thecartels_shreddermagThe Cartels – Kingpins (Lucky Seven)
Fast cars, fast girls, fast punkrock – yeah! Die Cartels sind unsere neue Punkrock-Hoffnung aus Canada, denn Ihr aktuelles/erstes Album rockt wie ein voller Kasten Bier und geht sofort ins Ohr, bzw. ins Maul! Auf die Fresse bekommt man hier eine Packung Sound á la Rancid oder Turbo A.C.’s, vermischt mit einem guten Schuss Ramones! Noch Fragen? Die Jungs haben schnellen Punkrock einfach drauf – wer sie vor kurzem im A5 gesehen hat konnte sich gleich auch mal von Ihrer coolen Liveshow überzeugen lassen. Textlich geht es hier natürlich um den scheiss Kater nach dem Aufstehen, Beziehungen, Schizophrenie und co., das Standardprogramm also. Bei „Jesus was a friend of mine“ (…until i stole his bread and drank his wine!) wird dem alten Heiland am hölzernen Kreuz ans Bein gepisst, bei „Fuck you“ allen beschissenen Ex-Freundinnen – was will man also mehr? Einziger Fehltritt: der Song „Nothing to do“, der einfach zu stark an „Avenues and Alleyways“ von Rancid erinnert, aber wir drücken hier noch mal ein Auge zu!

98mute_shreddermag98 Mute – Slow Motion Riot (Epitaph)
Die Herren aus Hermosa Beach sind mit Ihrem mittlerweile dritten Album zurück und konnten sich hierfür sogar einen Deal bei Epitaph erschleichen, da schau her! Das Label hat gewechselt, der Produzent, Manager und Chef-Schläger ist immer noch der selbe: kein geringerer als Pennywise-Monster Fletcher kümmert sich seit dem Debütalbum auf Theologien Records um die Band. Das hinterläßt natürlich gewaltige Spuren, denn beim Hören fallen mehrere typische Pennywise Riffs und Breaks auf, naja vielleicht ist sein Einfluß doch größer als der Band lieb ist. Wer nicht g’scheid Pennywise spielt bekommt wahrscheinlich eine auf’s Maul und von Fletcher möchte ich mir nun wirklich auch keine einschenken lassen! Trotz alledem hat sich die Bands technisch weiterentwickelt, so schnell und straight wie Pennywise muß man auch erstmal spielen können. Alle High-Speed-Punkrock-Fans können hier bedenkenlos zuschlagen, alle die mehr Eigenständigkeit erwarten sollten auf neue Pennywise-Album warten.

turbonegro_shreddermagTurbonegro – Hot Cars And Spent Contraceptives (Bitzcore)
Ein neues Album der leider längst schon aufgelösten Deathpunks? Leider nicht, denn hier handelt es sich „nur“ um eine Wiederveröffentlichung ihrer Aufnahmen aus den Jahren 1991/92. Das macht aber nichts, denn dieses Stück Dreck macht mindestens genauso viel Spaß wie „Apocalypse Dudes“ oder andere Alben. Wem „Ass Cobra“ noch zu clean war (!) sollte hier mal unbedingt reinhören, denn das hier stellt die absolute Geburtsstunde des Osloer-Deathpunks dar: Rauher, assliger und vor Rotz triefender Punkrock, mit zu Teil schon typischen Turnonegro-Riffs, dröhnt hier aus den Boxen – noch keine Spur vom schwulen Rock’n’Roll-Denim Demon-Rendezvous with Anus-Gehabe! Auch mal schön.

facetofaceFace To Face – Reactionary (Lady Luck)
Nachdem mich Face To Face mit Ihrem letzten Album „Ignorance Is Bliss“ nicht so vom Hocker gerissen haben, ist es wieder schön zu sehen, daß sie wissen wo sie herkommen. Die legendären „Don’t Turn Away“- Zeiten sind zwar definitiv vorbei, aber die Band geht zum Glück wieder einen Schritt in Richtung Punkrock. Bei diesem Album konnten die Fans sogar per Internet mitentscheiden welche Tracks dann letztenendes draufkommen – alte Punkrocker nutzen mittlerweile auch schon das Internet… Zu den einzelnen Songs gestartet wird mit schnellen 5 Songs, die in guter alter Punkrock-Manier runtergerattert werden. Der Rest erscheint ein bisschen abwechslungsreicher, wobei die letzten 3 Tracks mir schon wieder zu alltäglich sind. Gesamt gesehen aber wieder ein punkigeres Album. Von den Texten noch die alte kritische Face To Face-Schiene: „Ignorance and arrogance mean quite the same to me- take a look around and I’m sure you will agree. The world is full of people filled with hatred filled with greed!“

pennywisePennywise – Live @ the Key Club (Epitaph)
Live-Alben sind eigentlich immer so eine Sache, entweder ist der Band nichts mehr eingefallen oder sie wollen den Fans noch die restlichen Kohlen aus der Tasche ziehen. Nicht so im Falle Pennywise: nach 6 fetten Alben und einer großen Portion Punkrock-Credbility ist ein Livealbum schon o.k.! Hier wird auch von Anfang an den Fans im Key Club (Los Angeles) eingeheizt- ein schnelles „Wouldn’t it be nice“ und schon brennt der Saal! Es folgen weitere 16 Tracks die sich von der „A word from the wise“- Anfangsphase bis zum aktuellen „Straight ahead“- Album durchziehen, ein schöner Querschnitt also, durch die mittlerweile schon 12jährige Bandgeschichte. Außerdem fiel mir noch auf, daß alle Songs ungefähr doppelt so schnell wie die Studioversionen durchgeknüppelt werden – sehr gut. Die obligatorische Coverversion, hier von Minor Threat, fehlt auch nicht. Ein weiteres Highlight ist das 20-seitige Booklet mit Fotos der Band, Fans, Konzerte, vielen Pennywise-Tattoos und sonstigem Müll. Ein wirklich gelungenes Livealbum.

teenidols_shreddermagTeen Idols – Full Leather Jacket (Honest Don’s)
Wer „Pucker Up“ von den Teen Idols kennt, der wird auf „Full Leather Jacket“ wenig Überraschungen erleben. Immer noch BubbleGum-Punkrock, wie er schöner nicht sein kann. Tracks, die schnell zur Sache kommen, mit viel positiver Energie und harmonischen Background-Vocals gesungen von Bassistin Heather wird man in eine College-Welt zwischen „Midnight Picture Show“ und Pogo-Parties versetzt. Einzige Neuerung ist, dass bei Zeiten das Tempo etwas runtergeschraubt wurde, die Atmosphäre bleibt die selbe. Auch wenn es stark nach dem letzten Album klingt, lohnt sich der kauf, da das Quartet aus Nashville, Tennesee, halt einfach so schöne gute-Laune-Musik macht.

afi_shreddermagAFI – The Art Of Drowning (Nitro)
AFI haben sich mittlerweile einen Namen als „Düsterpunks“ machen können. Düster geht’s schon zu auf der neuen CD, allerdings nicht im Sinne von Dark Metal-Katzenschänderei sondern eher im alten Totengräber-Halloween-Style, weil’s der Band einfach taugt. Im Gegensatz zum letzten Album hat man hier mehr Punkrock und weniger Breaks, aber die selbe druckvolle Stimme, die auch von einer häßlichen Frau kommen könnte. Coole Background-Chöre lassen einen Mitgröhlen, sobald man den Text auch nur halbwegs kennt. Besonders schaurig sind die langsamen Parts und Balladen, bei denen man förmlich die Sonne untergehen und den Wind durch die Vorhänge streichen sehen kann.