Shredder Einlauf #9: Fernsehen

 

shreddermag_shredder einlauf_logoWenn ein Tag nicht so anfängt wie er sollte, merkt man das meist bereits beim Aufwachen. Statt um 6:30 vom „Kikeriki“ des Weckers im superwitzigen Hahn-Design geweckt zu werden, mit einem „Hallo, schöne Welt!“ auf den Lippen mit einem Sprung von seinem Yuppie-Bett mit Nicki-Bettwäsche auf das Yuppie-Laminat seines Yuppie-Schlafzimmers zu wechseln, um jung und dynamisch sein Tagwerk als Bankkaufmann oder Produktionsingenieur bei Osram zu beginnen, wacht man einfach irgendwann auf, fällt dank Presslufthammer-Kopfschmerzen sofort wieder ins Koma und kriecht dann eine Stunde später auf dem Zahnfleisch zur nächsten Wasserquelle, um die Wüste Gobi aus dem eigenen Mund zu vertreiben, wobei einem langsam dämmert, dass 11 Bier vielleicht auch gereicht hätten.

 

Nun gut, etwa 20 Minuten später liegt man wieder im Bett, die Dehydration und das Platzen der Blase gerade noch mal abgewendet, und weiss nur eines ganz genau (und das ist nicht der genaue Ablauf des letzten Abends): Dieser Tag ist verschissen! Ganz sicher! Was also tun, wenn die entfesselte Bewegungsunfähigkeit auf die blanke Unproduktivität trifft? Ahh, wie wäre es denn mit Fernsehen, dieser grandiosen Erfindung des letzten Jahrhunderts, geschaffen, um einem graue Tage mit ansprechender Unterhaltung zu erhellen? Ort der in bewegliche Bilder gebannten Phantasie, Quell von Wissen, Abenteuer und Kurzweil! Man schaltet also seinen Fernseher ein und ab dem Moment ist eines nun wirklich endgültig klar: Der Tag ist verschissen!

 

Dank Kabelanschluss stehen einem binnen etwa 4,2 Millisekunden mindestens 30 Sender zu freien Auswahl (davon immerhin 23 in einer Sprache, der man auch mächtig ist). Kann eigentlich nichts mehr schief gehen! Denkt man. Die Entscheidung für den ersten angesteuerten Sender fällt leicht: Man nimmt einfach ARD, das in jedem aufrechten deutschen Haushalt „auf die 1 programmiert“ ist. Und was erblicken die ebenso hoffnungsvollen, wie verquollenen Augen: der Presseclub. Fein! Also schnell auf’s ZDF: hier zeigt die bei rheinländischen Langzeitarbeitslosen äusserst beliebte Spasscombo „De Höhner“ im ZDF-Fernsehgarten (Fernsehgarten?) gerade, was eine heisse Bühnenshow ist.

 

Grausam, aber immerhin Entwarnung, die Sendung wird nicht von Wolfgang Lippert oder dem alten (100? 200?) Menschenfresser Dieter Thomas Heck moderiert, sondern von einem unbekannten weiblichen Zombie (vermutlich „Miss Darmstadt 1982“). Dank Shaolin-verdächtiger Umschalt-Skills wird aber noch im kurzen Moment zwischen dem gerade unvermittelt ausgeklungenen Hit-Medley und der darauf folgenden Moderation ziellos umgeschaltet und man landet in der bunten Welt des Privatfernsehens. Bunt ist hier leider aber gerade nur die Kleidung der Talkshow-Gäste. Lila Krawatte zu bordeauxrotem Sakko? Aber hey, das sieht doch scheisse aus!

