Shredder Mag - Munich Band Special (Teil 2)

Stimilion

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Mittlerweile schon eine feste Institution im weiß-blauen Punkrock-Himmel mußten sie den Verlußt beider Gitarristen, die sich nun in anderen Regionen dieser Welt tummeln, wegstecken. Davon aber keineswegs entmutigt, viel mehr angestachelt tritt die Band nun nur noch zu dritt auf. Große Bands haben sie schon supportet (The Living End, Strung Out, U.S. Bombs…) und sich Ihre live-Lorberen längst verdient. Gerade ist ein neues Mini-Album fertig geworden, das ich jedem ans Herz legen möchte (so wie das 2000 erschiene Debüt-Album).

Einflüsse/Vorbilder: nix, bzw. AC/DC, Ramones, The Clash, Stray Cats, The Pogues
Lieblingsclub/-kneipe: Aloah Bar, Backstage
Größtes Punker-Erlebnis: Flo hat vor einem Konzert bei einem gemütlichen Schaumbad sich selbst und die halbe Badewanne vollgekotzt.
Peinlichste Lieblingsband/-Lied: Denen ist nix peinlich und wenn, dann Puddle of Mudd und Tocotronic
Stimilion 2010: Stimilion läßt die ganze Punkrockscheiße bleiben, und macht Karriere mit Wies’n- und ApresSki-Hits. Auf dem Zenit ihrer Karriere werden sie allerdings wegen alter Geschichten von der Boulevard-Presse zermetzelt. Flo K. wird von Gläubigern zerstückelt und tiefgefrohren als Lachssteak in Entwicklungsländer verscheurt, Flo L. wird wegen Pädophilie verhaftet und kommt in Frauengefängnis und DJ Chrissi flüchtet nach Cuba, um dort in Ruhe Crack rauchen zu können.

 

Don‘ Call Us Elvis

Die Jungs um den charismatischen Frontmann mit dem prächtigen Gential Karl Anal fingen als Motörhead-, AC/DC-, Ramones- und Misfits-Coverband an, waren nun aber nach einer Menge Konzerten und ebenso vielen personellen Umbesetzungen gerade mit eigenen Liedern und einer festen und eingespielten Crew im Studio, um Ihren ersten Longplayer mit dem spitzen Wortspiel „We Call You“ einzuspielen. Bei Don’t Call Us Elvis wird Rock’n’Roll noch groß geschieben, das heißt neben schmutzigen Gitarren hängt auch eine ordentliche Portion Whisky-, Bier-, Kippen- und Benzinduft in der Luft. Dazu die mit durchzechten Nächten und ungesunder Ernährung (Augustiner, FourRoses und geschnorrte Kippen) gepflegte Stimme – sehr erfreulich!

Leider haben wir kein Interview machen können (Karl im Urlaub), darum haben wir uns einfach ein paar Antworten ausgedacht…

Vorbilder: Lemmy Kilmister, Charles Bukowski
Lieblingsclub/-kneipe: Flex, V-Markt-Restaurant
Größtes Rock’n’Roll-Erlebnis: Die erste allein geleerte Flasche Four-Roses
Don’t Call Us Elvis 2010: Nach einer Tournee durch alle großen Stadien der Welt, steigt Karl auf dem Höhepunkt des Erfolges aus, wird fanatischer Modelleisenbahner, ernährt sich nur noch von Trennkost und hört ausschließlich NewAge und Weltmusik. Erst als er nach einer Dinkel-Vergiftung das Gedächtnis verliert, hat er die Chance, seine Öko-Vergangenheit hinter sich zu lassen. Leider hat er auch vergessen, dass es den Bandnamen schon mal gab und gründet hoffnungsvoll die Band „Motörhead„. Mit angeblich selbstgeschriebenen Hits wie „Ace Of Spades“ tingelt er ab dann durch Bahnhofsgastätten und Kindergärten.

