Shredder Einlauf #5: Das Internet

 

shreddermag_shredder einlauf_logoLieber User,

 

im Kreuzfeuer der knallharten Shredder Mag-Recherche, steht heute das unendlich große, anonyme Etwas namens Internet (kommt übrigens von „inter“ = lat. „zwischen“ und „networking“ = engl. „vernetzen“). Ja genau, dieses ungreifbare Bündel Cyberspace, dass seit einigen Jahren die gesamte Welt verwirrt und zum „globalen Dorf“ zusammenschrumpfen lässt. Das Internet – die Businessperspektive der „New Economy“, Tummelplatz für Heerscharen von Arschlöchern und schier unendliche Informationssammlung in einem… Doch fangen wir ganz von vorne an. Das Internet enstand – wie hoffentlich jeder weiß – im Kalten Krieg als Folge des Wettrüstens zwischen Ost und West. Damals war man ständig auf der Suche nach einem für eventuelle Krisenzeiten vorhergesehenen Kommunikationssystem. Das gelang erstmals ca. 1957 der amerikanischen Forschungseinrichtung „ARPA“ (Advanced Research Projects Agency), die erfolgreich 16 Rechner vernetzte (wow!). Die beiden ersten Anwendungen dieses sogenannten „APRANETS“ waren das „TELNET“ und „FTP“ und bald darauf wurden auch die entscheidenden Netzwerkprotokolle „TCP“ (Transmission Control Protocol) und „IP“ (Internet Protocol) erfunden. Nach weiteren spannenden Tüftelleien (SATNET, PRNET, LANGEWEILENET) kam dann endlich, im Jahre 1976, das erste „UUCP“ (Unix-to-Unix-Protocol) zustande (uns fällt ein Stein vom Herzen) und dann entwickelte man …blabla… …gähn… und überhaupt … militärischer Datenaustausch … dann irgendwann über „MILNET“ …uaah… „ARPANET“ wird durch „NSFNET“ abgelöst …schnarch… und dann hat jemand die Hyperlinks erfunden, durch die das „WWW“ (World Wide Web) entstand und damit war dann halt das scheiss Internet da, ok?

 

Doch was ist eigentlich das Schlimme am Internet? Keine einfache Fragen, aber mit Sicherheit sind ein Faktor, bestimmte Menschen, die das Internet benutzen. Nehmen wir also erst mal die klassischen „Internet-User“ unter die Lupe, vor denen wir ohne Internet wahrscheinlich verschont geblieben wären.

 

Um die größten Klischee-User abzuhaken, widmen wir uns gleich mal den Nerds. Jeder kennt welche oder hatte wenigstens in der Schule ein paar schöne Exemplare sitzen (hoffentlich nicht direkt neben sich, denn dann ist man mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst einer). Nerds zeichnen sich gewöhnlich durch ihre extrem ungeselligen Hobbies (z.B. Löten oder „Computern“) aus und sind entweder spindeldürr und picklig oder fett und auch ätzend. Beide Kategorien schmücken sich mit schlecht sitzenden Kassengestellen auf der Nase und sind mit großer Wahrscheinlichkeit schlecht angezogen (sowas wie türkiser Nicki-Pulli in die senfgelbe Karottenhose gesteckt, dazu aubergine-farbener Anorak) und haben ganz sicher noch nie gefickt. Kurz nachdem das Internet erfunden war, konnte man für einige Zeit, wenn man ganz still war, leise Freudenschreie aus den Kellern der Republik hören, denn der neue Tummelplatz für technische Spielereien garantierte, dass die Nerds auch für die nächsten 20 Jahre das Haus nicht zu verlassen brauchten. Ergänzende Hobbies zum stundenlangen vor-dem-Computer-sitzen sind ausgeflippte Dinge wie DVD, Pizza bestellen und nicht-Ficken (aber das haben wir, glaube ich, schon erwähnt). Man kann über die Nerds sagen, was man will, aber dieser Schlag Mensch ist eigentlich völlig ungefährlich, da er sich selten im öffentlichen Raum bewegt, dort schnell seine Artgenossen erkennt und dann meistens auch unter sich bleibt. Sollte man jedoch Opfer eines Gesprächs zweier Nerds werden, dann Gnade einem Gott! Langweiliger geht´s schwer: HTML und Java, C++ und POP3-Server, schnell ´nen fixen Update oder doch lieber neues Dual-Motherboard? Tipps zum Computer-neu-Aufsetzen, Internet-Varianz-Accelerator, Backbone-Verschleiss, die gute v1.2f-Toolbox oder lieber ein wenig 29bit-Technologie? Gerne auch mal Gepose mit CPU-Takt-Raten oder der gigantischen Upload-Brandbreite der neuen ADSL Flatrate, aber nie Gepose über den Aufriss am Vorabend (Ihr wisst schon warum…). Schlimm, schlimm, aber wenigstens scheinen sich die Nerds selbst mit ihrer kläglichen Existenz abgefunden zu haben.

