Editorial

Here we go… Ausgabe #2. Noch bunter, noch größer, noch informativer. Nachdem wir nach der ersten Ausgabe nicht verprügelt und aus der Stadt gejagt worden sind, nehmen wir an, es gefällt einigen. Vielen Dank an dieser Stelle für Euern Lob und Euren Support. Auch über die vereinzelten Mails (immerhin doch ein richtiges Lösungswort für’s Rätsel angekommen) haben wir uns gefreut. Weiter so, wir wollen ordentlich Post kriegen (mailt an shreddermag@gmx.net) und bitte schickt auch endlich mal die bestellten Nacktfotos von Euren Eltern. Ansonsten ist – wie Ihr seht – in nächster Zeit ordentlich was geboten in München. Außerdem steht die Biergarten-Saison vor der Tür, Skaten geht auch langsam wieder im T-Shirt und und die ganze Stadt ist bald wieder mit den hübschen und leichtbekleideten Münchner Girls voll, die den Winter großteils weggesperrt waren. Kann ja nix mehr schief gehen. Also lasst es Euch gut gehen. Wir sehn uns beim Raven im Nightflight oder spätestens in Ausgabe #3.

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Stylerkarre des Monats: das Batmobil

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Dieses Auto ist der sure shot, wenn es um ein möglichst lässiges Auftreten geht. Erstmal macht es dank eingebauter Tupolew-Flugzeugturbine einen Höllenkrach und erzeugt eine hübsche Stichflamme beim Beschleunigen, zweitens hat es keine Türen, so daß man beim Einsteigen mit seinen Sprungkünsten posen kann, und drittens ist es vollgepackt mit jeder Menge Gimmicks, um Verfolger abzuhängen. Einziger Nachteil ist das ewige Gelaber des Ende fünfzig Jährigen Gammlers in viel zu kleinen Faschings-Klamotten names Robin, der sich seit 20 Jahren vehement weigert, den Beifahrersitz freizugeben.

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Die Skateboard-Kultfirma VANS wurde von Paul Van Doren und seinen Partnern Jim Van Doren, Gordy Lee und Serge D’Elia im Jahre 1966 gegründet. Ihr erstes Schuhgeschäft eröffneten sie am 15. März dieses Jahres in Anaheim, Kalifornien. Dort wurden drei verschiedene Styles, zu jeweils $2.49, $ 4.49 oder $4.99, angeboten. Da sich das ganze Unternehmen noch in der Anfangsphase befand, existierten zu diesem Zeitpunkt nur Prototypen und Ausstellungsstücke, der ganze restliche Laden war nur mit leeren Schuhkartons (zum posen) ausgestattet. Die ersten Kunden konnten also nur eine Wunschbestellung abgeben- diese Schuhe wurden dann schnell in der eigenen Fabrik angefertigt und nachmittags verkauft. Die Kunden zahlten aber erst einige Tage später, da die VANS-Leute nie genug Wechselgeld parat hatten. Man merkt deutlich: Das Unternehmen war anfangs noch sehr unprofessionell (so wie’s halt sein muß).
Ab ca. dem Jahre 1976, nach der Patentierung der sog. „Waffle Sole“, fingen vermehrt Skateboarder an VANS zu tragen. Als dann Tony Alva und Stacy Peralta, zwei Sk8-Pros, die erste VANS-Kollektion in rot und blau designten, war der VANS-Einzug in die Sk8board-Szene kaum aufzuhalten. Der Bekanntheitsgrad stieg unter anderem weiter an, als Jeff Spicoli, ein bekannter calif. Surfer, in dem damaligen Kinohit „Fast Times at Ridgemont High“, ausschließlich VANS trug. Unter diesen Umständen entwickelte sich VANS in den frühen 80’er Jahren zu einem profitablen Unternehmen, Paul Van Doren, einer der Gründer, zog sich aber aus dem Business zurück. Von nun an entwickelte VANS auch Schuhe für Baseball, Football, Basketball etc. Die Kollektionen verkauften sich sehr gut, der Haken an der Sache war nur, daß VANS ihre Schuhe in den U.S.A. produzieren ließen und nicht in einem asiatischen Billiglohnland. Auf Grund dessen ging VANS bankrott. Nach einer dreijährigen Umstrukturierungs- und Erholungsphase (Banken wurden als Sponsoren dazu geholt, Paul wurde wieder eingestellt) wurde VANS 1986 wieder ein erfolgreiches Unternehmen. Die Gründer verkauften die Firma allerdings zwei Jahre später an McCown DeLeeuw Co., einer Anlagebank. Seit dem werden VANS weltweit produziert und verkauft. 60 verschiedene Typen, von klassischen Sk8schuhen bis Snowboardschuhen sind heute auf dem Markt. Die Klassiker sind in meinen Augen aber immer noch die unschlagbaren alten Modelle „Old Skool“ und „SK8 Hi-Tops„. Diese Schuhe sind an Style einfach nicht zu übertreffen! Wenn man sich heutzutage auf dem weiteren Sk8-Schuhmarkt umschaut, könnte es einem regelmäßig schlecht werden. Die meisten Modelle sind eine Zumutung, sowohl für’s Auge, als auch für den Geldbeutel! (Wer nicht weiß, wie es sich anfühlt mit VANS den Asphalt zu rocken, sollte bitte schnell eine Nachholstunde mit den Suicide Machines einlegen und den VANS-SONG auf ihrem alten Album anhören! Kicks Ass!!!)

