Nach langer Verletzungspause steht unser Kollege von der Abteilung „Rap & Herrenaccessoires“ wieder auf der Matte. Mit im Gepäck ein deftiger Wies’n-Hit der seinesgleichen sucht – seit der Amigo-Affäre der wohl dickste Marketing-Coup in der Geschichte Bayerns. Ron Foto, du Teufelskerl!
Obacht: Damit beim nächsten Wies’n-Stehmaß-Gepose auch die Fakten stimmen empfehlen wir die Augustiner-History.
Da das Wetter für eine Grillparty oder einen ausgedehnten Ausflug in den Biergarten eh viel zu schlecht ist, kommt dieser Tipp ganz gelegen: Einfach lecker chinesisch kochen in der Mikrowelle! Dazu runtergelassene Jalousien, Bon Jovi und ein Gläschen Blanchet. Enjoy.
Seit gestern wieder in aller Munde: Der Hamsterkauf. Total unnötig, wie wir finden. (Das haben wir übrigens schon kurz vor der großen Milleniums-Katastrophe erkannt, aber das nur nebenbei.) Solltet ihr trotzdem unsicher sein und vorsorgen wollen, dann befolgt bitte die Tipps der Titanic. Die Jungs haben wirklich an alles gedacht.
Kurzer Faktencheck: die ehemaligen (gefühlten 20) Mitglieder von Black Flag streiten sich seit Jahren vor Gericht über das Erbe der Band – die Nutzungsrechte, das Logo usw. Das Ende vom Lied: der eine Teil tourt als „Black Flag“ durch die Gegend, während der Rest (die mit dem eindeutig schlechteren Anwalt) als „Flag“ unterwegs sind. Generell sind solche Supergroup-Reunions immer zum scheitern verurteilt, aber wegen einem Mann bin ich dann doch hingegangen: Keith Morris. Der Mann hat mich vor ein paar Jahren mit Off! einfach umgehauen. Das war heute Abend leider nicht der Fall, obwohl die Show an sich nicht schlecht war. Die Hits aus der „Damaged„-Ära sorgten für enormes Gedränge im Moshpit und auf der Bühne und machten unheimlich Spaß, aber irgendwas fehlte. So war’s am Ende leider doch nur Durchschnitt. Schade. Das nächste Mal geht’s halt wieder auf ein Off!-Konzert…
Im Hinblick auf die bevorstehenden Landtagswahlen in Mecklenburg Vorpommern haben sich die Jungs von Feine Sahne Fischfiletgedacht: Nicht mit uns. So wurde kurzerhand die Initiative „Noch nicht komplett im Arsch“ ins Leben gerufen, die heute an den Start geht. Die nächsten Tage wird durch Dörfer und Kleinstädte getourt (Konzerte, Fußballturnier, Vorträge, etc…), um den Zusammenhalt gegen Rechts zu fördern und zu beweisen, daß in diesem Bundesland eben noch nicht alles verloren ist. Dieses Engagement finden wir hervorragend! Wir drücken den Jungs die Daumen für eine erfolgreiche Kampagne und eine Landtagswahl ohne braunen Beigeschmack im September. Mehr Infos und Tourdaten bekommt ihr hier.
Der Akustik-Trend scheint nicht abzuebben (warum eigentlich?), Fat Wreck legen mit einem Sampler nach, der hier gestreamt werden kann. Jetzt klicken und ab in den Schaukelstuhl.
Und hier die zweite Benefiz-Meldung des Tages: BoySetsFire und Wolf Down veröffentlichen eine limitierte Split-7″ um auf das Schicksal lesbischer, schwuler, bisexueller, trans, inter* und queerer Geflüchteter in Berlin aufmerksam zu machen. Sämtliche Einnahmen gehen an die Schwulenberatung Berlin e.V. Die Platte könnt ihr hier bestellen.