 

Entartet

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Durch den oldschool Deutschpunk-Namen schon etwas voreingenommen wurde ich vor zwei Jahren zum ersten Mal Zeuge eines Konzerts der Band Entartet. Hatte ich schon „No Future“-, „Scheiß Staat“-, „Ich mach meine Hausaufgaben nicht“-Pubertätspunk erwartet, musste ich bereits beim ersten Lied meine Vorurteile revidieren. Kein 08/15-Punk sondern sehr abwechslungsreiche Punksongs, gefühls- und energiegeladen, postiv und mit ordentlich Power waren zu hören. Sogar eine Punkballade haben die Jungs auf Lager und schaffen es, diese schwere Disziplin ohne Peinlichkeit zu meistern. Auch beim zweiten Mal, wo ich sie live gesehen habe, eine coole Show. Schön zu sehen, dass es auch noch Deuschpunk-Bands gibt, die ihre eigene Version von Punk live und auf Platte unter die Leute bringen zu können!

Einflüsse/Vorbilder: Backyardbabies, Vasco Rossi, Pennywise, Nirvana, Guns ’n’ roses, und viele mehr, denn es gibt doch mittlerweile viel gute Musik unter dem ganzen anderen vielen Dreck.
Lieblingklub: Es war das Liberty (welches ja leider Tod ist) und ist das Backstage, wo eigentlich eh alle guten Konzerte in München laufen.
Größtes Punkererlebnis: Waren eindeutig die absolut krass eskalierenden Chaostage 2002 in München oder ???????????????????????
Peinlichste Lieblingsband: Bon Jovi, Ferris MC, Die Spice Girls, und wie unsere Idole auch sonst noch alle heißen mögen………..
Entartet 2010: Die Rockenroll Übermenschen beherrschen das LAND!!!!!

 

089

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Die Hardcore-Heroen 089 gründeten sich Anfang 1999. Alle Bandmitglieder verfügten zwar über langjährige Banderfahrung, aber die verschiedenen Musikrichtungen unter einen Hut zu bringen war anfangs nicht ganz einfach. Nachdem diese Hürde gemeistert wurde, begannen die Jungs ihre ersten eigenen Songs zu schreiben und erste Auftritte (mit Braovur) zu meistern. Rückschläge, wie der Rausschmiss aus ihrem Proberaum (Der Bahn seid gedankt…) hielten sie nicht davon ab und so nahmen sie 2001 ihre erste eigene CD auf. Darauf gibt es munteres Hardcore-Gebolze, wie man es liebt, eher oldschool und längst der Amateurliga entstiegen. Weitermachen!

Einflüsse/Vorbilder: Integrity, Slayer, (Malcom Young) AC/DC, Entombed, Kyuss, Damnation A.D., SOIA, Warzone, Judge, Sepultura, RHCP, Robert Trujillo (Suicidal Tendencies), Nine
Lieblingsclub/-Kneipe in München: Favorit-Bar, Bachbett, Kafe Kult, Ballroom (R.I.P.), altes backstage
Größtes Hardcoreerlebnis: Integrity (Osnabrück, 1998), Rykers (Leipzig, Conne Island), 089 CD-Präsentation (New Backstage 2002)
Peinlichste Lieblingsband/-lied: Sugarbabes, Stars & Stribes, Korn
089 2010: Hoffentlich in guter Erinnerung oder als Headliner auf`m WithFullForce, aber nicht da wo die Bulls jetzt sind

 

Jettison

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Jettison wurde von Mitgliedern der beiden Hardcorebands My Hero Died Today und Sabeth geründet, als diese auf gemeinsamer Europa-Tour ihre Vorliebe zu ruhiger Rockmusik entdeckten, wer will kann Jettison also in die Emo-Schublade schmeißen. Die Band macht mitreißende wie gefühlvolle Rocksongs jenseits von MTV-Kitsch und vermag diese – jeder Menge live-Erfahrung aus alten Hardcore-Zeiten sei dank – auch live rüberzubringen (u.a. mit Jimmy Eat World, The Stereo oder Fireside). Nach mehreren veröffentlichten 7″s und EPs warten wir nun gespannt auf das erste Album!

