silentdriverockdesign_shreddermagSilent Drive – Rock H Design (JTTP)
Die Bostoner Band legt auf ihrer Debüt-EP vier Songs vor, die durchweg begeistern können. Eigentlich abwechlungsreiche und dichte Rocksongs, die aber dank unüberhöbarem Hardcore-Einfluß weder cheesy, noch belanglos klingen, sondern – wie sich das gehört – anständig wütend und direkt von Herzen kommend. Ein Mischung, die nicht nur sofort mitreißt, sondern auch die Freude auf das kommende Album schürt!

generators_excess_shreddermagThe Generators – Excess Betrayal…And Our Dearly Departed (People Like You)
Deftiger Streetpunk von L.A.’s Vorzeigerüpel Doug Dagger und seinen Mannen! Nein, denkste. Was die Generators in Perfektion auf älteren Alben zeigen, wich in erster Linie dem guten alten Rock’N’Roll. „Scheisse!“ werden die ersten sagen, aber nein, erst anhören und dann urteilen. Die Glaubwürdigkeit, mit der hier die Songs von der Hand gehen, beeindruckt beim ersten Hören schonmal ziemlich. Einen grossen Anteil verdankt dies dem grossartigem Gesang Daggers, der den Songs gehörigen Tiefgang verleiht und emotional ordentlich aufläd. Hinzu kommt ein grundsolides, funktionierendes Soundgerüst an dem es nur wenig auszusetzen gibt. Ich weiss, ich muss mit dieser Äusserung sehr vorsichtig sein, aber: Sind die Generators die neuen Social Distortion? Sieht gut aus…

rockstarpussy_gimmegimme_shreddermagRockstar Pussy – Gimme Gimme
Unbeirrt der Tatsache, dass eigentlich kein Mangel an Rockstars oder weiblichen Geschlechtsorganen besteht, haben Rockstar Pussy ihr erstes Album aufgenommen und veröffentlicht. Schnörkelloser Rock’n’Roll, der Marke „schnell, laut & dreckig“ ist darauf zu hören und weiß durchweg zu gefallen. Erinnert am ehesten an Puffball, aber hört’s Euch selber an (www.rockstar-pussy.de), lohnt sich.

genocidess_shreddermagGenocide Superstars – III (Relapse)
Mit ihrem dritten Album steigen die Genocide Superstars, die neuerdings – wohl aus political correctness-Gründen – den zweiten Teil ihres Bandnamens ausschreiben, von der skandinavischen Knastbruder-Regionalliga in die Oberassel-Hall-Of-Fame auf. Irgendwo zwischen S.O.D., Motörhead und Zeke bolzen und schreien sich die Sympathieträger aus Schweden die tiefschwarze Seele aus dem Leib. Titel wie „Destroyer Of Worlds“, „Hatestomp“ oder „Mord II“ sprechen wohl für sich. Auf jeden Fall wird mit Angepisstheit, Gegröle, Metal-Anleihen und im wahrsten Sinne des Wortes knüppeldickem Rock’n’Roll nicht gegeizt. Wäre nun noch interessant zu wissen, was in deren Kindheit eigentlich so alles falsch gelaufen ist…

dontcalluselvis_shreddermagDon’t Call Us Elvis – We Call You!
Die Band unseres Lieblings-Schmuddelkindes Karl Anal hat ihr erstes Album rausgebracht und siehe da, nix mehr mit covern, ab sofort gibt es nur noch eigene Lieder zu hören und zwar mit deutschen Texten. Das ist anfangs recht ungewohnt, da man aber dem guten alten Dreck-Rock treu geblieben ist, gewöhnt man sich schnell. Einziger Wermutstropfen ist die Budget-Produktion. Schnell bei Amazon anhören und kaufen!

