Shredder Mag - Munich Band Special (Teil 1)

Es ist an der Zeit endlich mal alle die Deppen, die uns durch „München ist scheiße“ und „Hier ist nix los“-Genöle auf die Nerven gehen, eines Besseren zu belehren. Dass in München nix los ist, ist eine Lüge, wenn man sich ein bisschen Mühe gibt, zu Suchen, geht’s ab wie Sau. Zu nicht geringem Teil ist dies den vielen Münchner Bands zu verdanken, die seit Jahren ihr ganzes Taschengeld und ihre ganze Zeit investieren, uns mit feinstem Rock’n’Roll-Entertainment zu versorgen. Wir haben uns also die prächtigsten Exemplare rausgesucht und wollen sie Euch nun vorstellen. Außerdem baten wir jede Band, noch ein paar Fragen zu beantworten, um ihnen ihre intimsten Geheimnisse zu entlocken. Diese waren zum Teil so umfangreich, dass wir sie leider manchmal etwas kürzen mussten (natürlich haben wir persönlich dafür Sorge getragen, den Sinn dabei so stark wir möglich zu verfälschen). In diesem Sinne: support your local scene!

 

Paint The Town Red

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Nachdem Münchens Hardcore Hoffnung sich letztes Jahr aufgelöst hatte gibt es jetzt eine neue Band, der der ehemalige MHDT-Frontmann seine Stimme schenkt. Das Debüt von Paint The Town Red ist gerade auf JOIN THE TEAM PLAYER erschienen und versteht es auf ganzer Linie zu überzeugen. Mitreißender Hardcore neuer Schule, im Vergleich zu My Hero Died Today weniger vertrackt, dafür mit voller Rock’n’Roll-Breitseite mitreißend. Das hier Profis am Werk sind merkt man sofort. Ordentlich live-Erfahrung hat PTTR auch schon sammeln können, kann eigentlich nix mehr schief gehen. Haltet die Augen offen!

Einflüsse/Vorbilder: Alle Bands, die authentisch sind, mitreissen und bei denen Leidenschaft zu spüren ist. Rocken müssen sie natürlich auch noch, Style ist egal.
Lieblingsclub/-kneipe: Kafe Kult, Nuovo Italia (Kurfürstenplatz), Bagel Shops Leopoldstraße, Backstage
Größtes Hardcore-Erlebnis: Die erste echte Hardcore-Show, wegen der Intensität, der mitreißenden Power und der positiven Stimmung, bzw. 1991 Gorilla Biscuits in der Kulturstation (Marco)
Peinlichste Lieblingsband/-Lied: Denen ist nix peinlich und wenn, dann Strife nach der Reunion-Tour.
PTTR 2010: Sie sind alt gehen bowlen und machen Jazz. PTTR besteht mit anderm LineUp als Boygroup weiter. Vielleicht machen Sie auch als Retro-Emo-Band weiter, scheißen auf ihre Ideale der Jugend und machen ab und an eine Reunion-Tour, wenn sie Geld brauchen.

 

Constraint

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Zu meiner großen Freude wurde mir das Debüt-Album der Münchener Constraint in die Hände gespielt. Melodischer Punkrock, der seine Sympathie zu Bands wie Pennywise und Bad Religion nicht verhehlen kann, aber dennoch nicht als billige Kopie langweilt, ist darauf zu hören. Alles schon straight und ohne eine Sekunde Langeweile. Sehr gut!
Einflüsse/Vorbilder: alter West-Coast Punkrock, East Coast Hardcore
Lieblingsclub/-kneipe: Backstage, Aloah Bar, Flex, U-Schall, s’Stüberl…
Größtes Punkrock-Erlebnis: Die Captain-Smolek Zahnlücke vom Mace
Peinlichste Lieblingsband/-Lied: EAV „Coppacabana“, David Hasselhoff „I’ve been looking for freedom“
Constraint 2010: Still fighting for law and order

 

A Tribute To Mister Betonohr

A_tribute_to_mister_betonohr_shreddermagJeder, der in den letzten Jahren mal in München auf einem Punkkonzert war, hat ihn gesehen, den Typen mit langem Bart, langen Haaren, Cap, Bier in der Hand und den einzigartigen Zebra-Basketballschuhen, der immer vorne rechts vor der Box stand. Mr. Betonohr, eine feste Institution der Münchner Punkrock-Szene. Im Schnitt auf 200 Konzerte pro Jahr bracht er es. Leider wurde er im Juli 2001 tot in seiner Wohnung gefunden. Als wohlverdientes Andenken und würdiges Denkmal haben sich nun mehrere Münchner Bands auf dem „A Tribute to Mr. Betonohr“-Sampler zusammengetan. Diesen bekommt Ihr über die Homepage der (übrigens auch positiv zu erwähnenden) Münchner Band Ya-Hoo (www.ya-hoo-music.de) für 10 €.

 

 

Jetsaidready

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Nachdem sie einige Zeit im Bandproberaum verbracht hatten, beschlossen vier Burschen mit Erfahrungen aus diversen Münchner Bands Anfang 2001 die Band Jetsaidready zu gründen. Daraufhin investierte man ein paar Monate, um einen eigenen Sound zu entwickeln, un so nahmen Sie Ende 2001 ihre erste EP auf. Jetsaidready spielen eine Mischung aus melodischem Punkrock und Indy-Rock mit leichten Hardcore-Einflüssen. Seitdem konnten sie sich bei zahlreichen Auftritten in und um München fit machen und gehen im Herbst wieder in Studio. Wir sind gespannt!

