invsn_shreddermagINVSN – s/t (Unter Schafen Records)
Dennis Lyxzén schlägt wieder zu! Nach Refused, Int. Noise Conspiracy, AC4 und unzähligen weiteren Bands ist dem Mann anscheinend immer noch nicht langweilig. Im Gegenteil: mit INVSN (sprich Invasion) wagt er sich in 80er Indierock/New Wave-Gefilde vor und präsentiert ein äußerst authentisches und vor allem stimmiges Album. Kein Wunder, denn genau genommen ist das schon Album #3 der Band – es wurde also heimlich geübt (damals noch als „Invasionen“ und mit schwedischem Gesang). Heute wird auf englisch gesungenen und theoretisch könnte damit der internationale Durchbruch gelingen, aber nur falls der feine Hr. Lyxzén parallel nicht drei andere Bands gründet und sich in Terminstress verzettelt. Anspieltipps sind „Down In The Shadows„, „God Has Left Us Stranded“ und „Distorted Heartbeats„.

Social Distortion (Alsterdorfer Sporthalle Hamburg, 17.04.15)

 

Von der Arbeit nach Hause gehetzt, noch schnell die schwangere Frau eingepackt und los in Richtung Sporthalle. Dort angekommen kämpften wir uns schnell durch Fischbrötchen-, Pizza– und Popcorn-Stände um einen geeigneten Sitzplatz abzugreifen. Ja, Sitzplatz, wie gesagt: die Frau ist schwanger.

 

Der shreddermag_socialdistortion_stGrund für den Ausflug: Mike Ness lud zum 25. Jubiläum des selbst betitelten Albums „Social Distortion“. Und getreu dem Konzept wurden uns auch gleich „So far away“, „Let it be me“, Story of my life“ und „Sick Boys“ um die Ohren gehauen – abgesehen vom mies abgemischten Großraumdisko– Sound – sehr, sehr schön. Nach diesem fantastischen Auftakt war jedoch schnell die Luft raus: Mike Ness verlor sich in viel zu langen Rock-Soli und einer Setlist aus mittelmäßigen Songs (wer will denn bitteschön „Misery Loves Company“ von der ersten Mike Ness-Soloplatte hören? Niemand!). Im Zenit der Langeweile prasselte ein künstlich in die Länge gezogenes „Drug Train“ auf uns herab (Gitarrensolo, ihr wisst schon) nur um zu beweisen, daß Songs, die auf Platte scheiße sind, auch live nix können. Zum Glück hatten wir Sitzplätze.

Doch weiter im Programm: Mike Ness erzählte uns,wie cool es ist in deutschen Hotels untergebracht zu sein, denn dort sind die Frühstückseier inklusive und total lecker, der spinnt doch! Kurz darauf flog ihm dank falscher Tonlage das Rolling Stones-Cover „Wild Horses“ um die Ohren, aber zum Glück hatten wir ja Sitzplätze (hatte ich das schon erwähnt?). Am Ende des zähen Programms konnte der obligatorische Hit „Don’t drag me down“ auch nix mehr retten und als Zugabe gab’s wie immer „Ring of fire“, damit auch der dümmste Fan noch einmal mitsingen darf. Heieiei. Mike Ness, du bist zwar ein cooler Hund, aber das war leider nur Mittelmaß. Das nächste Mal bitte ein paar knackigere Songs auswählen und nicht mit unnötigen Rock-Soli posen.

 

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Interview – The Architects

Wer kann sich noch an die Gadjits erinnern? Bitte Hand hoch. Die haben vor ein paar Jahren eines meiner all-time-favourite Ska-Alben auf Hellcat Records veröffentlicht, um dann irgendwie unbemerkt in der Versenkung zu verschwinden. Jahre später läuft das Album “Revenge” der Architects bei mir rauf und runter. Klassischer Punkrock mit einer ordentlichen Ladung Blues in den Venen, astreine Sing-alongs und ordentlich mitreissend, ein super Album, von Anfang bis Ende gut. Das sind die Gadjits! Die selben Leute, mit neuem Namen und neuer Musik, nur der Arschtritt-Faktor ist gleich geblieben und gewaltig hoch. Die spinnen doch! Können doch nicht einfach Namen und Musikstil wechseln und ungebremst weiterrocken! Moment. Warum eigentlich nicht? Wir haben den Frontmann befragt:

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S: Please introduce yourself! What’s your mission?

B: My name is Brandon Phillips…I play guitar and sing in the Architects. My mission is to inspire sub-gentlemanly behavior in the male members of the crowd and lust in the females. :) My mission is also to make a punk/rock record that even I, myself would buy.

S: Most of you played at The Gadjits. Did you get bored of playing ska?

