hellacopters-grace_shreddermagThe Hellacopters – By The Grace Of God (Universal)
Eigentlich wollten wir dieses Album wegen seinem Titel aus diesem Satanismus-Special verbannen, aber dafür ist es einfach zu gut. Allerdings handelt es sich mal wieder um eines dieser Alben, die man erst 10x hören muß, um sich in etwa ein Urteil bilden zu können. Beim ersten hören klingt alles sehr erfreulich – die Hellacopters gehen weiter in die 70ies-Rockstar-Ecke – , aber auch nicht eben gerade aufregend, der Sound ist fast etwas zu aufgeräumt. Wie beim großartigem Vorgänger „High Visibility“ fallen einem ab dann bei jedem weiteren Hören neue Details auf, und man merkt erst nach und nach, wie viel Eier die einzelnen Songs wirklich haben. Also nicht abschrecken lassen, es lohnt sich.

motoerversleith_shreddermagMotörvershleith – Ride Kill Die (Gasolin Damnation)
Nach längerer (musikalischer) Abstinenz sind die Urgesteine des Auto-Proleten-Rock zurück. Das seit mindestens Anfang der Achtziger Jahre Alkohl-abhängige und bis auf wenige cm² zutätowierte Trio aus South Dakota schlägt mit der vollen Kraft der 32 Ventile zu. Eine Mischung aus Schweinerock, Lärm, Öl und Vergaser-Rasseln kommt da mit mindestens 100 mph über der Geschwindigkeitsbegrenzung aus dem Lautsprecher auf einen zugerast! Schön auch zu merken, dass der Sänger immer noch nicht singen kann, dafür besser denn je einen kaputten Auspuff imitiert. Das Album kann zwar das legendäre Debüt „Divinity through Speed“ nicht toppen, ergattert aber einen grandiosen Platz zwei.

acdc_shreddermagAC/DC – Stiff Upper Lip (Eastwest)
Oh mei, AC/DC hat ein neues Album gemacht (übrigens das 49ste). Leider hatte keiner von uns Bock es anzuhören oder gar zu kaufen, daher schreiben wir diese Kritik nur über das Cover: der komische Kurze-Hosen-Kerl als Bronze-Staute vor Plastik-Hochhäusern. Sieht irgendwie scheiße aus.

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Gluecifer – Basement Apes (SPV)
Alben von Gluecifer kaufe ich eigentlich immer blind, darum war ich zu Hause beim ersten durchhören auch nicht schlecht erstaunt, denn das hätte ich nicht erwartet. Als erstes fällt auf, dass die bekannte wir-bolzen-einen-Poser-Rock-Smasher-nach-dem-anderen-runter-Homogenität fehlt. Neben klassichen Gluecifer-Hymnen gibt es u.a. noch einige dreckige Garagen-Stücke, Balladen-Mutanten, sowie ebenfalls langsame schwer zu beschreibende, eigenartige Sücke zu hören, bei denen ich nicht drauf gekommen wäre, dass sie von Gluecifer sind. Nach ein paar mal hören stellt sich dann zum Glück heraus, dass alle Lieder eigentlich sehr cool sind und so lässt es sich mit dieser Weiterentwicklung gut leben.

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Fu Manchu – California Crossing (Mammoth)
Diese Band weiss halt worauf’s ankommt: Auf dem Cover eine einfache, aber gute Kombination aus Strand, Babes und Auto, auf der CD schnörkelloser und wie immer sau-fetter Rock. Der Vorgänger war zwar noch ein bischen fetter, auf California Crossing gibt es dafür wieder etwas mehr Bewegung, wenn auch die bleischweren Riffs, die man an Fu Manchu liebt, selbstverständlich nicht fehlen. Der Sänger arbeitet sich auf diesem Album von seiner Shouterei wieder ein Stückchen mehr in Richtung Gesang vor, was glänzend funktioniert. Dieses Album ist übrigens das letzte, bei dem der mittlerweile ausgeschiedene Brant Bjork mit gemacht hat. Kurz und gut: Anhören und dann kaufen!

