Broilers (Sporthalle, 16.3.2017)

Hach, auf die Broilers ist live einfach Verlass. Die letzten Jahre haben wir sie uns in den verschiedensten Locations angeschaut und immer war es ein Fest. So auch heute Abend. Die Sporthalle ist ja nicht gerade bekannt für guten Sound und coole Atmosphäre, doch die Broilers zeigten sich davon herzlich wenig beeindruckt und lieferten vor über 10.000 (!) gröhlenden Menschen eine beeindruckende Profi-Show ab. Und ja, es war mega voll. Und ja, Konzerte in großen Hallen sind meistens scheiße. Und ja, bedruckte Plastikbecher im Band-Design hat man eigentlich nur AC/DC. Und ja, vor uns stand der rumpöbelnde Bobybuilding-Verein „Zum lustigen Bizeps“. Aber: Egal! Es war großartig. Super Stimmung, super Hits, super Alles. Immer wieder gerne. (Ach ja, die Tiger Army hat auch gespielt. Davon haben wir leider nur noch den Schluß mitbekommen – zum Glück konnten wir sie vor Kurzem auf der Clubtour bewundern, da passen die auch besser hin.)

 

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Tiger Army (LOGO, 8.4.2017)

Die Tiger Army hatte uns vor ein paar Wochen ja leider erneut im Regen stehen lassen, also versuchten wir unser Glück noch einmal. Und um es kurz zu machen: Es war großartig und der Ärger vom letzten Mal schnell vergessen. Nach einer kleinen Aufwärmphase lief es richtig rund im Maschinenraum und ein motivierter und spielfreudiger Nick 13 zeigte sich von seiner besten Seite. Schön zu sehen wie nach jedem Lied das Styling und MakeUp Stück für Stück versagte, die Frisur zusammenfiel und und der Schweiß die Oberhand gewann. Zwischendrin gab es sogar die Möglichkeit für ein paar anstrengend schauende Menschen aus dem Publikum zu tanzen und ein bisschen zu rempeln. Wir hingegen waren im Rentner-Modus, tranken entspannt unser Bier und feierten den Mondschein-Heul-Gesang, der live erstaunlicher Weise sehr gut funktionierte und sich voll entfalten konnte. Das lag vermutlich auch an der Location, denn das LOGO ist ja nicht allzu groß und schnell vollgeheult. Ein Saal mit drei Meter Deckenhöhe ist ja quasi wie beim Nick 13 zu Hause in der Fledermaushöhle und im Grunde ein Heimspiel. Nun gut, am Ende fuhren wir vollkommen zufrieden nach Hause, obwohl wir uns heimlich noch mehr Songs aus der „Power Of Moonlite“-Ära gewünscht hätten. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau, das präsentierte Best Of der letzten fünf Alben war vollkommen überzeugend. Eins, zwei, drei – Tiger Army Never Die!

 

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WIZO (Große Freiheit, 16.11.2016)

Spätzle und Gewalt! Dieser Abend war großartig: „Das goldene Stück Scheiße!“, „Die letzte Sau“, „Kein Gerede“ – nur Hits! WIZO in Höchstform. Dazu eine gehörige Portion Antifa-Propaganda und ein paar neue Songs die nicht genervt haben. Bis auf das eine oder andere verhaspelte Solo eine astreine Deutschpunk-Profi-Performance. Bis zum nächsten Mal!

 

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Tiger Army, Blue Rockin’ (LOGO, 26.11.2017) – ABGESAGT –

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Nachdem die letzte Tour 2007 aus krankheitlichen Gründen abgesagt wurde, freuten wir uns umso mehr auf die Show heute Abend. Doch zwei Schritte hinter dem Eingang grinste uns bereits ein fettes Hinweisplakat an: Show aus krankheitlichen Gründen abgesagt. Der kleine Nick 13 liegt also mit Wärmflasche im Bett und wir haben a.) einen total enttäuschenden Abend vor uns und b.) die verdammte Tiger Army immer noch nicht live gesehen. Mann!

 

Mittlerweile erreichte uns über Facebook diese Information hier: „Tiger Army has played over 80 shows around the world this year, with the first cancellation due to illness last night in Hamburg – it’s winter in Europe, shit happens!“

 

Lieber Nick 13, das nächste Mal bitte die dicken Winterstiefel einpacken und nicht immer nur die leichten Hawaii-Hemden. Gute Besserung an dieser Stelle und Mann – so eine Kacke.

Flag (Knust, 29.07.2017)

Kurzer Faktencheck: die ehemaligen (gefühlten 20) Mitglieder von Black Flag streiten sich seit Jahren vor Gericht über das Erbe der Band – die Nutzungsrechte, das Logo usw. Das Ende vom Lied: der eine Teil tourt als „Black Flag“ durch die Gegend, während der Rest (die mit dem eindeutig schlechteren Anwalt) als „Flag“ unterwegs sind. Generell sind solche Supergroup-Reunions immer zum scheitern verurteilt, aber wegen einem Mann bin ich dann doch hingegangen: Keith Morris. Der Mann hat mich vor ein paar Jahren mit Off! einfach umgehauen.
Das war heute Abend leider nicht der Fall, obwohl die Show an sich nicht schlecht war. Die Hits aus der „Damaged„-Ära sorgten für enormes Gedränge im Moshpit und auf der Bühne und machten unheimlich Spaß, aber irgendwas fehlte. So war’s am Ende leider doch nur Durchschnitt. Schade. Das nächste Mal geht’s halt wieder auf ein Off!-Konzert…

 

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Shredder Mag - Feine Sahne Bronx

Das erfreulichste an diesem Schrottsommer sind scheinbar die Konzerte: Feine Sahne Fischfilet (8.7. Feierwerk) sind einfach korrekte Typen. Und haben bei gefühlten 200 Grad und 1000 % Luftfeuchtigkeit das Publikum ziemlich glücklich gemacht. Ebenfalls im Feierwerk (13.7. Kranhalle) haben The Bronx gezeigt, wie AC/DC klingen würden, wenn sie nach Back in Black nicht immer älter und Apres Ski, sondern schneller und punkiger geworden wären: Geil! Die Jungs aus LA meinen das einfach sehr ernst mit dem einheizen.

