black Flag“ durch die Gegend, während der Rest (die mit dem eindeutig schlechteren Anwalt) als „Flag“ unterwegs sind. Generell sind solche Supergroup-Reunions immer zum scheitern verurteilt, aber wegen einem Mann bin ich dann doch hingegangen: Keith Morris. Der Mann hat mich vor ein paar Jahren mit Off! einfach umgehauen.
Das war heute Abend leider nicht der Fall, obwohl die Show an sich nicht schlecht war. Die Hits aus der „Damaged„-Ära sorgten für enormes Gedränge im Moshpit und auf der Bühne und machten unheimlich Spaß, aber irgendwas fehlte. So war’s am Ende leider doch nur Durchschnitt. Schade. Das nächste Mal geht’s halt wieder auf ein Off!-Konzert…


5 Jahre haben sich Thrice Zeit gelassen und fast wären sie garnicht zurückgekommen, doch nun ist das neue Album da. Das Schöne an Thrice ist, dass die Alben mit jedem Hören gewinnen und sie sich immer ohne Rücksicht auf den Einriss von Schubladenwänden weiter-entwickelt haben. Das neue Album klingt beim ersten Hören fast schon nach Ami-Mainstream-Rock (teilweise sogar wie die Foo Fighters, wenn sie 1 mm Tiefgang oder irgendwas zu sagen hätten), doch dann ist da plötzlich wieder diese herrliche Getragenheit und Komplexität in den Arrangements, die doch etwas ganz anderes draus machen.

Herrlich, was die Herren aus Kalifornien da fabriziert haben: Death Metal der nach Deathwish klingt und einen grandiosen 1 Minute-Hardcore-Song-Vibe mitbringt. Es könnte alles so schön sein, hätten sie den steil aufsteigenden Ast nicht gerade selbst angesägt, ihre Tour gecancelt und eine Auszeit verkündet. Drum gibt’s heute trotz verdienter Lorbeeren nur French Nails.
Das erfreulichste an diesem Schrottsommer sind scheinbar die Konzerte: Feine Sahne Fischfilet (8.7. Feierwerk) sind einfach korrekte Typen. Und haben bei gefühlten 200 Grad und 1000 % Luftfeuchtigkeit das Publikum ziemlich glücklich gemacht. Ebenfalls im Feierwerk (13.7. Kranhalle) haben The Bronx gezeigt, wie AC/DC klingen würden, wenn sie nach Back in Black nicht immer älter und Apres Ski, sondern schneller und punkiger geworden wären: Geil! Die Jungs aus LA meinen das einfach sehr ernst mit dem einheizen.

Im Hinblick auf die bevorstehenden Landtagswahlen in Mecklenburg Vorpommern haben sich die Jungs von Feine Sahne Fischfilet gedacht: Nicht mit uns. So wurde kurzerhand die Initiative „Noch nicht komplett im Arsch“ ins Leben gerufen, die heute an den Start geht. Die nächsten Tage wird durch Dörfer und Kleinstädte getourt (Konzerte, Fußballturnier, Vorträge, etc…), um den Zusammenhalt gegen Rechts zu fördern und zu beweisen, daß in diesem Bundesland eben noch nicht alles verloren ist. Dieses Engagement finden wir hervorragend! Wir drücken den Jungs die Daumen für eine erfolgreiche Kampagne und eine Landtagswahl ohne braunen Beigeschmack im September. Mehr Infos und Tourdaten bekommt ihr hier.
Der Akustik-Trend scheint nicht abzuebben (warum eigentlich?), Fat Wreck legen mit einem Sampler nach, der hier gestreamt werden kann. Jetzt klicken und ab in den Schaukelstuhl.

Und hier die zweite Benefiz-Meldung des Tages: BoySetsFire und Wolf Down veröffentlichen eine limitierte Split-7″ um auf das Schicksal lesbischer, schwuler, bisexueller, trans, inter* und queerer Geflüchteter in Berlin aufmerksam zu machen. Sämtliche Einnahmen gehen an die Schwulenberatung Berlin e.V. Die Platte könnt ihr hier bestellen.
Die Füchse von Anti Flag nutzten einen freien Tour-Nachmittag in Wien um mal flott ein paar Akustik-Songs einzuspielen. Auf der Tracklist stehen fünf Anti Flag-Hits (The Press Corpse, Set Yourself On Fire, Brandenburg Gate, Turncoat, This Is The End) und eine Ramones-Coverversion (die braucht 2016 nun wirklich kein Mensch mehr). Die Platte wurde im „Direct to Vinyl“-Verfahren aufgenommen, also in einem einzigen Take, d.h. keine Nachbearbeitung, kein Auto-Tune, nix. Und genau so hört sich das dann auch an: rau, spontan und etwas schräg. Ist eher etwas für Die-Hard-Fraktion, aber alle anderen können sich das Teil auch gerne kaufen, denn der Gesamte Erlös geht an Amnesty International. Gute Aktion.
Was wäre, wenn mann skaten würde und es würde einfach nur Spass machen? Nicht auszudenken! Alles muss geteilt und im Internet zu Posing-Zwecken dringend verwurstet werden, damit alle permanent darüber unterrichtet sind, was für eine geiler Hund man ist. Darum gibt es jetzt von Syrmo, den digtialen Selfie-Stick für’s Skateboard. Einfach einen kleinen Taschenrechner unter die Achsen geschraubt, mit dem Smartphone verbunden und – zack – endlich kannst Du jede Bewegung mit dem Board aufzeichnen und im Internet zur Schau stellen. Geil!