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V.A. – Cheap Shots IV (Burning Heart)
Label-Sampler, die Erste: Cheap Shot IV gibt einen Überblick über das LineUp des schwedischen Labels Burning Heart. Die CD ist mit 25 Tracks von 24 Bands randvoll und ein sicherer Kauftip (kostet nach guter Punrock-Maier auch nur ’nen Zehner). Die Qualität die das zur Hälfte Epitaph gehörende Label hier an den Tag legt ist beeindruckend. Bei keinem Lied kann man sagen, es wäre irgendwie schlecht, und mindestens die Hälfte sind absolute Killer. Hätte ich zu viel Geld, wäre ich in den Plattenladen gegangen und hätte einfach von jeder auf dem Sampler beteiligten Band das aktuelle Album bestellt.

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The Pietasters – Awesome Mix Tape #6 (Hellcat)
Wieder mal eine CD, bei der der fleißige Mr. Brett seine Finger mit im Spiel hatte. Nach Bad Religion klingt es aber kein bisschen, denn die Pietasters schenken uns eine wunderbare Mischung aus Up- und Downtempo Skatracks, Kastagnetten+Bläserterror-Rockabilly und Punkrock à la Sublime. Textlich geht es um die Probleme des täglichen Lebens unter besonderer Berücksichtigung der weiblichen Bevölkerung. Das einzige was beim Hören dieser CD ein wenig unheimlich ist: Alles ist so wunderbar eingängig, dass man damit nicht mal hartgesottene Radio Energy-Fans aus dem Zimmer vertreiben kann. Aber egal, CD rein und der Sommer kann kommen.

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Die Skateboard-Kultfirma VANS wurde von Paul Van Doren und seinen Partnern Jim Van Doren, Gordy Lee und Serge D’Elia im Jahre 1966 gegründet. Ihr erstes Schuhgeschäft eröffneten sie am 15. März dieses Jahres in Anaheim, Kalifornien. Dort wurden drei verschiedene Styles, zu jeweils $2.49, $ 4.49 oder $4.99, angeboten. Da sich das ganze Unternehmen noch in der Anfangsphase befand, existierten zu diesem Zeitpunkt nur Prototypen und Ausstellungsstücke, der ganze restliche Laden war nur mit leeren Schuhkartons (zum posen) ausgestattet. Die ersten Kunden konnten also nur eine Wunschbestellung abgeben- diese Schuhe wurden dann schnell in der eigenen Fabrik angefertigt und nachmittags verkauft. Die Kunden zahlten aber erst einige Tage später, da die VANS-Leute nie genug Wechselgeld parat hatten. Man merkt deutlich: Das Unternehmen war anfangs noch sehr unprofessionell (so wie’s halt sein muß).
Ab ca. dem Jahre 1976, nach der Patentierung der sog. „Waffle Sole“, fingen vermehrt Skateboarder an VANS zu tragen. Als dann Tony Alva und Stacy Peralta, zwei Sk8-Pros, die erste VANS-Kollektion in rot und blau designten, war der VANS-Einzug in die Sk8board-Szene kaum aufzuhalten. Der Bekanntheitsgrad stieg unter anderem weiter an, als Jeff Spicoli, ein bekannter calif. Surfer, in dem damaligen Kinohit „Fast Times at Ridgemont High“, ausschließlich VANS trug. Unter diesen Umständen entwickelte sich VANS in den frühen 80’er Jahren zu einem profitablen Unternehmen, Paul Van Doren, einer der Gründer, zog sich aber aus dem Business zurück. Von nun an entwickelte VANS auch Schuhe für Baseball, Football, Basketball etc. Die Kollektionen verkauften sich sehr gut, der Haken an der Sache war nur, daß VANS ihre Schuhe in den U.S.A. produzieren ließen und nicht in einem asiatischen Billiglohnland. Auf Grund dessen ging VANS bankrott. Nach einer dreijährigen Umstrukturierungs- und Erholungsphase (Banken wurden als Sponsoren dazu geholt, Paul wurde wieder eingestellt) wurde VANS 1986 wieder ein erfolgreiches Unternehmen. Die Gründer verkauften die Firma allerdings zwei Jahre später an McCown DeLeeuw Co., einer Anlagebank. Seit dem werden VANS weltweit produziert und verkauft. 60 verschiedene Typen, von klassischen Sk8schuhen bis Snowboardschuhen sind heute auf dem Markt. Die Klassiker sind in meinen Augen aber immer noch die unschlagbaren alten Modelle „Old Skool“ und „SK8 Hi-Tops„. Diese Schuhe sind an Style einfach nicht zu übertreffen! Wenn man sich heutzutage auf dem weiteren Sk8-Schuhmarkt umschaut, könnte es einem regelmäßig schlecht werden. Die meisten Modelle sind eine Zumutung, sowohl für’s Auge, als auch für den Geldbeutel! (Wer nicht weiß, wie es sich anfühlt mit VANS den Asphalt zu rocken, sollte bitte schnell eine Nachholstunde mit den Suicide Machines einlegen und den VANS-SONG auf ihrem alten Album anhören! Kicks Ass!!!)

