suicidemachines_shreddermagThe Suicide Machines – Steal This Record (Buena Vista Entertainment)
Das vierte Album released und das Chaos ist auf den ersten Blick wieder mal sehr gross. Beim ersten Mal durchhören bleibt irgendwie garnichts hängen, nur die „It’s the end of the world as we know it“-Coverversion mit Background-Gebrüll von Toby Morse (H2O) zieht seine unaufhörlichen Bahnen im Grosshirn. Der Rest, ein Mix aus etlichen Jarhren Bandgeschichte und 3 Alben, entwickelt sich erst nach mehrmaligen Hören zu einer gelungenen Zusammenstellung. Die Jungs aus Detroit machen es einem auch wirklich nicht leicht, von agressiven High-Speed-Punkrock, Hardcore-Einflüssen, Ska, „Hard Rocking Sounds“ bis hin zu Raggae ist alles vertreten und wild durchgeinandergewürfelt. Das offizielle Statement auf ihrer Homepage: „…we summarized all sound to one big recipe…“ ist in diesem Fall sehr treffend. Eins haben alle Songs aber definitiv gemeinsam: grossartigen Melodien werden hier präsentiert die im Unterbewusstsein immer wieder auftauchen, entsprechende Größe zeigen und nicht mehr so leicht abzuschütteln sind. Alles in allem ein verwirrtes, wenn doch cooles Album. Neueinsteiger lieber mal mit „Destruction By Definition“ anfangen.

radio69_shreddermagRadio 69 – Reality Punk (Knock Out)
Diese Band beweist, das Schweden mehr als nur Knäcke-Brot, Burning Heart und ABBA zu bieten hat. Nicht das eben genanntes schlecht wäre (vor allem ABBA…), aber der jeweilige Zenit scheint doch schon leicht überschritten zu sein. Nicht hingegen der von Radio 69, denn die Jungs präsentieren mit ihrem 2 Album ein frisches, wenn aber auch traditionelles Stück Musik, das sich mit Oi! oder Streetpunk wohl am besten beschreiben lässt. Man könnte auch sagen Musik zum Biertinken und mitgröhlen! Die Mannen aus Oxledsvägen machen auf „Reality Punk“ alles richtig, textlich Anti-sehr-viele-Sachen, musikalisch an älteren Dropkick Murphys orientiert würde ich sagen. Mit „Someone’s Gotta Die“ von Blitz wird die kostenlose, auf Punkplatten immer gern gesehene, Bonus- Coverversion abgehakt. Artwork stimmt auch, was will man mehr? Jetzt müssen die Jungs nur noch live beweisen das sie ihr Handwerk verstehen, worüber man sich keine grossen Gadanken machen müsste.

Lebenshilfe

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Das Leben steckt voller Fallen und Unsicherheiten. Immer wieder muß man Hürden überwinden und oft scheint es kein Ein noch Aus zugeben. Für einige besonders schwere Probleme des Alltags konnten wir einen echten Experten gewinnen, uns Tipps für das richtige Vorgehen zu geben. Kein geringerer als Blag Dahlia, der Sänger der Dwarves, gab uns Antworten auf dringliche Fragen, die das Tor für ein einfaches und erfolgreiches Leben bilden:

S: If there’s a girl I really like but she doesn’t even look at me, what can can I do to make her think I’m the coolest guy ever?

BD: Completely change your personality omitting any hint of your actual thoughts, feelings or desires.

S: At a party I call a guy „funkin‘ asshole“. One second too late I realize, that he’s 7 ft tall and heavyweight-boxer. What can I do to save my life?

BD: Explain that he is actually appearing on your new hidden camera reality show, laugh it off and get him a drink. Then run.

S: How do I become a real punk?

BD: Go to prison and get fucked up the ass.

S: Tell us some original Dwarves-Sextricks?

BD: Never perform cunnilingus for any reason. Lie alot.

S: What’s the best excuse when I don’t want to go to work/school in the morning?

BD: Taxoplasmosis.

S: What records should I play on a romantic rendevous?

BD: Johnny Mathis Greatest Hits or God Bless Tiny Tim.

S: There is a big party and everyone is invited – but me, cause I puked on the hostess on last year’s party. How do manage to get in?

BD: Blackmail.

S: My parents force me to go to church every sunday. What can I do to make these 2 hours more entertaining?

BD: Fantasize about the comely young lass two pews down.

S: What can I do to get rich?

BD: Get off the internet.

rancid_nofx_shreddermagNOFX / Rancid – Split (BYO)
Ein Split-Album dieser beiden Bands wäre unter normalen Umständen ganz nett aber sicher nicht weltbewegend. Die Tatsache das sie sich jeweils gegenseitig covern macht die Sache doch wesentlich spannender. NOFX starten mit „I’m The One“, nach und nach folgen „Olympia WA“ und „Tenderloin“ auf der Reise durch den Fat Mike-Fleischwolf. Heraus schiessen überzeugende flotte Punksongs, der Geniestreich gelingt jedoch mit Covern von „Corozon De Oro“ und „Radio“: bei beiden Songs wird nämlich der Spiess umgedreht, das eine erwacht als Punkrockzombie, das andere als lockere Reggae-Version. Dann tauchen Rancid auf die mal wieder beweisen das sie zur assligeren Sorte Punkern in Californien gehören. Es macht schon Spass „Moron Brothers“ oder „Bob“ als dreckigen Rancid-Bastard zu erleben, dazu kommt ein „Don’t Call Me White“ mit der Jägermeisterstimme von Matt Freeman der auch Fat Mikes Bassparts in Grund und Boden spielt. Ein Highlight unter vielen auch „The Brews“, bitte schnell kaufen und unbedingt ans Neongrüne-Low Budget-Cover denken!