 
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Yuppicide, Henry Fonda, Stand Your Ground (Cassiopeia, 28.03.2016)

Nachdem die feinen Herren von Yuppicide bei der Tourplanung einige Städte ignoriert haben (z.B. München und Hamburg), gab es kurzerhand einen Shredder-Ausflug nach Berlin. Dort angekommen griffen wir uns in der Nähe des Cassiopeia noch einen labbrigen und kalten Shawarmateller ab, das Beste daran war: im benachbarten Cupcake-Laden (!) hing Yuppicide in Vollversammlung rum und stärkte sich mit Pistazie-Himbeer-Karamell- und New York-Hardcore-Cheesecake-Törtchen für die gleich stattfindende Show.
Los ging es mit den engagierten Locals Stand Your Ground, die dem distanzierten Publikum schön einheizten und einen soliden Opener-Job hinlegten. Henry Fonda, ebenfalls Locals, lieferten als nächstes ab und das war eine helle Freude. Der Sänger betrat kein einziges Mal die Bühne sondern turnte nur davor rum und grunzte sich einen ab, während der Rest der Band auf’s Übelste drauflos prügelte. Aufgelockert wurde diese (so wie sie es selbst beschreiben) „Power Violence“ durch entertainige Ansagen des Bassisten. Teilweise ging es politisch zu (Scheiß Staat, scheiß Nazis), teilweise gab es private Anekdoten zu hören („Am liebsten würd’ ick den janzen Tag im Bett liegen und Roseanne-Folgen schauen.“). Das war höchst amüsant und vom Sound her schön dreckig.
Und jetzt: Yuppicide. Die geglückte Reunion samt neuen Album konnte uns im Vorfeld schon einmal überzeugen, aber wir waren ja schon ein Wenig misstrauisch ob das live alles (noch) so hinhaut. Hat es aber! Und zwar nicht zu knapp. Der Frontmann Jesse KFW Jones bediente die Crowd wie schon im Interview angekündigt mit einigen Verkleidungen und auch das ausgewogene Set aus alten Hits (Dr. Extermination, Yellow Journalism, Nice Guys Finish Last, Socialization, etc…) und neuen Krachern wurde in die Tat umgesetzt. Das ließ keine Wünsche offen und es machte wirklich Spaß den alten Recken auf der Bühne zuzusehen, vor allem Gitarrist Steve Karp hing sich ordentlich rein und versprühte maximale Spielfreude und Energie. Alle Bands die derzeit von der großen Reunion träumen sollen sich davon gefälligst ein (veganes) Scheibchen abschneiden!

 

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Deafheaven (Feierwerk, 30.03.2016)

Die Jungs aus San Francisco wurden ja von der Presse ordentlich abgefeiert, doch so richtig hatte sich mir der Hype noch nicht erschlossen. Also ab auf’s Konzert und Recherche vor Ort. Los ging’s erstmal mit einer Band (irgendwas mit Runen), die bei mir im Hirn leider in der „Within Temptation“-Ecke gelandet ist. Kann ich mir gut auf einem Mittelalter-Metal-Festival vorstellen, für die etwas Härteren. Wobei, untighte Drummer sind halt immer eine haarige Angelegenheit. Und stand da wirklich ein Keyboard? Egal, Deafheaven betraten schließlich die Bühne und ja, das ist eine Wahnsinns-Band. Extrem dichte Gitarren, Harmonien zum Schneiden und hier nun eine tighte Profi-Soundwalze. Sehr schön! Aber was sollen die ständigen Black Metal-Zitate? Das wirkt auf mich sehr gewollt bis beliebig, hätte die Band doch garnicht nötig. Ich habe mich mit der US-Ambient-Nummer eh schon immer schwer getan und das endlos verhallte Gekreische des Sängers wurde mir sehr schnell fad. Schade, ansonsten alles super, aber ich glaube, die wollen den behalten.

 

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Konzertreviews, diverse

Einige schöne Konzerte diesen März in München: Am 3. gab’s beim Togetherfest im Backstage die volle Packung. Kings des Abends für mich Modern Life Is War. Der Sänger berstet fast vor live-Energie, da heisst es entweder mit offenem Mund dastehen und lernen oder rein ins Getümmel… Ebenso gut natürlich die Elder-HC-Statesmen von Gorilla Biscuits und GWLT hauen schon sauber rein, wenn man ein bisschen Pathos abhaben kann. Weiter gings am 16. immer noch im Backstage bei Baroness, die mal ganz klar den Sympathie-Award abgeräumt haben. Das neue Album wurde live eindrucksvoll präsentiert und ja, die haben Hits! Und dann waren da noch die alten Herren von den Generators am 18. in der Glockenbackwerkstatt. Alte Schule, aber die haben nix verlernt (auch wenn sie’s in den letzen Jahren ein bisschen haben schleifen lassen), da gehe ich auch die nächsten 10 Konzerte wieder hin.