Stylerkarre des Monats: Ford Capri

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Der Capri ist eine Gradwanderung. Die stylische Hit-The-Road-Optik kämpft gegen das KFZ-Mechaniker-Proll-Schüssel-Image. Ist es jetzt ein Manta nur von Ford oder ein Killer-Rock’n’Roll-Mobil? Gefährlich, gefährlich. Daher im Capri keine Pandabärenkopf-Sonnenschütze zum von innen an die Scheibe machen, keinen Wunderbaum und verdammt noch mal keine Sitzbezüge mit 80er-Jahre-Neon-Muster. Wer kein Risiko eingehen will, hört im Capri einfach die ganze Zeit Fu Manchu und Turbonegro. Dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Lords of the Boards – Fieberbrunn (28. – 30. Januar)

Freitag 10 Uhr, in der Haider-geschädigten-Alpenrepublik angekommen, begrüßt uns eine oide Pensionsmutti mit der Frage: „Seid’s ihr Snowboarda, hä?“. Auf ein dickes „Ja.“ als Antwort, fielen wir bei ihr auch gleich in die Asso-Punk-Snowboarder-Schublade (gut so), was wir an einem „Aba seids ja leise und machts ja nix kaputt!“ erkennen konnten. Eine Stunde später in der Gondel mussten wir erstmal die gähnende Leere vor Ort verdauen. Einerseits cool – die Piste menschenleer und zum Riden optimal – andererseits von einem lässigen Snowboard-Event keine Spur. Lediglich eine Halfpipe und Zelte von Snowboarder, Lumen Eyewear, und Chocomel (beschissener Ösi-Kakao) vermittelten den wagen Anschein eines Events. Diesen Umständen entsprechend hielten wir uns nur auf der Piste auf.

Abends dann die Finals in der Halfpipe… Das Event recht langweilig, es fuhren nur seltsame Fahrer, jedenfalls verstanden wir dank Ösi-Moderator keinen einzigen Namen und auch sonst war es fit planlos. Danach ging es weiter zum Konzert von Kung Fu (Ex-Selig-Leute), die kein Mensch sehen wollte. Im Anschluß rockte Stimillion die Bühne, doch der unmotivierte Menschenhaufen machte es ihnen nicht unbedingt leicht, so daß sie auch ein wenig untergingen. Schade eigentlich. Das alles wurde nur noch von in dem Nähe stattfindenden „HipHop-Jam“ übertroffen. Hier freestylte sich MC Funke zum Affen, was auch nur der HipHop-Dofjugend in Southpole-Hosen getaugt hat. Soviel dazu. Der nächste Tag verlief ähnlich. Der Race-Kontest war so unspektakulär, daß nicht einmal mehr die Dorfjugend zuschaute. Zum Glück war der Schnee cool, so daß wir wenigstens gscheid boarden konnten. Die Ö3-Party abends war soo gut, dass wir sie uns gleich mal im vorneherein gespart haben. Der letzte Tag läßt sich mit Scheißwetter und Asso-Schnee zusammenfassen. Als wir letztendlich unser Zeug ins Shredder-Mobil einluden (wohl nicht schnell genug und im Weg), brannten bei einem Bühnen-Abbauer-Deppen die Sicherungen durch, so daß er Chefredakteur Valentin unvermittelt von hinten (!) ans Bein trat. Wie mutig… na ja wenigstens warfen wir dem Ficker eine dicke Schimpfwort-Brockhaus-Ausgabe an den Kopf. Dann sind wir nach Hause. Fazit: Schneenbrettfahren geht auch ohne Event.

The Peepshows – Örebro All Stars

The Peepeepshows_shreddermagpshows sind aus Schweden und trinken Motoröl aus Fässern. Sie tragen zwei Nummern zu enge Jeans und vierreihige Pyramidennietengürtel, mit sechs waren sie das erste Mal auf einem KISS-Konzert und haben sich dort auch die erste Ladung Tattoos abgeholt. Außerdem sind sie natürlich die einzig wahren Kings of Rock. Eigentlich überflüssig zu erwähnen, daß diese Schublade mit den altbekannten Vertretern wie Backyard Babies, Gluecifer, Hellacopters oder Turbonegro wirklich schon zum Bersten gefüllt ist. Trotz ihres ebenfalls selten dämlichen Namens können Addey’O (guit/voc), Johnny Go-Go (dr), Lurgo Peepshow (b), Magnus Heartbreaker (guit) alias The Peepshows hier aber einen netten Lückenfüller abgeben.

Trotzdem stellt sich natürlich die Frage, was die zehnmillionste Auflage einer Schweden-Schweinerockband eigentlich noch neues bieten soll. Die meisten der Songs der Peepshows klingen dann auch nach den üblichen Verdächtigen und vielleicht hat Turbonegro-Veteran Happy Tom auch etwas zu hoch gegriffen, als er sagte: „I have seen the future of Rock’n’Roll and it’s name is The Peepshows!“. Dennoch brauchen diese sich auch trotz der vielen Ähnlichkeiten weder style- noch songstruktur-technisch zu verstecken. Überraschende Momente sind erstaunlicherweise nicht selten, und an Energie übertreffen sie die meisten ihrer Kollegen locker. Auch gehen sie zumindest im Vergleich mit ihren skandinavischen Konkurrenten mehr in Richtung Porn-Punkrock als pomadigen Rock’n’Roll. Vielleicht kein Wunder, denn bei den Peepshows sitzt Mathias Färm von Millencolin mit im Studio und passt auf, dass die Jungs keinen Scheiß bauen. Die neue Platte „Mondo Deluxe“ (Burning Heart Records) ist zwar ganz und gar kein Highspeedalbum, rockt aber definitiv. Wem hier dennoch der Pogo- und Mitgrölfaktor zu klein oder der Sleazefaktor zu hoch ist, kann ja mal in die ’99er 7 Track EP „Right About Now“ reinhören, bevor er sich endgültig Punk’n’Roll-übersättigt abwendet. Tracks wie „Million Dollar Legs“ oder „Dirty Motherfucker“ sind wahre Glanzlichter irgendwo zwischen Social Distortion, Ramones und AC/DC, also da, wo’s nicht so verkehrt ist…