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The Distillers – Sing Sing Death House (Hellcat)
Komm mit mir ins Abenteuerland, der Eintritt kostet dein Verstand! Die Vereinigten Staaten, das Land des „American Dream“ haben ein neues Traumpärchen! Anstelle von Kleidchen und Anzug beide jedoch in zerfetzten Jeans und mit Iro auf’m Kopf. Das alles ist kein Märchen denn Distillers-Frontfrau ist tatsächlich die Ehefrau von Hellcat-Labelboss und Rancid-Gründer Tim Armstrong. Doch halt! Viele von Euch werden jetzt sagen: „Ach deswegen der Plattendeal…“. Dies könnt ihr getrost vergessen denn „Sing Sing Deathhouse“ muss sich keineswegs hinter irgendjemand verstecken, das Album besitzt meiner Meinung nach durchaus die Kraft es zum Hellcat-Zugpferd zu machen. Eine knappe halbe Stunde feinster Streetpunk servieren einem die californischen Alkoholiker/innen da. Schöne rauhe Gitarren, ein geiler krächtzender, kratziger Gesang und hervorragende Gröhlpassagen. Wenn man beachtet das sich Mrs. Armstrong verantwortlich für das gesamte Songwriting zeigt, dann mal Hut ab. Bin mal auf das Kind gespannt…

thehunns_shreddermagDuane Peters and the Hunns – Unite (Disaster)
Unser Lieblingspirat scheisst mit seinen Hunnen deren zweites Album auf den Markt. Musikalisch keine Überraschungen, g’standener Punkrock, an alten englischen 77er-Helden orientiert, nur auf amerikanisch. Die 14 Songs plätschern so dahin, hier und da ein paar Highlights, aber insgesamt betrachtet nicht so der Hammer. Durchschnitt. Saufen hier, Probleme da, ein wenig Knast, unfaire Welt und ein kleiner Diss an alle Offspring-Kids: Standardthemen also. Der gute Herr Peters sollte seine Kreativität mal ein wenig bündeln, und nicht alles gleich raushauen, was er aufnimmt. Dies gilt nebenbei auch für das letzte Album seiner Hauptband, den U.S. Bombs. Vielleicht sollte er mal wieder anfangen, zu trinken, naja wir warten mal ab und hoffen auf einen neuen Hammer á la „The World“!

dirtydishes_shreddermagDirty Dishes – V.A. (Honest Don’s)
Das Fat Wreck-Unterlabel beschert uns mal wieder eine seiner gern gesehenen Compilations. Mit an Bord sind alle bekannten und weniger bekannten Bands des Labels, wie Diesel Boy, Teen Idols, Real McKenzies oder Nerf Herder. Überwiegend wird einem hier typisch californischer Punkrock der lockereren und melodischeren Machart geboten. Leider hängt manchen Bands bisweilen ein leichter Zweite-Liga-Touch an, doch insgesamt bekommt man auf den 17 Songs ordentlich was geboten, vor allem bei dem fairen Preis von unter 20 Mark. Gerade alle Freunde des Schönes-Wetter-Punkrock können hier also mal wieder bedenkenlos zugreifen.

alphamotherfuckers_shreddermagAlpha Motherfuckers – A Tribute To Turbonegro (Bitzcore)
So, damit es jetzt wirklich jeder weiß: Turbonegro waren eine großartige Band! Doch keine andere Band schafft es mich auf der einen Seite ausnahmslos zu begeistern, auf der anderen Seite völlig zu verunsichern. Ein Konglomerrat aus 5 (schlechtaussehenden) norwegischen Männern, die mit ihrem mysteriösen schwulen aber doch gewalttätigem Image posen, sich auf der Bühne Raketen in den Arsch schieben und gleichzeitig wahnsinns Rocksongs schreiben? So ist es. Und diese „Deathpunk“-Klassiker werden nun schön brav auf verschiedenste Art gecovert, ob poppig, gebrüllt, highspeed oder auf Death-Metal-Art serviert, egal: Das sind einfach Hits die auch nicht von Bela B. und Blümchen verschandelt werden können! Sehr schön das ganze, mit dabei sind unter anderem: Nashville Pussy, Hot Water Music, QOTSA, Real Mc Kenzies… Wer sich beeilt bekommt das 2 CD-Bonuspaket mit weiteren Covers von z.B. Prollhead: „Gut Bläst“ (braucht man aber nicht wirklich).

generators_shreddermagThe Generators – Tyranny (People Like You/ TKO)
Die Asseln aus Los Angeles präsentieren uns gute alte Hausmannskost was Streetpunk mit 77’er Charme angeht! Die Jungs wissen einfach was sie tun, sie erfinden hier das Rad allerdings nicht neu aber das verlangt ja auch keiner von ihnen. Eingängige einfache Melodien mit treibendem Stampf-Beat, leicht heiserem, jedoch ausdrucksstarken Gesang plus mitgröhlfähige Refrains lautet hier Omas Geheimrezept. Und es funktioniert, beim ersten Anhören meint man schon die Texte zu kennen, schnell das nächste Bier holen und wieder ab in die tobende Menge. Songs wie „Us against them“, „All night long“ oder „Suburban Bitch“ machen einfach Lust auf Mitgröhlen, Abpogen und sich Aufführen. Textlich bewegt sich das Ganze im traditionellen Punkrock-Genre, es geht also um Bullenstress, Obdachlosigkeit, Alkoholexzesse oder Ähnliches. Am Besten ist, dass diese Stories mit einer Glaubwürdig- bzw. Ehrlichkeit erzählt werden und nichts blöd aufgesetzt wirkt. Die Generators sagen einfach wie’s ist.