Shredder Einlauf #3: Prominente

 

shreddermag_shredder einlauf_logoEgal, ob man (in der Hoffnung, dass vielleicht gerade eine alte Folge „Praxis Bülowbogen“ wiederholt wird) den Fernseher einschaltet, den Blick in eine tagesaktuelle Zeitung wirft oder auf dem Klo in der neuen Ausgabe von „Wild & Hund“ oder „BravoGirl“ blättert, immer drängelt sich eine Gattung Mensch mit ungestümer Penetranz in unsere Aufmerksamkeit: Die Prominenten.

 

Überall liegen Sie in den Medien wie Zecken auf der Lauer, um sich feige auf unsere Nerven und unsere gute Laune fallen zu lassen und diese genüsslich auszusaugen! Es ist ein Skandal, welcher Stellenwert diesen Menschen in unserer Gesellschaft eingeräumt wird. Dies sei ein für alle mal gesagt!

 

Prominente gibt es wie Sand am Meer und in unterschiedlichsten Erscheinungsformen. Von Lokalprominenz bis zum Superstar – eins haben sie gemeinsam: Sie gehen uns nicht wenig auf den Sack! Darum haben wir uns hier nun vorgenommen einige Gruppen von Prominenten gezielt herauszugreifen, um unserem Ärger Luft zu machen. Das ist zwar mühsam und erfordert Nerven aus Stahl, aber wer sollte es tun, wenn nicht wir vom Shredder Mag? Also, los geht’s…

 

Fangen wir mit dem Prototyp des überflüssigen Prominenten an: Dem Promi, von dem eigentlich niemand genau weiss, warum er berühmt ist. Er hängt in Talk-Shows rum, macht Werbung für Marmelade, eröffnet Supermärkte und Autobahnraststätten, tritt hin und wieder in einem Teppichhaus auf und wenn er einen besonderes guten Tag hat, überreicht ihm der Bürgermeister von Treuchtlingen den goldenen Schlüssel zur Stadt. Doch offene Fragen bleiben: Warum genau kennt jeder Roberto Blanco? Was genau war das letzte, das Bürger Lars Dietrich aufgestellt hat? Hat die Menschheit Jürgen Drews irgendetwas zu verdanken? Warum darf der dicke Mooshammer immer und überall seinen Senf zu allem abgeben? Und warum fangen alte Frauen gleich immer hektisch zu tuscheln an, wenn Ron Williams den Saal betritt? Wie es scheint, eines der letzten grossen Rätsel der Menschheit.

 

Schwenken wir gleich zum anderen Extrem: der Megastar. Der Megastar ist total ausgeflippt, mindestens 10x geliftet, hat eine 93-Zimmer-Villa („Irgentwasland“) in Beverly Hills, hält sich einen Elefanten namens „Junior“ oder wenigstens ein paar Geparde, hat eine treue Fanbase in Malaysia, sammelt Buddhas aus massivem Gold mit Platinwindeln, lässt zum Frühstück Kornspitz mit dem Hubschrauber kommen, besitzt einen mit Champagner gefüllten Pool hatte schon mal eine Audienz beim Papst (Wir erblassen vor Neid!) und das wichtigste: Natürlich hat er schon Vorkehrungen getroffen, sich nach seinem Tode entweder in einem Mausoleum aus Perlmutt begraben zu lassen, bzw. lässt sich einfach einfrieren, in der Hoffnung… aaargh!!!….ich muss kotzen!

Passend zu diesen berühmten Menschen gibt es eine weitere und besonders erbärmliche Kategorie: Promis, die erst Promis sind, seit sie sich von einem anderen Promi haben bumsen lassen. Wir möchten ein paar Frage in den Raum stellen: Was hat Verona Feldbusch berühmt gemacht? Naa? Welchen Posten hatte der Mann von Maria Carey bei Sony Music? Hmm? Warum haben wir Veronika Ferres seit ihrer Scheidung von ihrem Produzenten-Macker in keiner Hauptrolle mehr gesehen? Und? In was hat Jenny Elvers noch mal promoviert? Verdammt, ich komm einfach nicht drauf! Solche Promis sind erst monatelang auf der Titelseite der Bunten zu finden, bringen dann eine eigene Modekollektion oder ein Parfüm raus, auf das die Welt gewartet hat und landen letztendlich bei SuperRTL, wo sie The Dome oder den „Frauentausch“ moderieren. Wenn sie clever sind, lassen sie sich gleich von ihrem Promi-Macker schwängern und kassieren ordentlich Alimente. Darum, liebe männlichen Promis, ergeht folgender Tipp (for free!) von uns an Euch: Beim Sex mit unbekannten Damen in Besenkammer, Gebüsch oder auf der Yacht eines Freundes: immer nur Arschfick!

 

Wird dies nicht beachtet, kommt es zu einer Schwangerschaft und eine neue Plage der Menschheit ist im Anmarsch: das Promi-Kind. Promi-Kinder koksen mit 14 und können in der Regel nichts. Dennoch betonen sie ständig, dass Sie das „alles ganz ohne die Hilfe ihrer Eltern geschafft“ haben. Ja was denn eigentlich? Den peinlichen JackAss-für-ganz-Arme-Verschnitt vom Sohn von Uschi Glass? Die echt unter die Haut gehenden Schmuse-Hits von Enique Iglesias? Die Internet-Pornos von Paris Hilton? Kinder, Kinder! Geht mal lieber schön zur Schule, macht danach brav eine Lehre (was anständiges: Metzger oder Krankenschwester oder so) und dann sucht Euch einen Job. Damit wäre uns allen mehr geholfen und auch ihr selbst habt eine Aufgabe, der ihr vielleicht gewachsen seid.