Einflüsse/Vorbilder: Charlie Watts, Ringo Starr, John Lennon, Mick Jagger Lieblingsclub/-Kneipe in München: Atomic Café vs. Pacha
Größtes Punkererlebnis: Uwe & Dirk (die ältesten Punks Bielefeds) bitten mit schlechten Zähnen nach der Show um einen gebrauchten und kaputten Schlagzeugstick
Größtes Emoerlebnis: Eigene Cocktailbar im Backstage Raum. Was haben wir gelitten, als keine Drinks mehr da waren.
Peinlichste Lieblingsband/-lied: Mr Oizo, All Saints, Dimmu
Jettison 2010: 4 Entertainer in der Süddeutschen Oberliga der gepflegten Hochzeitsmusik

 

The Rancors

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Die mächtigen Rancors gibt’s seit drei Jahren. Nachdem die sich zusammengesammelt, bzw. aus anderen Bands zusammengestohlen hatten, ging es los (samt Waschbecken als Schlagzeug). Die Rancors fühlen sich, wenn überhaupt irgendwem, dann dem guten alten ’77er-Punk verpflichtet. Sie haben schon ordentlich Live-Erfahrungen sammeln können (u.a. mit Loikaemie und den Generators) und eine 7″ bei Spirit of ’69 rausgebracht.

Vorbilder/Einflüsse: Als Punkband haben wir natürlich keine Idole. Wir wollen aber auch möglichst unseren eigenen Stil bilden. Wenn, dann The Clash und Major Accident.
Lieblingsclub/-Kneipe in München: Friedshof, mit Abstrichen Atomic Café; zum Kotzen: Neues Backstage, Flex (erst jahrelang Stammkunde, dann kommt irgendsoein Hanswurst und sagt, dass hier Glatzen nicht mehr bedient werden)
Größtes Punkererlebnis: Trutnov, unsere Singlereleaseparty (extremer Vollsuff, riesen Spass, Massenschlägerei, großes Bullenaufgebot, Krankenwageneinsatz und „versuchter Mord“), Wurzen (totale Drecksauparty mit Natursekt-Action)
Peinlichste Lieblingsband/-lied: David Hasselhoff „Looking for Freedom“, Vadder Abraham „Schlumpflied“ Ted Herold (alles)
Rancors 2010: Entweder auf der Bühne, ultrafett und am Tropf hängend oder gut verdienende Beamte oder einfach arbeitslos. Aber in jedem Fall Alkoholiker.

 

Shredder Mag – Anmerkung:
Wenn Ihr nähere Informationen wollt, schaut mal auf unsere Homepage. Dort findet Ihr Links zu jeder Band. Wer beleidigt ist, weil seine Band in diesem Special nicht erwähnt wurde,soll nicht rumheulen, sondern sich lieber mal die Mühe machen, uns Infos und eine Demo-CD zuschicken!

Shredder Mag - Munich Band Special (Teil 1)

Es ist an der Zeit endlich mal alle die Deppen, die uns durch „München ist scheiße“ und „Hier ist nix los“-Genöle auf die Nerven gehen, eines Besseren zu belehren. Dass in München nix los ist, ist eine Lüge, wenn man sich ein bisschen Mühe gibt, zu Suchen, geht’s ab wie Sau. Zu nicht geringem Teil ist dies den vielen Münchner Bands zu verdanken, die seit Jahren ihr ganzes Taschengeld und ihre ganze Zeit investieren, uns mit feinstem Rock’n’Roll-Entertainment zu versorgen. Wir haben uns also die prächtigsten Exemplare rausgesucht und wollen sie Euch nun vorstellen. Außerdem baten wir jede Band, noch ein paar Fragen zu beantworten, um ihnen ihre intimsten Geheimnisse zu entlocken. Diese waren zum Teil so umfangreich, dass wir sie leider manchmal etwas kürzen mussten (natürlich haben wir persönlich dafür Sorge getragen, den Sinn dabei so stark wir möglich zu verfälschen). In diesem Sinne: support your local scene!

 

Paint The Town Red

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Nachdem Münchens Hardcore Hoffnung sich letztes Jahr aufgelöst hatte gibt es jetzt eine neue Band, der der ehemalige MHDT-Frontmann seine Stimme schenkt. Das Debüt von Paint The Town Red ist gerade auf JOIN THE TEAM PLAYER erschienen und versteht es auf ganzer Linie zu überzeugen. Mitreißender Hardcore neuer Schule, im Vergleich zu My Hero Died Today weniger vertrackt, dafür mit voller Rock’n’Roll-Breitseite mitreißend. Das hier Profis am Werk sind merkt man sofort. Ordentlich live-Erfahrung hat PTTR auch schon sammeln können, kann eigentlich nix mehr schief gehen. Haltet die Augen offen!

