avail_shreddermagAvail – One Wretch (Fat Wreck Chords)
Es dürfte mittlerweile das sechste Album der Washingtoner-KFZ-Asseln sein. Da Nr.1-5 bis auf wenige Sampler-Beiträge komplett an mir, vorbeigezogen sind, muß ich hier also auf Weiterentwicklung oder ähnlichen Schrott verzichten. Mit 14 Tracks und 34 Min Spielzeit schon mal von Grund auf ein gestandenes Punkrockalbum. Geht jedoch beim ersten Mal hören irgendwie überhaupt nicht ins Ohr, keine Mitgröhl-Pasagen oder Ohrwürmer. Überhaupt wirken die Jungs manchmal etwas planlos, wenn sie einfach so drauflos bolzen und ins Mikro plärren. Komisch… Nach mehreren Hörversuchen kristallisieren sich allerdings schon mehrere coole Songs heraus, könnte man ein wenig mit Jughead’s Revenge oder Hot Water Music-Sachen vergleichen. Bei den High-Speed-Knüppel-Parts wird auch eine Prise SOIA ins Spiel gebracht. Als gesamtes Album betrachtet haut es mich nicht so vom Hocker, es gibt wie gesagt ein paar gute einzelne Passagen, die sind dann aber wirklich saucool. Eine etwas durchwachsene Angelegenheit, deswegen kein Pflichtkauf…

guanoapes_shreddermagGuano Apes feat. Jan Ullrich – Carmina Burana (Bertelsman Buchclub)
Das ist aber eine flippige Idee von den Guanos sich nach der Hitsingle „I Got A Kickboard Under My Feet“ den Radfahr-Virtuosen Jan Ullrich mit ins Boot zu holen. Heraus kommt der typische Guanos Sound, den wir von zahlreichen Konzerten, die wir besucht haben, und aus der PopRocky kennen, das heißt sie zieren sich nicht, auch mal ein paar härtere Saiten anzuschlagen. Jan Ullrich mit seinen derben Skillz steuert dicke Beatz, fette Rhymes und ein leises Fahrrad-Dynamo-Geräusch bei. Im Bonustrack gibt es dann noch eine Beatbox-Version. Gemischt und aufgenommen wurde das ganze in Jan Ullrichs‘ Partykeller von Niki Pilicz, der schon Lisa Fitz ganz groß rausgebracht hat. Applauso!

nofunatall_shreddermagNo Fun At All – State Of Flow (Burning Heart)
Eigentlich war No Fun At All dafür bekannt gerne mal sauschnell zu sein. Für das neue Album haben sie, was das angeht, eine Vollbremsung hingelegt. Das neue Album ist sehr langsam und sehr ruhig und… naja sagen wir’s halt… sehr emotional. Gehässig gesagt, ist es genauso hart, wie die Jungs in der Band schön. Harhar. Schluß mit der Lästerei, denn was es hier zu hören gibt, ist so eindringlich, dass die Texte und die Musik schon nach ein paar Mal hören nachhaltig hängen bleiben und im Kopf herumschwirren. Durch die sehr eingänigen Harmonien klingt alles noch intensiver nach. Das ganze Album hat eine sehr melancholische Grunstimmung, also eigentlich nix für’n Sommer. Trotzdem reinhören!

motoerhead_shreddermagMotörhead – We are Motörhead (SPV)
Die Hartwurstwarze meldet sich zurück. Das neue Album ist zwar deutlich gewöhnungsbedürftiger ausgefallen als der Vorgänger, aber eben immer noch Motörhead. Waren auf „Snakebite Love“ überwiegend Tracks mit Mitgröhlcharakter vertreten, kommt die neue Platte wesentlich rhythmischer daher. Als Highlight müssen auf jeden Fall die Sex Pistols-Coverversion „God Save The Queen“ und das experimentellere „Wake The Dead“ gennant werden. Fazit: Nach mehrmaligem Hören und dem Genuss alkohlischer Getränke ein durchaus schönes Stück Rock’n’Roll. Vor allem Leute, die die 1995 erschienene „Sacrifice“ mochten, können auch hier bedenkenlos zusauf… äh… greifen. Prost!

hives_shreddermagThe Hives – Veni Vidi Vicious (Burning Heart)
Die meisten werden die Hives von ihrem Hit „a.k.a. I.D.I.O.T.“ kennen, was man auf dem neuen Album hören kann, geht in eine ganz neue Richtung. Zottliger derbe 60ies-angehauchter Garagen-Punk nämlich. Die Riffs sind genauso einfach wie eingängig und der Sänger Howlin‘ Pelle Almquist macht seinem Namen alle Ehre und hängt sich beim Singen so rein, dass sich seine Stimme nicht nur einmal überschlägt. Dazu brummt und braust es, dass einem unvermittelt ein Pilzkopf wächst. Die Beatles hätten sie damit 1964 auf jeden Fallen locker an die Wand gespielt. Bleibt nur zu Hoffen, dass sich die Jungs auch mal live in München blicken lassen, da müßte es eigentlich ziemlich abgehen!