Vorbilder/Einflüsse: Maradonna, Slayer, Kenny von South Park, Sachsen Paule
Lieblingsclub/-Kneipe in München: Harthof-Einkehr, P1, Pille Mille(in der Pilgersheimerstr.)
Größtes Punkererlebnis: KISS im Madison Square Garden 1977, ein Treffen mit GG Allin 1988
Peinlichste Lieblingsband/-lied: Jetsaidready, Anal Cunt
Jetsaidready 2010: In der Harthof-Einkehr mit Lemmy von Motörhead

 

The Lucky Punch

theluckypunch_shreddermagWelche Münchner Band kann sich schon damit brüsten, Vorgruppe für Motörhead gewesen zu sein? The Lucky Punch sind die bayerischen Spezialisten, wenn es um 70ies-lastigen Rock’n’Roll geht. Wer jetzt einen weiteren Hellacopters-Klon erwartet, kann beruhig werden. Auch wenn es natürlich Parallelen gibt, haben die Jungs schon längst ihren ganz eigenen Stil, der auch live seine Wirkung nie verfehlt – gute Show mit solidem branchenüblichem Posing. Sie blicken schon auf mehrere zu empfehlende Veröffentlichungen zurück, spielen ständig vor allerlei crediblen Rock’n’Rollern (zu viele, um es aufzuzählen) und ich bin mir sicher, der Zenit ist längst nicht erreicht. For those about to rock, we salute you!

Vorbilder: AC/DC (mit Bon Scott), Motörhead (mit Eddie Clark), Lynard Skynard, MC5
Lieblingsclub/-kneipe: Aloha Bar!
Größtes Rock’n’Roll-Erlebnis: Motörhead zu supporten !
Peinlichste Lieblingsband/-Lied: Schwierige Frage, gute Freunde von Franz Beckenbauer!
The Lucky Punch 2010: Wir werden AC/DC auf ihrer großen Abschieds-Welttournee supporten

 

Slamdamn

slamdamn_shreddermagWohl mit die älteste noch existierende Hardcore-Band München ist Slamdamn (est. 1993). Seit Jahren die Münchner Garantie für mitreißende Hardcore-Shows. Zwei CDs haben sie schon in Eigenregie herausgebracht und sind die jährlichen Veranstalter des „Munich Hardcore Festivals“. Musikalisch befinden sie sich irgentwo zwischen OldSchool-Hardcore und Punk mit vielen Abwechlungen. Ihre Texte wollen ohne erhobenen Zeigefinger, political correctness oder Verurteilung aller nicht StraightEdger ein Ansporn zum selbstständigen Denken und Handeln sein. Sie standen wohlverdient schon mit fast jeder Hardcore-Größe auf der Bühne (Agnostic Front, Refused, Earth Crisis, Madball um nur ein paar zu nennen) und wer sie schon mal live erlebt hat, wird sich sicher dran erinnern.

Einflüsse/Vorbilder: Superman (der einzig wahre Anarchist), alle Menschen, die mit der Natur leben und sich nicht von anderen vorschreiben lassen, was sie zu denken haben, bzw. gar keine
Lieblingskneipe/-club in München: A5, Kafe Kult, auf gar keinen Fall der Kunstpark Ost
Größtes Hardcore-Erlebnis: Conflict (Theaterfabrik, 1989), HC-Festival (A5)
Peinlichte Lieblingsband/-lied: Peinlich, was ist das?
Slamdam 2010: Auf der Bühne, für Leute, die nicht aufgehört haben HC zu hören und zu fühlen, also so wie jetzt auch

 

The Reekys

thereekys_shreddermagAnno 1995 entschlossen sich die Reekys, ihre Matchboxautos, Masters und Pogosticks gegen Gitarre, Bass und Schlagzeug einzutauschen. Seitdem spielen sie ungehobelten „Live Action Punkrock“, der ordentlich bolzt und ordentlich Ramones beeinflusst ist. Ihre LiveActionPunkrockShows durfte man schon in ganz Europa unter anderm mit den SonicDolls, Chixdiggit! und den Queers bewundern. Ein paar 7inches haben sie schon vollbracht und für den Herbst ist das Debüt-Album des dynamischen Trios geplant. Wir freuen uns schon drauf!

Vorbilder/Einflüsse: Ramones, Dead Boys, Rocks, Johnny Thunders & The Heartbreakers, The Sonics, Head, Riverdales, The Queers, Screeching Weasel
Lieblingsclub-Kneipe in München: Aloha Bar, Friedshof, Substanz
Größtes Rock’n’Roll-Erlebnis: Ramones live, TRBNGR live und als nachdem wir auf unserer ersten Tour auf Versehen Diesel in die Trinkwassertank unseres Busses getankt hatten…
Peinlichste Lieblingsbands/-lied: Hank Spinalzo & The Surf Detectives, The Bionics, G.V.K

 

Tipp:
Das Munich Band-Special Teil 2 gibt es hier!