Shredder Einlauf #1

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Man hat uns gebeten ab sofort, hier im großartigen southspace.com die Rubrik „Shredder Einlauf“ zu leiten, mit der Aufgabe, alle schlimmen Dinge, mit denen wir uns täglich rumschlagen müssen, an den Internet-Pranger zu stellen. Und weil es uns ein wichtiges Anliegen ist, Haß und Zwietracht zu verbreiten, machen wir das doch gerne. So, womit fangen wir an? Dass Kid Rock ein Scheißtyp ist, dass die ganzen R’n’B-Schniksen jetzt auch Nietengürtel tragen (Dürfen die das?) und dass Hausaufgaben „voll abnerven“? Langweilig, langweilig, langweilig. Bevor wir uns also blindem Populismus hingeben (später gerne), fassen wir doch erst mal der eigenen Szene prüfend von hinten an den Sack:

 

– Woher kriege ich das Formular, um meinen Punker-Ausweis verlängern zu lassen und wie werde ich eigentlich Mitglied in der Punkrock-Style-Polizei?

 

– Ist es cool und wichtig, beim Pogen wie Henry Maske auszusehen?

 

– Warum werde ich immer nur von Punks mit Haartönung und Accessoires im Wert von mindestens 120.000 EUR angeschnorrt und später angemacht, dass ich nicht „Punk genug“ bin?

 

– Welche Münchner Bands rocken wirklich so, wie sie sich’s auf die Stirn schreiben? Und welche Kneipen?

 

– Wann muss ich mich eigentlich entscheiden, ob ich lieber Skatepunk, Streetpunk, Orignalpunk, Rock’n’Roller, Skinhead oder Hardcore-Typ sein will?

 

– Wie viel stellen eigentlich die Leute auf, von denen die meiste Pöbelei kommt?

 

– Ist Lächeln „Punk“?

 

– Ist es schlimm, dass ich Abi habe?

 

Hm, sehr sehr schwierig. Wenn Ihr Antworten habt, publiziert sie doch bitte hier im Forum, wir kapitulieren und schreiben dann doch lieber über Jeanette Biedermann. Die glaubt doch wirklich, dass ihr auch nur eine Person, das neue im großen September-Marketing-Meeting abgesegnete Rock-Image abkauft. Man sollte sich halt mal lieber doch nicht von einem beschissenen Medienarsch mit Mode-Iro und „Smirnoff Ice“-Schlüsselband, das lässig aus der „Punk Royal“-Cargo-Arschloch-Hose hängt, beraten lassen, sondern besser von Duane Peters oder wenigstens Axl Rose. „Rocking on heavens floor“ – das ist doch kein Titel für ein Lied, sondern der Werbeslogan der „Jungen Christen Erlangen/Fürth“?

 

Bleibt nur die grausame Ahnung, dass genau die ihre Zielgruppe sind. Iss mir schlecht!