Einflüsse/Vorbilder: Alle Bands, die authentisch sind, mitreissen und bei denen Leidenschaft zu spüren ist. Rocken müssen sie natürlich auch noch, Style ist egal.
Lieblingsclub/-kneipe: Kafe Kult, Nuovo Italia (Kurfürstenplatz), Bagel Shops Leopoldstraße, Backstage
Größtes Hardcore-Erlebnis: Die erste echte Hardcore-Show, wegen der Intensität, der mitreißenden Power und der positiven Stimmung, bzw. 1991 Gorilla Biscuits in der Kulturstation (Marco)
Peinlichste Lieblingsband/-Lied: Denen ist nix peinlich und wenn, dann Strife nach der Reunion-Tour.
PTTR 2010: Sie sind alt gehen bowlen und machen Jazz. PTTR besteht mit anderm LineUp als Boygroup weiter. Vielleicht machen Sie auch als Retro-Emo-Band weiter, scheißen auf ihre Ideale der Jugend und machen ab und an eine Reunion-Tour, wenn sie Geld brauchen.

 

Constraint

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Zu meiner großen Freude wurde mir das Debüt-Album der Münchener Constraint in die Hände gespielt. Melodischer Punkrock, der seine Sympathie zu Bands wie Pennywise und Bad Religion nicht verhehlen kann, aber dennoch nicht als billige Kopie langweilt, ist darauf zu hören. Alles schon straight und ohne eine Sekunde Langeweile. Sehr gut!
Einflüsse/Vorbilder: alter West-Coast Punkrock, East Coast Hardcore
Lieblingsclub/-kneipe: Backstage, Aloah Bar, Flex, U-Schall, s’Stüberl…
Größtes Punkrock-Erlebnis: Die Captain-Smolek Zahnlücke vom Mace
Peinlichste Lieblingsband/-Lied: EAV „Coppacabana“, David Hasselhoff „I’ve been looking for freedom“
Constraint 2010: Still fighting for law and order

 

A Tribute To Mister Betonohr

A_tribute_to_mister_betonohr_shreddermagJeder, der in den letzten Jahren mal in München auf einem Punkkonzert war, hat ihn gesehen, den Typen mit langem Bart, langen Haaren, Cap, Bier in der Hand und den einzigartigen Zebra-Basketballschuhen, der immer vorne rechts vor der Box stand. Mr. Betonohr, eine feste Institution der Münchner Punkrock-Szene. Im Schnitt auf 200 Konzerte pro Jahr bracht er es. Leider wurde er im Juli 2001 tot in seiner Wohnung gefunden. Als wohlverdientes Andenken und würdiges Denkmal haben sich nun mehrere Münchner Bands auf dem „A Tribute to Mr. Betonohr“-Sampler zusammengetan. Diesen bekommt Ihr über die Homepage der (übrigens auch positiv zu erwähnenden) Münchner Band Ya-Hoo (www.ya-hoo-music.de) für 10 €.

 

 

Jetsaidready

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Nachdem sie einige Zeit im Bandproberaum verbracht hatten, beschlossen vier Burschen mit Erfahrungen aus diversen Münchner Bands Anfang 2001 die Band Jetsaidready zu gründen. Daraufhin investierte man ein paar Monate, um einen eigenen Sound zu entwickeln, un so nahmen Sie Ende 2001 ihre erste EP auf. Jetsaidready spielen eine Mischung aus melodischem Punkrock und Indy-Rock mit leichten Hardcore-Einflüssen. Seitdem konnten sie sich bei zahlreichen Auftritten in und um München fit machen und gehen im Herbst wieder in Studio. Wir sind gespannt!

Vorbilder/Einflüsse: Maradonna, Slayer, Kenny von South Park, Sachsen Paule
Lieblingsclub/-Kneipe in München: Harthof-Einkehr, P1, Pille Mille(in der Pilgersheimerstr.)
Größtes Punkererlebnis: KISS im Madison Square Garden 1977, ein Treffen mit GG Allin 1988
Peinlichste Lieblingsband/-lied: Jetsaidready, Anal Cunt
Jetsaidready 2010: In der Harthof-Einkehr mit Lemmy von Motörhead

 