 

Die nächste Gruppe, die – ohne dass man nach ihnen gefragt hätte – durch das Internet auf die Welt gespült wurden, sind die ganzen Business-Arschlöcher der sogenannten New Economy. Das sind die schleimigen Karriere-Typen, die mit einem irgenteinem Service-Portal für irgendeinen Scheiss sauviel Geld machen wollen, ständig darüber reden, den ganzen Bankkredit sofort in einen Audi TT stecken und mittlerweile – satanseidank – wieder ganz kleinlaut beim Penny Regale einräumen. Leider sind Marotten, wie schnell mal von unterwegs mit dem Handy ins Internet und die Börsenkurse abchecken, bestehen geblieben. Ist zwar sauteuer und wird auch nicht gemacht, weil man die Kurse jetzt unbedingt wissen müsste, sondern einfach nur, weil die technische Möglichkeit dazu besteht. Hauptsache, man fällt auf und kann sich schön wichtig machen. Immer dabei sind posige Fremdwörter aus dem kleinen Marketing-1×1, wie Network Communications Operation Center, Managed Security Service Network, Bruttokapazität, Peak-Auslastung, Core-Network, Multi-Layer High Speed Switching, Average-Load oder Service-Level Agreement, die zwischen Business-Lunch und Anal-Sauna immer gerne ausgepackt werden.

 

Nicht fehlen darf dabei der neueste Palm, der bei jedem Scheiss mit einem „Das ist aber saupraktisch!“-Besserwisser-Arschloch-Gesicht „gezückt“ wird. Damit das mal klar ist: so ein Gerät braucht niemand! Was soll man denn damit? Möchte ich ständig mein gesamtes Adressbuch, die letzten 100 Kontoauszüge, tolle „Games“ wie Moorhuhn 4D und einen digitalen Kompass mit mir rumschleppen? Oder lieber schnell noch ein paar lustige (frisch aus dem Internet gezogene) Vidoeclips anschauen? Der Palm fällt in die selbe Kategorie wie die internetgesteuerte Kaffemaschine, deren Namen wie aus Rücksicht auf unsere jüngeren Leser heute jedoch mal verschweigen wollen.

 

Große Arbeit leistete das Internet, beim Heranzüchten der mit Abstand verachtungswürdigsten User-Gruppe: die Sex-, Fäkal- und Fetisch-Deppen. Im stillen Kämmerlein unbeobachtet auf 14-jährige in Schuluniform gesteckte Asiatinnen wixen, die sich´s ordentlich mit Doppel-Dildos besorgen? Das ist doch arm. Ebenfalls schwer zu ertragen sind auch alle weiteren Fetisch-Freunde. Wir haben lange recherchiert (es war schrecklich!) und können Euch hier die dümmsten und widerwärtigsten Fetische präsentieren. First of all: Anscheissen – wie könnte es anders sein? Dann Bock auf Frauen mit Gips, Omas (!), Fußlecken, Männer in zu engen Putzkleidern, Gummistiefel-Sex oder der berühmte Pomito-Tomaten-Sex auf Plastikbettwäsche. Des Weiteren Sex mit Tieren, Turnschuhen, Küchengeräten, exotischem Obst, Unterwäsche von Verwandten, Hackfleisch, Teddybären, Enzyklopädien… es reicht! Was ist bloß mit der Menschheit passiert? Gab es solche Menschen auch schon vor dem Internet? Man muss befürchten ja, aber das Internet ist auf jeden Fall schuld, dass diese Menschen sich nun untereinander austauschen können (darüber bitte nicht zu lange nachdenken!) und dieser Schrott an jeder Ecke erhältlich ist. Verdammt nochmal, da muss doch mal was getan werden!