bracket_shreddermagBracket – When Everything Else Fails (Fat Wreck Chords)
Die Jungs aus einem Kuhkaff nördlich von San Francisco legen mit „When Everything Else Fails“ ihr viertes Album vor und kein Label dieser Welt wäre besser geeignet als Fat Mikes Fat Wreck Chords, dies zu veröffentlichen. Beim ersten Lied schon wird klar, wer NOFX scheiße findet, wird dieses Album hassen. Für alle anderen (z.B. uns) gibt es Punkrock, wie er in Californien scheinbar auf Bäumen wächst. Das ganze Album ist sehr poppig, aber das ist man ja mittlerweile gewöhnt. Eine habe Stunde gefälliges Punkrock-Entertainment, das sich allerdings schwer tuen wird, aus der Masse der Veröffentlichungen herauszustechen, da einem doch allzu viel von irgendwo her bekannt vorkommt.

queensofthestoneage_shreddermagQueens Of The Stone Age – Restricted (Interscope)
Die Mannen um Gitarren-Gott Josh Homme (früher Kyuss) und Nick Oliveri (Ex-Dwarves) sind mit ihrem sehnsüchtig erwarteten zweiten Album zurück. Diesmal hat der schon bei Kyuss tätige Chriss Gross mitproduziert. Verwirrend ist anfangs die Tatsache, das die Lieder aus einem Pool von ca. einem Dutzend verschiedener Musiker gespielt werden. So singt mal Nick, mal Josh, der Schlagzeuger wechselt ständig und so weiter… Das Ergebnis ist allerdings fantastisch. Sehr abwechslungreich (klar), sehr luftig (trotzdem ein Zentner Wüste mit dabei) und immer feist groovend. Ein zwei Lieder haben Sie in (Wüsten)sand gesetzt, der Rest sind allesamt Hits, an denen es sind in Zukunft zu messen gelten wird.

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Auch in den letzten zwei Monaten haben sich Stimilion mal wieder ordentlich reingehängt, wenn’s darum ging München mit Punkrock zu versorgen. Als erstes mal ein dickes Lob an die jeden Mittwoch im Titty Twister stattfindende Stimilion Punkrock Bamboule. DJ Chrissi („Der DJ Tomekk des Punkrock“) beweist hier jeden Mittwoch einen erstklassigen Musikgeschmack. Und live durfte man die Band dort auch schon bewundern. Daher: wer am Mittwoch nicht ins Titty Twister kommt, ist ein Arsch!

 

Gerockt hat auch die Release-Party des neuen Albums (Rezension nachfolgend) am 7. Juni in der Bongo Bar und das bestimmt nicht nur deshalb, weil wir heimlich Schnaps in die Bowle geschüttet haben. Wir sind gespannt, was die Jungs von Stimilion momentan schon wieder alles aushecken…

 

Stimilion – In And Through The Fight (Dragstar Records)

stimilion_shreddermagEndlich haben es unsere Münchner Kindl mal geschafft ins Studio zu gehen – heraus kam ihr erstes Album, welches auf den ersten Blick durch das lässige Artwork überzeugt. Sobald die CD läuft, dröhnt einem auch schon schöner Punkrock entgegen, der einigen californischen Bands nicht sehr unähnlich klingt… So zieht es sich auch dann straight weiter durch das ganze Album. Heraus fallen hier allerdings der Mitgröhl-Ohrwurm „Stimilion“ und die gelungene Rembrands-Coverversion „I’ll be there for you“, bei der sicher jeder Punkrocker seiner Freundin mit Tränen in den Augen eine Dose Adelskrone schenken würde. Textlich bewegen sich die Jungs im Thema Freundschaften und Beziehungen, die meistens einen traurigen Eindruck hinterlassen. Mit „Sorry, sold out“ (coole Lyrics übrigens) wird der gute alte Sellout abgehakt, so wie es sich nunmal für eine gestandene Punkrock-Band gehört. Am Ende entdeckt man noch die Ballade „Mike Ness vs. Me“, die selbigen hoffentlich ermutigen wird auch mal wieder ein Album zu schreiben (aber bitte nicht solo!). Ein relaxtes Punkrock-Album, daß aber für meinen Geschmack aber viel zu glatt produziert wurde. Auch ein bißchen Power von vergangenen Auftritten könnte nicht schaden…trotzdem weiter so, Munich Rock City! Das Teil bekommt ihr bei www.stimilion.com für faire 25,- DM (incl. Porto)… kaufen!

