Shredder Mag - Konzert Review

Grosse Verdienste um unsere Abendgestaltung hat sich Join The Team Player Records bzw. das angegliederte Avocado Booking erworben, die Munich Hardcore City regelmäßig mit höchst ansehnlichen Veranstaltungen versorgen und daher lobend erwähnt werden sollen:
Ein echter Knaller war das Konzert von Darkest Hour (19.10., Backstage Club), die ein für alle Mal bewiesen haben, wer die Könige sind. Zusätzlich aufgewertet wurde dieses Konzert durch die 2-Mann-Vorband Suppression, die auf den ersten Blick sehr unterhaltsamen, auf den zweiten Blick aber auch sehr hervorragenden Schizo-Hardcore beisteuern konnten. Damit nicht genug, denn am 12.11. spielten (diesmal in der Backstage Halle) die schwedischen Todesrocker Nine, die Münchner Hardcore-Messlatte Paint The Town Red und die grandiose Hope Conspiracy. Wer das verpasst hat, ist selbst Schuld und sollte schleunigst Besserung geloben!

Shredder Mag - Konzert Review: Die Kassierer, Scheisse

Die Kassierer spielen mit Scheisse, Backstage 04.04.02

Das ein grosses Deutschpunk-Ereigniss uns erwarten würde war klar, die Höhe des Ausmasses übertraf jedoch sämtliche Vorstellungskraft.

Zunächst erst mal zur Vorband Scheisse, die übrigens ihrem Namen alle Ehre machten. Ein Haufen Alkoholiker samt Junkie am Bass brachten wirklich gar nichts auf die Reihe: Billiger Punksound mit Quietsch-Metaleinlagen, der nur noch von den Ansagen des Sängers („…esst mehr Pilze“…) unterboten wurde, stand auf der Tagesordnung. Am besten war: „Alle Junkies sind scheisse“, schön zu sehen, was die Band von ihrem Bassisten hält… Neben dumm texten konnte der Frontmann auch noch eins sehr gut: schlecht singen. Egal ob hektisches Schreien oder „gefühlvolles“ Trällern, der Biersau am Mikro mochte an diesem Abend gar nichts gelingen.

Nach ihrem Abgang dachten wir uns „kann ja nur noch besser werden“, weit gefehlt, denn Die Kassierer enterten die Bühne. Die Jungs sahen zwar aus wie Muttersöhnchen, abgesehen vom Sänger der nur aus einem dicken Bierranzen und einem Wasserkopf bestand, waren aber super asslig. Intelektuelle Songs wie „Sex mit dem Sozialarbeiter“, „Ausserirdischer zeig mir deinen After damit ich ihn auslecken kann“, „Zeig mir die Titten, denn ich will wichsen“ und „Vati war ein Hurenbock“ tönten aus den Boxen und animierten damit sofort alle anwesenden D-Punks zum Mitsingen. Der zweite Teil der armseligen Ruhrpott-Säufer begann folgendermassen: „Entledigt euch eurer gammeligen Kleidung“, worauf die Biersau nicht lange fackelte, sich auszog und sich als „gutes Beispiel“ feiern lies. Ein paar Songs später kam „Mein Glied ist zu gross, du bist zu eng“, es bedarf jedoch nur eines schnelles Blickes um zu sehen das der Track sicher nicht vom Sänger geschrieben wurde… Zwischendurch verfeinerten Die Kassierer ihre Show, beispielsweise mit der 20 sek Ballade „Die Scheide von Angela Merkel“ oder sinnlosen „Wir zeigen euch jetzt mal wie man im Ruhrpott Spass mit einem Eimer haben kann“-Einlage des Bassisten, der mit einem leeren Senfeimer und Blasmusik auf der Bühne herumalberte. Noch vor dem Ende des letzten Lieds verliessen wir das Backstage mit offenen Mündern. Kann so was überhaupt sein? Gibt es wirklich so grosse Asseln (ich vergass den Arschfick auf der Bühne…)? Naja, auf der einen Seite war es schon schön zu sehen, wie tief man die Messlatte in Sachen D-Punk setzen kann, auf der anderen Seite langt’s jetzt auch mal wieder mit Fäkalhumor. Damit man sich ein ungefähres Bild der Show machen kann, sage ich nur noch eins: In Sachen D-Punk sind die Terrorgruppe gegen Die Kassierer brave Klosterschüler, die heimlich auf dem Klo rauchen.

Work It In (Rülps, Kirchheim)
Berlin-London-Kirchheim, das sind die Stationen die die Band Work It In auf dem Weg zu ewigem Ruhm und Rockstar-Dasein passierte, um in der alten Deutschpunk-Disse Rülps der Welt ihre Botschaft entgegen zu schleudern. Und das taten die drei Frontfrauen, die keinen Eklat scheuen, mit großer Energie. Leider war das 100%-dt.Punk-gestylte Publikum stellenweise etwas überfordert, reagierte zurückhaltend und ließ sich lieber schnell wieder von Vati im neuen Wagen abholen. Egal, uns hat’s gefallen!