zeke_death_alley_shreddermagZeke – Death Alley (Aces& Eights Records)
Die Stinker aus Seattle outen sich wieder einmal mehr als Riesenasseln, der erste Blick ins Booklet verrät warum: Hier wird übelst mit Messern, Äxten, Schwertern, Motorsägen und sonstigen Kriegs-Accessoires gepost! Ich weiss nicht ob es der debile Blick von Sänger „Mark Of The Beast“, oder das Riesenmaul mit den dazugehörigen gelben Riesenzähnen von „Abe Zannuel Riggs III“ ist, die mir irgendwie ein wenig Angst machen, aber ich habe mich dennoch ans Album rangewagt. Dauert ja eh nicht lang: 16 Songs werden in 28 min runtergerotzt, so wie man«s mag! Im Angebot heute: Hardcore-Highspeed-Rock’N’Roll, wer das Album noch nicht besitzt, bitte schnell zugreifen! Eine unvergessliche Reise mit 500km/h quer durch die ganze Welt, im Rückspiegel außer Staub und verbrannter Erde nichts zu sehen. Motörhead x2, voll auf die Zwölf! Ich weiss auch nicht, wie Zeke es schaffen, so einen professionellen Sound zu schmeissen, so koordiniert muß man erstmal sein, um Killerriff, Drum-Gebolze und Geschrei auf 10-facher Geschwindigkeit zu vereinen! Respekt.

dover_shreddermagDover – I Was Dead For 7 Weeks In The City Of Angels (Chrysalis)
Wenn ich mir mein CD-Regal so anschaue, fällt mir auf, dass es fast eine reine Männerdomaine ist. Schade, wo ich Frauen doch eigentlich viel besser finde, als Männer. Um so erfreuter war ich, als mir die neue CD der spanischen Band Dover in die Hände fiel. Denn hier hört kriegt man endlich mal eine weibliche Stimme zu hören, die auch in Verbindung mit Gitarren gut klingt und ziemlich süß obendrein. Untermalt wird das ganze von guten altem Rock, der mal ein bißchen mehr in Richtung Punk geht, mal in die 70ies zurückschaut und manchmal auch etwas grungig klingt, nie aber langweilig. Zusammen gibt das eine geballtes Paket ziemlicher Ohrwürmer, dass ich jedem empfehlen kann.

alphamotherfuckers_shreddermagAlpha Motherfuckers – A Tribute To Turbonegro (Bitzcore)
So, damit es jetzt wirklich jeder weiß: Turbonegro waren eine großartige Band! Doch keine andere Band schafft es mich auf der einen Seite ausnahmslos zu begeistern, auf der anderen Seite völlig zu verunsichern. Ein Konglomerrat aus 5 (schlechtaussehenden) norwegischen Männern, die mit ihrem mysteriösen schwulen aber doch gewalttätigem Image posen, sich auf der Bühne Raketen in den Arsch schieben und gleichzeitig wahnsinns Rocksongs schreiben? So ist es. Und diese „Deathpunk“-Klassiker werden nun schön brav auf verschiedenste Art gecovert, ob poppig, gebrüllt, highspeed oder auf Death-Metal-Art serviert, egal: Das sind einfach Hits die auch nicht von Bela B. und Blümchen verschandelt werden können! Sehr schön das ganze, mit dabei sind unter anderem: Nashville Pussy, Hot Water Music, QOTSA, Real Mc Kenzies… Wer sich beeilt bekommt das 2 CD-Bonuspaket mit weiteren Covers von z.B. Prollhead: „Gut Bläst“ (braucht man aber nicht wirklich).

thumb_shreddermagThumb – 3 (EMI)
Die Gütersloher setzen bei „3“ eher auf straighten Rock, als auf ihren traditionellen Hardcore/Crossover-Mix und das kommt recht gut. Die DJ-Parts wurden etwas gekürzt, ein neuer Gitarrist ist jetzt dabei und Sänger Claus Grabke bringt seine neuen Fähigkeiten, die er sich bei den „Alternative Allstars“ aneignete hervorragend ein. Vom Gesang her also abwechslungsreicher und professioneller was die emotionalen, melancholischen Parts angeht. Ansonsten kann man nur sagen: Hier wird übel gerockt und Gas gegeben! Der Vorgänger „Exposure“ wird meiner Meinung nach jedoch nicht erreicht, aber sagen wir mal nur knapp verfehlt.

