Brian Fallon – Painkillers

Brian Fallon (Vorsitzender des Betriebsrats bei Gaslight Anthem) warf vor einigen Tagen sein Soloalbum „Painkillers“ auf den Markt. Die Reise geht zwar immer weiter weg vom guten alten Punkrock, aber eins muss man ihm lassen: große Melodien kann er. Und wie. Und Bruce Springsteen findet er auch immer noch gut. Überzeugt euch hier direkt von der aktuellen Single.

 

(Tipp: Wenn ihr mehr auf stumpfe Gewalt als auf Kuschelrock steht, zieht euch das neue Video von Slayer rein.)

Red City Radio – s/t (Gunner)

Red City Radio_st_ShreddermagRed City Radio, die kleine Midtempo-Schwester von Hot Water Music ist wirklich eine ganz sympathische: sie kratzt und beißt nicht und sie zieht nicht an den Haaren. Statt dessen kuschelt sich der aus den Jahren gekommene Teenager am Lagerfeuer an deine Schulter und krault dir den Vollbart. Dazu gibt es gebratene Marshmallows am Stock, umwoben von tollen Melodien und einer mächtig emotionalen Stimme. Der perfekte Stoff für einen aufregenden Ausflug auf’s Land, incl. Sonnenuntergang. (Empfehlung der Redaktion: nehmt dieses Auto.)

Baroness – Purple (Abraxan Hymns)

Baroness - Purple_shreddermagEine bunte Mischung aus klassischem Hard Rock, Sludge und Prog verarbeiten die frisch durch Tourbus-Unfall traumatisierten und in neuer Formation wiederauferstandenen Baroness zu einer höchst ansprechenden Platte. Auf Purple sind die Herren nicht wirklich hart, eher detailverliebt vertrackt, die Stimmung hymnisch. Manchmal sogar Jazz-angehaucht, aber ohne zu verkopft zu wirken, und dann noch klassische Rock-Zitate ohne jede Peinlichkeit. Was soll man sagen, da ist einiges los, am besten hört Ihr’s Euch selbst an…

Beach Slang – The Things We Do To Find People Who Feel Like Us (Polyvinyl)

Beach Slang - The Things We Do To Find People Who Feel Like Us_shreddermag

Beach Slang aus Pennsylvania sind die neue Hoffnung am Emo-Himmel (Frage an die Punker-Polizei: Darf man überhaupt noch „Emo“ sagen?). Endlich mal wieder keine kleinen Fashion-Heulsusen, sondern dichte, gefühlsbetonte Musik, die mitreisst, statt deprimiert. Erinnert mich an einen Mix aus den Liedern von Samiam (kennt die noch jemand?), der Stimme und Stimmung von Leatherface und den Melodien und dichten Gitarren von Dinosaur Jr. – was kann da noch falsch laufen? Von extrem tanzbaren Hits wie „Throwaways“ bis zur tatsächlich unpeinlichen Ballade „Too Late To Die Young“ ist alles dabei, was das Herz begehrt. Noch Fragen?

Shredder Mag - Stylecheck: 90ies Crossover

Wir wissen nicht genau, was los war, aber irgendwann Anfang der 90iger Jahre beschlossen diverse Rock-, Metal- und Hardcore-Bands, dass nicht nur die coolen Jungs aus Compton rappen können, sondern sie das jetzt auch selbst machen sollten. Das Ergebnis hiess Crossover (wie sinnig) und hat einige wirklich legendäre Bands hervorgebracht, aber auch teilweise recht fragwürdige Kleidungs– und Rap-Styles. Wir steigen für Euch in die Zeitmaschine und kramen unsere Top5-Crossover-Videos (auf VHS) aus:

 

1. Faith No More – Epic
Ein rappender und rumhopsender Mike Patton mit Undercut und Batik-Shirt, konsequent geslappter Bass kombiniert mit Gitarren-Metaler an Metal-Axt, ein Keyboarder (!), ein Panoramabreite-MTV-Refrain und ein Video mit gepflegter Regen- und LSD-Optik. Hier ist ihr größter Hit, voilá…

 

2. Biohazard – Punishment
Da gehen es unsere tattowierten Freunde aus Brooklyn schon deutlich ernster an. New York Hardcore meets Shirt-in-die-Hose-Biker-Rap:
https://www.tape.tv/biohazard/videos/punishment

 

3. Clawfinger – Nigger
Die europäische Antwort auf US-Trends ist meist etwas peinlich. Clawfinger lassen das „etwas“ weg und los gehts.