Die Füchse von Anti Flag nutzten einen freien Tour-Nachmittag in Wien um mal flott ein paar Akustik-Songs einzuspielen. Auf der Tracklist stehen fünf Anti Flag-Hits (The Press Corpse, Set Yourself On Fire, Brandenburg Gate, Turncoat, This Is The End) und eine Ramones-Coverversion (die braucht 2016 nun wirklich kein Mensch mehr). Die Platte wurde im „Direct to Vinyl“-Verfahren aufgenommen, also in einem einzigen Take, d.h. keine Nachbearbeitung, kein Auto-Tune, nix. Und genau so hört sich das dann auch an: rau, spontan und etwas schräg. Ist eher etwas für Die-Hard-Fraktion, aber alle anderen können sich das Teil auch gerne kaufen, denn der Gesamte Erlös geht an Amnesty International. Gute Aktion.
Nachdem die feinen Herren von Yuppicide bei der Tourplanung einige Städte ignoriert haben (z.B. München und Hamburg), gab es kurzerhand einen Shredder-Ausflug nach Berlin. Dort angekommen griffen wir uns in der Nähe des Cassiopeia noch einen labbrigen und kalten Shawarmateller ab, das Beste daran war: im benachbarten Cupcake-Laden (!) hing Yuppicide in Vollversammlung rum und stärkte sich mit Pistazie-Himbeer-Karamell- und New York-Hardcore-Cheesecake-Törtchen für die gleich stattfindende Show.
Los ging es mit den engagierten Locals Stand Your Ground, die dem distanzierten Publikum schön einheizten und einen soliden Opener-Job hinlegten. Henry Fonda, ebenfalls Locals, lieferten als nächstes ab und das war eine helle Freude. Der Sänger betrat kein einziges Mal die Bühne sondern turnte nur davor rum und grunzte sich einen ab, während der Rest der Band auf’s Übelste drauflos prügelte. Aufgelockert wurde diese (so wie sie es selbst beschreiben) „Power Violence“ durch entertainige Ansagen des Bassisten. Teilweise ging es politisch zu (Scheiß Staat, scheiß Nazis), teilweise gab es private Anekdoten zu hören („Am liebsten würd’ ick den janzen Tag im Bett liegen und Roseanne-Folgen schauen.“). Das war höchst amüsant und vom Sound her schön dreckig.
Und jetzt: Yuppicide. Die geglückte Reunion samt neuen Album konnte uns im Vorfeld schon einmal überzeugen, aber wir waren ja schon ein Wenig misstrauisch ob das live alles (noch) so hinhaut. Hat es aber! Und zwar nicht zu knapp. Der Frontmann Jesse KFW Jones bediente die Crowd wie schon im Interview angekündigt mit einigen Verkleidungen und auch das ausgewogene Set aus alten Hits (Dr. Extermination, Yellow Journalism, Nice Guys Finish Last, Socialization, etc…) und neuen Krachern wurde in die Tat umgesetzt. Das ließ keine Wünsche offen und es machte wirklich Spaß den alten Recken auf der Bühne zuzusehen, vor allem Gitarrist Steve Karp hing sich ordentlich rein und versprühte maximale Spielfreude und Energie. Alle Bands die derzeit von der großen Reunion träumen sollen sich davon gefälligst ein (veganes) Scheibchen abschneiden!
Die Boys aus London beherrschen das kleine Hardcore-1×1 in Perfektion. Pünktlich zum 20jährigen Jubiläum wird ein Top-Album rausgehauen, das wunschlos glücklich macht und alle HC-Kriterien erfüllt: dicke Hose-Gangshouts, Ramba-Zamba-Breakdowns und Killer-Riffs – abwechselnd eingewoben in rasante Knüppel-Parts und bleierne Passagen. Dazwischen ein paar Soli die nicht auf den Sack gehen. Perfekt. Diese fette Produktion mit zwölf gestandenen Songs (incl. dem Hit „Life Struggle„) solltet ihr euch nicht entgehen lassen.
Die Melodic-Hardcore-Jungs aus Schweden melden sich mit neuem Album und für ein paar Konzerte zurück. Ein Prost auf die 90er – jetzt ab auf’s Rollbrett! Hier ein kleiner Vorgeschmack:
S: First of all: congratulations to your new album! We really like it, because it has the same power and spirit than the albums before. Who had the idea of playing together after all these years?
J: I was always against a reunion, but then a bunch of things happened to make me reconsider. We were approached by two different labels to re release our out of print back catalog (Dead City Records in NY and Cupcake Records in Germany). We were asked to play the Black N Blue Bowl in NYC, which is a big fun 2 day show. Joe and I were working on a new project with Jay, and we started to focus more on Yuppicide and writing new material.
S: „Ghosts“ – one of my favorite songs – reminds me in a positive way of „Follow The Leader“ from ’95. What is your favorite song, and why?
J: I like different songs for different reasons. I look at the album as a whole. Some of the songs are very angry and were therapy for me, since singing shit about some piece of shit won’t put you in jail, but getting physical with them might. Venting the sentiment helps me and I hope it helps others. We worked on all the songs quite a bit in rehearsals and then more with Glen in the studio, so they are have a place for me.
S: „Revenge Regret Repeat“ is also available on cassette, how cool is that? But is there anyone left at all, who is buying that kind of nostalgic gimmicks? Isn’t the appreciation for music gone, since the triumphal procession of Spotify, Soundcloud and Mp3s in general?
J: We were approached by LastExitMusic about doing the cassettes and I agree, its seemed a little weird. But they were into the idea, and it’s their gamble I guess. Back in the early 90s we let a Polish company sort of boot leg our albums, just so they could be available in their struggling economy. We’re old school, I have a large CD collection and a decent collection of vinyl, and I miss the art work that is lacking with digital music. But you can’t stop ‘progress’!
S: To be honest: we’re always skeptical when a band which means a lot to us is talking about a reunion. It often seems like a puppet show with old man playing just for the money. I can’t forget the disaster that Jerry Only and the „Misfits“ produced an stage some years ago. Which one was the biggest disappointment for you as a fan?
J: Well I get excited to see the bands I grew up listening to, but it can be a little sad. Most of us have gotten a little grayer, slower and maybe a little heavy over the years! I saw the English Beat some years ago and it was just the main singer from the original line up – I felt like I was watching a wedding cover band, it was very disappointing. The Selector were much better! Burn and Civ killed it, they were both amazing. I think if you’re doing it for a paycheck it shows. Yuppicide has never been our career – but we care about it a lot and I think you can tell. Its also three original members from the start of the band and Jay our drummer has now played with us longer than any other drummer (we’ve had 4 altogether!).
S: We’re really looking forward to the Yuppicide tour in march! What kind of costumes can we expect on stage? Gas,- Devil- or Lucha Libre-masks? Horror make-up, fake blood or even the meat-suit?
J: Haha. I don’t know. Sometimes I get inspired and go for it, and other times, it feels like a gimmick and a chore! It’s easier to orchestrate for one off shows, but for tour it has to be something you can use every night and that get pretty gross! I admire Henry Rollins approach more and more – he just needs running shorts and a rug! I may bring some stuff, but it may not last the entire tour. There’s a Tom Waits lyrics that echo in my mind: “I don’t need no make-up, I got a mask for a face!”
S: Who is responsible for the routing and why don’t you play in big cities like Hamburg or Munich?
J: M.A.D. Tour booking start booking dates once we tell them when we can travel. I don’t know the details, but I’m sure it all makes sense – a balance of distance between locations, who is already playing those dates in the same cities and other factors. We have jobs and kids and adult responsibilities that we cannot not ignore, so we can only come for about 10 days at a time. In the old days we can for 7 weeks!
S: Regarding the setlist: what can we expect? A balance between old and new songs, or „just“ the new ones?
J: We are coming to promote the new record: Revenge Regret Repeat, but we know people want to hear the old tunes too! So our set has songs from our entire catalog, about 28 songs! I don’t know if we will play the all every night, but that’s what we’re working towards.
S: What kind of music, alternatively to punk rock and hardcore, runs in your tour bus?
J: We don’t usually listen to music in the bus over the main stereo. It’s too hard to find some thing everyone wants to hear and at the level everyone wants to hear it at. We’ll read a lot or listen to our own music. Once we had a video player and binged a lot of TV shows. I like all sorts of music, including some electronic music (Gasp!) I grew up listening to Reggae and ska, I really like Nina Simone. My new favorite band is The Sleaford Mods.
S: You released „The Lost Tapes“ (tracks recorded around 1995) of your side project Blaze Camo recently. What else can we expect from that band?
