H2O, Death By Stereo (LOGO, 19.07.2015)

Bis auf die Knochen verregnet und etwas verspätet kam ich im LOGO an. Death By Stereo waren schon mitten im Zerstörungswahn und zerlegten die Bühne. Die Jungs aus Orange County hatte ich überhaupt nicht mehr auf dem Zettel, aber was heute Abend geboten wurde war sensationell (also, nicht verpassen): der Sänger verausgabte sich komplett und kam nicht mehr nach, sich ein Wasser oder Bier nach dem anderen über den Kopf zu schütten, die beiden Gitarristen spielten feinste Metal-Einlagen direkt vor der Bar und kurz vor Schluss wurde noch „Raining Blood“ von Slayer zum Besten gegeben – gesungen vom Berserker-Bassisten. Fantastisch!
Nach einer kurzen Verschnaufpause enterten H2O zu dicken Hip Hop-Beats die Bühne und spielten sich professionell durch 20 Jahre Bandgeschichte. Das LOGO bestand mittlerweile nur noch aus Schweiß und Bierdampf – die Stimmung war durchweg großartig nur gegen Ende hin wurde es leider ein bisschen zäh, da Toby Morse das Publikum vor jedem Song befragte, was denn als nächstes gespielt werden soll. Das ist ja erstmal ein netter Zug, aber die meisten waren damit komplett überfordert, bzw. nannten Songs die an diesem Abend schon einmal gespielt wurden. So zog sich das von einem Lied zum nächsten unnötig in die Länge, aber das ist meckern auf hohem Niveau. H2O-GO!

 

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Disgrace & Twitching Tongues (Rockhaus, 30.06.2015)

Ausflüge zu Konzerten ins Ausland (diesmal Salzburg) sind immer lehrreich und weil sowohl Disgrace, als auch Twitching Tongues mit den letzten Alben gut vorgelegt haben, haben wir uns eines Dienstagabends aufgemacht Richtung Süden. Das Rockhaus ist ein in den Fels gehauener Schlauch für Rockkonzerte (yeah, Wortspiel!). Es war leider recht leer, die Vorband hat schwach angefangen, sich dann aber ganz ok warm gelärmt, aber die Attraktion waren natürlich die 5 Burschen aus Kalifornien, die mit kleinem Stellungswechsel zwei großartige Band bestreiten. Disgrace waren dann auch ausgezeichnet, zwar keine Megashow, aber haben ordentlich reingebolzt und mit ihrem downtempo-Gemoshe ziemlich Gas gegeben (yeah, Wortspiel!). Der Wechsel zu Twitching Tongues geht so: Bassist und Gitarrist tauschen Instrumente, der Sänger hängt sich die zweite Gitarre um und ein anderer Sänger wird aus dem Metal-Käfig geholt. Leute, das ist mal effizent, oder? Twitching Tongues haben schon einen recht einfallsreichen Sound: Metal, Progrock aber immer im Geiste des Hardcore, ob das live mal gut geht? Tut es, die Jungs sind Profis! Bei nächster Gelegenheit unbedingt auschecken, von dieser Gang hören wir sicher noch mehr. Zu Erwähnen ist noch der lokale Tanzstil: Am Rand rumstehen, leicht mit dem Oberkörper mitmoshen und dann ca. alle 2 Lieder unvermittelt für 5 Sekunden mit Shaolin-Jumpstyle-Breakdance-Moves um sich prügelnd auf die andere Seite springen (Handstand-Überschlag mit einer Hand – ich hab’s gesehen…), dann wieder rumstehen. Warum?

 

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Shredder Mag - Top #6: Power Metal Videos

Wir waren ja eigentlich schon immer eingefleischte Power-Metal-Fans! Jan steht eher so auf den heissen „Epic“-Stuff, wobei es mir eigentlich nicht „Symphonic“ genug sein kann. Und da wir eigentlich eh immer nur den ganzen Tag vor dem Internet rumhängen und Videos gucken, wollten wir Euch im Folgenden nicht die Eternal-Warrior-Hammer-Power-Metal-Video Top6 vorstellen:

 

Den Anfang machen Grave Digger (aus’m Pott) mit „Rebellion“! Ein 26-stimmiger Refrain und irgendwas über heldenhafte Schlachten sind ja eher Standard, aber heieiei, was ist denn mit dem Sänger los?

 

Wenn wir schon bei heldenhaften Schlachten sind: Sabaton sammeln dick Punkte mit dem Alu-Riffelblech-Shirt des Sängers und hektischen 50m-Bühnen-Sprints. Achja, und die Musik ist natürlich auch endgeil!

 

Wer’s eher „ein bisschen mit Gefühl mag“ und auf Krokodile steht (whatthefuck, warum ist da ein Krokodil?!), der kann ja mal schnell das Rüschenhemd überschmeissen, in die Zeitmaschine springen und sich den Schmuserock von Savatage reinziehen:

 

Die Brücke zwischen Zeitmaschine (Azteken) und neu (3D-Render-Fasching) kriegen Blind Guardian (aus’m Pott) recht gut hin:

 

Zuletzt müssen wir U.D.O. Dirkschneider (aus’m Pott) das Feld räumen. Der Mann ist einfach gut und bürgt für Qualität – damals wie heute.

 

Damals mitschnipsend im Taxifahrer-Look mit Effenberg-Gedächtnis-Frise:

 

Heute als Musical-Flöte mit Bundeswehr-Symphonic-mir-wird-schlecht in der Stadthalle Tuttlingen:

callisto_natureunfolds_shreddermagCallisto – True Nature Unfolds (Earache)
Bei manchen skandinavischen Bands hat man das Gefühl, dass sie besonders unter der Kombination aus Mitternachts-Sonne im Sommer und schier ewiger Dunkelheit im Winter leiden. Callisto aus Finnland sind solche Kandidaten und bringen mit ihrem Debüt den passenden Soundtrack zum ganzen Leid heraus. Langsame, teils schleppende Arragements wie man sie von Neurosis kennt, werden hier mit doomigen Gesang, sphärischen Parts mit BladeRunner-Atmosphäre, ordentlich Metal-Gitarre und zahlreichen ruhigen Momenten verschmolzen und trotz einzelner Lieder, klingt alles eigentlich wie ein langer Track, der einen langsam in seinen Bann zieht. Komisches Konzept, funktioniert aber erschreckend gut!

haunted_revolver_shreddermagThe Haunted – Revolver (SPV)
Tja, meine lieben Rockopas von Metallica, so hättet Ihr sicher gerne auf „St. Anger“ geklungen. Habt Ihr aber nicht! Geht der Wanderpokal für extrem-angepisst-sein-und-tierisch-bolzen eben mal wieder nach Schweden und zwar an The Haunted. Und dazu noch der Pokal für auf-die-1000000stel-Sekunde-tight-Spielen und für das beste ausgeschlagene-Zähne-und-Spritzen-Artwork. Fragen?