B: Maybe a little of it was boredom…mostly it was excitement about the new things we were learning about and incorporating into the band. I don’t know if the „last“ gadjits album is available in Germany, but it was a straight up rock & soul record. No ska at all. Now that we are all Architects full-time, and the Gadjits are a distant memory, we have a side project where we all play nothing but old skatalites and toots covers. We still love ska, always did…just had to make a seperate band for it.

S: How’s it going with the new band? Very there big changes concerning the audience?

B: Some people got mad at us about the new band…fuck them. Mostly people have been really great. We are still really wild on stage so people don’t know what to think sometimes. :)

S: You recorded your great album „Revenge“ very fast this happen by chance or is this part of your concept?

B: All part of the plan. We wanted the album to sound very live.

S: What do you think are your biggest influences?

B: The Who and AC/DC are huge with us…also, Stiff Little Fingers…were all still big Rancid fans and I’m sure that they have rubbed off on us a little.

S: Are you already planning to record a new album?

B: Yeah…we are writing it right now. We are a little more than halfway done with the writing. Songs are better this time around…more to sing along with.

S: One last „good advice“ for our readers, please!

B: Never ever tell the cops where the drugs are.

backyard_babies_shreddermagBackyard Babies – People Like Us… (EMI)
Retro at it’s best! Nach dem Burner „Total 13“ und zwei faden Alben melden sich die Schweden-Rocker zurück und werden endlich wieder meinen hohen Ansprüchen gerecht. Dabei räubern sie sich durch die gesamte Stadienrock-Geschichte von KISS bis Bon Jovi, aber nie ohne den mittlerweile wirklich gefestigten Backyard Babies-Sound und ohne zu langweilen. Ein schönes Album!

new_york_dolls_shreddermagNew York Dolls – One Day It Will Please Us To Remember Even This (Roadrunner)
Also, schauen wir uns mal die Fakten an: Die New York Dolls hatten als Prä-Punk-, Glam-Rock-Aushängeschild in den frühen Siebzigern ein paar sehr kredible Alben. Dann gab’s ein paar Umbesetzungen und eine ordentliche Ladung Heroin (Johnny Thunders R.I.P.) und bald war garnix mehr zu hören. Fast 30 Jahre lang – und jetzt wird’s gruselig – bis es 2004 eine Reunion mit den Resten der Band gab, die nun – und jetzt kriegt man richtig Angst – auch noch ein neues Album aufgenommen haben. Oh Gott, oh gott, denkt man sich und kriegt die Bilder der wahrlich würdelosen Sex Pistols-Reunion nur schwer aus dem Kopf. Doch dann das: das neue Album der New York Dolls ist nicht nur gänzlich unpeinlich, sondern auch einfach ziemlich gut. Ganz relaxt und ohne Rumgepose oder falsche Ambitionen hat man sich im Studio getroffen und das getan, was man am besten kann: einfach ein paar Songs aufnehmen. Wer die Stones nicht ganz scheisse, Glam ok und Iggy Pop gut findet, kann hier dermassen bedenkenlos zugreifen, dass man wirklich den Hut vor den alten Knackern ziehen möchte!

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Muff Potter – Von Wegen (Universal)
Muff Potter bei Universal? Szenepolizei, ick hör Dir trapsen! Jaja, immer schön nörgeln, anstatt sich mal das Album anzuhören, für mich jedenfalls sind Nagel und Co. immer noch eine der besten deutschen Bands. Zugegeben, Muff Potter sind im Jahre 2005 nicht mehr die jugendlichen „Schrei wenn Du brennst!“-Rotzlöffel, aber das macht nichts, denn nach wie vor dreht sich alles um den Inhalt und die Botschaft der Texte und die reissen verdammt noch mal mit! Sie bieten Gelegenheit zum nachdenken und zurückziehen, andererseits laden sie zum mitschreien und Bier trinken ein, jedoch gekonnt anspruchsvoll, intelligent, rauh und emotional zugleich. Musikalisch gespickt mit rockigen, punkigen Midtempo-Brettern, Pop-Songs und Songwriter Ausflügen. Ach ja, vielen Dank für „Bring Dich Doch Selbst Nach Haus“, endlich hat das mal jemand geschrieben!