The Lucky Punch

theluckypunch_shreddermagWelche Münchner Band kann sich schon damit brüsten, Vorgruppe für Motörhead gewesen zu sein? The Lucky Punch sind die bayerischen Spezialisten, wenn es um 70ies-lastigen Rock’n’Roll geht. Wer jetzt einen weiteren Hellacopters-Klon erwartet, kann beruhig werden. Auch wenn es natürlich Parallelen gibt, haben die Jungs schon längst ihren ganz eigenen Stil, der auch live seine Wirkung nie verfehlt – gute Show mit solidem branchenüblichem Posing. Sie blicken schon auf mehrere zu empfehlende Veröffentlichungen zurück, spielen ständig vor allerlei crediblen Rock’n’Rollern (zu viele, um es aufzuzählen) und ich bin mir sicher, der Zenit ist längst nicht erreicht. For those about to rock, we salute you!

Vorbilder: AC/DC (mit Bon Scott), Motörhead (mit Eddie Clark), Lynard Skynard, MC5
Lieblingsclub/-kneipe: Aloha Bar!
Größtes Rock’n’Roll-Erlebnis: Motörhead zu supporten !
Peinlichste Lieblingsband/-Lied: Schwierige Frage, gute Freunde von Franz Beckenbauer!
The Lucky Punch 2010: Wir werden AC/DC auf ihrer großen Abschieds-Welttournee supporten

 

Slamdamn

slamdamn_shreddermagWohl mit die älteste noch existierende Hardcore-Band München ist Slamdamn (est. 1993). Seit Jahren die Münchner Garantie für mitreißende Hardcore-Shows. Zwei CDs haben sie schon in Eigenregie herausgebracht und sind die jährlichen Veranstalter des „Munich Hardcore Festivals“. Musikalisch befinden sie sich irgentwo zwischen OldSchool-Hardcore und Punk mit vielen Abwechlungen. Ihre Texte wollen ohne erhobenen Zeigefinger, political correctness oder Verurteilung aller nicht StraightEdger ein Ansporn zum selbstständigen Denken und Handeln sein. Sie standen wohlverdient schon mit fast jeder Hardcore-Größe auf der Bühne (Agnostic Front, Refused, Earth Crisis, Madball um nur ein paar zu nennen) und wer sie schon mal live erlebt hat, wird sich sicher dran erinnern.

Einflüsse/Vorbilder: Superman (der einzig wahre Anarchist), alle Menschen, die mit der Natur leben und sich nicht von anderen vorschreiben lassen, was sie zu denken haben, bzw. gar keine
Lieblingskneipe/-club in München: A5, Kafe Kult, auf gar keinen Fall der Kunstpark Ost
Größtes Hardcore-Erlebnis: Conflict (Theaterfabrik, 1989), HC-Festival (A5)
Peinlichte Lieblingsband/-lied: Peinlich, was ist das?
Slamdam 2010: Auf der Bühne, für Leute, die nicht aufgehört haben HC zu hören und zu fühlen, also so wie jetzt auch

 

The Reekys

thereekys_shreddermagAnno 1995 entschlossen sich die Reekys, ihre Matchboxautos, Masters und Pogosticks gegen Gitarre, Bass und Schlagzeug einzutauschen. Seitdem spielen sie ungehobelten „Live Action Punkrock“, der ordentlich bolzt und ordentlich Ramones beeinflusst ist. Ihre LiveActionPunkrockShows durfte man schon in ganz Europa unter anderm mit den SonicDolls, Chixdiggit! und den Queers bewundern. Ein paar 7inches haben sie schon vollbracht und für den Herbst ist das Debüt-Album des dynamischen Trios geplant. Wir freuen uns schon drauf!

Vorbilder/Einflüsse: Ramones, Dead Boys, Rocks, Johnny Thunders & The Heartbreakers, The Sonics, Head, Riverdales, The Queers, Screeching Weasel
Lieblingsclub-Kneipe in München: Aloha Bar, Friedshof, Substanz
Größtes Rock’n’Roll-Erlebnis: Ramones live, TRBNGR live und als nachdem wir auf unserer ersten Tour auf Versehen Diesel in die Trinkwassertank unseres Busses getankt hatten…
Peinlichste Lieblingsbands/-lied: Hank Spinalzo & The Surf Detectives, The Bionics, G.V.K

 

Tipp:
Das Munich Band-Special Teil 2 gibt es hier!

