Editorial

Here we go… Ausgabe #2. Noch bunter, noch größer, noch informativer. Nachdem wir nach der ersten Ausgabe nicht verprügelt und aus der Stadt gejagt worden sind, nehmen wir an, es gefällt einigen. Vielen Dank an dieser Stelle für Euern Lob und Euren Support. Auch über die vereinzelten Mails (immerhin doch ein richtiges Lösungswort für’s Rätsel angekommen) haben wir uns gefreut. Weiter so, wir wollen ordentlich Post kriegen (mailt an shreddermag@gmx.net) und bitte schickt auch endlich mal die bestellten Nacktfotos von Euren Eltern. Ansonsten ist – wie Ihr seht – in nächster Zeit ordentlich was geboten in München. Außerdem steht die Biergarten-Saison vor der Tür, Skaten geht auch langsam wieder im T-Shirt und und die ganze Stadt ist bald wieder mit den hübschen und leichtbekleideten Münchner Girls voll, die den Winter großteils weggesperrt waren. Kann ja nix mehr schief gehen. Also lasst es Euch gut gehen. Wir sehn uns beim Raven im Nightflight oder spätestens in Ausgabe #3.

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entombed_shreddermagEntombed – Uprising (Threeman)
Obwohl sie aus der schwedischen Musikszene nicht wegzudenken sind, haben sie vom großen Skadinavien-Rock’n’Roll-Kuchen (zur Zeit im Angebot) erst ein kleines Stück abbekommen. Doch das kann sich bald ändern, denn Entombed legt mit Uprising nun ein Album vor, dass vor erstklassigstem Schweine-Bolz-Rock mit Auf’s-Maul-Faktor 10 nur so strotzt. Ja aufpassen, dass keine gute Laune aufkommt, heißt es da. So unverfroren draufgehauen hat seit „Supershitty To The Max“ von den Hellacopters kaum jemand mehr. Trotz Deathmetal-Roots geht Uprising mehr in Richtung Hardcore und ist dabei angenehm zeitgemäß. Kauftip zum in schlechte Laune reinsteigern – haut rein!

 

Stylerkarre des Monats: das Batmobil

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Dieses Auto ist der sure shot, wenn es um ein möglichst lässiges Auftreten geht. Erstmal macht es dank eingebauter Tupolew-Flugzeugturbine einen Höllenkrach und erzeugt eine hübsche Stichflamme beim Beschleunigen, zweitens hat es keine Türen, so daß man beim Einsteigen mit seinen Sprungkünsten posen kann, und drittens ist es vollgepackt mit jeder Menge Gimmicks, um Verfolger abzuhängen. Einziger Nachteil ist das ewige Gelaber des Ende fünfzig Jährigen Gammlers in viel zu kleinen Faschings-Klamotten names Robin, der sich seit 20 Jahren vehement weigert, den Beifahrersitz freizugeben.

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hellcat_shreddermagV.A. – Give ‚Em The Boot II (Hellcat)
Sampler, die Zweite: Diesmal haben wir Hellcat Records im Visier. Hellcat ist als Unterlabel von Epitaph schwerpunktmäßig für Ska und rauhen Street-Punk zuständig. Neben Rancid, die gleich dreimal vertreten sind, findet sich hier unter anderem auch Material von den Dropkick Murphy’s, U.S. Bombs, The Gadjits, The Slackers, Choking Victim, Hepcat und Jamaikas Dancehall-Rocker Buju Banton. „Give ‚Em the Boot II“ garantiert einem ein Stunde abwechslungsreiche Musik in gewohnt hoher Epitaph-Qualität. Da auch dieser Sampler zehn Mark kostet, ist er außerdem der ideale Wegweiser beim Alben-Kauf.

millencolin_shreddermagMillencolin – Pennybridge Pioneers (Burning Heart)
Da isses, das neue Album der Everybody’s-Darlings, und auch hier saß Brett Gurewitz hinterm Mischpult. Man könnte sagen, Millencolin sind jetzt älter und reifer geworden, aber wer kann das schon beurteilen, wenn er die Jungs gar nicht persönlich kennt. Tatsache ist, dass das Album ruhiger zur Sache geht und abgeklärter klingt, als die vorhergehenden Alben. Auf den ersten Blick eine recht zahnlose Angelegenheit, aber nach ein paarmal hören, haben sich alle Melodien und sämtliche Texte im Kopf festgefressen. Millencolin haben sich weiterentwickelt und alten Zeiten nachzuheulen ist Blödsinn, denn auch ohne Punkrock-Knüppel legen sie mal wieder ein cooles Album hin.

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All Saints – Pure Shores (Universal)
Nichts ahnend geht man in den CD-Laden, um zu sehen, was es so Neues gibt, und dann passiert das: Durch Zufall fällt der Blick auf das sonst so gemiedene Single-CD-Neuheiten-Regal und schwupps, man ist verloren. Die All Saints haben mal wieder eine neue Single draußen und zu allem Überfluß enthält diese auch noch ein Mini-Poster, auf dem die sonst schon recht ansehnlichen Damen in pornographischster Weise Eis lutschen. Also, rennt man sofort damit zur Kasse und dann ab nach Hause. Zu Hause als allererstes das Poster aufgehängt und die Single weggeschmissen. Na toll, wieder mal ist man der eiskalt berechnenden Plattenindustrie auf den Leim gegangen…

 

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Fu Manchu – Kings Of The Road (Edel)
Fu Manchu haben sich dem Rock verpflichtet und sie machen Ihre Sache verdammt gut! Sämtliche Riffs brechen ab der ersten Minute mit einer dermaßenen Brachialkraft auf den Hörer ein, daß dieser das Gefühl hat, alle Instrumente würden permanent unter mehreren Tausend Volt stehen. „Kings Of The Road“ bietet eine perfekte Mischung aus Black Sabbath und Kyuss – nur irgendwie viel viel fetter. Erfreulich auch, wie gut sich diesmal Scott Hills Quäke-Shouterei ins Gitarrengewitter einpaßt, wenn er über’s Autofahren und vom Rock’n’Roll-Rabauken-Dasein singt. Fu Manchu werden es bei der nächsten Platte verdammt schwer haben, noch eins drauf zu setzen.