München in Bayern

Shredder Mag übernimmt VIAG Interkom

M ü n c h e n – zum einjährigen Jubiläum ist es uns gelungen unser großes Vorbild, Idol und Mentor Jon Bon Jovi (Bariton bei den Prinzen) zu einem Interview zu bewegen. In der Laube unseres Shrebergartens stand er uns Rede uns Antwort.

S: Hallo Jon, was macht die Prostata?
JBJ: Nun ja, man lebt, aber da hatte ich ja immer schon Probleme.
S: Ach so… übrigens, bist du eigentlich mit Johannes Bon Kerner verwandt?
JBJ: Nein, aber ich liebe seine Arbeit und möchte bei Zeiten mal ein gemeinsames Album aufnehmen, dass dann allerdings statt Hard Rock eher in Richtung Polka gehen soll.
S: Wie kommt es eigentlich, dass ihr früher noch mehr Rock (nun ja, auch nicht wirklich) gespielt habt, heute aber nur noch supercleanen Pop mit Gitarren macht?
JBJ: Wir haben einfach gemerkt, dass wir alt werden und die Jungs von der Plattenfirma meinten, wir sollten unseren Sound gefälligst dem Markt anpassen, uns neu stylen, denn dann würden wir viel mehr Geld machen, was wir dann auch taten. Was ich lustig finde ist, dass es mittlerweile ein weit verbreitetes Phänomen ist, dass viele Altrocker in der Midlife-Crisis (die Toten Hosen, Metallica, …) plötzlich Stylisten beschäftigen, ihre Frisuren lustig modern machen lassen, Raverbrillen und Anzüge tragen, Musik machen, die keinem weh tut, dabei aber so tun, als wären sie die Ober-Rebellen.
S: Aber ihr seht doch immer noch saubeschissen aus!
JBJ: Echt, findest du? Ich bin doch rattenscharf.
S: Nee, is aber ok – nächste Frage: wann habt ihr eigentlich das erste Mal gemerkt, dass euer Gitarrist gerne Frauenunterwäsche trägt?
JBJ: Nun ja, in den 80ern war es ja an der Tagesordnung, dass man als harter Rocker permanent mit hochtoupierten Haaren, rosa Lippenstift, Leggins und Leg-Warmern rumlief. Ich glaube wohl so entdeckte er seine Neignung.
S: Zu guter Letzt möchten wir noch einmal mit einem Gerücht aufräumen. Jon, stimmt es eigentlich, dass du einen Vertrag mit einer Pinselfabrik hast, die dir jeden Tag die Rückenhaare rasieren und kaufen?
JBJ: Richtig, davor war ständig das Klo verstopft und musste ins Waschbecken mache, weil die ganzen Haare, die mir auf dem Rücken wachsen, jeden morgen nach dem Rasieren im Klo runterspülen wollte. Dann kam meiner Frau die Idee mit der Pinsel-Fabrik…
S: Jetzt reicht’s aber! Hau ab und veröffentliche nie wieder irgendwas!
JBJ: Danke für as Gespräch – ihr seid echt in Ordnung Jungs!
jonbonjovi_shreddermag


Und hier sind sie:
hier sehen wir die Band kurz vor ihrem Auftritt beim Tengelmann „Happy Family-Weekend“ in Ingolstadt. Das ganze fand 1983 während ihrer großen „Rock the Friseursalon“-Stadiontour statt. Es wurden zahlreiche bleibende Schäden in der Bevölkerung registriert, die offizielle Anzahl der Toten wird jedoch immer noch von dem C.I.A. vertuscht!