 

Viel lieber, weil weit weniger schlimm, sind uns da schon die nächsten erwähnenswerten Gruppen an Internet-Benutzern. Da wären z.B. noch die älteren Semester unter uns, die zwar schon erste Anzeichen einer herben Demenz mit sich herumtragen, sich aber trotzdem einbilden, das Internet nutzen zu müssen. Dementsprechend kriegen sie überhaupt nichts auf die Reihe, laden ständig Dialer herunter und nerven ohne Unterlass ihre Mitmenschen. Also, wer nicht mal einen Videorekorder programmieren kann: Finger weg von komplizierteren Technologien! Ausserdem brauchen diese Menschen eigentlich eh kein Internet, da sie ihre Zeit besser dafür nutzen sollten, noch die letzten wichtigen Besorgungen vorzunehmen und sich auf den baldigen Tod vorzubereiten.

 

Da diese Bevölkerungsschicht eigentlich saulangweilig ist, gehen wir lieber gleich weiter zu welchen, die sich schon besser im Internet auskennen: Die Chat-Arschlöcher! Dieses Volk stellt eine Art Nerd-Splittergruppe dar, da sie sich das „Hobby: Internet“ teilen und im Alltag ebenfalls große Looser sind. Im Cyberspace jedoch geht – der hohen Anonymität sei dank – die Post ab! Zuerst wird sich schnell eine supercoole Identität geschaffen, um im Flirt-Chatroom als User „Latin-Lover24“, „SexMalSex“, „Superficker2000“ oder „29cm-Boy“ zu beeindrucken und dann kann man sich schön von seiner (oder irgenteiner) besten Seite präsentieren, um sich mit einer anderen Person (z.B. „Superchick18“ oder „MissWuppertal“) anzufreunden oder mehr. Da eh alle bescheissen, kann das erste reale Date aber schnell zur Enttäuschung führen. Schon bitter, wenn man mit „Sweet-Loverbabe“ verabredet ist, aber nur „hässliches Riesenarschloch“ auftaucht. Später kann man dann seinen (wahrscheinlich auch nicht besonders hübschen) Kindern erzählen: „Hey, wir haben uns im Netzt kennengelernt!“. Die Frage bleibt nur, warum diese Leute im „normalen“ Leben niemanden kennenlernen? Hm… Ein ähnliches Verhalten kann man bei den SMS-Chat-Spongos erkennen, die doch tatsächlich 3 Euro pro SMS zahlen – aber Mobiltelefone sind ein anderes Thema.

 

Super-Typen finden sich auch unter den Forums-Anhängern. Auch hier wird sich schnell ein cooles Alter-Ego („Oberchecker-Alex“ oder schlicht „Terminator“) geschaffen und dann munter über die grössten Nichtigkeiten diskutiert. Doch, was gibt es einsameres als Kommunikation mit Fremden über‘s Internet?
Etwas ebenfalls sehr einsames hat das sogenannte Internet-Gaming, ist dies doch die Möglichkeit für Menschen, die in der echten Welt nicht so gut zurecht kommen, Ihre ganze Zeit doch irgentwie loszukriegen. Solche Typen (zu 99% männlich) wohnen dann meist noch zu Hause, sind aber Mitglied im HalfLife-Clan „Killermachines“. Applauso! Ähnlich dumm sind Online-Spiele á la Pinguin-Weitwerfen, Bingo, Betrunken-Pinkeln oder „Fuchs, Du hast die Gans gestohlen!“.

 

Zuletzt wollen wir noch auf etwas zu sprechen kommen, von dem wir auch nur über das berühmte „Hören-Sagen“ wissen: Es soll auch Menschen geben, die über´s Internet studieren. Warum?