 

Mit den Promi-Kindern haben die TV-Promis eines gemeinsam: Auch sie können in der Regel erschreckend wenig. Wobei so ganz stimmt das nicht: Helmut Zerlett kann Heimorgel spielen, Maren Giltzer kann grosse Buchstaben umdrehen, Susan Stahnke kann ablesen, Slatko kann singen und schauspielern, der Küblböck kann nur singen, der Walter (der von „Der Preis ist heiss!“ natürlich!) kann Produkte anpreisen und Nils Bokelberg… äh… der kann sich fehlerfrei mit verbundenen Augen die Schuhe binden!

 

Wenn wir schon dabei sind noch ein paar Worte zu Promis aus Deutschland im Allgemeinen: die sind nun wirklich zweite Klasse. Till „Hollywood“ Schweiger, Claus-Jürgen Wussow, Uli Wickert – die kennt doch schon in der Schweiz keine Sau mehr!

 

Ganz schlimm sind auch Adlige. Die sind immer die grössten Spiesser – oder noch schlimmer: haben ein Delfin-Tattoo und fahren Rollerskates – und sind nur deshalb bekannt, weil irgendein Vorfahr im Jahre 1432 ein paar Bauern oder Rittersleute übertölpelt und dabei deren Ländereien abgestaubt hat, die seine Familie seitdem nicht mehr hergegeben hat. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Ja wo sind wir denn? Dass ganze Jahr hängen sie dann bei der Jagd, in Kanzleien oder auf Charity-Veranstaltungen ab und wenn einer heiratet ziehen sie sich ein paar Reifröcke oder Fantasie-Uniformen an und spielen „Wir haben 2004 – na und?“.

 

Da sind uns die Promis, die die berüchtigte „traurige Berühmtheit“ erlangt haben, schon erheblich lieber. Da steckt meist wenigsten noch ein bisserl Action dahinter. Matthias Rust fliegt 10.000 km in einer Cessna bis nach Moskau! So ein Depp. Der Kannibale von Hessen isst einen Menschen bei lebendigem Leibe und filmt sich dabei! Ist der ätzend. Das „Klonschaf Dolly“ ist das erste geklonte Schaf (wie der Name schon wage erahnen lässt!)! So ein Scheisstier. Der Elefantenmann ist soo dick, dass er von seinem eigenen Gewicht zerquetscht wird! Was für ein Looser. Ihr seht, die traurige Berühmtheit hat einen hohen Unterhaltungswert, ist aber leider ein verdammt undankbarer Job, wie auch folgendes Stück Zeitgeschichte belegt: DER ERSTE AFFE IM WELTALL! Ohne dass ihn jemand gefragt hätte, wird er in eine hässliche Ostblock-Raumkapsel gesteckt und ins All geschossen. Sein Bild geht um die Welt, er ist ein Star! Und dann? Bei der Landung fängt seine Raumkapsel Feuer und die zuständigen Raumfahrttechniker holen noch nicht mal einen Feuerlöscher. Madig, madig.

 

Noch lustiger sind in der Regel nur noch echte Promis, die es richtig cool verbauert haben. Rob Pilatus und Fab von Milli Vannilli zum Beispiel. Heute ein Star, morgen schon Crack-abhängig und Tankstellenräuber – schnell kann’s gehen. Und der gute alte Möllemann, dem zu Ehren wir fordern, dass die Redewendung „Ich glaub, ich mach ´nen Mölleman!“ ab sofort von allen Lesern in den aktiven Wortschatz für halbschariges sich-aus-dem-Staub-machen übernommen werden muss! Super auch der Selbstmord von Rex Gildo (aus dem ersten Stock auf eine Wiese springen und trotzdem sterben!). Ha, ha, ha, das ist Slapstick! Cool in den Sand gesetzt hat es auch der Motivationsguru Emile Ratlebrand („Tschakka!“) der mittlerweile pleite und wegen Betrug im Knast sitzt (Tja, man kann alles schaffen, wenn man es nur will…). Da keimt in einem doch schon wieder ein zarter Glauben an die Gerechtigkeit auf! Klassisch auch die Karriere der „Porno-Queen“ Sybille Rauch (War das nicht die aus „Stewardess im Samenstress“?), die mittlerweile in einem Wohnwagen auf einem assligen Campingplatz wohnt und auf’s allererbärmlichste um die Aufmerksamkeit der RTL-Boulevard-Sendungen buhlt (Beispiel gefällig? Gerne: Sie tollt mit einem etwa 200 Jahre alten, angeblichen Millionär am Strand herum und skandiert: „Ich habe meine grosse Liebe gefunden!“). Welch Trost, wenn einem Prominente wenigstens auch mal zur Freude gereichen.

 

Weil wir nun schon viel zu viel Zeit, als gut ist, auf Prominente vergeudet haben, sollten wir schnell zum Ende kommen. Doch zum Schluss wollen wir noch ein Geheimnis lüften, das bis zum heutigen Tag im Shredder-Hochsicherheitstresor im 39. Untergeschoss des Shredder Buildings gleich neben Teilen des Bernsteinzimmers, Napoleons Pimmel, der Schwarzen Mauritius (übrigends noch seltener als die Blaue) und den signierten Bundhosen Albrecht Dürers gelagert wurde, nämlich, welches die drei grössten Promis der Weltgeschichte sind: Jesus, Hilter und Elvis (die kennt nun wirklich jeder!).

 

Euer (berühmtes) Shredder Mag