Stylerkarre des Monats: Ford Capri

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Der Capri ist eine Gradwanderung. Die stylische Hit-The-Road-Optik kämpft gegen das KFZ-Mechaniker-Proll-Schüssel-Image. Ist es jetzt ein Manta nur von Ford oder ein Killer-Rock’n’Roll-Mobil? Gefährlich, gefährlich. Daher im Capri keine Pandabärenkopf-Sonnenschütze zum von innen an die Scheibe machen, keinen Wunderbaum und verdammt noch mal keine Sitzbezüge mit 80er-Jahre-Neon-Muster. Wer kein Risiko eingehen will, hört im Capri einfach die ganze Zeit Fu Manchu und Turbonegro. Dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Lords of the Boards – Fieberbrunn (28. – 30. Januar)

Freitag 10 Uhr, in der Haider-geschädigten-Alpenrepublik angekommen, begrüßt uns eine oide Pensionsmutti mit der Frage: „Seid’s ihr Snowboarda, hä?“. Auf ein dickes „Ja.“ als Antwort, fielen wir bei ihr auch gleich in die Asso-Punk-Snowboarder-Schublade (gut so), was wir an einem „Aba seids ja leise und machts ja nix kaputt!“ erkennen konnten. Eine Stunde später in der Gondel mussten wir erstmal die gähnende Leere vor Ort verdauen. Einerseits cool – die Piste menschenleer und zum Riden optimal – andererseits von einem lässigen Snowboard-Event keine Spur. Lediglich eine Halfpipe und Zelte von Snowboarder, Lumen Eyewear, und Chocomel (beschissener Ösi-Kakao) vermittelten den wagen Anschein eines Events. Diesen Umständen entsprechend hielten wir uns nur auf der Piste auf.

Abends dann die Finals in der Halfpipe… Das Event recht langweilig, es fuhren nur seltsame Fahrer, jedenfalls verstanden wir dank Ösi-Moderator keinen einzigen Namen und auch sonst war es fit planlos. Danach ging es weiter zum Konzert von Kung Fu (Ex-Selig-Leute), die kein Mensch sehen wollte. Im Anschluß rockte Stimillion die Bühne, doch der unmotivierte Menschenhaufen machte es ihnen nicht unbedingt leicht, so daß sie auch ein wenig untergingen. Schade eigentlich. Das alles wurde nur noch von in dem Nähe stattfindenden „HipHop-Jam“ übertroffen. Hier freestylte sich MC Funke zum Affen, was auch nur der HipHop-Dofjugend in Southpole-Hosen getaugt hat. Soviel dazu. Der nächste Tag verlief ähnlich. Der Race-Kontest war so unspektakulär, daß nicht einmal mehr die Dorfjugend zuschaute. Zum Glück war der Schnee cool, so daß wir wenigstens gscheid boarden konnten. Die Ö3-Party abends war soo gut, dass wir sie uns gleich mal im vorneherein gespart haben. Der letzte Tag läßt sich mit Scheißwetter und Asso-Schnee zusammenfassen. Als wir letztendlich unser Zeug ins Shredder-Mobil einluden (wohl nicht schnell genug und im Weg), brannten bei einem Bühnen-Abbauer-Deppen die Sicherungen durch, so daß er Chefredakteur Valentin unvermittelt von hinten (!) ans Bein trat. Wie mutig… na ja wenigstens warfen wir dem Ficker eine dicke Schimpfwort-Brockhaus-Ausgabe an den Kopf. Dann sind wir nach Hause. Fazit: Schneenbrettfahren geht auch ohne Event.