teenidols_shreddermagTeen Idols – Full Leather Jacket (Honest Don’s)
Wer „Pucker Up“ von den Teen Idols kennt, der wird auf „Full Leather Jacket“ wenig Überraschungen erleben. Immer noch BubbleGum-Punkrock, wie er schöner nicht sein kann. Tracks, die schnell zur Sache kommen, mit viel positiver Energie und harmonischen Background-Vocals gesungen von Bassistin Heather wird man in eine College-Welt zwischen „Midnight Picture Show“ und Pogo-Parties versetzt. Einzige Neuerung ist, dass bei Zeiten das Tempo etwas runtergeschraubt wurde, die Atmosphäre bleibt die selbe. Auch wenn es stark nach dem letzten Album klingt, lohnt sich der kauf, da das Quartet aus Nashville, Tennesee, halt einfach so schöne gute-Laune-Musik macht.

afi_shreddermagAFI – The Art Of Drowning (Nitro)
AFI haben sich mittlerweile einen Namen als „Düsterpunks“ machen können. Düster geht’s schon zu auf der neuen CD, allerdings nicht im Sinne von Dark Metal-Katzenschänderei sondern eher im alten Totengräber-Halloween-Style, weil’s der Band einfach taugt. Im Gegensatz zum letzten Album hat man hier mehr Punkrock und weniger Breaks, aber die selbe druckvolle Stimme, die auch von einer häßlichen Frau kommen könnte. Coole Background-Chöre lassen einen Mitgröhlen, sobald man den Text auch nur halbwegs kennt. Besonders schaurig sind die langsamen Parts und Balladen, bei denen man förmlich die Sonne untergehen und den Wind durch die Vorhänge streichen sehen kann.

bosstones_shreddermagThe Mighty Mighty Bosstones – Pay Attention (Island)
Wie passend, dass man nirgendwo im Package der neuen CD der Bostener Ska-Institution das alte Logo mit dem fiesen Bullterrier finden kann, denn besonders böse und gefährlich geht’s auf dem neuen Album wirklich nicht zu. Aus einer ausgewogenen Mischung auf Ska, Rock und Funk und Pop haben die Bosstones ein Album voller guter Songs gekocht, das wahrscheinlich bei anderen Bands irgentwie etwas zu glatt klingen würde. Aber keine Angst irgendwie schaffen es die acht Jungs den Songs einen besonderen Charakter zu geben, vielleicht liegt’s an der cool verrauchten Stimme des Sängers, vielleicht an was anderem – ist mir auch Wurscht, ich hör’s mir einfach gerne an…

goodriddance_shreddermagGood Riddance – The Phenomen Of Craving (Fat Wreck Chords)
Diese Band hat sich in den letzten Jahren einen festen Platz in den Herzen der Hardcore-Gemeinde erspielt. Da in Californien die Sonne scheint, klingt alles harmonischer, als der New Yorker Output und es gibt durchaus Parallelen zu Bands wie Pennywise oder Ignite. Dennoch hat die Band einen ganz eigenen Sound, der sich vor allem durch den straighten Rhythmus und den Gesang definiert. „The Phenomen of Craving“ ist die erste Veröffentlichung nach Weggang des alten Drummers. Das Minialbum (6 Tracks für 20 DM) ist aber immer noch voll Good Riddance. Melodisch, mit Texten, die sich vor allem mit den Steinen, die einem das Leben in den Weg wirft, beschäftigt, mal wieder ein echter Knaller!

deftones_shreddermag

Deftones – White Pony (Maverick)
Die Deftones melden sich mit Ihrem dritten Album zurück und das ist der Hammer! Mit „Around The Fur“ brachten sie ja schon die Musikwelt durcheinander, aber mit dem neuen wird es auf jeden Fall sehr schwer für die Konkurrenz sein, noch eins draufzusetzen! Der Sound ist immer noch im alten Deftones-Stil gehalten- New Metal der Fachbegiff in Karstadt’s CD-Welt… Die Bandbreite reicht von emotionalen Wutausbrüchen bis hin zu ruhigeren Tracks. Mit dem ganzen Album muß man sich allerdings ein wenig auseinandersetzen- man wird zwar ganz schön gefesselt und mit hineingezogen, wenn man sich aber nicht darauf einlässt wirkt der Sound etwas zu anstrengend. Also merken: die Deftones nicht zum Picknick oder zum ersten Rendezvous hören! Zu erwähnen sind noch der großartige Track „Passenger„, der zusammen mit Maynard James Keenan (Sänger von Tool) eingesungen wurde und der sehr umfangreiche, aber etwas verwirrte Multimedia-Part mit vielen Bildern, Infos und lauter so Zeugs.

glueciferGluecifer – Tender Is The Savage (White Jazz)
Hier ist es, das neue Gluecifer Album und nach dem Hören möchte man sagen, jetzt haben sie es geschafft, hier ist das Ideal, das sie schon immer anstreben zu scheinen. Rock’n’Roll, der sich auf eine Stufe mit AC/DC oder KISS stellt. Für die perfekte Produktion zeichnet sich Daniel Rey verantwortlich, der schon diverse Album von unbekannten Bands wie den Ramones oder den Misfits auf der Fahne stehen hat. Fast ein bisschen eine Katerstimmung macht sich breit, denn das ist jetzt genau das, was sie wollten, und wie soll nun das nächste Album klingen? Naja, den Jungs aus Norwegen wird schon was einfallen und wenn nicht, live würden sie auch mit immer den selben Songs jedesmal auf’s neue rocken.