Shredder Mag - Konzert Review: Die Kassierer, Scheisse

Die Kassierer spielen mit Scheisse, Backstage 04.04.02

Das ein grosses Deutschpunk-Ereigniss uns erwarten würde war klar, die Höhe des Ausmasses übertraf jedoch sämtliche Vorstellungskraft.

Zunächst erst mal zur Vorband Scheisse, die übrigens ihrem Namen alle Ehre machten. Ein Haufen Alkoholiker samt Junkie am Bass brachten wirklich gar nichts auf die Reihe: Billiger Punksound mit Quietsch-Metaleinlagen, der nur noch von den Ansagen des Sängers („…esst mehr Pilze“…) unterboten wurde, stand auf der Tagesordnung. Am besten war: „Alle Junkies sind scheisse“, schön zu sehen, was die Band von ihrem Bassisten hält… Neben dumm texten konnte der Frontmann auch noch eins sehr gut: schlecht singen. Egal ob hektisches Schreien oder „gefühlvolles“ Trällern, der Biersau am Mikro mochte an diesem Abend gar nichts gelingen.

Nach ihrem Abgang dachten wir uns „kann ja nur noch besser werden“, weit gefehlt, denn Die Kassierer enterten die Bühne. Die Jungs sahen zwar aus wie Muttersöhnchen, abgesehen vom Sänger der nur aus einem dicken Bierranzen und einem Wasserkopf bestand, waren aber super asslig. Intelektuelle Songs wie „Sex mit dem Sozialarbeiter“, „Ausserirdischer zeig mir deinen After damit ich ihn auslecken kann“, „Zeig mir die Titten, denn ich will wichsen“ und „Vati war ein Hurenbock“ tönten aus den Boxen und animierten damit sofort alle anwesenden D-Punks zum Mitsingen. Der zweite Teil der armseligen Ruhrpott-Säufer begann folgendermassen: „Entledigt euch eurer gammeligen Kleidung“, worauf die Biersau nicht lange fackelte, sich auszog und sich als „gutes Beispiel“ feiern lies. Ein paar Songs später kam „Mein Glied ist zu gross, du bist zu eng“, es bedarf jedoch nur eines schnelles Blickes um zu sehen das der Track sicher nicht vom Sänger geschrieben wurde… Zwischendurch verfeinerten Die Kassierer ihre Show, beispielsweise mit der 20 sek Ballade „Die Scheide von Angela Merkel“ oder sinnlosen „Wir zeigen euch jetzt mal wie man im Ruhrpott Spass mit einem Eimer haben kann“-Einlage des Bassisten, der mit einem leeren Senfeimer und Blasmusik auf der Bühne herumalberte. Noch vor dem Ende des letzten Lieds verliessen wir das Backstage mit offenen Mündern. Kann so was überhaupt sein? Gibt es wirklich so grosse Asseln (ich vergass den Arschfick auf der Bühne…)? Naja, auf der einen Seite war es schon schön zu sehen, wie tief man die Messlatte in Sachen D-Punk setzen kann, auf der anderen Seite langt’s jetzt auch mal wieder mit Fäkalhumor. Damit man sich ein ungefähres Bild der Show machen kann, sage ich nur noch eins: In Sachen D-Punk sind die Terrorgruppe gegen Die Kassierer brave Klosterschüler, die heimlich auf dem Klo rauchen.

Shredder Mag - Filmtipp

anotherstateofmind_shreddermagAnother State Of Mind (Time Bomb Filmworks)

Der Film von Peter Stuart and Adam Small dokumentiert die Nordamerikatour der Bands Social Distortion und Youth Brigade, die im Jahre 1982 absolviert wurde. Ein alter Schulbus diente hier als Fortbewegungsmittel, in dem die 11 Punks insgesamt 10.000 Meilen vor sich hingammelten. In diesen 6 Wochen passierte einiges, was vom Kamerateam hervorragend eingefangen wurde: Von Liveauftritten über Interviews, Underground-Szenen-Report, Buspannen, Bullenstress und natürlich Geldnot, alles ist hier vertreten und genau diese Mischung macht diesen Film so großartig. Man bekommt nicht nur einen Einblick in die Tour, sondern auch in das Leben und die derzeitige Verfassung der einzelnen Personen. Ich persönlich finde am Besten den vergammelten Mike Ness mit 17 Jahren, Pickeln und einem Tattoo (heute 200!) zu Gesicht zu bekommen und über die Band, sein Styling und sein Leben zu faseln. „Ohhh… first i get up… then I eat, then I watch tv and then I eat again and then…“. Ja ja, jeder gibt schön seinen Senf dazu. Am Ende runden noch Minor Threat das ganze ab, wieder coole Underground-Liveaufnahmen und wer hätte es gedacht, ein Straight Edge-Vortrag von Ian Mac Kaye. Ihr seht: Den Film sofort bei ausgesuchten Punk-Mailordern bestellen und sich reinhauen!