hellacopters-grace_shreddermagThe Hellacopters – By The Grace Of God (Universal)
Eigentlich wollten wir dieses Album wegen seinem Titel aus diesem Satanismus-Special verbannen, aber dafür ist es einfach zu gut. Allerdings handelt es sich mal wieder um eines dieser Alben, die man erst 10x hören muß, um sich in etwa ein Urteil bilden zu können. Beim ersten hören klingt alles sehr erfreulich – die Hellacopters gehen weiter in die 70ies-Rockstar-Ecke – , aber auch nicht eben gerade aufregend, der Sound ist fast etwas zu aufgeräumt. Wie beim großartigem Vorgänger „High Visibility“ fallen einem ab dann bei jedem weiteren Hören neue Details auf, und man merkt erst nach und nach, wie viel Eier die einzelnen Songs wirklich haben. Also nicht abschrecken lassen, es lohnt sich.

motoerversleith_shreddermagMotörvershleith – Ride Kill Die (Gasolin Damnation)
Nach längerer (musikalischer) Abstinenz sind die Urgesteine des Auto-Proleten-Rock zurück. Das seit mindestens Anfang der Achtziger Jahre Alkohl-abhängige und bis auf wenige cm² zutätowierte Trio aus South Dakota schlägt mit der vollen Kraft der 32 Ventile zu. Eine Mischung aus Schweinerock, Lärm, Öl und Vergaser-Rasseln kommt da mit mindestens 100 mph über der Geschwindigkeitsbegrenzung aus dem Lautsprecher auf einen zugerast! Schön auch zu merken, dass der Sänger immer noch nicht singen kann, dafür besser denn je einen kaputten Auspuff imitiert. Das Album kann zwar das legendäre Debüt „Divinity through Speed“ nicht toppen, ergattert aber einen grandiosen Platz zwei.

acdc_shreddermagAC/DC – Stiff Upper Lip (Eastwest)
Oh mei, AC/DC hat ein neues Album gemacht (übrigens das 49ste). Leider hatte keiner von uns Bock es anzuhören oder gar zu kaufen, daher schreiben wir diese Kritik nur über das Cover: der komische Kurze-Hosen-Kerl als Bronze-Staute vor Plastik-Hochhäusern. Sieht irgendwie scheiße aus.

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Gluecifer – Basement Apes (SPV)
Alben von Gluecifer kaufe ich eigentlich immer blind, darum war ich zu Hause beim ersten durchhören auch nicht schlecht erstaunt, denn das hätte ich nicht erwartet. Als erstes fällt auf, dass die bekannte wir-bolzen-einen-Poser-Rock-Smasher-nach-dem-anderen-runter-Homogenität fehlt. Neben klassichen Gluecifer-Hymnen gibt es u.a. noch einige dreckige Garagen-Stücke, Balladen-Mutanten, sowie ebenfalls langsame schwer zu beschreibende, eigenartige Sücke zu hören, bei denen ich nicht drauf gekommen wäre, dass sie von Gluecifer sind. Nach ein paar mal hören stellt sich dann zum Glück heraus, dass alle Lieder eigentlich sehr cool sind und so lässt es sich mit dieser Weiterentwicklung gut leben.

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Fu Manchu – California Crossing (Mammoth)
Diese Band weiss halt worauf’s ankommt: Auf dem Cover eine einfache, aber gute Kombination aus Strand, Babes und Auto, auf der CD schnörkelloser und wie immer sau-fetter Rock. Der Vorgänger war zwar noch ein bischen fetter, auf California Crossing gibt es dafür wieder etwas mehr Bewegung, wenn auch die bleischweren Riffs, die man an Fu Manchu liebt, selbstverständlich nicht fehlen. Der Sänger arbeitet sich auf diesem Album von seiner Shouterei wieder ein Stückchen mehr in Richtung Gesang vor, was glänzend funktioniert. Dieses Album ist übrigens das letzte, bei dem der mittlerweile ausgeschiedene Brant Bjork mit gemacht hat. Kurz und gut: Anhören und dann kaufen!