rancid_shredddermagRancid – s.t. (Epitaph)
Während sie im letzten Album Ska- und Worldmusic-Orgien frönten, ist das neue und mittlerweile fünfte Album ein Rückbesinnung zum Dreck der Straße. Das heißt, kein Takt Ska mehr und jede Menge Knüppel-Mosh-Punkrock. Beim ersten Mal hören muss man das erstmal schlucken, denn besonders die ersten drei Tracks wollen so garnicht ins Ohr. Doch schnell merkt man, wieviele wahre Burner das neue Album bereit hält. Zweiflern empfehle ich, sich im Laden sich hintereinander Track 4, 9, 11, 14 und dann erst den Rest anzuhören – das sollte reichen. Rancid beweisen mal wieder, ihre Ausnahmestellung und dass sie machen, was sie wollen und nicht, was man von ihnen erwartet.

muffpotter_shreddermagMuff Potter – Bordsteinkantengeschichten (Teenage Rebel)
Die Jungs aus Rheine legen mal wieder ein Meisteralbum hin! Obwohl deutsch zu Punk-orientierter-Mukke gesungen wird, hebt es sich meilenweit vom Prädikat Deutschpunk ab! Die Songs transportieren so viel Emotionen, die keinesfalls aufgesetzt wirken, sondern so überzeugend rüberkommen, wie ein Amboß der aus dem 13. Stock genau auf deinem Schädel zusteuert. Es werden mitreißende Geschichten von Verlierern und verlorenen Seelen erzählt, die am Ende dennoch bei jedem einen Funken Hoffnung und Kraft hinterlassen. Durch die geschickte, oft zweideutige und fast schon philosophische Art der Texte, wird man als Zuhörer auf geniale Weise gefesselt, man weiß auf Anhieb nicht was im Einzelnen gemeint ist. Das Album muß erst einige Zeit im Kopf umherkreisen und reifen, bevor man es in seiner ganzen Genalität und Größe vollständig versteht. Danach tritt man in Muff Potters Kosmos ein und singt schon im Unterbewusstsein „…kein Frühling ohne Winter, kein Schatten ohne Licht- hier kommt der besiegte Sieger der alles hält und nichts verspricht…“. Ein Wahnsinnsalbum, dass ich jedem ans Herz legen kann.

suicidemachines_shreddermagThe Suicide Machines – s/t (Hollywood Records)
Ich steh ahnungslos im Plattenladen und was sehe ich: die neue Suicide Machines-CD! Mit ihrem Debut-Album „Destruction by Definition“ spielten sie sich schon in die erste Liga des Highspeed-Punkrocks, daß zweite Album war in Ordnung, aber nicht so bahnbrechend. Jetzt das neue, ohne Titel, dafür ein um so stylisheres Cover! Beim ersten Track verwirren einen die Herren aus Detroit total, denn Sometimes I don’t mind erinnert eher an einen schönen Pop-Song, als an guten alten Punkrock. Jetzt sollte es dann losgehen möchte man meinen, weit gefehlt: Ein Pop-Song löst den anderen ab, sogar auf Streicherparts gibts. Lediglich Tracks wie „Green“, „Reasons“ oder „I hate everything“ erinnern an die alten Sachen. Diese CD gefällt mir dennoch richtig gut, weil so ein wahnsinnig schönes Happy-California-Sommerabend-Feeling rüberkommt. Alles in allem wieder ein Hammeralbum, das aber besser unter „The Suicide Machines – Easy listening Vol. 1“ veröffentlicht werden sollte.

avail_shreddermagAvail – One Wretch (Fat Wreck Chords)
Es dürfte mittlerweile das sechste Album der Washingtoner-KFZ-Asseln sein. Da Nr.1-5 bis auf wenige Sampler-Beiträge komplett an mir, vorbeigezogen sind, muß ich hier also auf Weiterentwicklung oder ähnlichen Schrott verzichten. Mit 14 Tracks und 34 Min Spielzeit schon mal von Grund auf ein gestandenes Punkrockalbum. Geht jedoch beim ersten Mal hören irgendwie überhaupt nicht ins Ohr, keine Mitgröhl-Pasagen oder Ohrwürmer. Überhaupt wirken die Jungs manchmal etwas planlos, wenn sie einfach so drauflos bolzen und ins Mikro plärren. Komisch… Nach mehreren Hörversuchen kristallisieren sich allerdings schon mehrere coole Songs heraus, könnte man ein wenig mit Jughead’s Revenge oder Hot Water Music-Sachen vergleichen. Bei den High-Speed-Knüppel-Parts wird auch eine Prise SOIA ins Spiel gebracht. Als gesamtes Album betrachtet haut es mich nicht so vom Hocker, es gibt wie gesagt ein paar gute einzelne Passagen, die sind dann aber wirklich saucool. Eine etwas durchwachsene Angelegenheit, deswegen kein Pflichtkauf…