 

4. Red Hot Chili Peppers – Give It Away
Über die Red Hot Chili Peppers ist eigentlich alles bekannt, spätestens seid dem Comeback 1999 stands ja in der Gala. Das Video ist irgendwie langweilig (gold anmalen reicht halt nicht), aber das Lied ist gut und bei Minute 2:30 gibt’s eine Kameraperspektive, die sich Rocker heute leider viel zu selten trauen.

 

5. Rage Against The Machine – Killing in The Name
Jaja, Rage Against The Machine, eigentlich die einzige Band, die Crossover so gut gemacht hat, dass sie bis heute (gibt’s die eigentlich gerade wieder?) keinen musikalischen Kurswechsel hinlegen mussten. Killing In The Name, damals schon der Schulparty-Pogo-Klassiker und nach über 20 Jahren bei der Jugend immer noch beliebt (ich fand ja in der Jugend 20 Jahre alte Musik aus Prinzip Scheisse, aber das ist ein anderes Thema). Hier ging’s dann im Rock auch offiziell mit Baggy-Pants los. Sehr gut gefällt mir auch Zack’s In-die-Knie-Geh-Mosh-Style. Sehr schön!

 

invsn_shreddermagINVSN – s/t (Unter Schafen Records)
Dennis Lyxzén schlägt wieder zu! Nach Refused, Int. Noise Conspiracy, AC4 und unzähligen weiteren Bands ist dem Mann anscheinend immer noch nicht langweilig. Im Gegenteil: mit INVSN (sprich Invasion) wagt er sich in 80er Indierock/New Wave-Gefilde vor und präsentiert ein äußerst authentisches und vor allem stimmiges Album. Kein Wunder, denn genau genommen ist das schon Album #3 der Band – es wurde also heimlich geübt (damals noch als „Invasionen“ und mit schwedischem Gesang). Heute wird auf englisch gesungenen und theoretisch könnte damit der internationale Durchbruch gelingen, aber nur falls der feine Hr. Lyxzén parallel nicht drei andere Bands gründet und sich in Terminstress verzettelt. Anspieltipps sind „Down In The Shadows„, „God Has Left Us Stranded“ und „Distorted Heartbeats„.

Grande Roses - Build on Schemes_shreddermag

Grande Roses – Built on Schemes (Noisolution)

 

Geil, Madrugarda in rau mit 80iger Indie/Goth-Pathos und -Gitarren. Klingt schlimm, ist aber super. Natürlich mal wieder aus Schweden. Der Trick ist hier, glaube ich, dass die Arrangements zwar halbwegs ambitoniert sind, aber die Band alles schön schlierig und dreckig gelassen hat und nix überproduziert. Insgesamt eine recht melodische, aber niemals triviale Veranstaltung, die man sich lieber 2-3x anhören sollte, dauert ein bisserl. Dann ist man aber drin im Sog. Sehr schön!

afi-decemberunderground_shreddermagAFI – Decemberunderground
Band knüpft mit diesem Album nahtlos an „Sing The Sorrow“ an, wobei dieses Mal noch auffälliger in Richtung Mainstream geschielt, um nicht zu sagen geglotzt, wird. Vermehrt eingesetzte Pop- und 80’er Jahre-Synthie-Elemente sorgen für Massentauglichkeit und sogar The Cure oder Depeche Mode Fans werden bei diesen Hymnen auf ihre Kosten kommen. Sänger Davey Havok garantiert zwar wie immer für Gänsehaut, dieses Album wird aber ziemlich sicher den einen oder anderen „alten“ Fan vergraulen…

red_can_shreddermagRed Can Festival 06 – Compilation (Red Can)
Die liebevoll und äußerst aufwendig gestaltete 7″-EP mit 4-farb. Siebdruckcover, geprägter Hülle und Einleger, repräsentiert anlässlich des Festivals 2006 (leider schon vorbei) einen übersichtlichen und informativen Querschnitt des münchner Labels. Jeweils ein unveröffentlicher Track der lokalen Bands Purren, Mitote, The Nine und The Subrosa Falcon Association rockt sich durch gitarrenlastigen, teilweise eckigen Post-Punk und macht Appetit auf mehr. Weiter so, mehr Infos auf: www.red-can.com