 

Doch der optische Eindruck verblasst schnell hinter dem Wortschwall, den der so bekleidete Mann (etwa Mitte 30 und bestimmt mit ganz ganz schlechter Sozialperspektive behaftet) unter Tränen und auf Knien (aber man kniet doch nur in Knastduschen und nie freiwillig!) auf eine sehr unansehnliche, aufgedunsene, sauerkraut-dauergewellte und betont schlecht gekleidete (Jeansweste und so) ostdeutsche Mitbürgerin loslässt: „….bababa…noch eine Chance…bababa….nicht so gewollt…bababa….Liebe….bababa…und die Kinder….bababa….“! Genau wie gesammelte Mimik entgleitet einem im selben Moment der Glaube an das Gute im Menschen. Warum? Warum, warum, warum muss es sowas geben? Können diese armseligen Kreaturen nicht einfach in ihren Löchern bleiben, und dort still und unglückselig verenden? Und wenn sie nun schon das Bedürfnis haben, uns mit ihrem Antlitz die Laune zu verderben, warum hindert man sie nicht daran, sondern im Gegenteil bietet ihnen noch ein Forum dafür? Verflucht seist du, oh Privatfernsehen!

 

Und so läuft der Fernseher den lieben langen (und verschissenen) Tag, man hangelt sich von einem Programm zum Nächsten, anstatt einfach abzuschalten und etwas zu Vernünftiges zu unternehmen (z.B. wenigstens mal „an die frische Luft gehen“ oder auf ein paar Dornkaart ins nächste Stüberl schlendern). Bei diesem Durchschalt-Terror (sog. „Zappen“ – welches Arschloch hat denn das schon wieder verbrochen?) kommt schnell der kleinste gemeinsame Nenner ALLER Sender ans Tageslicht: alle Moderatoren auf der gesamten Welt sind beschissen! Warum lässt man Leute in der Öffentlichkeit auftreten, die wahlweise nicht einmal ihren Namen buchstabieren können, weder lustig noch begabt sind oder einfach nur scheisse aussehen?

 

Warum dürfen Rentner, wie oben genannter Dieter Thomas Heck, Jürgen Fliege (der ist ja auch noch Pfarrer – ich glaub‘s ja nicht) oder Hans Meiser ungestraft ihren Senf ablassen? Warum schickt man Personen wie Ingo Dubinski, Frauke Ludowig oder Harry Wjinford auf die Mattscheibe, die optisch höchstens einem Komposthaufen Konkurrenz machen? Warum werden geistige Leuchten wie Mola Adebesi, Thomas Hermanns, Sonja Kraus oder Jochen Busse auf die Bevölkerung losgelassen, die nichts, aber rein gar nichts drauf haben? Ich weiß es nicht, aber anscheinend muss man als Moderator nur sehr magere Skills und einen äußerst niedrigen IQ vorweisen… Noch mehr Beispiele gefällig? Ulla Kock am Brink, Joachim Bublath, Arabella Kiesbauer, Marianne & Michael, Ulli Potofski, Vera am Mittag (was ist das denn für ein dummer Nachname?), Ramona Leiß, Johannes B. Kerner, Kai Pflaume, Jörg Pilava, Barbara Eligmann – jaja, die Liste ist lang.

 

Getoppt werden Moderatoren nur von einer kleine, aber nicht zu verachtende (oder eben doch) Sorte TV-Deppen: die Assistenten. Was muss man studiert haben, um beispielsweise, in Fall von Maren Giltzer, Buchstaben beim Glücksrad umdrehen zu können? Was für Fähigkeiten besitzt ein „Preis ist heiß“-Walter ausser Gewinne und Fragen vorleseb? Was kann Stefan Raabs „Show-Praktikant“ Elton, außer dick sein? Es gibt wie so oft im Leben keine Antwort und man lässt den Fernseher besser so lange aus, bevor diese Frage nicht beantwortet ist. Die öffentlich manifestierte Meinung, dass „das Fernsehen doch immer schlimmer wird“, ist nicht nur seit Schwarzeneggers „Running Man“ zu vernehmen, hält aber komischerweise niemanden davon ab, weiterhin tagelang vor der Glotze zu hängen.

 

Auch wenn Fernsehen eigentlich immer gleich dumm ist, wird diese Dummheit doch auf verschiedene Arten transportiert. Fangen wir ganz von vorne an: in unserer Jugend. Die 80iger waren voller Schrott und lehrten uns schon damals, dass es im Fernsehen nichts Anständiges gibt. Da wurden doch tatsächlich Hamster ins Rennen geschickt, um kommentiert und gefeiert von „Funny“ Mike Krüger, zum Held der Nation zu werden (remember „4 gegen Willi“?). Auch nicht zu vernachlässigen: Sendungen, in denen Schulklassen in unmöglichen Wettbewerben gegeneinander antraten und sich zum Deppen machten. Da hätten wir „Supergrips“ und „Flip Flop“ im Angebot (übrigens: der damalige Moderator von Flip Flop, Claus Kruesken, tauchte Jahre später aus der Versenkung auf, um im Werbeblock „Ford Aktuell“ zu moderieren, oh je Leben verbauert…).

 

Und wenn man schon Wettbewerbe zwischen Schulklassen startet, warum dann Sackhüpfen-zu-zehnt-in-einem-Sack oder ähnlichen Schmarrn und nicht amüsantere Disziplinen, wie mit-abgebrochenen-Glasflaschen-auf-einander-einhacken? Die damalige Comedy-Welle bahnte sich als „Spaß am Dienstag“ an und war damals schon nicht lustig, genau so schlecht das Musikfernsehen mit Vorreitern wie „Formel Eins“ und „Wurlitzer“. Über Sendungen wie „Mini-ZIB“ (Friss scheisse, Quaxi!), „Forsthaus Falkenau“, „Praxis Dr. Bülowbogen“, „Hugo Run!“, „Liebling Kreuzberg“ oder „Na sowas!“ schweigt des Dichters Höflichkeit…

 

Doch zurück ins Jahr 2005. Hier kommt einem schon beim Überfliegen des Fernsehprogramms das lauwarme Kotzen! Es scheint, als drehe sich alles nur um das große Motto „Comedy“! Haben die Leute im Leben denn so wenig zu lachen, dass sie sich mit so einen Scheisse zufrieden geben müssen? Das Wort „Comedy“ kann man getrost mit „nicht lustig“ übersetzen, denn was diese Arschlöcher da abliefern, ist unserer Vorstellung nach von Witzigkeit und Unterhaltung so weit entfernt, wie die Shredder-Redaktion von der Teilnahme an der Eiskunstlauf-WM. Liegt die deutsche Durschnittsmesslatte in Sachen Witzigkeit und Kreativität wirklich so tief, so dass man sich bei diesem Programm herzhaft auf die Schenkel klopfen muss und vor lachen nicht mehr kann? Wie verblödet muss man denn sein, um sich über flaue Unterhaltung und maue Witzemacherei á la „Quatsch Comedy Club“, „Oliver Pocher“, „Atze Schröder“, „Ladykracher“ oder „Mensch Markus!“ vor dem Fernseher zu kringeln?

 

Mir kommt einfach nur der Dünnschiss aus den Ohren und ich musste noch nie, ja noch NIE, auch nur EINE Sekunde annähernd schmunzeln, bei diesem Arschgeigen. Jawohl Arschgeigen! Ihr scheiss Comedy-Arschlöcher! Ich kann gar nicht sagen, wie ich Euch hasse, bitte verpisst euch mit eurem dummen Drecks-Humor! (Ich vergaß, über die ganze Karnevalsscheise á la „Mainz wie es singt und lacht“ zu reden, aber bevor es so weit kommt, lieber schnell das Thema wechseln sonst meldet sich mein Magengeschwür wieder.)

 

Ein weiteres grosses Übel sind definitiv die sog. „Soaps“ wie z.B. „GZ/SZ“, „Marienhof“, „Unter Uns“ oder die „Lindenstraße“. Hier wird einem das „ganz normale Leben“ vorgegaukelt, in Wirklichkeit handelt es doch um konstruierte Scheisse, die niemals passiert. Oder kennt ihr Karl-Simon, den gepiercten schwulen Behinderten, der ein Verhältnis mit seiner älteren schwangeren Cousine Andrea (die ist übrigens heroinsüchtig, immer wieder mal lesbisch und dann doch nicht, wenn’s ins Drehbuch passt, und seit Jahren im Knast) hat? Nein? Na also.

