Lords of the Boards – Fieberbrunn (28. – 30. Januar)

Freitag 10 Uhr, in der Haider-geschädigten-Alpenrepublik angekommen, begrüßt uns eine oide Pensionsmutti mit der Frage: „Seid’s ihr Snowboarda, hä?“. Auf ein dickes „Ja.“ als Antwort, fielen wir bei ihr auch gleich in die Asso-Punk-Snowboarder-Schublade (gut so), was wir an einem „Aba seids ja leise und machts ja nix kaputt!“ erkennen konnten. Eine Stunde später in der Gondel mussten wir erstmal die gähnende Leere vor Ort verdauen. Einerseits cool – die Piste menschenleer und zum Riden optimal – andererseits von einem lässigen Snowboard-Event keine Spur. Lediglich eine Halfpipe und Zelte von Snowboarder, Lumen Eyewear, und Chocomel (beschissener Ösi-Kakao) vermittelten den wagen Anschein eines Events. Diesen Umständen entsprechend hielten wir uns nur auf der Piste auf.

Abends dann die Finals in der Halfpipe… Das Event recht langweilig, es fuhren nur seltsame Fahrer, jedenfalls verstanden wir dank Ösi-Moderator keinen einzigen Namen und auch sonst war es fit planlos. Danach ging es weiter zum Konzert von Kung Fu (Ex-Selig-Leute), die kein Mensch sehen wollte. Im Anschluß rockte Stimillion die Bühne, doch der unmotivierte Menschenhaufen machte es ihnen nicht unbedingt leicht, so daß sie auch ein wenig untergingen. Schade eigentlich. Das alles wurde nur noch von in dem Nähe stattfindenden „HipHop-Jam“ übertroffen. Hier freestylte sich MC Funke zum Affen, was auch nur der HipHop-Dofjugend in Southpole-Hosen getaugt hat. Soviel dazu. Der nächste Tag verlief ähnlich. Der Race-Kontest war so unspektakulär, daß nicht einmal mehr die Dorfjugend zuschaute. Zum Glück war der Schnee cool, so daß wir wenigstens gscheid boarden konnten. Die Ö3-Party abends war soo gut, dass wir sie uns gleich mal im vorneherein gespart haben. Der letzte Tag läßt sich mit Scheißwetter und Asso-Schnee zusammenfassen. Als wir letztendlich unser Zeug ins Shredder-Mobil einluden (wohl nicht schnell genug und im Weg), brannten bei einem Bühnen-Abbauer-Deppen die Sicherungen durch, so daß er Chefredakteur Valentin unvermittelt von hinten (!) ans Bein trat. Wie mutig… na ja wenigstens warfen wir dem Ficker eine dicke Schimpfwort-Brockhaus-Ausgabe an den Kopf. Dann sind wir nach Hause. Fazit: Schneenbrettfahren geht auch ohne Event.

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Der Diss des Monats geht raus an all die neunmalklugen Vollspongos die Anfang Mai immer noch von den Dosen-Vorräten essen müssen, die sie im Dezember angelegt haben um der hundertprozentig eintreffenden Versorgungskatastrophe zu entgehen. Möget ihr bis zum 21 Jan 2018 Ravioli und Eintopf essen müssen!

Es skate-and-destroy_shreddermagist also mal wieder Winter und auch dieses Mal macht er keine Ausnahme und dauert von November bis April. Will man skaten gehen, ist entweder Glatteis und Schneesturm oder die Straßen sind frei, man versinkt dafür aber knietief im Rollsplit. Außerdem ist es ab 3 Uhr eh schon wieder dunkel. Für diese Tage, and denen weder das Wetter stimmt, noch man dank Göttlicher einen geeigneten Sport im Kopf hat, aber trotzdem auf Teufel komm raus skaten will, hat Rockstar Games zusammen mit Thrasher Magazine eine Skateboard-Simulation für die Playstation – sozusagen als Ersatzbefriedigung – geschaffen. Und während man bei Tony Hawk’s Pro Skater recht schnell vom mangelnden Realismus gelangweilt wird, geht’s bei Thrasher zurück ins bisweilen bittere Skater-Anfänger-Dasein. Ollies kann man zwar auf Anhieb, aber um einen Spot zu clearen, ist mehr gefragt. Will man also nicht ewig in „Hometown“ skaten, sondern von Sponsoren verhätschelt an Orten wie den China oder Brooklyn Banks skaten, heißt es üben und sich einen Trick nach dem anderen aneignen (und es gibt ne Menge davon…). Als kleine Motivation wartet am Ende die Apperance als „Skater of the Year“ auf der Titel-Seite des Thrasher magazines. Während der ganzen Skaterei gibt es OldSchool-Hits unter anderem von Stetasonic, Run DMC und EPMD auf die Ohren. So lenkt einen Thrasher eine ganze Weile von der draußen tobenden Skate-Misere ab.

Editorial
You wanted the best – you got the best! Here it is, the hottest mag in the world – Shredder!

München hat ein neues Schmuddelheft für alle Punkrocker und Punkrock-Girls, Kinderzimmer-Nicht-Aufräumer, Verbrecher, Unterhemden-Träger, Privatiers, Zecken, Stagediving-Heroes, Dosenbier-Fans, Kinder der Wüste, Krawallmacher, Rollbrett-Freunde, Rollsplit-Hasser, Störenfriede, Asseln, Schumi-Fans und P1-Gänger. Aus Liebe zu allem was nicht im Radio kommt und nicht in der Bunten steht, entstand die erste Ausgabe. Hoffentlich tragen wir dazu bei, dass es weiter voran geht in München. Und bis uns Fat Mike nicht jedem einen neuen Lamborghini vor die Tür gestellt hat, zahlen wir lieber drauf, das Shredder Mag bleibt frei von Werbung und wir haben dafür mehr Platz für das, was uns wirklich am Herzen liegt. Wir hoffen ihr habt Spaß damit.

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