Shredder Mag - Festivalreport Teil II

Bizarre Festival (17. – 19. August, Weeze)

 

Apocalyptica: Cello-Up-Your-Ass! (official T-Shirt)
Backyard Babies: neues Material wohl doch zu poppig, zu brave Show
Beatsteaks: coole Songs, lahme Show
Beer: ging zu schnell aus
Blackmail: solide Show
BS 2000: wenn man von den Beastie Boys ist kann man sich wohl alles erlauben…
Die Ärzte: haben nen Batzen Geld verdient, gute Unterhaltung
Drum Promotion: so ein Scheiss
Duschen: Pimmellänge 2cm
Eintritt: 170,- DM – geht’s noch!?
Emil Bulls: große Fangemeinde, gute Stimmung
Fear Factory: wie immer nicht hingegangen
Guano Apes: da gab’s grad Pastaria á la Bolognese…
Iggy Pop: für manche das Konzert
Ignite: gewohnt gut, madige PA
Kid Rock: hat nicht gespielt, gut so
Letzte Abend-Riots: von Festival-Leitung vorbereitet: ein alter Container zum Umschmeissen wurde bereitgestellt
Prodigy: waren auch auf der Loveparade
QOTSA: “ Drugs – the universal language“, waren schon gut
Sportfreunde Stiller: viel Fans und viel Elan
Thumb: alter Claus Grabke, aber: man ist so jung wie man sich fühlt
Tricky: zu anstrengend, trotzdem gut
Turbo A.C.’s: 25 min. Rock’N’Roll-Overdose
Vandals: Pimmel raus!
Zeltplatznachbarn: dickes Schwein trinkt Pfirsichlikör und wartet auf die Ärzte,
beim Konzert eingeschlafen

Shredder Mag - Festivalreport Teil I

With Full Force VII (22. – 24. Juni 2001, bei Leipzig)

 

Ein recht ansehnliches Line Up – auch wenn Bad Religion kurzfristig abgesagt hatten – lockte uns auch dieses Jahr in den Ost-Teil dieses Landes. Da es einige Komplikationen mit der Hinfahrt gab (…) kamen wir wohl so als Letztes an, fanden aber trotzdem noch einen akzeptablen Zeltplatz. Na toll, The Bones, Brightside und Suicidal Tendencies hatten wir schon verpasst, aber wenigstens stand für Freitag noch Motörhead auf dem Speiseplan, die Rücksicht auf uns nahmen und sich so lange verspäteten bis wir unsere Zelte aufgebaut hatten. Der gute Lemmy und seine beiden Mitstreiter wurden dann ihrem Ruf mehr als gerecht, denn das Konzert war saugeil und wurde nur dadurch getrübt, dass die alte deutsche Metal-Braut Doro bei einem Lied auf die Bühne kam und mitsang…

