Boarding-Innovationen

board1_shreddermaghrend die einen das Skateboard als einzig adequate Möglichkeit sehen unsere Straßen unsicher zu machen, sind viele Sportartikelhersteller und Kinderzimmer-Ingenieure da ganz anderer Meinung, was dann in der Regel ziemlich in die Hose geht (Snake- und Kickboard eröffneten einem ganz neue Möglichkeiten, sich auf der Straße zum Deppen zu machen). Neu ins Rennen geschickt wurde nun das sogenannte Freeboard (www.freeboard.com), ein Snowboard-geshapes Brett (1) mit extrabreiten Achsen und zwei zusätzlichen, mittig unter diesen angebrachten Rollen, das echtes Snowboard-Feeling auch im Sommer aufkommen lassen soll. Das selbe verspricht uns das Flowlab Board (2) von DCS Skateboards. Aber auch für Leute wie uns, die das gute alte Skateboard immer nboard2_shreddermagoch für die stylischste Art halten, die Straße zu rocken, gibt es Neugikeiten. Bulletproof (www.bulletproofboards.com) fertigt ab sofort Skateboards aus neuen Materialien, die angeblich sieben Mal haltbarer sind als die herkömmlichen 7-Ply-Holz-Decks. Auf unsere Anfrage, um was für Materialen es sich denn nun dabei handele, erhielten wir exklusiv das folgende offizielle Statement: „The decks are half carbon fiber and half cheese sandwiches.“ Leider hatten wir keine Möglichkeit diese neuen Teile zu testen. Daher bleiben wir vorerst skeptisch und mit unseren geliebten alten Skateboards glücklich.

 

Butterbabe Longboards – only the long surfive

Bbutterbabe_shreddermagei genauem Hinsehen merkt man schnell, daß sich seit einiger Zeit neue Funsportarten auf deutschen Straßen breit machen. Die beschissenen Rollerblader sind nicht genug, nein, jetzt kommen auch noch das Kickboard und der Speedstick zum Einsatz. Bei letzterem handelt es sich beispielsweise um eine jämmerliche Roller-Wiedergeburt mit Handbremse, ja ihr habt richtig gelesen, mit Handbremse! So kann das nicht mehr weitergehen, dachte sich auch Jan Kisselmann, der Erfinder, Hersteller, Vertreiber und überhaupt der Mastermind von Butterbabe Longboards. Vor ca. zwei Jahren gründete er seine Firma, um den Kampf mit den neuen bescheuerten Trendsportarten aufzunehmen! Seine Philosophie besteht darin, das Surfen oder Snowboarden auf den Asphalt zu bringen. Um dieses Feeling zu erzeugen sind konventionelle Boards jedoch fehl am Platz: Wo normale Longboards bei 1,10m aufhören, fängt er erst bei 1,50m an! Durch diese Länge kann ein optimales Gleit-Gefühl auf der Straße erreicht werden. Unterstützt durch ein klassisches Surfboard-Shape, zwei G-Truck Achsen und G-Wheels (RouteSeventy 69mm) sind diese fetten Geräte das ideale Board zum heizen. Einmal anschieben und man fährt bis an den Horizont… so können in einer Stunde beispielsweise bis zu 10-15 km bewältigt werden! Randsteine bis ca. 2cm werden einfach verschluckt. Man merkt also schnell, die Longboards sind für’s reine Cruisen gebaut und nicht zum Tricksen (obwohl sie ja aus der Familie der Sk8boards stammen). Nur Jan Kisselman steht dank seinen Steinzeit-Mammut-Kräften einen 180° Frontside wie Backside. Wem das alles nicht genug ist, sollte sich einmal das Riesen-Butterbabe namens LONG JOHN vor Augen führen. Dieser Prügel ist doch tatsächlich 1,98m lang! Das muß man sich einmal vorstellen und sowas gibt es in Munich Rock City! Dickes Lob! Zwar ist dieser Oschi nicht praktisch, um die Innenstadt zu rocken, aber auf g’scheiten Highways und bei Downhill-Sessions kommt jeder Surf- und Boardfreak auf seine Kosten! Wer mehr Informationen braucht schaut mal unter www.butterbabe.com nachschauen oder gleich eine Mail an jan@butterbabe.com schicken. Vielleicht sieht man sich ja wieder auf der ISPO im Sommer oder irgendwo am Horizont! In diesem Sinne: keep on ridin’…

Interview

Mit Claus Grabke – Sänger und Gitarrist, Thumb und Alternative Allstars.

claus_grabke
S: Hi Claus, erzähl erst mal kurz, von Deiner Zeit als Skate-Pro! Wie wird man das?

CG: wie man skate pro wird ist ja an sich sehr einfach… man fährt irgendwie gut genug skateboard und dann ergibt sich das von selbst… ich habe mir eigentlich nie gross gedanken darüber gemacht… ist alles so passiert… ganz von alleine… skateboardfahren war und ist in meinem leben eine ganz grosse leidenschaft… eine art fluchtweg… weg von allem dunklen, hin zum licht… nur wer skatet weiss wovon ich rede! meine zeit als pro war sorglos… federleicht… unglaublich schön… ich werde bis ans ende meiner tage davon zehren!!!

S: Was ist Dein Lieblingstrick?
CG: frontside smith grind!! laaaaaaaaaaaaaaaaaaang!
S: Wie hast Du es geschafft, dazu auch noch Thumb auf die Beine zustellen?
CG: das ist/war auch einfach… alle guten dinge im leben sind einfach… ich habe immer schon musik gehört… ich wollte selber welche machen und habe „eight dayz“ gegründet… mit denen war ich schon auf einer „thrasher-compilation“ und auf einem „santa cruz“-video… dann kam thumb und später „alternative allstars“!!!! man will was machen… und macht es!!!
S: Skate-Pro und Rockstar, das klingt phantastisch! Bist Du nicht der glücklichste Mensch auf Erden?
CG: ich bin sehr glücklich, obwohl ich auch meine dunklen seiten habe (leute die meine texte kennen wissen wovon ich rede!)… aber rockstar??? na ja… ich kann machen was ich will und muss auf keinen boss hören… das ist cool!!
S: Ich höre gerade das Album „Rock On“ von Deinem Nebenprojekt „Alternative Allstars“. Wie kams dazu?
CG: also… zuerst mal… die „alternative allstars“ sind kein nebenprojekt sondern eine vollwertige band… die band gibt es schon genausolange wie „thumb“… jetzt war es einfach an der zeit musik auch von dieser band rauszubringen! ich spiele bei „alternative allstars“ guitarre und singe! in der band spielt mein alter skate kumpel mark wiechert am bass! ich denke, daß ich diesen, anderen musikalischen teil in mir einfach auch ausleben möchte!!!
S: Die Liebe ein zentrales Thema auf „Rock On“ und viele Songs sind eine Gradwanderung zwischen Gefühl und Kitsch, die Du, finde ich, sehr gut meisterst. Doch wirst Du wegen dem auf „Rock On“ vorhandenen Schmalz jetzt nicht oft angefeindet?
CG: erstmal vielen dank… das mit der gradwanderung gefällt mir… ja, der schmalz paart sich auf dieser platte mit ernsthaftem… die platte ist sehr locker entstanden und ich hatte bei bestimmten passagen im proberaum keinen text und habe immer shalalala und so gesungen… später hatte ich keine lust da was anderes zu singen… so ist es dabei geblieben… im grunde genommen gehe ich bei „alternative allstars“ textlich genau andersrum vor wie bei „thumb“… bei thumb kehre ich eine dunkle seite von mir nach aussen… im mittelteil bringe ich dann meist einen positiven gedanken um zu zeigen, daß es immer einen ausweg gibt! bei „alternative allstars“ fange ich oft mit etwas positivem an und bringe dann im mittelteil einen destruktiven gedanken… siehe „rock on“… na ja… so halt! angefeindet wieso??? ich glaube die leute schätzen das was ich mit „alternative allstars“ mache! bisher keine kritik!
S: Wie wird das nächste „Alternative Allstars“-Abum aussehen und wie geht es mit Thumb weiter?
CG: „alternative allstars“ bauen gerade ein grosses studio in dem wir unsere nächste platte ganz alleine aufnehmen werden. ich denke es wird mehr knallige nummern geben, aber auch ein, zwei schöne balladen! lasst euch überraschen! thumb gibt es natürlich auch weiterhin… wir arbeiten gerade an neuem material! wird ein brenner!!!
S: Gib uns abschließend noch zwei Tipps. Wie lernt man am schnellsten einen Kickflip und was hilft Deiner Meinung nach am besten gegen Liebskummer?
CG: bei tricks hilft nur üben!!! liebeskummer? ach, geniesst ihn… ist im grunde ein schönes gefühl… besser als abzustumpfen!! gefühle sind das entertainment programm eures körpers!!! liebeskummer geht und liebe kommt!!! bestimmt!!!