J: Blaze Camo is a project dear to my heart. It only lasted about 2 years in between Yuppicide (we broke up and then reformed for a bit). Two of the members live in Los Angeles now, and are busy with their careers. I think its some of best stuff I’ve ever done, so I’m psyched its available and I hope people check it out. Its a craze hybrid of influences from Fugazi to The Laughing Hyenas, with some Melvins and Hammerhead thrown in! If you don’t collect vinyl look for it on band camp!
S: In 2014 you presented a lot of your original artwork from the last years as the „Yuppicide Art Show“. Do you think that an event like that could take place in Germany some day?
J: We would love to! It was a little hard finding the older pieces, but Steve has a lot in his archives. I showed mostly personal work.
S: After playing more than 20 years in a hardcore-band: how important is the DIY-philosophy nowadays? For you on a private level and as a band member?
J: I think its easier to do thing DIY now, I mean there are so many more tools available. I think its become a natural philosophy for people now. I think it used to be harder, because the equipment was expensive and very complicated. Now you could record you demo on an iPad and shoot a video with your phone! I still like hand-made stuff, but I mix and match it with digital. Endless edits are too good not to take advantage of! I think the bigger change is how much stuff there is being made. In some ways that can be the down side of accessibility – once everyone can do it, then they usually do!
Thanks to Yuppicide for the interview – for more information please check these links:
Brian Fallon (Vorsitzender des Betriebsrats bei Gaslight Anthem) warf vor einigen Tagen sein Soloalbum „Painkillers“ auf den Markt. Die Reise geht zwar immer weiter weg vom guten alten Punkrock, aber eins muss man ihm lassen: große Melodien kann er. Und wie. Und Bruce Springsteen findet er auch immer noch gut. Überzeugt euch hier direkt von der aktuellen Single.
(Tipp: Wenn ihr mehr auf stumpfe Gewalt als auf Kuschelrock steht, zieht euch das neue Video von Slayer rein.)
Als erstes spielten die Toxic Vapors, von denen wir eigentlich nur eine Motörhead– und eine Tote Hosen-Coverversion mitbekamen (zum Glück nicht mehr). Danach spielten die engagierten Lamplighters, die gute 40 Minuten lang im Hafenklang einheizten und geradlinigen Punkrock aus dem Hut zauberten. Die Jungs gaben sich wirklich Mühe, aber leider wollte der Funke nicht so richtig auf’s Publikum überspringen.
Das änderte sich schnell als die Generators die Bühne erklommen und mit „Burning Ambition“ zeigten, wer live die Hosen anhat. Es reihten sich Hit an Hit („Tyranny„, „Plastic Roses“, „Dead at 16“, etc.) und spätestens bei „City of Angels“ wurde überall im Saal das Tanzbein geschwungen. Zwischendrin fiel eine Gitarre aus, der Bassist kämpfte mit Kleinigkeiten (Vitamin C-Mangel und abreißendem Bassgurt), aber alles im Allem war das eine gute Show, so wie die letzten Jahre eigentlich immer. Das obligatorische Cock Sparrer-Cover durfte auch nicht fehlen und diesmal neu im Gepäck: ein Social Distortion-Cover mit anmoderierter Anekdote, daß Mike Ness ja der Nachbar vom Sänger ist. Und wer weiß, vielleicht treffen sich die beiden ja manchmal auf einen gemeinsamen Spieleabend? Fazit: Auf die Generators ist live immer Verlass (auch wenn die letzten Studioalben ein wenig durchschnittlich daherkamen.)
Ihr kennt das: man hängt in der Punkrockkneipe seines Vertrauens rum und umso später der Abend, umso härter das Gepose vom Nachbartisch:
„…ich hab’ die Bad Brains übrigens schon 1988 im Rattenkeller Mannheim gesehen.“ „…von den Exploding Fuckdolls finde ich ja nur die limitierte und längst vergriffene 7″ von 2004 gut.“ (Bands, Locations und Jahreszahlen beliebig austauschbar.)
Bitte zwingt Jungs vom Nachbartisch in solchen Momenten zu diesem Punkrock-Quiz und vergleicht anschließend die Punktzahl. Der Verlierer zahlt die nächste Runde. Gut, oder?