hellcat_shreddermagV.A. – Give ‚Em The Boot II (Hellcat)
Sampler, die Zweite: Diesmal haben wir Hellcat Records im Visier. Hellcat ist als Unterlabel von Epitaph schwerpunktmäßig für Ska und rauhen Street-Punk zuständig. Neben Rancid, die gleich dreimal vertreten sind, findet sich hier unter anderem auch Material von den Dropkick Murphy’s, U.S. Bombs, The Gadjits, The Slackers, Choking Victim, Hepcat und Jamaikas Dancehall-Rocker Buju Banton. „Give ‚Em the Boot II“ garantiert einem ein Stunde abwechslungsreiche Musik in gewohnt hoher Epitaph-Qualität. Da auch dieser Sampler zehn Mark kostet, ist er außerdem der ideale Wegweiser beim Alben-Kauf.

millencolin_shreddermagMillencolin – Pennybridge Pioneers (Burning Heart)
Da isses, das neue Album der Everybody’s-Darlings, und auch hier saß Brett Gurewitz hinterm Mischpult. Man könnte sagen, Millencolin sind jetzt älter und reifer geworden, aber wer kann das schon beurteilen, wenn er die Jungs gar nicht persönlich kennt. Tatsache ist, dass das Album ruhiger zur Sache geht und abgeklärter klingt, als die vorhergehenden Alben. Auf den ersten Blick eine recht zahnlose Angelegenheit, aber nach ein paarmal hören, haben sich alle Melodien und sämtliche Texte im Kopf festgefressen. Millencolin haben sich weiterentwickelt und alten Zeiten nachzuheulen ist Blödsinn, denn auch ohne Punkrock-Knüppel legen sie mal wieder ein cooles Album hin.

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All Saints – Pure Shores (Universal)
Nichts ahnend geht man in den CD-Laden, um zu sehen, was es so Neues gibt, und dann passiert das: Durch Zufall fällt der Blick auf das sonst so gemiedene Single-CD-Neuheiten-Regal und schwupps, man ist verloren. Die All Saints haben mal wieder eine neue Single draußen und zu allem Überfluß enthält diese auch noch ein Mini-Poster, auf dem die sonst schon recht ansehnlichen Damen in pornographischster Weise Eis lutschen. Also, rennt man sofort damit zur Kasse und dann ab nach Hause. Zu Hause als allererstes das Poster aufgehängt und die Single weggeschmissen. Na toll, wieder mal ist man der eiskalt berechnenden Plattenindustrie auf den Leim gegangen…

 

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Fu Manchu – Kings Of The Road (Edel)
Fu Manchu haben sich dem Rock verpflichtet und sie machen Ihre Sache verdammt gut! Sämtliche Riffs brechen ab der ersten Minute mit einer dermaßenen Brachialkraft auf den Hörer ein, daß dieser das Gefühl hat, alle Instrumente würden permanent unter mehreren Tausend Volt stehen. „Kings Of The Road“ bietet eine perfekte Mischung aus Black Sabbath und Kyuss – nur irgendwie viel viel fetter. Erfreulich auch, wie gut sich diesmal Scott Hills Quäke-Shouterei ins Gitarrengewitter einpaßt, wenn er über’s Autofahren und vom Rock’n’Roll-Rabauken-Dasein singt. Fu Manchu werden es bei der nächsten Platte verdammt schwer haben, noch eins drauf zu setzen.

 

snapcase_shreddermagSnapcase – Designs For Automotions (Victory)
Nach langer Zeit endlich das neue Album. Snapcase sind erklärte Refused-Fans und was sie hier abliefern, kann durchaus mit „The Shape Of Punk To Come“ mithalten. New School-Hardcore, so druckvoll und kompakt, dass er Beulen in Beton schlägt. Mit „Designs For Automotions“ vertont Snapcase die Suche nach der eigenen Identität und Persönlichkeit. Wieviel des eigenen Handelns wird durch Dich selbst bestimmt und wieviel von außen eingeimpft? Die Band will uns zum Nachdenken bewegen, was wirklich zählt. Fast wie eine Zusammenfassung des Albums mutet daher die letzte Textzeile an: don’t refuse your mind.

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V.A. – Cheap Shots IV (Burning Heart)
Label-Sampler, die Erste: Cheap Shot IV gibt einen Überblick über das LineUp des schwedischen Labels Burning Heart. Die CD ist mit 25 Tracks von 24 Bands randvoll und ein sicherer Kauftip (kostet nach guter Punrock-Maier auch nur ’nen Zehner). Die Qualität die das zur Hälfte Epitaph gehörende Label hier an den Tag legt ist beeindruckend. Bei keinem Lied kann man sagen, es wäre irgendwie schlecht, und mindestens die Hälfte sind absolute Killer. Hätte ich zu viel Geld, wäre ich in den Plattenladen gegangen und hätte einfach von jeder auf dem Sampler beteiligten Band das aktuelle Album bestellt.

