bracket_shreddermagBracket – When Everything Else Fails (Fat Wreck Chords)
Die Jungs aus einem Kuhkaff nördlich von San Francisco legen mit „When Everything Else Fails“ ihr viertes Album vor und kein Label dieser Welt wäre besser geeignet als Fat Mikes Fat Wreck Chords, dies zu veröffentlichen. Beim ersten Lied schon wird klar, wer NOFX scheiße findet, wird dieses Album hassen. Für alle anderen (z.B. uns) gibt es Punkrock, wie er in Californien scheinbar auf Bäumen wächst. Das ganze Album ist sehr poppig, aber das ist man ja mittlerweile gewöhnt. Eine habe Stunde gefälliges Punkrock-Entertainment, das sich allerdings schwer tuen wird, aus der Masse der Veröffentlichungen herauszustechen, da einem doch allzu viel von irgendwo her bekannt vorkommt.

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Auch in den letzten zwei Monaten haben sich Stimilion mal wieder ordentlich reingehängt, wenn’s darum ging München mit Punkrock zu versorgen. Als erstes mal ein dickes Lob an die jeden Mittwoch im Titty Twister stattfindende Stimilion Punkrock Bamboule. DJ Chrissi („Der DJ Tomekk des Punkrock“) beweist hier jeden Mittwoch einen erstklassigen Musikgeschmack. Und live durfte man die Band dort auch schon bewundern. Daher: wer am Mittwoch nicht ins Titty Twister kommt, ist ein Arsch!

 

Gerockt hat auch die Release-Party des neuen Albums (Rezension nachfolgend) am 7. Juni in der Bongo Bar und das bestimmt nicht nur deshalb, weil wir heimlich Schnaps in die Bowle geschüttet haben. Wir sind gespannt, was die Jungs von Stimilion momentan schon wieder alles aushecken…

 

Stimilion – In And Through The Fight (Dragstar Records)

stimilion_shreddermagEndlich haben es unsere Münchner Kindl mal geschafft ins Studio zu gehen – heraus kam ihr erstes Album, welches auf den ersten Blick durch das lässige Artwork überzeugt. Sobald die CD läuft, dröhnt einem auch schon schöner Punkrock entgegen, der einigen californischen Bands nicht sehr unähnlich klingt… So zieht es sich auch dann straight weiter durch das ganze Album. Heraus fallen hier allerdings der Mitgröhl-Ohrwurm „Stimilion“ und die gelungene Rembrands-Coverversion „I’ll be there for you“, bei der sicher jeder Punkrocker seiner Freundin mit Tränen in den Augen eine Dose Adelskrone schenken würde. Textlich bewegen sich die Jungs im Thema Freundschaften und Beziehungen, die meistens einen traurigen Eindruck hinterlassen. Mit „Sorry, sold out“ (coole Lyrics übrigens) wird der gute alte Sellout abgehakt, so wie es sich nunmal für eine gestandene Punkrock-Band gehört. Am Ende entdeckt man noch die Ballade „Mike Ness vs. Me“, die selbigen hoffentlich ermutigen wird auch mal wieder ein Album zu schreiben (aber bitte nicht solo!). Ein relaxtes Punkrock-Album, daß aber für meinen Geschmack aber viel zu glatt produziert wurde. Auch ein bißchen Power von vergangenen Auftritten könnte nicht schaden…trotzdem weiter so, Munich Rock City! Das Teil bekommt ihr bei www.stimilion.com für faire 25,- DM (incl. Porto)… kaufen!

Interview – Archi „MC Motherfucker“ Alert / Sänger der Terrorgruppe

S: Hi Archi, man kennt Dich auch unter dem Namen MC Motherfucker und kurze Zeit hießt Du auch mal MC Fatherfucker. Wie sollen wir Dich denn nun nennen?

MC: Einfach nur MC !!!!!!! Das steht für Monte Carlo.
S: Ihr habt vor Kurzem in München zusammen mit den Wohlstandskindern ordentlich einen aufgespielt, aber warum hast Du Dich da nicht ausgezogen?
MC: Ich bin glaub ich ein echter Exhibi. Und dann macht man das halt nur wenn einen überkommt.
S: Ihr seid ja die ungekrönten Könige des Punkrock-Karaoke. Wenn ich bei einem Eurer Konzerte nun stockbesoffen ein Anfall von Selbstüberschätzung bekomme und singen will, welche fünf Titel sollte ich können, um nicht die nächsten 12 Jahre überall ausgelacht zu werden?
MC: Na die Punkrockevergreens halt. Anarchy in the UK, London Calling, Deutschland, Blitzkrieg Bob, The Brews und unsere Songs.
S: Welches Lied würdet Ihr zuerst spielen, wenn Ihr als Vorgruppe von Echt spielen müßtet?
MC: Erstens müssen wir gar nix, aber um dich nicht mit dieser Frage auflaufen zu lassen!!! Natürlich würden wir „Kinderwahnsinn“ spielen.
S: Ihr habt mit „Mein Skateboard ist wichtiger als Deutschland“ einen echten Smashhit geschrieben. Was war der krasseste Trick, den einer von der Terrorgruppe beim Skaten mal gestanden hat?
MC: Diese kleinen Knöchelbrechertricks waren nie mein Fall. Das kann ich alles gar nicht. Ich kann heute noch mit’m Longboard highspeed den Berg runter fahren über ein Auto springen und manchmal wieder auf dem Brett aufkommen. Speed und Airtime ist für mich das ein und alles.
S: Wie überrede ich ein ein eingefleischtes Mitglied der Jungen Union APPD zu wählen?
MC: Sag ihm einfach dass da das Bier und die Weiber umsonst sind. Dann macht der Proll freiwillig mit.
S: Wir würden im Shredder Mag gerne Euren Gitarristen Jonny Bottrop verlosen. Geht das klar und wenn ja, was sollen wir als Preisfrage nehmen?
MC: Wer ist schuld dass Bottrop so is wie er is ????? Kraft durch Freude ihr alten Bayern.

dwarves_shreddermagThe Dwarves – The Dwarves Come Clean (Epitaph)
Zwei schaumbedeckte Schnecken und ein nackter Luft-Rückenbürste-spielender Gnom in der Ecke auf dem Cover zwingen zum Reinhören – was bei 21 (!) Minuten Musik auch schnell geht. Nun gut, mag da mancher sagen, ist halt Punkrock! Allerdings bringt diese Weisheit nichts, wenn das Preis-Dauer-Verhältnis komplett scheiße ist. Die Dwarves aber machen das scheinbare Missverhältnis gemäß dem alten Deppen-Spruch „Qualität statt Quantität“ wirklich wieder wett. Ganz im Gegensatz zu manch anderer Band auf Epitaph findet sich nämlich auf dem neuen Output der Zwerge nicht nur melodiöser Mitsing-Punk mit Rock’n’Roll-Einschlag und Hitfaktor a la „Better Be Women“. Nein, zur leichtverdaulichen Durchschnittspunker-Kost gesellt sich zur Abwechslung auch mal ein wenig Pseudo-Industrial wie in „Over You“, was man unter Umständen sogar als Primal Scream Verarschung (XTRMNTR!) sehen könnte oder ein Machwerk namens „River City“, bei dessen Speedrock-Gebolze mit Kopfstimmen-Kreischgesang man unwillkürlich an Nashville Pussy denken muß. Ansonsten beherrschen rotziger, aber melodischer Beach-Boys-Gesang und furztrockene Punkrockriffs das Bild, auch wenn sich mal die ein oder andere Countrygitarre („Come To Where The Flavour Is“), etwas Elektrogeblubber oder Roboterstimmen aus dem Weltraum einschleichen. Insgesamt bleibt alles Punk, schnell wie Zeke, melodisch wie No Fun At All und abwechslungsreich wie kaum eine andere Band dieser Liga.

hellcat_shreddermagV.A. – Give ‚Em The Boot II (Hellcat)
Sampler, die Zweite: Diesmal haben wir Hellcat Records im Visier. Hellcat ist als Unterlabel von Epitaph schwerpunktmäßig für Ska und rauhen Street-Punk zuständig. Neben Rancid, die gleich dreimal vertreten sind, findet sich hier unter anderem auch Material von den Dropkick Murphy’s, U.S. Bombs, The Gadjits, The Slackers, Choking Victim, Hepcat und Jamaikas Dancehall-Rocker Buju Banton. „Give ‚Em the Boot II“ garantiert einem ein Stunde abwechslungsreiche Musik in gewohnt hoher Epitaph-Qualität. Da auch dieser Sampler zehn Mark kostet, ist er außerdem der ideale Wegweiser beim Alben-Kauf.

millencolin_shreddermagMillencolin – Pennybridge Pioneers (Burning Heart)
Da isses, das neue Album der Everybody’s-Darlings, und auch hier saß Brett Gurewitz hinterm Mischpult. Man könnte sagen, Millencolin sind jetzt älter und reifer geworden, aber wer kann das schon beurteilen, wenn er die Jungs gar nicht persönlich kennt. Tatsache ist, dass das Album ruhiger zur Sache geht und abgeklärter klingt, als die vorhergehenden Alben. Auf den ersten Blick eine recht zahnlose Angelegenheit, aber nach ein paarmal hören, haben sich alle Melodien und sämtliche Texte im Kopf festgefressen. Millencolin haben sich weiterentwickelt und alten Zeiten nachzuheulen ist Blödsinn, denn auch ohne Punkrock-Knüppel legen sie mal wieder ein cooles Album hin.

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V.A. – Cheap Shots IV (Burning Heart)
Label-Sampler, die Erste: Cheap Shot IV gibt einen Überblick über das LineUp des schwedischen Labels Burning Heart. Die CD ist mit 25 Tracks von 24 Bands randvoll und ein sicherer Kauftip (kostet nach guter Punrock-Maier auch nur ’nen Zehner). Die Qualität die das zur Hälfte Epitaph gehörende Label hier an den Tag legt ist beeindruckend. Bei keinem Lied kann man sagen, es wäre irgendwie schlecht, und mindestens die Hälfte sind absolute Killer. Hätte ich zu viel Geld, wäre ich in den Plattenladen gegangen und hätte einfach von jeder auf dem Sampler beteiligten Band das aktuelle Album bestellt.

New York im Ausnahmezustand

Greaser punks taking over! The Turbo A.C. conquer the world!

N e w  Y o r k – Can you dig it? Die Turbo A.C.’s kommen aus New York, sind zu dritt und treten dir gewaltig in den Arsch!

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Kevin Prunty (drums), Kevin Cole (lead vocals, guitar) & Michael Dolan (bass, vocals)

 

Outlaw-Punk’n’Roll zwischen Misfits und Surf Guitar ist ihr Metier und darin sind sie richtig gut. 1995 kam ihre erste Platte „Supercharged straight to hell“ raus und legte den Grundstein für zwei volle Alben („Damnation Overdrive„, „Winner Take All„), einige 7inches und zahlreiche Gastauftritte auf diversen Compilations. Sie standen mit Bands wie Social Distortion, Dropkick Murphy’s oder Sick of it All auf der Bühne und waren in Deutschland zuletzt im Rahmen der Vans warped Tour ’99 zu sehen – übrigens mit H20, Suicidal Tendencies und Ice T (will den jemand sehen?).Was wir am Turbo Action Club so lieben, er gibt einem beim hören das Gefühl, als hätte man gerade seinen ganzen Besitz angezündet und würde nun in einem Pontiac Firebird den Highway in Richtung Hölle entlang rasen. „Fuck you man, you don’t understand, I’m a radioactive garbage man, you get smashed if you get in my way.“ Die Turbo A.C.’s erwecken nicht gerade den Eindruck, als würden sie sich gerne reinreden lassen. Gerade das macht diese Band so glaubwürdig und wenn sich einer von ihnen mit Motörhead-T-Shirt ablichten läßt, dann bestimmt nicht weil das zur Zeit gerade gut kommt. Ihre Musik im Gegensatz zu vielen anderen Punk’n’Rollern mehr als nur AC/DC auf doppelter Geschwindigkeit. Man merkt, dass sie sich statt von KISS lieber von Dick Dale haben inspirieren lassen. Aber was hat Punkrock auch mit derartigem Glitzer-Glamour zu tun? In diesem Sinne: Born to lose – live to win.

Und weil die Turbo A.C.’s so cool sind, hat das Shredder Mag keine Kosten und Mühen gescheut ein Interview mit dem Ober-TurboManiac Kevin Cole aufzustellen!

S: Social Distortion’s Mike Ness made two solo-albums making clear what his roots are. Do you like his work? What are your musical roots?
KC: Well. Mike is an old friend of mine, but honestly I like the Social Distortion stuff better. If I was to do a solo album to define my roots it would probably sound like old Blitz or the Cocney Rejects.
S: Have you heard about the swedish bands The Hellacopters, Backyard Babies or Puffball? If yes, do you like their work?
KC: Hell yeah, more buddies of mine, (actually I never met Puffball) and yeah they rock. Except sometimes they remind me too much of other bands.
S: When you look at the music business, what do you really hate?
KC: What bothers me is how people can like stuff that really sucks, but is popular because some big company shoves it down everybody’s throat. But that’s not really all the music business’s fault, it’s the stupidity of general public. What I hate about the music biz is that it takes fucking forever to get anything done.
S: Can you live from your music or do you have additional jobs?
KC: While we’re on tour we make enough, but in the rest of the time we all work. We figure we should just tour all time.
S: On „Winner Take All“ you often talk about not to come into your way. Do you have a certain concept of the enemy or is to say that you will not chick out, iif there’s a problem?
KC: „Get outta my way“, „Comin thru“, it’s the way I feel, and always have. To me it’s always been the message of rock’n’roll (expecially punk rock), so it’s what we sing about. Going for more out of life than what everybody expects.
S: Live fast, die slow. What’s your attitude of mind to getting older? do you care about someday being old?
KC: That phrase has a lot of meanings, you can make your own. I don’t care about getting old, in fact, I have a feeling I’ll live till I’m very old.
S: How many tattoos do you have. which one is the most important?
KC: How many tattoos? … Shit I don’t know … a lot, but not enough. Some have more personal meaning, and some are more about the art. There is too many stories for the ones with personal meaning, enough for a whole book.
S: We are looking forward to a new Turbo A.C.’s album. How long will we have to wait?
KC: Hopefully not long, the new album is done. I think it’s the best stuff we have ever recorded. This time I had my old friend Roger Miret from Agnostic Front come in to produce it with me. He got us in a great studio and it sounds fucking great!! I can’t wait for everyone to hear it, but then again that’s what I hate about the music biz. We’re sitting around waiting for our managers to have meetings with lawyers to have meetings with record comanies to have meetings with … bla bla bla … ugh!!! Yep, I hate it.
S: When will we have the chance to see you live in germany?
KC: I wish I could tell you next week, but, you know, bla bla bla, bullshit music biz stuff. We planned on coming this summer, but the new album has to come out, and we have tour over here too. Tell everyone to keep in touch with us with letters or e-mail and we’ll keep them posted on tour dates.
S: One wish to make the world a better place?
KC: I wish that you would give me a million wishes…

 

Wollt ihr noch mehr über die Turbo A.C.’s wissen, schaut doch mal die Homepage an (www.turboacs.com)

 

Habt ihr Fragen, schreibt an:

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The Turbo A.C.’s
Postbox 20691 PABT
New York City, NY
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