gimmegimmes_shreddermagMe First And The Gimme Gimmes – Blow In The Wind (Fat Wreck Chords)
Das Fat Wreck-Allstar Team mit der Mission, die größten Hits der Vergangenheit durch den Punkrock-Shredder zu drehen, ist zurück. Nach zahlreichen Martinis mit Olive haben sie sich entschlossen, sich diesmal das Liedgut der Sixties vorzunehmen. Und so gibt es u.a. die alten Gassenhauer „Blowin‘ In The Wind“, „Runaway“ und „Who Put The Bomp“ auf doppelter Geschwindigkeit zu hören. Bei Cat Stevens „Wild World“ lassen sie Mr. Big weit hinter sich und auch sonst kann man den Herren in den braunen Anzügen nur gratulieren, dieses Album rockt mehr denn je! Sehr gut sind auch die gewollt schlecht versteckten Zitate, die sich die Band bei The Clash oder den Ramones zusammengeklaut haben. Sehr schön!

fuelforlife_shreddermagThe Turbo A.C.’s – Fuel For Live (Nitro)
Gradheraus, das dritte und langerwartete Album der New Yorker Speedfreaks lässt keine Wünsche offen! Wieder einmal also beehren uns die Turbo A.C.’s mit einer hochexplosiven Mischung aus Punkrock, Rockabilly und Surfguitar. Im Vergleich zum legendären Vorgänger „Winner Take All“ ist es ein wenig Punk-lastiger produziert. Wie man es von ihnen kennt uns liebt, gibt es jede Menge Mitgröhl-Passagen á la Misfits und Texte über das Rock’n’Roll-Outlaw-Dasein. Mitgeholfen im Studio hat der gute alte Roger Miret von Agnostic Front und das dieser Mann weiß, was er macht ist ja hinreichend bekannt. Also in den Plattenladen gehen und singen: „I want it all, I’m coming through the wall, I want it all, and I want it now!“

Interview – The Turbo A.C.’s

Am 27.08. war’s endlich soweit, nachdem sie schon eine ganze Weile durch Deutschland getourt waren, machten die Turbo A.C.’s endlich in München Halt, um dem Münchner Publikum ordentlich einzuheizen und ihm eine große Dosis fuel-injected Surf-Punk zu verabreichen!! Nach dem Konzert haben wir uns Michael Dolan (Bass, Voc) und Kevin Cole (Voc, Git) dann vorgeknöpft, um sie bei allgemein alkohol-geschwängerter Atmosphäre und unter dem Gebrüll der Slackers (Hellcat), die bereits für das nächste Konzert in München waren, zu interviewen…

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S: Hi Turbo A.C.’s, we did like your show. Tell us, do you like touring in Germany.

MD: I love touring in Germany, I can not get enough of touring in Germany.

S: But you’ve been touring a quite long time, wasn’t it sometimes hard, doing all the shows?

MD: Sometimes it gets a little hard up there, but it’s no big deal, it’s just part of the job.

S: OK, you played small concerts and you did ones with a big audience. Where was you biggest concert?
MD: I’m not sure, Kevin where was our biggest concert?
KC: Our biggest concert was the Bizarre Festival this year. With Papa Roach, and the Papa Roach…
TS: …the P-Roach!!!
KC: …the P-Roach crew was very upset about this, ‚cause we headlined about Papa Roach.
S: And what do you think about the german audience? Are there any differences to america?
MD: No, it’s the same, the spirit is the same, the energy is the same… it’s a universal action club all over the world!
S: Do you think the Turbo A.C.’s are well known here in germany?
MD: I think were doing allright (lacht)…
KC: …were doing alright.
S: OK, what was it like producing an album with Roger Miret, the old hardcore-legend?
MD: It was a lot of fun, Roger was really easy to work with and he had a lot of incredible stories from being at Agnostic Front. It was… it was a lot of fun!
S: Hmm, guys, how much beer do drink before your concert?
MD: I didn’t drink any beer (lacht)!
S: And Kevin?
MD: I don’t know, it seems his legs are hollow and the beer just goes into his legs.
S: OK. What’s next? A new album?
MD: I think we have to do an album… maybe next spring. And hopefully we have a new album out in fall.
S: Last interview you told us that searching a record company sucks. Your last album „Fuel For Live“ came out on Nitro Records, is it ok or does it still suck?
MD: It doesn’t suck still! Nitro has been treading us really well.
S: On your concerts you always play at least one Misfits-cover. What do you think ist still so fascinating about the Misfits?
MD: What’s so fascinating about the Misfits?
KC: The Misfits are…
TS: (lärmen!)
KC: …Slackers in the house. anyway, the Misfits come from the same school of music than we do. Punkrock is… punkrock is rock’n’roll and music, and they have songs, and that’s we’re all about. Some punkrock is just very bad.

S: But what do you think about the new style of the Misfits? Quite of different to the older stuff, more metal.

KC: I’m a fan of the Glenn Danzig-Misfits, but, you know, I… the Misfits are still cool. I think they’re still cool – even though.