Shredder mag geht an die Börse!

With Full Force  Festival – Vom 23. bis zum 26. Juni besuchte eine hochkarätige Delegation das beliebte Festival in Deutschlands Osten.

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Ein cooles LineUp voll mit Hardcore und Punkrock lockte uns dieses Jahr in den Osten. Natürlich ist uns hinter der Grenze erstmal der Reifen geplatzt. Shredder Mag-Boxenstop-Zeit: 17.5 sec. Cooler Weise war der Parkplatz direkt am Gelände, daher kein Shuttlebus-Streß. Nach kurzer Diskussion, durften wir sogar unseren Gas-Kocher mit reinnehmen (toll!) und unser Lager aufschlagen. Am Freitag ging’s gleich los mit Brightside. Danach Liberator (nicht verpassen, wenn Ihr mal Gelegenheit habt) und Bombshell Rocks, die beide mit fittem Profisound aufgewartet haben. Der Gitarrist von Bombshell Rocks steht übrigens im Guinessbuch für die größte Gitarre der Welt. Madball waren saugeil, allerdings war’s im Pit so staubig, dass man während des Konzerts zu Teil nichts mehr gesehen hat und man danach ein gutes Lunge-ist-mit-Zement-ausgegossen-Feeling hatte. Die Band direkt danach haben wir uns wegen Kater und Sonnenstich gespart. Abends hat dann nur noch Metal-Schrott gespielt. Iron Maiden haben live (?) gespielt – der Bassist von Basilisk (Melodic-Gothic-Power-Metal ja ja…), den wir kennenlernten, fand’s „einfach genial“, wir fanden’s einfach beschissen. Im Zelt startete danach die „Knüppelnacht“. Als erstes lernten wir eine Lektion im „Mit-Haarausfall-und-Geheimratsecken-Rotor-Bangen“ vom Sänger der Metalproleten „Asphyx„. Weil wir es gerade so lustig fanden, haben wir uns noch die Schweden-Death-Metaler Marduk angeschaut. Brav geschminckt, den Rücken voll mit Satanisten-Scheiß-Tattoos haben sie reingeknüppelt, dass es schlimmer nicht ging. Der Sänger ist übrigens so ein Asso, dass er wahrscheinlich seinen Freunden Geld klaut. Soviel zu Freitag. Samstag Früh 12 Uhr aufstehen und im Regen erstmal eine Munich-represents Paulaner-Dose trinken, um den Tag stilgerecht zu beginnen. Der Regen hörte bald wieder auf und Ignite finden an zu spielen. Die waren richtig gut (wie immer). U.S. Bombs waren auch cool. The Exploited waren einfach nur alt. Richtig ab ging’s dann wieder als Gluecifer, die unangefochtenen Götter des Rock’n’Roll-Posing, gespielt haben. Den nächsten Proleten-Award nach Marduk haben sich Skarhead verdient. Nimmt man den beiden Shoutern (zusammen etwa 370 kg) die Worte „New York“, „Hardcore“ und „Skarhead“, bleibt leider kaum noch was übrig. Kein Posing sondern Qualität boten die alten Hardcore-Haudegen von Agnostic Front. Da sollten sich Skarhead mal eine Scheibe von abschneiden. Biohazard waren überraschender Weise saugeil und featurten dann auch Roger Miret und Wattie von Exploited, die noch am Bühnenrand rumlungerten. In der Nacht haben wir uns dann Hardcore Superstar (eine Mischung aus Oasis, Backyard Babies und New Kids On The Block) angeschaut, die live besser waren als erwartet. Der Sonntag war irgendwie planlos. erst fiel uns auf, dass die Dropkick Murphy’s gar nicht mehr auf dem LineUp-Plan standen und dann ging uns das Bier aus. Dazu war ätzende Aufbruchstimmung und die Ordner haben uns Angst gemacht (mehr als Marduk), nachdem einem von ihnen beim Löschen eines Zelt-Müllberges fast eine explodierende Gas-Kartusche ans Hirn geflogen wäre. Darum haben wir uns nur noch die wiedervereinten Spermbirds angeschaut, uns Slayer gespart (wir konnten auch keine Metaler mehr sehen) und uns in den Reiserückverkehr gen Westen gestürzt. Alles in allem war es ein cooles Festival. Komisch nur, dass es immer komisch gerochen hat, obwohl die Dixies ständig geleert wurden. Vielleicht lag’s am nahen Bitterfeld? Wer weiß…
Schöne Grüße noch an den Hurgl, der in einem Karton geschlafen hat, und an die Weißenburger-Skate-Crew, die am letzen Tag beim vom-Autodach-die-Heckscheibe runter-skaten selbige geshreddert haben. Skate & Destroy!