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Der nächste Tag begann mit Bier und den Emil Bulls, die vor einem dankbaren Publikum ein gutes Konzert hinlegten. Gluecifer zeigten mal wieder wo der Posing-Hammer hängt und machten mir mal wieder einmal klar, dass ich sie auch beim 100sten Mal live noch geil finden werde! Ein weiterer Höhepunkt waren Ignite, die zu echter Höchstform aufliefen. Thumb, Soulfly und Nashville Pussy konnten mich leider nicht mehr anlocken, nachdem ich mit dem Vodka-RedBull-Vorräten eines meiner Mitstreiter aneinander geraten war, was schade ist, denn alle drei sollen sehr gut gewesen sein! Am Sonntag wurden wir von sanften Klängen des Heimorgelspiels von Mambo Kurt geweckt, der von den Viva-New Metalern 4Lyn abgelöst wurde, die schon nach dem zweiten Lied mir und scheinbar dem restlichen Publikum zu langweilig wurden. Also erst mal erholen, das Beste stand ja noch bevor! Erstmal Venerea, die wirklich gut waren, und dann Sick Of It All. Mit neuem Album im Gepäck und ohnehin sehr legendären Live-Künsten, eines der besten Konzerte, das allerdings von den danach spielenden Dropkick Murphy’s noch getoppt wurde. Die Bostoner zeigten, dass ihre Mischung aus Oi-Punk und Irish Folk unglaublich gut funktioniert! Rieseige Spielfreude, Burner-Stimmung, ein sehr geiles Konzert! Was die guten Bands anging war das WWF damit beendet. Dennoch ließen wir es uns nicht nehmen, noch einen Blick auf die Old-School-Kreisch-Metal-Proleten Judas Priest zu werfen (madig) und uns die Ost-Gammler Die letzte Instanz anzuschauen, die mit Massen an pubertäts-Pathos und null Style aufwarteten. Auf jeden Fall hat sich das WWF auch dieses Jahr wieder gelohnt. Bin schon gespannt auf’s Line Up 2002.

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Work It In (Rülps, Kirchheim)
Berlin-London-Kirchheim, das sind die Stationen die die Band Work It In auf dem Weg zu ewigem Ruhm und Rockstar-Dasein passierte, um in der alten Deutschpunk-Disse Rülps der Welt ihre Botschaft entgegen zu schleudern. Und das taten die drei Frontfrauen, die keinen Eklat scheuen, mit großer Energie. Leider war das 100%-dt.Punk-gestylte Publikum stellenweise etwas überfordert, reagierte zurückhaltend und ließ sich lieber schnell wieder von Vati im neuen Wagen abholen. Egal, uns hat’s gefallen!

AC/DC, 21.10.00, Olympiahalle

Die Vorband, von der bis heute niemand den Namen weiß, war fast so gut wie der durchschnittliche T-Shirt-Preis am Merchandise-Stand: 50 DM hingerotzt und schon war man im Besitz eines guten „AC/DC- Stiff Upper Lip- Tour 2000“-Shirts in XXL. Naja, ich lobe mir bei diesen Monsterveranstaltungen dann doch noch immer die illegalen Poster-Verkäufer vor der Halle, die das Stück für ’nen ehrlichen Fünfer rausrücken.

 

Kommen wir zur eigentlichen Show: gestartet wurde mit einem meisterlichen „You shook me all night long“, was die gesamte Halle schon zum toben und grölen brachte. Die Jungs zogen ihr Set auch weiterhin straight durch, begleitet von drei Riesen-Videoleinwänden, die zu 80% sowieso nur Angus Young beim Gitarrenposing zeigten. Dazu fuhren die australischen Herrschaften recht viel anderweitige Konzert-Specials auf: entweder es schossen Kanonen von der Bühne, die 10 m Riesen Angus Young-Puppe (vom aktuellen Cover) rauchte und brannte im Hintergrund oder es liefen wie bei „Hard as a rock“ Comic-Wikinger-Pornos mit kleinen Tier-Fick-Einlagen. Sehr schön! Bei „Whole lotta rosie“ kam sogar selbige als aufblasbare Riesen-Gumminutte zum Vorschein und tanzte hinter den Jungs eifrig mit. Angus Youngs schweißtreibende Bühenshow, teils auch auf dem Boden, war nicht zu überbieten! Er schwitzte und sabberte an einem Stück- und das im mittlerweile doch schon recht reifen Alter. Der Höhepunkt war jedoch sein Strip, der mit einem coolen Deutschland-Boxershort-Posing endete. „T.N.T.“ und „Highway to hell“ durften natürlich auch nicht fehlen und so endete das Konzert nach 2 Stunden Spielzeit. Ich muß wirklich sagen: maximum respect to the kings of rock, denn sowohl Show und Sound waren nicht zu übertreffen! Und überhaupt muß ich mal sagen: ich verstehe einfach nicht, daß so viele garnicht hingehen wollten, denn der Eintrittspreis von 5 DM war doch wirklich mehr als fair, oder?! In diesem Sinne: for those about to rock – we salute you!