S: And Samhain?

KC: Samhain was cool, but not as cool as the Misfits.

S: OK, let’s come to an end. One last question. Your style always reminds me of cars. What is your favourite car?
MD: My favourite vehicle is a chopped Harley-Davidson motorcycle!
S: And the Dogde Charger?
MD: I love… I love Cadillacs.
S: OK, thank you for the interview.

thecartels_shreddermagThe Cartels – Kingpins (Lucky Seven)
Fast cars, fast girls, fast punkrock – yeah! Die Cartels sind unsere neue Punkrock-Hoffnung aus Canada, denn Ihr aktuelles/erstes Album rockt wie ein voller Kasten Bier und geht sofort ins Ohr, bzw. ins Maul! Auf die Fresse bekommt man hier eine Packung Sound á la Rancid oder Turbo A.C.’s, vermischt mit einem guten Schuss Ramones! Noch Fragen? Die Jungs haben schnellen Punkrock einfach drauf – wer sie vor kurzem im A5 gesehen hat konnte sich gleich auch mal von Ihrer coolen Liveshow überzeugen lassen. Textlich geht es hier natürlich um den scheiss Kater nach dem Aufstehen, Beziehungen, Schizophrenie und co., das Standardprogramm also. Bei „Jesus was a friend of mine“ (…until i stole his bread and drank his wine!) wird dem alten Heiland am hölzernen Kreuz ans Bein gepisst, bei „Fuck you“ allen beschissenen Ex-Freundinnen – was will man also mehr? Einziger Fehltritt: der Song „Nothing to do“, der einfach zu stark an „Avenues and Alleyways“ von Rancid erinnert, aber wir drücken hier noch mal ein Auge zu!

98mute_shreddermag98 Mute – Slow Motion Riot (Epitaph)
Die Herren aus Hermosa Beach sind mit Ihrem mittlerweile dritten Album zurück und konnten sich hierfür sogar einen Deal bei Epitaph erschleichen, da schau her! Das Label hat gewechselt, der Produzent, Manager und Chef-Schläger ist immer noch der selbe: kein geringerer als Pennywise-Monster Fletcher kümmert sich seit dem Debütalbum auf Theologien Records um die Band. Das hinterläßt natürlich gewaltige Spuren, denn beim Hören fallen mehrere typische Pennywise Riffs und Breaks auf, naja vielleicht ist sein Einfluß doch größer als der Band lieb ist. Wer nicht g’scheid Pennywise spielt bekommt wahrscheinlich eine auf’s Maul und von Fletcher möchte ich mir nun wirklich auch keine einschenken lassen! Trotz alledem hat sich die Bands technisch weiterentwickelt, so schnell und straight wie Pennywise muß man auch erstmal spielen können. Alle High-Speed-Punkrock-Fans können hier bedenkenlos zuschlagen, alle die mehr Eigenständigkeit erwarten sollten auf neue Pennywise-Album warten.

turbonegro_shreddermagTurbonegro – Hot Cars And Spent Contraceptives (Bitzcore)
Ein neues Album der leider längst schon aufgelösten Deathpunks? Leider nicht, denn hier handelt es sich „nur“ um eine Wiederveröffentlichung ihrer Aufnahmen aus den Jahren 1991/92. Das macht aber nichts, denn dieses Stück Dreck macht mindestens genauso viel Spaß wie „Apocalypse Dudes“ oder andere Alben. Wem „Ass Cobra“ noch zu clean war (!) sollte hier mal unbedingt reinhören, denn das hier stellt die absolute Geburtsstunde des Osloer-Deathpunks dar: Rauher, assliger und vor Rotz triefender Punkrock, mit zu Teil schon typischen Turnonegro-Riffs, dröhnt hier aus den Boxen – noch keine Spur vom schwulen Rock’n’Roll-Denim Demon-Rendezvous with Anus-Gehabe! Auch mal schön.

facetofaceFace To Face – Reactionary (Lady Luck)
Nachdem mich Face To Face mit Ihrem letzten Album „Ignorance Is Bliss“ nicht so vom Hocker gerissen haben, ist es wieder schön zu sehen, daß sie wissen wo sie herkommen. Die legendären „Don’t Turn Away“- Zeiten sind zwar definitiv vorbei, aber die Band geht zum Glück wieder einen Schritt in Richtung Punkrock. Bei diesem Album konnten die Fans sogar per Internet mitentscheiden welche Tracks dann letztenendes draufkommen – alte Punkrocker nutzen mittlerweile auch schon das Internet… Zu den einzelnen Songs gestartet wird mit schnellen 5 Songs, die in guter alter Punkrock-Manier runtergerattert werden. Der Rest erscheint ein bisschen abwechslungsreicher, wobei die letzten 3 Tracks mir schon wieder zu alltäglich sind. Gesamt gesehen aber wieder ein punkigeres Album. Von den Texten noch die alte kritische Face To Face-Schiene: „Ignorance and arrogance mean quite the same to me- take a look around and I’m sure you will agree. The world is full of people filled with hatred filled with greed!“