Interview – The Accidents

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Schon wieder haben ein paar Schweden die ehrenvolle Aufgabe übernommen, den Rock’n’Roll zu retten: Auf ihrem grandiosen zweiten Album „Posion Chalice“ zeigen uns die Accidents, dass das letze Wort noch lange nicht gesprochen ist! Das ganze Album ist vollgepackt mit furiosen Smashern, die ebenso einfach, wie eingängig beweisen, wieviel Spass auch im Jahr 2005 schneller Rock’n’Roll-lastiger Punk machen kann. Dank der grossen Auskunftsbereitschaft von Front-Hüne Danne Vacuum kamen wir Ihrem Geheimnis ein Stück näher…

S: Please introduce yourself! Who are you and what’s your mission?
D: We are The Accidents and consist of four merry guys… Danne Vacuum (git + voc), Fred Tank (bass), Kid Kreole (git) and last but not least Mr. Rick Rebel Jennings (big drums)… Our mission is to entertain (ourselfs & others) and meanwhile try to record as good punk- / rock’n’roll-songs we possibly can… just have a good time and play the music we love!
S: Where and when did you get to know to each other and what made you found the Accidents?
D: I met R.R. in 7th grade when I noticed that someone had written „Voivod“ on a locker in the hallway. So I kinda figured out who it was and we got along good cause there were not that many kids who liked them, at least not anyone I knew. Mr. Tank played in a punkband that usally played at the same shows my first band did (but always over us on the bill). One night we talked a bit and split a couple of bottles of cherrywine. We both did shit-gigs that night but we have remained the best of friends eversince. K. Kreole comes from a village and used to be a jock til‘ he moved here and became the happy drunk we know him as today… There was no real masterplan as The Accidents took form. We just wanted to play a bit more „rocklike“ than our other bands. When we started we thought that we’d do the EP and then see, well, here we are 5 years, 2 albums and a bunch of EPs down the line and we still have a hell of a good time wich was the real reason anyways…
S: Some of you where (and still are) playing in other bands? What bands are these and did some of you quit to play in the Accidents now?
D: We only play in Accidents all others are defunct…
S: How important is appearance and style besides the music? Would someone tiny without sindeburns be allowed to play in the band?
D: In our case with the gipsy-uniforms and sideburns the answer would have to be no. I think it would look quite stupid with a small guy in shorts next to me, don’t you agree? I don’t care what people wear in the audience, but on stage we wear the uniform cause it creates a special feeling when you see it and looks more like a unit, I got the sideburns as soon as I could grow a beard and I’ll keep them til‘ they fall off… But if you eat your vegatebles and get some fake ones, we might consider you…
S: There are lots of classic elements (like Motörhead or 50ies rock’n’roll) in your music, but it’s never boring and big fun. What’s the secret?
D: Thank you very much. The secret ingridient is… tatada… poison! No actually I don’t know, we just take the different elements of our selfs and pour them in the machinery and out comes short fast rocksongs that we like and stranglely enough, others seem to enjoy it as well, we just play what we like ourselfs…
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S: We heard you took your name a bit too serious? Tell us about shredding your tourbus!
D: We just got off the ferry in Puttgarden (Germany) from Sweden when our driver had a seizure and cramped up totally behind the wheel and sverwed through on-coming traffic and into a 2 meter deep ditch. It was very strange and he did not know what had happened when he came out of it. Everybody got away with cuts and bruises but it looked like a train had gone through the trees. Four guys had to go to the hospital to get sewn together again. We were lucky I guess, it was not our time to go…
S: So, and what was the funniest situation when touring with the band then?
D: There’s been so many things that made us laugh our asses off because we always bring friends on tour so it’s like a long weekend insted of a business trip. I like everything with touring cause it keeps me away from the hassles of everyday life and I don’t have to work at a nomal boring piece of shit job for a few months every year , so I’m thankful for everyday I’m on the road and don’t have to worry about if my forklift has enouge gas in it to unload a truck or if I have to fill it up again… It’s a wonderful life, of course there are the endless hours of waiting everyday but playing live and see people walk out of clubs with a smile on their face easily weigh much more than that… Tour stories ain’t good to have in print…
S: Whom have you ever been wanting to go out for some beers with and whom to beat up some day?
D: I dunno. Mabye I’d go out with Stalin and Hitler and see what they would talk about when they were drunk then beat them up and brag to my friends…
S: One last message to our readers, please!
D: Thank you very much… See you in the pit, ho, ho, ho… Merry Christmas & Rock’n’Roll is king!

The Lucky Punch – Kick Up A Hullabaloo (Dead Beat)

Chullabaloo_shreddermagan you feel it? Das will ich doch mal stark hoffen, denn die Münchner Lucky Punch sind mit einem neuen Album feinstem Weissbier-Driven-Schweden-Rock’n’Roll zurück! Zurück? Ach was, die Jungs waren nie weg, sondern haben mit ihrem Sound eine Bühne nach der anderen zerlegt. Bei den Herren würde man doch gerne die ein oder andere Band noch mal in die Riff-Schule schicken. Sehr, sehr ordentlich!