Lords of the Boards – Fieberbrunn (28. – 30. Januar)

Freitag 10 Uhr, in der Haider-geschädigten-Alpenrepublik angekommen, begrüßt uns eine oide Pensionsmutti mit der Frage: „Seid’s ihr Snowboarda, hä?“. Auf ein dickes „Ja.“ als Antwort, fielen wir bei ihr auch gleich in die Asso-Punk-Snowboarder-Schublade (gut so), was wir an einem „Aba seids ja leise und machts ja nix kaputt!“ erkennen konnten. Eine Stunde später in der Gondel mussten wir erstmal die gähnende Leere vor Ort verdauen. Einerseits cool – die Piste menschenleer und zum Riden optimal – andererseits von einem lässigen Snowboard-Event keine Spur. Lediglich eine Halfpipe und Zelte von Snowboarder, Lumen Eyewear, und Chocomel (beschissener Ösi-Kakao) vermittelten den wagen Anschein eines Events. Diesen Umständen entsprechend hielten wir uns nur auf der Piste auf.

Abends dann die Finals in der Halfpipe… Das Event recht langweilig, es fuhren nur seltsame Fahrer, jedenfalls verstanden wir dank Ösi-Moderator keinen einzigen Namen und auch sonst war es fit planlos. Danach ging es weiter zum Konzert von Kung Fu (Ex-Selig-Leute), die kein Mensch sehen wollte. Im Anschluß rockte Stimillion die Bühne, doch der unmotivierte Menschenhaufen machte es ihnen nicht unbedingt leicht, so daß sie auch ein wenig untergingen. Schade eigentlich. Das alles wurde nur noch von in dem Nähe stattfindenden „HipHop-Jam“ übertroffen. Hier freestylte sich MC Funke zum Affen, was auch nur der HipHop-Dofjugend in Southpole-Hosen getaugt hat. Soviel dazu. Der nächste Tag verlief ähnlich. Der Race-Kontest war so unspektakulär, daß nicht einmal mehr die Dorfjugend zuschaute. Zum Glück war der Schnee cool, so daß wir wenigstens gscheid boarden konnten. Die Ö3-Party abends war soo gut, dass wir sie uns gleich mal im vorneherein gespart haben. Der letzte Tag läßt sich mit Scheißwetter und Asso-Schnee zusammenfassen. Als wir letztendlich unser Zeug ins Shredder-Mobil einluden (wohl nicht schnell genug und im Weg), brannten bei einem Bühnen-Abbauer-Deppen die Sicherungen durch, so daß er Chefredakteur Valentin unvermittelt von hinten (!) ans Bein trat. Wie mutig… na ja wenigstens warfen wir dem Ficker eine dicke Schimpfwort-Brockhaus-Ausgabe an den Kopf. Dann sind wir nach Hause. Fazit: Schneenbrettfahren geht auch ohne Event.

Es skate-and-destroy_shreddermagist also mal wieder Winter und auch dieses Mal macht er keine Ausnahme und dauert von November bis April. Will man skaten gehen, ist entweder Glatteis und Schneesturm oder die Straßen sind frei, man versinkt dafür aber knietief im Rollsplit. Außerdem ist es ab 3 Uhr eh schon wieder dunkel. Für diese Tage, and denen weder das Wetter stimmt, noch man dank Göttlicher einen geeigneten Sport im Kopf hat, aber trotzdem auf Teufel komm raus skaten will, hat Rockstar Games zusammen mit Thrasher Magazine eine Skateboard-Simulation für die Playstation – sozusagen als Ersatzbefriedigung – geschaffen. Und während man bei Tony Hawk’s Pro Skater recht schnell vom mangelnden Realismus gelangweilt wird, geht’s bei Thrasher zurück ins bisweilen bittere Skater-Anfänger-Dasein. Ollies kann man zwar auf Anhieb, aber um einen Spot zu clearen, ist mehr gefragt. Will man also nicht ewig in „Hometown“ skaten, sondern von Sponsoren verhätschelt an Orten wie den China oder Brooklyn Banks skaten, heißt es üben und sich einen Trick nach dem anderen aneignen (und es gibt ne Menge davon…). Als kleine Motivation wartet am Ende die Apperance als „Skater of the Year“ auf der Titel-Seite des Thrasher magazines. Während der ganzen Skaterei gibt es OldSchool-Hits unter anderem von Stetasonic, Run DMC und EPMD auf die Ohren. So lenkt einen Thrasher eine ganze Weile von der draußen tobenden Skate-Misere ab.