 

Wenn man sich so die verschiedenen Gruppen von Nutzern des Internets ansieht, wird einem dann auch schon langsam klar, warum es da so scheisse zugeht. Das kann so ja auch nichts werden! Die Beschissenheit der User manifestiert sich vor allem in der sogenannten „Homepage“. Allein das Konzept der Homepage an sich zeigt schon die Richtung an: Menschen, für die sich in der Realität schon niemand interessiert, pumpen das Internet mit Infos über sich und ihre Interessen voll. Das kann doch unmöglich aufgehen!  So nutzen einige ganz besondere Spezialisten das Internet ausgiebig, um ihre fragliche Persönlichkeit darzustellen. Ein schönes Beispiel dafür findet Ihr auf www.moosy.de. Der Betreiber dieser Seite ist sich nicht zu schade, seinen Lebenslauf als „Technische Daten“ ins Netz zu stellen. Und wer hätte das gedacht, er wiegt auch noch 780 N! Ha ha, wie lustig. Doch damit nicht genug, denn seine Hobbys sind „Elektronik und die Telekommunikation“, weiter heisst es „Ich bin ein begeisterter Fan von allen Dingen rund um den Mobilfunk und verbringe Nachmittage damit, in der Gegend herumzufahren und die Mobilfunk- Basisstationen von T-D1, D2 privat, E-Plus und VIAG Interkom zu suchen.“. Das ist doch der pure Wahnsinn! Wen interessiert das? Vor dem Internet gab´s so etwas einfach nicht. Doch nun gibt es eine Basis, auf der sich jeder x-beliebige Penner produzieren kann. Das muss aufhören! Ein weiters Schmankerl gibt´s auf www.string-emil.de – und dreimal dürft Ihr raten: Ist das ein Riesenarschloch? Das Repertoire an beschissenen Homepages ist schier unendlich, so dass auf alles einzugehen, hier den Rahmen sprengen würde. Ausserdem müssen wir beim Schreiben auch ein wenig auf unsere gute Laune achten und reden darum sofort über etwas anderes.

 

Ein Eldorado ist das Internet auch für Schnäppchenjäger. Nicht nur, dass „Schnäppchen jagen“ eh schon beschissen genug wäre, nein, im Internet wird diese Handlung häufig noch mit dem Zusatz „ist doch saupraktisch“ kombiniert. Die Frage ist nur, ob sich der Sack Zwiebeln von eBay, bei dem man stolze 8 Cent gespart hat und den es ausserdem auf der Strassenseite gegenüber auch gibt, wirklich gelohnt hat? Auktionshäuser wie eBay zeigen uns eh mal wieder die hässliche Fratze des Wahnsinns der Menschheit. Nicht nur dass uns die ganzen alleinstehenden Frauen („Powerseller“) auf den Sack gehen, die sich mit dem Verkauf von „hochwertigem Holzspielzeug“ ein zweites Standbein geschaffen haben. Nein, wie immer im Internet wird man auch ständig beschissen oder wenigstens für dumm verkauft. Komisch, dass jede Durchschnitts-Platte, die ich mir ansehe, plötzlich „ultra-rar“, „sehr selten“, „schon vergriffen“ oder die „XY-Japan-Pressung“ in „mangofarbenem Vinyl“ ist und damit „nur für Sammler“ und doppelt so teuer.
Der grosse Hype seit ein paar Jahren (und auch bei Schnäppchenjägern gern gesehen) sind so genannte „Download-Stationen“, wie Kazaa, Napster oder eDonkey. Diese verleiten alle möglichen Deppen dazu streng gemäss dem Grundsatz „Quantität statt Qualität“ alles herunter zu laden, was geht. Was aber nützen mir 150 GB MP3s, wenn 99% davon beschissen sind? Hauptsache umsonst, wie geil! Ich nehme mir doch auch nicht jede Bild-Zeitung von kostenlosen Abo-Ständen mit oder probiere jedes scheiss Schnittchen im Supermarkt.
Als letztes noch ein Wort zu eMails. Das mit den eMails hat sich anfangs ja ganz gut angelassen und hat auch den ein oder anderen praktischen Moment hervorgebracht, aber mittlerweile haben 90% aller Mails das Betreff „Wanna enlarge your Penis?“, „Wanna buy extrem billigen Toner?“, „Wanna see mother and uncle fucking?“. Meine lieben Damen und Herren Versender, ein für alle Mal: Die Antwort ist Nein!

 

So, jetzt reicht’s! Wir hoffen, Euch ein wenig die Augen geöffnet zu haben, damit Ihr jetzt endlich auch mit ruhigem Gewissen sagen könnt: Ja, das Internet ist beschissen! Da aber alles Schlechte auch sein Gutes hat, zum Schluss noch der allereinzige Vorteil des Internets: Man kann das Shredder Mag auch lesen, wenn man keine Papierversion mehr ergattert hat! So, und jetzt bitte sofort den Computer ausschalten und raus in die Realität.