Shredder Mag - Under The Influence

Vor geraumer Zeit haben wir schon einmal von der Umtriebigkeit des VICE-Magazins berichtet. Die neueste Errungenschaft: noisey – eine eigene Website rund um das Thema Musik. Toll. Und mit Musik meinen wir nicht Helene Fischer oder die Flippers. Also ab auf die Couch und Internet an! (Insider-Tipp: die Dokus werden von einem gewissen Tim Armstrong moderiert, bzw. vernuschelt.)
 
Under The Influence: New York Hardcore

 
Under The Influence: 2 Tone Ska

 
Mehr Hardcore gefällig? Klickt hier oder hier.

santeria_shreddermagSanteria and the Porn Horns – BabylonBy2CV (DIY)
Alle mal herhören: wer bei diesem schönen Wetter Bock hat, sich relaxed die Eier zu schaukeln, dem seien diese vier feinen Tracks an Herz gelegt: entspannter Ska meets Reggae meets gute Laune, das ganze für nur drei Euro und aus München kommens auch noch. Da kann man bedenkenlos zugreifen, also ab ins Internet (www.santeria-online.com) und das Ding bestellen! Nicht immer nur das Taschengeld für Bier und Zigaretten ausgeben, auch mal was vernünftiges machen. Zefix, wie oft denn noch?

chencha_shreddermagChencha Berrinches – Cada Loco Con Su Tema (Übersee)
Die „alte Schachtel“ aus L.A., zählt in Kalifornien zu den angesagtesten Latin-Ska-Bans, überhaupt! Letztes Jahr rissen sich die sieben Latinos die Trophäe der „Best Ska Band“ unter den Nagel, während heutzutage die Bühnen der guten alten Bundesrepublik, gestürmt werden. Ihre Interpretation von düsterem Ska, basiert im Besonderen auf harten Gitarren (hin und wieder mogeln sich auch Metal-Riffs in die Schublade) und einem Durchschnittstempo von 200 km/h. Diese Version scheint aus der Voodoo Glow Skulls-Schule zu stammen, kommt aber lange nicht so hektisch und unkontrolliert daher. Die Gitarrenbretter stehen stets im Einklang mit Bläsern, Offbeats und selbstverständlich spanischem Gesang und verleihen dem Sound eine überzeugende eigene Note.

karamelosanto_shreddermagKaramelo Santo – Haciendo Bulla (Übersee)
Das heilige Bonbon aus Mendoza, Argentinien meldet sich mit dem vierten Album zurück und was ist passiert? Nichts! Und das ist gut so. Weiterhin werden ohne mit der Wimper zu zucken Ska, Reggae, Rock und traditionelle Lateinamerikanische Musikstile zu einem individuellen Gute-Laune-Sound zusammengestellt, der in die Beine geht und zusätzlich das Hirn, dank politischer Texte, ankurbelt. Gelungenes Album, äußerst lebensfroh und energiegeladenden.

Los Fastidios – Siempre Contra (Mad Butcher)

losfastidios_shreddermagMit diesem Album sollte der Durchbruch der italienischen Vorzeige Oi-Streetpunks wohl gesichert sein. Die feine Mischung aus treibendem Punkrock, tanzbaren Ska-Tanznummern und breiten Backgroundchören bietet genügend Hitpotential, um ganz vorne mitspielen zu können. Ganz egal ob auf italienisch, französisch oder englisch: die politisch linke Message und der Kampfgeist kommt an und animiert. Genauso das solide Artwork, daß dieses Album schön abrundet und auf weiteres Matrial hoffen lässt.

Abuela Coca – El Ritmo Del Barrio (Übersee)

abuelacoca_shreddermagEs begann 1991 in Montevideo, Uruguay: 9 MusikerInnen rafften sich auf, um die damals noch betitelten „Asesinos De La Abuela Coca“ zu gründen. Nach unzähligen Shows und mit gekürztem Namen stehen sie nun endlich, dank der Hilfe von Übersee Records, auch hier im Plattenregal. Zahlreiches Touren durch Südamerika verhalf ihnen zwar zu „regionalem“ Erfolg, allerdings schafftens es La Vela Puerca, Uruguays Exportschlager Nr.1, eher, in unseren Breitengraden Fuß zu fassen. Doch das soll sich ändern! Der hier gebotene Stilmix aus Reggae, Rocksteady, Jazz, Latin bis hin zu Rock funktioniert und eignet sich bestens zum Abschalten und Relaxen. Nur die Tracks mit den typischen Latino-Rap-Anleihen tanzen ein wenig aus der Reihe, die kommen immer so motivationslos daher, aber insgesamt ein entspannendes ordentliches Album. Anspieltipp: „Santa Soledad“.

joestrummer_mescaleros_shreddermagJoe Strummer & The Mesacleros – Streetcore (Hellcat)
Streetcore, so nennt Joe Strummer diese Mischung aus Punk, Country, Rock, Reggae, Pop & Folk. Dabei ist das Ganze nicht wirklich aus einem Guss, sondern jedes Lied scheint aus einem Genre genommen zu sein. Das ist zwar abwechslungsreich, aber man sucht nach einem roten Faden – und findet ihn: Joe Strummer’s unvergleichlicher Gesang, aus der die Entdeckung des Punks, zwei Jahrzehnte Clash und 100 Jahre Lebenserfahrung zu spechen scheinen. Ich glaube ja nicht, dass dieses Album ohne Joe Strummer’s Stimme funktionieren würde, doch mit ihm bekommt jeder Song Tiefe und berührt einen spätestens nach dem zweiten Takt. Das ist dann wohl das letzte mal, das wir etwas von ihm hören werden. Joe Strummer rest in peace.

skadaddys_shreddermagSka Daddyz – Rude Boyz (Übersee)
Endlich eine Platte, die auch im tiefsten Winter Sommergefühle aufkommen lässt. So gelingt auch garantiert dein nächstes Barbeque mit Handschuhen und Wollmütze im Innenhof bei 3°! Probier mal was neues: rein mit der Platte und auf gehts, denn hier gibts knackigen, dynamischen Surf-Ska-Punk! Jawohl und das alles, wie könnte es anders sein: aus dem sonnigen Kalifornien. Ziemlich abwechslungsreich geht hier die Reise durch punkige, flotte Skanummen, groovenden Passagen bis hin zur äußerst gelungenen Ballade „Walk Away“. Eine Coverversion darf auch nicht fehlen (für „Hotel California“ entschieden sich die Jungs) und die ist nicht nur ein gähnender Lückenfüller, sondern einer der Riesenhits auf der Platte. Eine ernstzunehmende Skalternative für depressive Winterabende und mit Sicherheit ein Knaller unterm Weihnachtsbaum. Kaufen, jetzt!