 

Hauptsache blöde Geschichten erfinden, die sich um Alltagsschmarrn, geheime Liebschaften, Intrigen, Streit, Ärger, aber auch „Hoffnung“ (wann kriegt der kleine Michi endlich die lang ersehnte Taschengelderhöhung?) drehen. Das einzig positive an Soaps ist, dass wenn ein Schauspieler nach Jahren ausscheiden will, er sterben oder spurlos „verschwinden“ muss. Sehr lobenswert, einer weniger.

 

Von ähnlich niedriger Qualität sind „Arzt-„ oder „Krankenhaus-Soaps“ wie z.B. „Emergency Room“ oder „Dr. Stefan Frank – der Arzt dem die Frauen vertrauen“. Was interessiert mich der Katheter, die Gürtelrose oder der picklige Hintern von irgendwelchen fremden Menschen? Ich hab Zivildienst gemacht, danke, das reicht. Sehr gut sind auch Autopsie-Shows, bei der sich Nekrophile lustig einen runter holen können…

 

Eins der dunkelsten Kapitel der nicht nur deutschen Fernsehgeschichte, sind die „Reality-Shows“. Wird jeder, der von einem Kamerateam begleitet wird, automatisch interessant und sehenswert? „Ärger im Revier“ oder „Unterwegs beim Ordnungsamt Olpe“ sind gute Beispiele, die zeigen, dass dies nicht der Fall ist. Die Könige dieser Disziplin sind definitiv die „Big Brother“-Idioten, die gelangweilt in irgendwelchen Containern, in Ostdeutschland (vermutlich Nähe Gorleben) rumsitzen und sich anschweigen oder Unterhaltungen auf Bodensatz-Niveau führen.

 

Geht´s noch ärmer? Sollte mir mal extrem langweilig sein, werde ich mir noch eher die längst überfällige Steuer 2003 zur Brust nehmen, als diesen Gammlern beim Nichtstun zu zu sehen. Weitere Beispiele dieser Kategorie wären das „Girls-“ oder „Dschungelcamp“ wahlweise auch „Die Burg“. Hier spielen zwar Immerhin C-Promis mit, aber denen beim rumsitzen zu zu sehen, ist auch nicht weiter unterhaltsam.

 

„Taff“, „Extra“, „Die Akte“, „Exclusiv“ oder „Life!“, das sind die großartigen Boulevardmagazine, die dummerweise immer genau dann laufen, wenn man den Fernseher einschaltet. Hier wird grundsätzlich nur über belanglosen Promi-Dreck berichtet (Michael Schumachers neue Super-Villa in Ost-Monaco, Mooshammers goldene Dildo-Sammlung, Joschka Fischers neue Fitness-Methoden oder über das aktuelle Buch von Michaela Schaffrath aka Gina Wild, die ganz gerne seriös werden möchte…). Alle andere Themen sollen Aktualität, Exklusivität oder „was ganz Verrücktes“ vermitteln, sind aber stinklangweilig: Brustvergrößerung, Basejumpen vom höchsten Gebäude der Welt, das Haus ohne Ecken usw… Das sind Themen, über die noch nie jemand Bescheid wissen wollte und das wird auch die nächsten 100 Jahre so bleiben.

 

Ein wenig aus der Mode gekommen, nach wie vor aber total überflüssig, sind „Talk-Shows“. Dass bei den Darstellern (wir bringen die Wahrheit ans Licht: meist nur gecastete Schauspieler) nur gähnende Leere im Kopf herrscht, genauso wie bei den Leuten, die sich das anschauen, wissen wir alle. Die Hochphase der „Arabellas“, „Sonjas“ und „Bärbels“ dürfte erfolgreich überwunden sein, deswegen gleich weiter zu den „Gericht-Shows“ oder ähnlichem Schrott, die an die Stelle besagter Talk-Shows getreten sind. Hier gibt´s, kreativ wie man halt beim Fernsehen so ist, wieder einmal gecastete Leute, die auf´s Neue auf langweiligen Themen herumkauen. Vollkommener Schwachsinn, wer interessiert sich denn für die „Verurteilung“ des kleines Alex, der seinem Freund die Scheisse aus den Windeln klaute? Gähn. Gähn. Gähn.