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The Pietasters – Awesome Mix Tape #6 (Hellcat)
Wieder mal eine CD, bei der der fleißige Mr. Brett seine Finger mit im Spiel hatte. Nach Bad Religion klingt es aber kein bisschen, denn die Pietasters schenken uns eine wunderbare Mischung aus Up- und Downtempo Skatracks, Kastagnetten+Bläserterror-Rockabilly und Punkrock à la Sublime. Textlich geht es um die Probleme des täglichen Lebens unter besonderer Berücksichtigung der weiblichen Bevölkerung. Das einzige was beim Hören dieser CD ein wenig unheimlich ist: Alles ist so wunderbar eingängig, dass man damit nicht mal hartgesottene Radio Energy-Fans aus dem Zimmer vertreiben kann. Aber egal, CD rein und der Sommer kann kommen.

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Die Skateboard-Kultfirma VANS wurde von Paul Van Doren und seinen Partnern Jim Van Doren, Gordy Lee und Serge D’Elia im Jahre 1966 gegründet. Ihr erstes Schuhgeschäft eröffneten sie am 15. März dieses Jahres in Anaheim, Kalifornien. Dort wurden drei verschiedene Styles, zu jeweils $2.49, $ 4.49 oder $4.99, angeboten. Da sich das ganze Unternehmen noch in der Anfangsphase befand, existierten zu diesem Zeitpunkt nur Prototypen und Ausstellungsstücke, der ganze restliche Laden war nur mit leeren Schuhkartons (zum posen) ausgestattet. Die ersten Kunden konnten also nur eine Wunschbestellung abgeben- diese Schuhe wurden dann schnell in der eigenen Fabrik angefertigt und nachmittags verkauft. Die Kunden zahlten aber erst einige Tage später, da die VANS-Leute nie genug Wechselgeld parat hatten. Man merkt deutlich: Das Unternehmen war anfangs noch sehr unprofessionell (so wie’s halt sein muß).
Ab ca. dem Jahre 1976, nach der Patentierung der sog. „Waffle Sole“, fingen vermehrt Skateboarder an VANS zu tragen. Als dann Tony Alva und Stacy Peralta, zwei Sk8-Pros, die erste VANS-Kollektion in rot und blau designten, war der VANS-Einzug in die Sk8board-Szene kaum aufzuhalten. Der Bekanntheitsgrad stieg unter anderem weiter an, als Jeff Spicoli, ein bekannter calif. Surfer, in dem damaligen Kinohit „Fast Times at Ridgemont High“, ausschließlich VANS trug. Unter diesen Umständen entwickelte sich VANS in den frühen 80’er Jahren zu einem profitablen Unternehmen, Paul Van Doren, einer der Gründer, zog sich aber aus dem Business zurück. Von nun an entwickelte VANS auch Schuhe für Baseball, Football, Basketball etc. Die Kollektionen verkauften sich sehr gut, der Haken an der Sache war nur, daß VANS ihre Schuhe in den U.S.A. produzieren ließen und nicht in einem asiatischen Billiglohnland. Auf Grund dessen ging VANS bankrott. Nach einer dreijährigen Umstrukturierungs- und Erholungsphase (Banken wurden als Sponsoren dazu geholt, Paul wurde wieder eingestellt) wurde VANS 1986 wieder ein erfolgreiches Unternehmen. Die Gründer verkauften die Firma allerdings zwei Jahre später an McCown DeLeeuw Co., einer Anlagebank. Seit dem werden VANS weltweit produziert und verkauft. 60 verschiedene Typen, von klassischen Sk8schuhen bis Snowboardschuhen sind heute auf dem Markt. Die Klassiker sind in meinen Augen aber immer noch die unschlagbaren alten Modelle „Old Skool“ und „SK8 Hi-Tops„. Diese Schuhe sind an Style einfach nicht zu übertreffen! Wenn man sich heutzutage auf dem weiteren Sk8-Schuhmarkt umschaut, könnte es einem regelmäßig schlecht werden. Die meisten Modelle sind eine Zumutung, sowohl für’s Auge, als auch für den Geldbeutel! (Wer nicht weiß, wie es sich anfühlt mit VANS den Asphalt zu rocken, sollte bitte schnell eine Nachholstunde mit den Suicide Machines einlegen und den VANS-SONG auf ihrem alten Album anhören! Kicks Ass!!!)

Stylerkarre des Monats: Ford Capri

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Der Capri ist eine Gradwanderung. Die stylische Hit-The-Road-Optik kämpft gegen das KFZ-Mechaniker-Proll-Schüssel-Image. Ist es jetzt ein Manta nur von Ford oder ein Killer-Rock’n’Roll-Mobil? Gefährlich, gefährlich. Daher im Capri keine Pandabärenkopf-Sonnenschütze zum von innen an die Scheibe machen, keinen Wunderbaum und verdammt noch mal keine Sitzbezüge mit 80er-Jahre-Neon-Muster. Wer kein Risiko eingehen will, hört im Capri einfach die ganze Zeit Fu Manchu und Turbonegro. Dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen.