Seek Nothing – s/t (via Bandcamp)

Seek Nothing_shreddermagMeine Fresse, was zieht denn da für ein Blitzgewitter auf? Wer hat die Wahnsinnstypen denn von der Kette gelassen? Lange hat mir so straight runtergeprügelter Hardcore nicht mehr solche Freude gemacht. Hier erstmal nur die 4 Track-EP – liebe Berliner Freunde, ab ins Studio und mehr davon!

 

Thrice – Be Everywhere Is To Be Nowhere (Vagrant)

Thrice - To Be Everywhere Is To Be Nowhere_shreddermag5 Jahre haben sich Thrice Zeit gelassen und fast wären sie garnicht zurückgekommen, doch nun ist das neue Album da. Das Schöne an Thrice ist, dass die Alben mit jedem Hören gewinnen und sie sich immer ohne Rücksicht auf den Einriss von Schubladenwänden weiter-entwickelt haben. Das neue Album klingt beim ersten Hören fast schon nach Ami-Mainstream-Rock (teilweise sogar wie die Foo Fighters, wenn sie 1 mm Tiefgang oder irgendwas zu sagen hätten), doch dann ist da plötzlich wieder diese herrliche Getragenheit und Komplexität in den Arrangements, die doch etwas ganz anderes draus machen.

Nails – You Will Never Be One Of Us (Nuclear Blast)

French Nails_shreddermagHerrlich, was die Herren aus Kalifornien da fabriziert haben: Death Metal der nach Deathwish klingt und einen grandiosen 1 Minute-Hardcore-Song-Vibe mitbringt. Es könnte alles so schön sein, hätten sie den steil aufsteigenden Ast nicht gerade selbst angesägt, ihre Tour gecancelt und eine Auszeit verkündet. Drum gibt’s heute trotz verdienter Lorbeeren nur French Nails.

BoySetsFire / Wolf Down – Benefiz Split 7″ (End Hits)

BoySetsFire_Wolfdown_Split-ShredderMagUnd hier die zweite Benefiz-Meldung des Tages: BoySetsFire und Wolf Down veröffentlichen eine limitierte Split-7″ um auf das Schicksal lesbischer, schwuler, bisexueller, trans, inter* und queerer Geflüchteter in Berlin aufmerksam zu machen. Sämtliche Einnahmen gehen an die Schwulenberatung Berlin e.V. Die Platte könnt ihr hier bestellen.

Anti Flag – Live & Acoustic In Vienna (Uncle M Music)

Anti Flag_Live in Vienna_ShredderMagDie Füchse von Anti Flag nutzten einen freien Tour-Nachmittag in Wien um mal flott ein paar Akustik-Songs einzuspielen. Auf der Tracklist stehen fünf Anti Flag-Hits (The Press Corpse, Set Yourself On Fire, Brandenburg Gate, Turncoat, This Is The End) und eine Ramones-Coverversion (die braucht 2016 nun wirklich kein Mensch mehr). Die Platte wurde im „Direct to Vinyl“-Verfahren aufgenommen, also in einem einzigen Take, d.h. keine Nachbearbeitung, kein Auto-Tune, nix. Und genau so hört sich das dann auch an: rau, spontan und etwas schräg. Ist eher etwas für Die-Hard-Fraktion, aber alle anderen können sich das Teil auch gerne kaufen, denn der Gesamte Erlös geht an Amnesty International. Gute Aktion.

Knuckledust – Songs of Sacrifice (GSR Music)

Knuckledust_Songs_of_Sacrifice_ShredderMag

Die Boys aus London beherrschen das kleine Hardcore-1×1 in Perfektion. Pünktlich zum 20jährigen Jubiläum wird ein Top-Album rausgehauen, das wunschlos glücklich macht und alle HC-Kriterien erfüllt: dicke Hose-Gangshouts, Ramba-Zamba-Breakdowns und Killer-Riffs – abwechselnd eingewoben in rasante Knüppel-Parts und bleierne Passagen. Dazwischen ein paar Soli die nicht auf den Sack gehen. Perfekt. Diese fette Produktion mit zwölf gestandenen Songs (incl. dem Hit „Life Struggle„) solltet ihr euch nicht entgehen lassen.

Violent Femmes – We Can Do Anything (Pias)

Violent Femmes - We Can Do Anything_shreddermag35 Jahre nach Gründung der Band und 15 Jahre nach dem letzten Album melden sich die Violent Femmes zurück und schrammeln einfach weiter, als wären sie nie weg gewesen. Noch immer geht es um das Mich und Dich, noch immer sind sie damit nicht retro, sondern Freaks und noch immer gibt es Absurdität und große Harmonien ganz eng beiander. Sehr schön!

The Thermals – We Disappear (Saddle Creek)

The Thermals - We Disappear_shreddermagDie Thermals nähern sich der Garage nicht von der klassischen Sonics/Ramones Seite an, sondern direkt aus der Alternativecke (Portland). Durch ihre fantastisch minimalen Songs und das Weglassen unnützem Gehabes gelingt ihnen damit ein dichtes Album voller Hits. Allen Zweifler sei etwa „Hey You“ ans Herz gelegt, ein Riff pro Lied muss reichen, wenn es gut ist. Stimmt!

Red City Radio – s/t (Gunner)

Red City Radio_st_ShreddermagRed City Radio, die kleine Midtempo-Schwester von Hot Water Music ist wirklich eine ganz sympathische: sie kratzt und beißt nicht und sie zieht nicht an den Haaren. Statt dessen kuschelt sich der aus den Jahren gekommene Teenager am Lagerfeuer an deine Schulter und krault dir den Vollbart. Dazu gibt es gebratene Marshmallows am Stock, umwoben von tollen Melodien und einer mächtig emotionalen Stimme. Der perfekte Stoff für einen aufregenden Ausflug auf’s Land, incl. Sonnenuntergang. (Empfehlung der Redaktion: nehmt dieses Auto.)

Moro Moro Land – Through (via Bandcamp)

Moro Moro Land - Through_shreddermag

Ich muss zugeben, ich habe von der russischen Hardcore-Szene keine Ahnung. Umso erfreuter war ich, als ich über dieses Juwel gestolpert bin: Moro Moro Land aus Nizhny Novgorod, 400 km östlich von Moskau an der Wolga gelegen, geben mit ihrem zweiten Minialbum ein erfreuliches Lebenszeichen ab. Eine äußerst gelungene Mischung aus Hardcore und Crust mit ordentlich Black Metal Gitarren und Drumming teils englisch, teils russisch gesungen (was die ganze Angelegenheit für westlich Ohren noch eine gute Portion rauer macht). Man merkt, hier gibt es genug Wut über die politische Situation, die einen Kanal sucht. Abgerundet wird das Ganze von einem schönen Cover von Nirvana’s „Something in the way“. Empfehlung!