 

Eine andere Ausgeburt der TV-Großkonzerne sind „Gewinn-Shows“, die dem Zuseher als „Wer wird Millionär“, „Glücksrad“, „Ruck Zuck“ oder dem „Familienduell“ (ist der Moderator nicht Alkoholiker und elendig verreckt?) rund um die Uhr serviert werden. So ein Blödsinn hat doch im Fernsehen nichts verloren, wer macht sich denn bitteschön für ein minimales Zusatztaschengeld vor laufender Kamera zum Deppen? Leider ziemlich viele, aber will ich dabei auch noch zu schauen? Wenn wenigstens die Gewinne ein wenig ausgefallener waren.

 

Statt einem Traumurlaub für die ganze Familie in Bulgarien (natürlich „alles inkl.“) hätten wir lieber z.B. das Erbe der Augustiner Brauerei, ein Zimmer im Unterwasser-Hotel auf Lebenszeit oder einfach mal ehrliche 60 Mio Euro als Siegprämie. Unter diesen Umständen würde ich vielleicht sogar auch mitmachen, aber wenn´s weiterhin nur um ein paar madige Euros geht oder besagte Scheiss-Reisen, die dem Sender eh nicht wehtun, weil die Werbepause mindestens das 10fache einbringt, nein danke.

 

Als eifriger TV-Konsument kann man ausserdem feststellen, dass spät nachts immer mehr Sender ein sog. „Quiz“ schalten, in dem großbrüstige Frauen extrem leichte Pipi-Fragen stellen: „Was ergibt 4 mal 4?“, „Welches Wort passt nicht in die Reihe: Salami, Gelbwurst, Ölfilterspinne oder Schinken?“ oder einfach der Klassiker „Nennen Sie uns die Unterschiede vom rechten zum linken Bild“. Auch dieses System ist schnell durchschaut: Anrufer bei 14 Euro/min möglichst lange in der Leitung halten und grundsätzlich nie jemanden antworten lassen, wie schlecht ist das denn bitte?

 

Mindestens genau so arm sind „Erotiksendungen“ („Peep!“, „Liebe/Sünde“). Die Berichte über die neuesten Sextrends (beim Sex Mozart hören, Pimmel in Schampus tauchen und ablecken lassen, Erdbeer- und Sahnespiele…gähn…) oder die witzigsten Sexspielzeuge (Kondome in Tele Tubbies Form, Liebeskugeln von Tchibo…) kann man sich doch getrost sparen. Die wahnsinnig ausgefallenen Sex- und Beziehungstipps (wenn’s nicht mehr klappt, dann unbedingt mal Sex im Aufzug probieren, oh Mann!) fallen ebenso in die Kategorie überflüssig. Wer sich beim Sex dumm anstellt, dem ist mit so einer Sendung auch nicht geholfen.

 

Dann mal lieber ab ins Kloster, abends heimlich unter der Bettdecke wixen und noch mal darüber nachdenken, wie es denn so weit mit einem kommen konnte! Eine Alternative wären die „Sexy Sport Clips“, die ab ca. 23:00 auf DSF laufen. Die billigen Ostmädels, die sich auf Tennisplätzen oder Autorennstrecken zwischen ferngesteuerten Autos ausziehen (um darüber zu schreiben, mussten wir uns das natürlich ein paar mal anschauen) sind leider alles andere als „sexy“ und mit „Sport“, hat das auch recht wenig zu tun…

 

Mittlerweile dürfte doch für fast jeden was dabei sein, und damit unsere Besserwisser auch nicht zu kurz kommen und in der Schulpause wieder mal uninteressante Scheisse ablassen können, wurden zum Glück „Wissenssendungen“ erfunden. In Formaten wie „Galileo“ oder „Welt der Wunder“ werden solche Deppen ziemlich gut bedient, der Inhalt eignet sich hervorragend zum blöd aufposen: „Wie kommt das Gemüse in die Dose?“ (Der Besuch bei Bonduelle in Thüringen), „Wie entsteht ein Erdbeben / eine Fata Morgana / ein Waldbrand?“ oder „Warum ist ein Chamäleon überhaupt ein Chamäleon?“ sind doch Themen, die niemanden auf der Welt interessieren (der Klassiker: Zombienerds zeigen im Telekolleg, wie man die Länge einer Hypothenuse berechnet – yeah!). Interessante Themen wären mit Sicherheit: „Wie kommt eigentlich die ganze Scheisse ins Fernsehen?“ oder „Hat der Moderator eigentlich schon mal gefickt?“, aber uns fragt ja keiner.

 

Im Fernsehen kann es eigentlich jeder Vollidiot zu etwas bringen, ein gutes Beispiel sind wieder mal unsere geliebten Promis. Ist ja egal, was man kann (in der Regel nix), aber Hauptsache eine Show wie den „Red Nose Day“ oder die „Afrika-Spendengala“ moderieren. Schon komisch, wenn ein Axel Schulz oder eine Verona Feldbusch durch die Sendung leiten, sich 100 mal versprechen und ständig in die falsche Kamera glotzen. Was soll das denn? Nerven diese Menschen nicht allein schon durch ihre pure Anwesendheit? Aber nein, da muss noch ein dünnes Sendungskonzept drum gesponnen werden, damit der dumme Konsument sich auch noch freut.

 

Ein gutes Beispiel ist Hugo Egon Balder, der andauernd irgendeine Chart-Show moderiert, das nächste Mal: „Die besten Hits für Tage an denen man Durchfall hat“ oder „Die grössten Hits, bei denen der zweite Buchstabe des Schlagzeugers ein K ist“. Mit dabei sind die üblichen Scheiss-selber-Sender-Promis, die für eine Mark als Studiogäste kommen und „voll die Party feiern“. Spezialisten hierfür sind: Oli. P, Axel Schulz (schon wieder), Otto, diverse Comedy-Deppen und so weiter. Spezialist für unqualifizierte Kommentare ist auch Roberto Blanco, der taucht doch überall grundlos auf und versucht Stimmung zu machen (z.B. bei der Eröffnung des neuen REWE in Milbertshofen oder in besagten Boulevard-Magazinen). Man könnte den doch mal vor laufender Kamera zusammenschlagen, weil „Ein bisschen Spaß muss sein“, oder nicht?

 

Zu guter Letzt noch ein paar Sendungen, bei denen uns einfach die Worte fehlen: „Frauentausch“, „Schnulleralarm“, „S.O.S. – die Heimwerkersendung“, „Herzblatt“, „Home Shopping Europe“, „Money Trend“, die „Simpsons“ (ja, wir finden die beschissen!), „Der Frauenknast“, „Alarm für Cobra 11“, „Nur die Liebe zählt“ oder einfach reisserische Tiersendungen aus dem Outback, bei denen die millionste supergiftige Würgemonsterschlange gezeigt wird (langweilig). Früher gab es mal eine österreichische Tiersendung, dort wurden sabbernde und verwahrloste Haustiere verschenkt, die natürlich nicht stubenrein sind – geht´s noch?

 

Über einen ganz großen Industriezweig, das Musikfernsehen, wollen wir erst gar nicht sprechen. MTV und VIVA sind stinklangweilig und in Wirklichkeit reines Werbefernsehen und wer schaut sich denn freiwillig Werbung an, wohl niemand, oder?

 

Ihr seht, Fernsehen ist leider echt für den Arsch! Also, seid gewarnt, auch wenn die Verlockung bisweilen gross ist, schaltet den Scheiss-Fernseher erst gar nicht ein. Lasst es, es bringt nichts!

 

In diesem Sinne: Grüße und „Turn off your TV and go skateboarding!“
Euer Shredder Mag

 

PS: Wusstet Ihr, dass man von zu viel fernsehen, viereckige Augen bekommt? Vorsicht, Vorsicht.